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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.08.2021

Mit Herz, Humor und Fingerspitzengefühl erzählt

Die letzte Bibliothek der Welt
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„Als Kind hatte sie immer geglaubt, jedes Buch habe seinen eigenen Geruch, je nach Inhalt, und der Duft der Bücherei sei ein Konglomerat Tausender, verschiedener Geschichten." (S. 31)

Bücher über Bücher. ...

„Als Kind hatte sie immer geglaubt, jedes Buch habe seinen eigenen Geruch, je nach Inhalt, und der Duft der Bücherei sei ein Konglomerat Tausender, verschiedener Geschichten." (S. 31)

Bücher über Bücher. Die naheliegendste Idee und trotzdem funktioniert sie für mich immer wieder. Schon lange hat mich eine Geschichte nicht mehr so berührt und zum Mitfiebern animiert. Für mich ein absolutes Jahreshighlight!

Das Cover: sehr farbenfroh und auffällig. Wichtige Charaktere aus dem Buch wurden auf dem Cover dargestellt; Bücher als Stützelemente eingesetzt. Mir gefällt es wirklich gut, auch wenn das Orange in Echt einen Tick zu grell für mich ist.

Die Handlung: June arbeitet seit Jahren als Bibliothekarin im Dorf Chalcot und steckt ihr gesamtes Herz in diesen Job. Freund:innen hat sie kaum, steckt ihre Nase auch privat gerne in Bücher und meidet soziale Kontakte. Jedoch hat sie ein enges Verhältnis zu den Menschen in der Bibliothek aufgebaut, die täglich ein- und ausgehen. Doch ihr sicheres Umfeld gerät ins Schwanken als die Gemeinde die Bibliothek schließen möchte. Plötzlich hat sie einen wichtigen Grund zum Kämpfen und springt zusammen mit einer Gruppe tatkräftiger Protestierender über ihren Schatten.

Die Handlung klingt anfangs etwas leicht gestrickt, aber es steckt so viel mehr hinter dieser Geschichte. Der Einstieg war sehr leicht und man erlebt eine wunderschöne Wohlfühlgeschichte. Ich musste Grinsen, habe die Gruppe angefeuert und bei den emotionaleren Szenen wirklich mitgefühlt. An dieser Stelle möchte ich gar nicht zu viel vorwegnehmen und kann nur sagen: bitte lest diese Geschichte, wenn ihr bereits am Überlegen seid, es lohnt sich!

Die Charaktere: letztere sind das Herz der Geschichte. Alle haben ihr ganz eigenes Päckchen zu tragen, alle unterscheiden sich charakterlich sehr stark voneinander und trotzdem verbindet sie eine große Sache: das Lesen. Hier haben wir die anfangs noch sehr schüchterne June zu welcher ich eine viel stärkere Verbindung in einem Buch aufbauen konnte als bei manchen Charakteren, die ich über eine gesamte Reihe in der Vergangenheit verfolgt hatte. Ihre Entwicklung im Buch war unglaublich toll. Auch Mrs B, Chantal, Vera, Stanley, Leila und Alex und Co. haben sich in mein Herz geschlichen und dieser Geschichte Leben eingehaucht.

Ich habe wirklich nichts anzumerken, selbst das Ende ist genau richtig und nicht im Kitsch ausgeartet - es war wirklich alles perfekt ausbalanciert. Von mir gibt es hier wirklich verdiente 5/5 Sternen!

Bücherei als Boot
Bücher als Rettungsringe
Ohne ertrinkt man
(S. 124)

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.07.2021

„Was ihr jedoch müsst, ist zu respektieren, dass jede Person das Recht hat, über sich selbst zu entscheiden." (S. 11)

Runaway
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„Manchmal braucht es keine großen Gesten, manchmal sind es die feinen Nuancen, die den Unterschied zwischen Liebe und Freundschaft ausmachen." (S. 84)

Die Away-Reihe war eine kleine Überraschung für mich. ...

