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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.07.2017

Lesenswerter Roman aus dem frühen Mittelalter

Die Gesandten der Sonne
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....über Karl den Großen ist schon viel geschrieben worden, aber einen Roman darüber, wie der Elefant als Geschenk von Harun al Raschid in das Frankenreich kam, noch nicht. Der Roman handelt über die Gesandschaft, ...

....über Karl den Großen ist schon viel geschrieben worden, aber einen Roman darüber, wie der Elefant als Geschenk von Harun al Raschid in das Frankenreich kam, noch nicht. Der Roman handelt über die Gesandschaft, welche im Jahre 798 aus Aachen, im Auftrag von König Karl, eine lange Reise in das Reich von Harun al Raschid bis Bagdad antrat. Eine Reise, welche genauso abenteuerlich ist, wie sie heute leider wieder anmuten würden, nur das man heute viel schneller in Bagdad ist und keine Jahre für die Reise braucht. Das Abenteuer in Bagdad ist aber heute bestimmt genauso. Allerdings ohne die schillernden Paläste und Märkte - und dann bin ich doch wieder beim Buch. Bei der Beschreibung der Märkte und Paläste meint man als Leser mittendrin im Bagdad des 8ten Jahrhunderts zu sein. Fast kann man die Gewürze und Auslagen riechen, welche auf den Märkten feil geboten werden. Ein Buch, was einen wunderbar in den Orient längst vergangener Tage abtauchen lässt, allerdings auch die Brutalität autoritärer Herrscher genauso schonungslos beschreibt. Natürlich kommt in diesem Roman auch die Liebe nicht zu kurz. Aurona eine stolze Langobardin, welche von Karl - oder seinen Leuten - in die Sklaverei verkauft wurde. Diese lernt Cunrad von Malmünd, der Arzt der Gesandschaft, per Zufall vom Rücken des Elefanten aus kennen. Leider ist diese im Harem von Harun al Raschid und irgendwie so gar nicht erreichbar. Aber wie es weitergeht, müsst Ihr schon selbst lesen. Für mich ein echter Zeitvertreib das Buch zu lesen, der Schreibstil ist flüssig, es gibt keine langen "Erklärungen", welche den Lesefluss beeinträchtigen. Wer einen Roman über Karl den Großen mit historischem Tiefgang erwartet ist hier falsch. Das Buch möchte vor historischem Hintergrund den Leser einfach unterhalten, und das tut es grandios.

Veröffentlicht am 05.06.2017

Sehr zäh!

Die Stille vor dem Tod
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Mir wurde immer wieder gesagt, das gerade die Smoky Barrett Romane von Cody McFadyen supergut zu lesen sind - also habe ich mir einfach mal aus einer Laune heraus "Die Stille vor dem Tod" gegriffen. Weil ...

Mir wurde immer wieder gesagt, das gerade die Smoky Barrett Romane von Cody McFadyen supergut zu lesen sind - also habe ich mir einfach mal aus einer Laune heraus "Die Stille vor dem Tod" gegriffen. Weil ich das Cover interessant fand und auch die Kurzfassung des Romans sich sehr gut las. Smoky wird zu einem Einsatz gerufen, bei dem eine ganze Familie ausgelöscht wurde - an der Wand ein Satz "Komm und lerne, Smoky Barrett!" - natürlich aus dem Blut der Opfer geschrieben. Der Anfang des Buches war echt klasse - mystisch, geheimnisvoll und trotzdem mit einer klirrenden Spannung geschrieben. Also beglückwünschte ich mich zu meinem Kauf! Was danach folgte war allerdings ein zähes Ringen um ziemliche Kettensätze, um Tiefenpsychologie, welche häufiger mal von der Handlung einfach abdriftete, so daß man echt Probleme hatte, einfach dabei zu bleiben. Also einen Thriller stelle ich mir irgendwie anders vor - -Hart, unerbittlich war das Buch nur am Anfang, als das Museum des Grauens in einem stillgelegten, oder eher für diesen Zweck gebauten, riesigen Bunker durch Smoky aufgefunden wurde. Danach glitt das Buch ziemlich in psychologische Tiefen ab, welche der Handlung nicht gut taten, der Spannung noch viel weniger. Das Ende dann war wieder sehr gut, als herauskommt, wer unter anderem mit an dem Riesenbunker und den Morden und Entführungen beteiligt war (darf ich nicht verraten, sonst ist die Spannung endlich dahin). Der Weg bis zur Entdeckung eines der Protagonisten war allerdings lang und zäh. Super erzählt, aber nicht wie ein Thriller geschrieben und deshalb langatmig. Auch war mir dann das Ende zu apprupt, irgendwie fehlte etwas zwischendrin. Also von mir nur 2 Sterne, mal gucken, ob ich mir den nächsten Thriller kaufen werde. "Die Stille vor dem Tod" war auf alle Fälle kein Thriller!

