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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Weder hui - noch pfui

Raven - Rabentod
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Eine Familie gewinnt den Jackpot und alle Probleme scheinen sich in Luft aufzulösen, doch weit gefehlt - richtige Probleme kommen gerade erst auf sie zu. Die Kriminellen Shaw und Romeo erfahren von dem ...

Eine Familie gewinnt den Jackpot und alle Probleme scheinen sich in Luft aufzulösen, doch weit gefehlt - richtige Probleme kommen gerade erst auf sie zu. Die Kriminellen Shaw und Romeo erfahren von dem Gewinn der Familie, spoinieren die jugendliche Tochter über das Internet aus und starten ihre Bedrohung gegen die Familie. Während Shaw die Boatrights kontrolliert, ist Romeo jederzeit bereit die Liebsten der Familie zu töten, sobald irgendwas schief läuft.....und es wird schief laufen....

Die Ängste der Familie sind sehr gut dargestellt und auch ihr Willle aus dem von den beiden Kriminellen gesponnenen Netz zu entfliehen, leider hapert es mit der Spannung über weite Strecken. Man liest es jedoch zu Ende, um zu erfahren,wie es ausgeht, wer und ob jemand am Ende gewonnen hat....
Das Buch lässt sich zwischendurch mal lesen, aber man hat auch nicht viel verpasst, wenn man es nicht kennt.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Unfassbar aufwühlendes Jugendbuch!

Lauf, Junge, lauf
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ACHTUNG SPOILER

Der achtjährige Jude Srulik lebt um das Jahr 1942 im Warschauer Ghetto. Nachdem er seine Mutter verloren hat, ist er ganz allein auf sich gestellt und muss sich durchs Leben schlagen. ...

ACHTUNG SPOILER

Der achtjährige Jude Srulik lebt um das Jahr 1942 im Warschauer Ghetto. Nachdem er seine Mutter verloren hat, ist er ganz allein auf sich gestellt und muss sich durchs Leben schlagen. Die Flucht gelingt ihm knapp, doch damit ist er nicht gerettet. Es beginnt eine Expedition ins Ungewisse, eine Flucht ohne Ziel. Wie soll sich ein Kind allein durchschlagen? Mit anderen jüdischen Kindern, bei Bauern, in Wäldern und selbst bei einem deutschen Soldaten findet er Rückhalt. Sie riskieren alles, um dem kleinen Waisen, der ein Jude sein könnte, zu helfen. Viele hingegen andere verraten und misshandeln ihn. Kann er jemandem vertrauen und wenn ja, wem? Hunger, Einsamkeit und die kalten Winter bringen ihn immer wieder dazu, sich aus dem geschützten Wald in Richtung Zivilisation zu bewegen. Er lernt seine Herkunft zu verleugnen, um sich und seine Unterstützer nicht in Gefahr zu bringen. Aus dem Juden Srulik wird der Katholik Jurek. Doch auch auf diesen warten harte Schicksalsschläge - trotzdem übersteht er die Zeit.

Mich fesselte das Buch, das auf der Lebensgeschichte von Yoram Friedman basiert, von Beginn an. Tatsachenberichte aus der Zeit sind an sich schon sehr bewegend, doch das Schicksal eines Kindes zu verfolgen ist zuweilen sehr hart. Ganz auf sich allein gestellt, ohne eine Vorstellung, wie er in den polnischen Wäldern überleben soll, oft verraten und verkauft und nicht wissend, was mit seiner Familie geschehen ist, schlägt sich der Junge durch. Besonders traurig machte mich, dass der Junge so sehr seine Identität leugnen musste, dass er selbst irgendwann vergaß, wie er ursprünglich hieß. Bei der Lektüre wütend wurde ich, als sich der Junge bei der Arbeit verletzte. Durch eine Operation hätte seine rechte Hand gerettet werden können, doch der Arzt weigerte sich den Juden zu operieren. Am Folgetag musste der Arm über dem Ellbogen abgenommen werden. Doch neben abscheulichen Gräueltaten und menschlicher Härte gibt es auch Lichtblicke. Hilfsbereite Menschen, die ihr Leben riskieren, um dem Jungen zu helfen. Besonders bewegte hier der deutsche Soldat Werner, der den Jungen nicht auslieferte, sondern in einem Schutzbunker versteckte und sich um ihn sorgte, bis er abgezogen wurde. Srulik / Jurek überrascht durch unheimliches Geschick, Auffassungsgabe und Gespür für Menschen - sonst hätte er keine Überlebenschance gehabt. Neben der Emotionalität steckt auch viel Spannung in dem Jugendbuch, da man unbedingt erfahren möchte, die es dem Jungen ergeht.

Ein emotional aufwühlendes Buch, dass auch meinen 10-jährigen Sohn begeisterte. Es ist jedoch kein Kinderbuch! Viele Szenen müssen mit dem Kind besprochen werden, doch auch das ändert nichts an der harten Realität. Empfehlen würde ich es jedem vom Jugendalter ab.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Interessante Aufklärung zum digitalen Zeitalter

Lifelogging
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Der Soziologe Stefan Selke hat ein Sachbuch zum Thema „Lifelogging“ verfasst, dass beeindruckend intensiv recherchiert wurde. Die Tiefe und Komplexität des Themas „Lifelogging/Selbstvermessung“ hat mich ...