„Manchmal braucht es keine großen Gesten, manchmal sind es die feinen Nuancen, die den Unterschied zwischen Liebe und Freundschaft ausmachen." (S. 84)

Die Away-Reihe war eine kleine Überraschung für mich. Wenige Liebesromane überzeugen mich, doch bei dieser Reihe war das der Fall. Gespickt mit wichtigen Themen, authentischen Charakteren und berührenden Momenten hat sich die Reihe langsam, aber sicher, in mein Herz geschlossen. Mit „Runaway" hat Anabelle einen sehr zufriedenstellenden Roman geschrieben, den ich innerhalb kürzester Zeit beendet habe. Ein wenig wehmütig werde ich schon, dass diese Reihe nun ein Ende gefunden hat. (TW für die Rezension: Abtreibung)

Das Cover: dieses Cover hat einen deutlich wärmeren Farbton und spiegelt sehr gut die sommerliche Atmosphäre des Buches wider. Mein liebstes Cover ist jedoch immer noch das des 2. Bandes, aber da liegen nur Nuancen dazwischen. Insgesamt sieht die Trilogie sehr ansehnlich aus!

Die Handlung: Miriam hat vor ein paar Jahren abgetrieben - es ihrer Familie jedoch verschwiegen. Als diese davon durch Kyras Podcast erfährt, in welchem Miri ihre Geschichte mit der Welt teilte, bricht ihre Familie sofort den Kontakt ab. Insbesondere ihre Schwester, mit welcher sie eigentlich schon immer ein sehr enges Verhältnis hatte, kehrt ihr den Rücken zu. Verletzt sucht sie Trost bei ihren Freund:innen und findet dort nichts als Unterstützung - auch Elias, der beste Freundin ihrer Schwester, hilft ihr durch diese schwere Zeit und schon bald nähern sich die beiden an...

Anabelle macht hier auf ein sehr sensibles Thema aufmerksam, bei welchen die Meinungen seit Jahren stark auseinandergehen. Das gewählte Zitat aus der Überschrift finde ich jedoch sehr wichtig: denn jede:r sollte selbst darüber entscheiden dürfen, was mit dem eigenen Körper geschieht. Miri und ihr damaliger Freund haben damals verhütet, aber kein Verhütungsmittel der Welt ist bisher zu 100% sicher. Daher finde ich es wichtig, dass Frauen, die sich noch nicht für ein Kind bereit fühlen oder keins wollen, eine solche Chance bekommen. Es müssen nicht alle meiner Meinung zustimmen, aber ich würde mir wünschen, dass es mehr Aufklärung zu diesem Thema gäbe! Daher finde ich es sehr bewundernswert, dass sich Anabelle für dieses Thema entschieden hat und es wurde wirklich sehr sensibel umgesetzt. Neben der Hauptthematik spielen auch Zukunftsängste, Familienzusammenhalt und die Liebe eine Rolle und diese Mischung kann sich wirklich sehen lassen. Das Buch habe ich innerhalb kürzester Zeit beendet und viele, schöne Lesestunden erlebt.

Die Charaktere: Miriam ist eine gelungene Protagonistin. Sie ist eine Leseratte, Disney-Fan und fährt Motorrad. Das Reden vor anderen fällt ihr nicht leicht, doch jedes Mal, wenn sie über ihren Schatten sprang, habe ich ihr innerlich zugejubelt. Ganz an Kyra kam sie für mich nicht heran, aber die beiden sind auch sehr verschieden, dass man sie eigentlich nicht vergleichen kann. Elias ist wohl einer meiner Lieblinge der Reihe. Sein Zwiespalt war über die gesamte Geschichte sehr präsent und man hat mit ihm mitgelitten. Er ist freundlich, lebt für seine Passion und dabei einfach nur unglaublich sympathisch. In den vorherigen Teilen konnte ich ihn noch nicht richtig einschätzen, aber nun konnten wir ihn in all seinen Facetten erleben. Auch neue Gesichter wie Marlon und Arthur haben die Geschichte sehr bereichert und mir mehrere Lächeln ins Gesicht gezaubert. Die alte Clique war natürlich auch wieder mit am Start. (Mehr Liebe für Phuong!)