Veröffentlicht am 13.05.2017

Echt erschreckend! Möge es niemals so wahr werden!

HELIX - Sie werden uns ersetzen
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Klappentext:
Der US-Außenminister stirbt bei einem Staatsbesuch in München. Während der Obduktion wird auf seinem Herzen ein seltsames Zeichen gefunden – von Bakterien verursacht? In Brasilien, Tansania ...

Klappentext:
Der US-Außenminister stirbt bei einem Staatsbesuch in München. Während der Obduktion wird auf seinem Herzen ein seltsames Zeichen gefunden – von Bakterien verursacht? In Brasilien, Tansania und Indien entdecken Mitarbeiter eines internationalen Chemiekonzerns Nutzpflanzen und –tiere, die es eigentlich nicht geben kann. Zur gleichen Zeit wenden sich Helen und Greg, ein Paar Ende dreißig, die auf natürlichem Weg keine Kinder zeugen können, an eine Kinderwunschklinik in Kalifornien. Der Arzt macht ihnen Hoffnung, erklärt sogar, er könne die genetischen Anlagen ihres Kindes deutlich verbessern. Er erzählt ihnen von einem – noch inoffiziellen – privaten Forschungsprogramm, das bereits an die hundert solcher »sonderbegabter« Kinder hervorgebracht hat, und natürlich wollen Helen und Greg ihrem Kind die besten Voraussetzungen mitgeben, oder? Doch dann verschwindet eines dieser Kinder, und alles deutet auf einen Zusammenhang mit sonderbaren Ereignissen hin – nicht nur in München, sondern überall auf der Welt …

Als ich mir das Buch gekauft habe, dachte ich so zu mir, na ja, bin ja mal gespannt....über Gentechnik ist ja schon sehr viel geschrieben worden. Auch darüber, das der Mensch sich selbst lieber neu erfinden würde. Die Handlung hat eigentlich 4 Erzählstränge, am Anfang ist diesen nicht immer leicht zu folgen, auch wenn der Erzählstil von Marc Elsberg leicht verfolgbar ist. Keine langen verschachtelten Endlossätze, welche einem Thriller nur schaden würden, aber dennoch hatte ich am Anfang meine Mühe außerhalb der Geschehen von München und in den USA den weiteren zu folgen. Da hätten ein paar weniger Seiten vielleicht der Handlung noch mehr Pfiff und Schärfe gegeben. Das Ende ist klasse und ich bin mir nicht mehr so sicher, ob wir Menschen eigentlich schon längst angefangen haben, Gott zu spielen! Von mir gibt es 4 Sterne dafür!

Veröffentlicht am 01.05.2017

Toller Mittelalterroman! Eine Lesegenuss, nicht nur über die Deutsche Geschichte im Mittelalter!

Die fremde Königin
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Im vorliegenden Roman "Die fremde Königin" geht es nicht nur um Adelheid von Burgund, die zweite Frau von Otto dem Großen, der im Roman erst zu einem "Großen" wurde, sondern generell werden dem Leser die ...