Der Soziologe Stefan Selke hat ein Sachbuch zum Thema „Lifelogging“ verfasst, dass beeindruckend intensiv recherchiert wurde. Die Tiefe und Komplexität des Themas „Lifelogging/Selbstvermessung“ hat mich anfangs überrascht. Sie reicht von der Selbstvermessung der Jogger, die über Apps ihre Erfolge protokollieren, aber auch soziale Netzwerke, Payback etc. die aufzeigen, wie lange man, welcher Tätigkeit wo nachgegangen ist, werden genauer getrachtet. Immer mehr Menschen verfallen dem Lifelogging und „vermessen“ sich und ihre Tätigkeiten bis in Detail. Achtet man darauf findet man sicher auch in seinem Bekanntenkreis Menschen, die versuchen über die Datensammlungen etwas mehr über sich zu erfahren und in den Wettbewerb mit anderen Lifeloggern zu treten. Die Archivierung sämtlicher Daten erscheint mir nicht nur gefährlich sondern auch sinnlos, da die Optimierung der eigenen Werte den Leistungsdruck erhöht und in einigen Bereichen sicher erst weckt.

Die Kapitel sind sehr übersichtlich gestaltet und in einer gut verständlichen Sprache mit anschaulichen Beispielen verfasst, trotzdem ist der Schreibstil der eines Wissenschaftlers, also etwas trocken. Das positive daran ist sicherlich, dass der Autor nie mahnend den Zeigefinger erhebt, sondern neutral mit den Möglichkeiten und Risiken der Selbstvermessung umgeht. Mein Verständnis für Datenschützer ist nach der Lektüre deutlich gestiegen. Übrigens bin ich der Überzeugung, dass Lehrer das Buch lesen sollten und passende Passagen an die Schüler geben sollten. Ein Blick in soziale Netzwerke reicht um zu wissen, dass hier definitiv Handlungsbedarf besteht…wobei die Schüler sich da in guter Gesellschaft mit Menschen mittleren Alters befinden.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Kinderbuch für kleine und große Leser

River Singers: Aufbruch ins Ungewisse
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Ein großes Abenteuer steht einer jungen Schermausgruppe bevor,entlang des des großen Flusses. Sylvan der Älteste macht sich mit seinen drei Geschwistern auf den Weg ins Ungewisse. Ziel ist eine friedliche ...

Ein großes Abenteuer steht einer jungen Schermausgruppe bevor,entlang des des großen Flusses. Sylvan der Älteste macht sich mit seinen drei Geschwistern auf den Weg ins Ungewisse. Ziel ist eine friedliche neue Heimat, doch auf der Suche nach dem Platz lauern einige Gefahren und Abenteuer entlang des großen Flusses. Gibt es einen Platz für Viererbande, oder schaffen sie es soweit gar nicht?

Die Geschwister Sylvan, Fern, Aven und Orris sind plötzlich auf sich selbst gestellt, nachdem ihre Mutter wahrscheinlich einem unbekannten Tier zum Opfer fiel. Der Älteste, Sylvan übernimmt nun die Verantwortung und führt seine Geschwister entlang des Flusses. Auf der gefährlichen, spannenden und abenteuerreichen Reise treffen sie auf die Ratte Fodur. Er macht sich nun gemeinsam mit der Viererbande auf dem Weg.

An vielen Stellen hätte man den kleinen, sympathischen Schermäusen am liebsten geholfen, an anderen Stellen die Abenteuer gerne selbst erlebt. Jungen Lesern wird verdeutlich, dass zum Leben auch das Sterben gehört und ein anderer Blickwinkel auf die Natur offenbart. Besonders berührt hat mich die entstandene Freundschaft zwischen Schermäusen und Ratte. Zeigt die Geschichte doch, dass Freundschaft auch unter solchen möglich ist, die sich unterscheiden, anders sind, als man selbst. Auch daher ist das Buch auch für ältere Leser zu empfehlen.

Neben der spannenden, kurzweiligen Geschichte, die durch einen witzigen Akzent der Ratte weiter aufgelockert wird, ist auch die Gestaltung ist wunderbar gelungen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Herrlich komischer Einblick in einen verrückten Schüleralltag

Gregs Tagebuch - Von Idioten umzingelt!
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Tagebücher sind doch nur was für Mädchen, denkt sich Greg, als seine Mutter mit einem ankommt. Ganz findig macht der Junge daraus ein „Memorien“-Buch, schließlich wird er irgendwann berühmt sein. Genau ...

Tagebücher sind doch nur was für Mädchen, denkt sich Greg, als seine Mutter mit einem ankommt. Ganz findig macht der Junge daraus ein „Memorien“-Buch, schließlich wird er irgendwann berühmt sein. Genau dann braucht er diese Aufzeichnungen! Nichts aus seinem Alltag ist noch sicher vor den Memorien, weder seine verrückte Familie, sein Freund Rupert noch der alltäglich Schulwahnsinn.

Ein Buch im Tagebuch-Stil mit witzigen Zeichnungen, das auch für Lesemuffel geeignet ist! Kinder scheinen sich gerne mit Greg zu identifizieren und somit mit dem „Greg´s Tagebuch“-Virus zu infizieren! Es ist jedoch nicht nur für jüngere Leser geeignet, sondern auch für Comicleser, oder auch Eltern und Großeltern, die gerne einmal wissen wollen, was in so einem Jungengehirn vor sich gehen könnte :)