Für mich stellt „Runaway" einen Liebesroman der besonderen Art dar. Schon bei den anderen Teilen habe ich positiv im Gedächtnis behalten, dass neben der Liebesgeschichte noch viel Raum für weitere Handlungen gelassen wurde - und genau das liebe ich! Hierbei war die Liebesgeschichte nicht immer im Vordergrund, sondern kam teilweise nur am Rand auf, aber dafür freute man sich umso mehr und fieberte stärker mit, wenn eine gemeinsame Szen der beiden auftauchte. Es war weder zu kitschig, noch triefte es vor Klischees - und es funktioniert hervorragend!

Dieses Buch hat mich in viele Punkten wirklich glücklich gestimmt, trotzdem war der zweite Band noch etwas stärker in meinen Augen. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass man manche Szenen kürzen könnte und ebenso habe ich mir manchmal noch etwas mehr Bannkraft gewünscht. Kyras Buch war einfach so unfassbar stark, aber „Runaway" ist auf seine eigene Art und Weise gut.

Insgesamt kann ich aber eine Leseempfehlung für die gesamte Reihe aussprechen. Mich konnte jeder einzelne Band überzeugen und ich freue mich schon auf die neue Trilogie von Anabelle. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Art von Liebesroman nicht für jede:n etwas ist, besonders wenn man dramatische Geschichten bevorzugt. Für mich, als Person, die wenig in diesem Genre liest, ist sie genau richtig! Vielen Dank, für die schönen Lesestunden, von mir gibt es 4/5 Sternen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.07.2021

Solide Fortsetzung, die im Laufe der Handlung stärker wird

Die Rebellinnen von Oxford - Unerschrocken
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Nachdem mich der erste Band mit kleinen Abstrichen sehr gut unterhalten konnte und auch mit seiner Thematik punktete, war ich besonders gespannt auf die Fortsetzung. Hält man beide Ausgaben nebeneinander ...

Nachdem mich der erste Band mit kleinen Abstrichen sehr gut unterhalten konnte und auch mit seiner Thematik punktete, war ich besonders gespannt auf die Fortsetzung. Hält man beide Ausgaben nebeneinander fällt sofort ein Unterschied ins Auge: der zweite Teil ist um einiges dicker als der Erste. Leider muss ich gestehen, dass man die Länge auch gemerkt hat, aber dazu später mehr.

Das Cover: ich habe das Buch auf Englisch gelesen, daher besitze ich die farbenfrohen Cover mit dem jeweiligen Pärchen abgebildet. Was man sich bei dem deutschen Cover für diesen Band gedacht hat, kann ich mir bis heute nicht erklären. Das Cover des ersten Bandes im Deutschen hat die Thematik deutlich gelungener widergespiegelt, aber beim zweiten Teil ist davon nichts zu spüren. Hier präferiere ich das Englische, zumal Lucies Charakter viel besser zum Vorschein kommt, da sie Tristan Tee auf die Schuhe schüttet.

Handlung: Lucie und ihre Freundinnen wollen endlich ihre Ziele gegen das Parlament durchsetzen und die Chancen stehen erstaunlich gut - wäre da nur nicht Tristan Ballentine. Denn Lucie möchte Sympathisant:innen für ihre Bewegung durch ihre Frauenzeitschrift gewinnen, doch dieser stellt sich quer und vereitelt ihr die Pläne in der Redaktion. Jedoch macht er ihr ein Angebot: wenn sie eine gemeinsame Nacht miteinander verbringen, steht er ihrer Frauenbewegung nicht mehr im Weg.

Ich muss gestehen, dass mich der Klappentext beinahe nicht nach dem Buch hat greifen lassen. Es klang für mich wie diese ganz bestimmte Art von New Adult Romanen, die ich nicht lese und hier befürchtete ich, dass mir der Fortlauf der Geschichte nicht gefallen würde. Der Vorschlag von Lord Ballentine war mir schon vom Klappentext an unsympathisch und ich hatte Angst vor der Umsetzung des Handels. Ich habe wirklich lange gebraucht, um bei der Liebesgeschichte mitzufiebern, aber immerhin überzeugte sie mich am Ende. Auch hatte ich am Anfang Probleme an der Geschichte dranzubleiben. Mehrmals habe ich mich anderweitig beschäftigt, anstatt nach dem Buch zu greifen - was ich sehr schade fand, da ich den ersten Band damals kaum aus der Hand legen konnte. Das letzte Viertel war deutlich besser, auch wenn ich mir noch mehr Szenen zur Frauenbewegung gewünscht hätte.