Im vorliegenden Roman "Die fremde Königin" geht es nicht nur um Adelheid von Burgund, die zweite Frau von Otto dem Großen, der im Roman erst zu einem "Großen" wurde, sondern generell werden dem Leser die spannenden Jahre zur Mitte des 10. Jahrhunderts nahe gebracht, als die Ungarn den Frieden in dem damaligen Ostfränkischen Reich aus dem Süden und die Slawen aus dem Osten bedrohten. Aber ersteinmal der Reihe nach:
Der Panzerreiter Gaidemar wird durch Otto beauftragt, die gefangengehaltene Königin Italiens, Adelheid, aus ihrer Gefangenschaft am Gardasee zu befreien. Der "ehemaligen" Königin Italiens gelingt die Flucht dank eines ausgeklügelten Plans Gaidemars. In dem Roman werden die Jahre 951-962 behandelt, die wichtigsten Jahre Ottos des Großen auf dem Weg zu Kaiserwürden und der Etablierung des Ostfränkischen Reiches zu einem Heiligen romischen Reich Deutscher Nation. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg, den nicht nur die Ungarn mehrfach kreuzen, bevor es auf dem Lechfeld 955 zur alles entscheidenden Schlacht kommt. Auch muß Otto Zank und Rebellion aus der eigenen Familie ertragen. Es ist schon echt sehr interessant zu lesen mit welcher Hinterlist Henning immer wieder versucht, sich Liudolf vom Leibe zu halten. Wenn man mal ein Sprung mehrere Jahrhunderte in die Zukunft macht, würde ich sagen - willkommen bei Dallas und Denverclan! Wirklich sehr gelungen finde ich ich, wie es Rebecca Gable gelingt, trotz historischer Vorgaben, welche man ja nun mal nicht einfach umschreiben kann, trotzdem noch Überraschendes zu Tage und zu Papier zu bringen. Für mich ein ausgezeichnetes Lesevergnügen, für alle welche das Mittelalter mit seiner ganzen Farbenpracht, Intriegen, Feste und Geisterglauben lieben, ein absolutes Muß. Einzig und alleine, schade, das es die sagenhafte Pfalz in Magdeburg nicht mehr gibt......Ich hoffe bald auf eine weitere Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 25.03.2017

Toller Roman, welcher nachdenklich macht!

Ohrfeige
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Karim heißt der Held in Abbas Khiders Roman "Ohrfeige", obwohl Held ist eher eine Übertreibung, denn Karim ist Flüchtling in Deutschland und ist aus dem Irak geflohen, in dem zur Zeit der Handlung noch ...

Karim heißt der Held in Abbas Khiders Roman "Ohrfeige", obwohl Held ist eher eine Übertreibung, denn Karim ist Flüchtling in Deutschland und ist aus dem Irak geflohen, in dem zur Zeit der Handlung noch Saddam Hussein sein Unwesen treibt, bevor der von den Amerikanern gestürzt wird, doch um welchen Preis? Der Roman beginnt mit einer Ohrfeige, einer Ohrfeige, welche eine Frau Schulz von der Ausländerbehörde trifft, bevor der Roman in Rückblenden beginnt. Rückblenden, welche den Leser durchaus nachdenken lassen, ob wir in Deutschland wirklich das Einwanderland sind und uns so demokratisch und nächstenliebend geben, wie wir uns gerne immer darstellen! Der Roman nimmt sicherlich einiges auf, was man in den Nachrichten hört, doch gibt er auch ziemlich tiefe Einblicke in das, was den Flüchtlingen am Herzen liegt und auf was die Deutsche Bürokratie sicherlich keine Rücksicht nimmt. Auch hat der Roman, trotz dem ernsten Hintergrund durch aus seine humorvollen Seiten. Das Lesen hat mir auf alle Fälle sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe, bald wieder von Abbas Khider zu lesen.