Die Charaktere: hier war ich zwiegespalten. Lucie ist eine sehr starke Frau, die in ihrem Leben oft enttäuscht wurde. Letzteres merkt man deutlich in ihrem Verhalten: ihr Frust ist in vielen Momenten sehr greifbar und sie sagt Dinge, die impulsiv und harsch herauskommen. Teilweise hatte ich Probleme mit ihrer Art zu sympathisieren, doch sie arbeitet im Laufe der Geschichte sehr an sich. Auch mit Tristan hatte ich zuerst meine Probleme. Als er jedoch anfing sich immer mehr mit der Frauenbewegung zu beschäftigen und zu unterstützen konnte ich mich mit seinem Charakter anfreunden. Es war ein holpriger Weg dahin, aber letztendlich habe ich gerne über die beiden gelesen. Ebenso tauchen Hattie, Annabelle und weitere bekannte Charaktere aus dem Vorgängerband auf, was mir gefallen hat.

Wie bereits oben erwähnt, fiel mir der Einstieg sehr schwer. Hinzu störten mich auch die repetitiven und unendlichen Beschreibungen von Tristans Aussehen. Nach der zweiten Erwähnung hatte ich bereits verinnerlicht, dass er ein breites Kreuz und muskulöse Arme hatte - im Laufe der Geschichte wurde dies jedoch so dermaßen oft erwähnt, dass ich irgendwann aufgab mitzuzählen. Ein wenig Schwärmen ist völlig in Ordnung; hier war es jedoch etwas zu dick aufgetragen.

Letztendlich war "A rouge of one's own" leider schwächer als der wirklich empfehlenswerte erste Band. Es steigerte sich zum Ende hingegen deutlich, weswegen ich definitiv auch den dritten Band über Hattie lesen werde. Die Geschichte hat mich insgesamt leider etwas enttäuscht, auf der anderen Seite fühlte ich mich an vielen Stellen gut unterhalten - ich bin da noch etwas zwiegespalten, weswegen ich 3/5 Sternen vergebe. Ich bin gespannt, wie die Geschichte weitererzählt wird und hoffe, dass mich der nächste Band wieder etwas mehr einnehmen wird. Denn diese Reihe hat etwas Besonderes, was mich immer wieder in ihren Bann zieht. Versucht es selbst!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.07.2021

Das Buch und den dazugehörigen Film kann ich nur empfehlen

Crazy Rich Asians
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Anmerkung: ich habe dieses Buch auf Englisch gelesen.

Ich schaue nur sehr selten romantische Komödien. Auch bei dieser Verfilmung dachte ich zuerst in meinen zurechtgelegten Schubladen und wollte auch ...

Anmerkung: ich habe dieses Buch auf Englisch gelesen.

Ich schaue nur sehr selten romantische Komödien. Auch bei dieser Verfilmung dachte ich zuerst in meinen zurechtgelegten Schubladen und wollte auch gleich diesen Film in eine Untere stecken. Doch siehe da: die Verfilmung konnte mich komplett einnehmen. Bis heute habe ich ihn mindestens viermal gesehen und plane ihn auch bald wieder zu schauen, da ich durch das Buch wieder Lust bekommen habe. Umso gespannter war ich also auf das Buch und ich muss sagen: nach anfänglichen Schwierigkeiten habe ich die Geschichte gerne gelesen.

Das Cover: alle drei Cover passen von der Aufmachung her wirklich sehr gut zusammen. Knallige Farben, eine wichtige Frau aus der Geschichte und teure Accessoires - sie sind definitiv ein Hingucker, auch wenn sie mir beinahe schon zu auffällig sind.

Die Handlung: Rachel Chu möchte zusammen mit ihrem Partner, Nick Young, den Sommer in Singapur verbringen. Endlich soll sie nach fast zwei Jahren Beziehung seine Familie kennenlernen und freut sich auf ein paar entspannte Wochen mit dem Mann, den sie heiraten möchte. Doch Nick hat Rachel nicht vollständig über seine Familie aufgeklärt, denn Nicks Familie ist unglaublich reich. Plötzlich findet sie sich zwischen Privatjets, Haute Couture und einer Welt voller Schein wieder. Doch nicht jede:r meint es gut mit den beiden, weswegen sie sich die Frage stellt: hat ihre Beziehung unter diesen Umständen überhaupt eine Chance?

Die grobe Handlung war mir schon durch den Film bekannt, obwohl es hier natürlich auch Abweichungen gibt. Zugegeben, der Einstieg wurde deutlich erleichtert, wenn man den Film gesehen hat, da man da bereits die Charaktere verinnerlicht hatte und nicht völlig von den ganzen Familiennamen erschlagen wird. (denn davon gibt es einige) Nutzt auf alle Fälle die abgedruckten Stammbäume am Anfang, denn zu diesen musste selbst ich teilweise zurückblättern. Die Geschichte wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt, so kommt zu den Haupterzählperspektiven von Rachel, Nick, Eleanor und Astrid noch ab und an die Sicht von Eddie, Peik Lin und einigen weiteren hinzu. Das mag am Anfang zwar den Einstieg erschweren, aber man gewöhnt sich dran! Für mich wurde die Geschichte zum Ende hin nur besser und ich hatte wirklich viele unterhaltsame Lesestunden, die jedoch auch einige ernste Themen beinhalteten.

Die Charaktere: hier war ich sehr gespannt auf die Umsetzung. Astrid und Peik Lin waren zusammen mit Oliver meine Favoriten aus dem Film. Auch hier mochte ich die drei am meisten, auch wenn mir der ikonische Satz von Astrid aus dem Film gefehlt hat. Rachel hat mir auch im Buch sehr gut gefallen, sie steht für sich ein und lässt sich nicht alles gefallen. Auch Nick war plötzlich etwas greifbarer für mich. Im Film empfand ich ihn als zu glattgebügelt und blass - hier hat er jedoch deutlich mehr Gefühle gezeigt. Bernard und Eddie sind mir zwar immer noch nicht sympathisch, aber das war auch durchaus so beabsichtigt.

Ebenso verfügt das Buch über mehrere Fußnoten. Das war sehr informativ und hat besonders über Worte aufgeklärt, die in Malaiisch geschrieben wurden. Da ich selber Indonesisch spreche und diese beiden Sprachen sehr nah beieinander liegen waren mir die meisten Wörter und verschiedenen Gerichte bereits bekannt, empfand jedoch das Einführen der Fußnoten sehr wichtig.

Insgesamt hat mir das Buch wirklich gefallen. Teilweise wurde mein Lesefluss durch lange Beschreibungen von verschiedenen Kleidungsstücken oder Locations ausgebremst, gleichzeitig hat es aber zur Atmosphäre gepasst. Schließlich spricht dieses Buch über die High Society und da gehören diese Luxusgüter nun einmal dazu. Von mir gibt es 4/5 Sternen. Band zwei und drei stehen schon griffbereit im Schrank!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.06.2021

Today is going to be a good day, and here's why...

Dear Evan Hansen
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Anmerkung: ich habe dieses Buch auf Englisch gelesen.

Ich danke dem Buch "What if it's us", dass es mir das Universum dieses Musicals vorgestellt hat. Natürlich bin ich zuvor schon über das "Dear Evan ...

Anmerkung: ich habe dieses Buch auf Englisch gelesen.

Ich danke dem Buch "What if it's us", dass es mir das Universum dieses Musicals vorgestellt hat. Natürlich bin ich zuvor schon über das "Dear Evan Hansen" gestolpert, jedoch hatte ich mich nie dazu durchgewrungen auch die Musik zu hören. Nachdem aber im oben genannten Buch ständig über die Lieder gesprochen wurde auch ich neugierig und was soll ich sagen: ich bin dem gesamten Soundtrack verfallen. Nun war ich gespannt auf die Buchform des Musicals, da vor ein paar Wochen der Trailer zum Film veröffentlicht wurde. (TW: Angststörungen, Depressionen, Suizid)

Das Cover: es hat die typischen Farben, mit welchen das Musical beworben wurde. Es ist in meinen Augen nichts Besonderes, jedoch spielt der abgebildete Baum eine wichtige Rolle in der Geschichte, weswegen ich das Motiv gelungen finde. Es ist nett, aber hätte mich nicht nach dem Buch greifen lassen.

Die Handlung: Evan Hansen ist unsichtbar. Zumindest an seiner Schule, da er Probleme hat Anschluss zu finden. Als jedoch einer seiner selbstgeschriebenen Briefe für seine Therapiesitzung in einem ungünstigen Moment in die falschen Hände gerät, bekommt er plötzlich die Chance, auf die er bereits seit Jahren wartet: einfach nur dazuzugehören.

Ich habe angefangen die Musik zu hören, ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben, um was sich dieses Musical überhaupt dreht. Nach und nach sickerten kleine Fetzen zu mir durch und mir wurde klar, dass doch einige schwere Themen behandelt werden. Evan bricht sich am Anfang der Geschichte den Arm, die einzige Person, die auf seinem Gips unterschrieben hat, ist Connor. Ein paar Tage später hat sich Connor das Leben genommen und durch einen ungünstigen Zufall denken alle, dass Evan Connors einziger Freund war, weswegen plötzlich die gesamte Aufmerksamkeit der Schule auf ihm lastet. Er verstrickt sich immer mehr in einem Netz aus Lügen, welches so fest gestrickt wurde, dass selbst ich teilweise einen Knoten im Magen bekam, da ich ständig nur an die herannahende Eskalation denken konnte, sollte die Wahrheit ans Licht kommen.

Die Charaktere: Evan ist ein facettenreicher Protagonist. Bereits am Anfang bekommt man einen Einblick in seine Angststörungen, die sich zwar nur in bestimmten Momenten äußern, aber trotzdem realistisch und pur vermittelt wurde. Am Ende der Geschichte hatte ich das Gefühl, ihn besser kennengelernt zu haben, was bei vielen Geschichten nicht der Fall ist. Ich habe mit ihm gelitten, gebangt und hätte ihn sehr oft einfach nur geschüttelt. Nebencharaktere wie Zoe, Alana und Jared waren ebenfalls wichtig für die Geschichte, jedoch wirkten sie teilweise etwas blass auf mich. Wo Evan den Lesenden bis ins kleinste Detail nähergebracht wurde, wurde bei den Nebencharakteren gespart - was ich sehr schade fand, denn diese hatten durchaus Potenzial.

"Dear Evan Hansen" lässt sich wirklich flüssig lesen, jedoch haben mir am Anfang gewisse Haltepunkte gefehlt, um an der Geschichte dranzubleiben. Doch im Laufe der Geschichte tauchten diese vermehrt auf, weswegen ich es am Ende kaum noch aus der Hand legen konnte. Zwar muss ich gestehen, dass ich mir am Ende gerne eine noch kritischere Auseinandersetzung mit Evans Handlungen gewünscht hätte, aber ansonsten konnte es mich - besonders am Schluss - berühren.

Letztendlich muss ich gestehen, dass mir die Musik jedoch mehr im Gedächtnis bleiben wird als das niedergeschriebene Musical. Tatsächlich könnte ich mir auch vorstellen, dass der bevorstehende Film mich noch mehr mitfühlen lassen wird. Das Buch fühlte sich teilweise etwas passiv an. Ich bin froh es gelesen zu haben, aber meine Erwartungen wurden nicht ganz erfüllt, weswegen ich hier 3,5/ 5 Sternen vergebe. Hört Euch unbedingt mal in den Soundtrack rein!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere