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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

RAD 1. Generation

RAD - 1. Generation
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Ein Buch über den Anfang der RAD, einer terroristischen Gruppe Deutschlands. Hier wird von der Gründung im Jahre 1967 bis zur Inhaftierung der Gründungsmitglieder 1974 berichtet. Das Buch erzählt detailgetreu ...

Ein Buch über den Anfang der RAD, einer terroristischen Gruppe Deutschlands. Hier wird von der Gründung im Jahre 1967 bis zur Inhaftierung der Gründungsmitglieder 1974 berichtet. Das Buch erzählt detailgetreu die Machenschaften der RAD. Die Attentate, Kaufhausbrände, Diebstähle und Bombenherstellung in den Städten Berlin, Frankfurt, München, Augsburg. Diese jungen Menschen taten sich zusammen, um gegen die Ungerechtigkeit, den Vietnamkrieg und dem Kapitalismus zu kämpfen. Die Namen der Mitwirkenden wurden zwar verändert, wer sich aber in der Geschichte auskennt, wird wissen, wer damit gemeint ist. Als fiktive Person wird der Staatsschützer Grass eingebaut. Er ermittelt Undercover, schreckt selbst aber vor Alkohol, Drogen und Prostitution nicht zurück. Geschickt wird seine Geschichte mit dem der RAD-Mitglieder vermischt. Wer schon etwas älter ist und sich an diese Zeit noch erinnern kann, für den ist es eine Rückschau wie in einem Geschichtsbuch- Für die jüngeren Leser ist es eine neue Erfahrung. Der Autor hat sich auch datummäßig an die Vorfälle gehalten. Dies ist keine leichte Kost für Zwischendurch, sondern hier wird eine politische Situation akribisch wiedergegeben. Der Leser selbst wird hier wieder an Attentate und Zeitungsberichte erinnert, die er schon längst vergessen gehabt hat. Stefan Schweizer hat in romanartíger Weise Geschichte der Neuzeit geschrieben. Ein Buch, das ich auf alle Fälle weiteremfehlen werde.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Die Geheimnisse der Küche des mittleren Westens

Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens
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Schon alleine des wunderbaren Covers und dem Buchtitel ist man gezwungen, dieses Buch in die Hand zu nehmen. Die Mitte des Buches ist ein Kanu mit zwei jungen Leuten, unten links ein Hirsch und Drumherum ...

Schon alleine des wunderbaren Covers und dem Buchtitel ist man gezwungen, dieses Buch in die Hand zu nehmen. Die Mitte des Buches ist ein Kanu mit zwei jungen Leuten, unten links ein Hirsch und Drumherum eine Girlande aus Paprika und Tomaten. Wenn man dann das Buch ausgelesen hat, weiß man, dass der Bucheinband auf die Geschichte selbst zugeschnitten ist. Hier hat J. Rayan Stradal eine kulinarische Familiengeschichte verfaßt, die den Leser berührt und die tief unter die Haut geht. Das Buch ist in 8 Kapitel unterteilt. In jeder dieser Geschichte lernt man neue Personen kennen, die aber wiederum alle etwas miteinander zu tun haben. Hauptperson in diesem Buch ist Eva Thorwald. Ihre Mutter verließt sie, als sie drei Monate alt war und brannte mit einem Sommelier durch. Ihr Vater, ein Koch mit Leib und Seele, starb ein paar Monate später. So wuchs Eva bei Tante und Onkel auf, die sich finanziell so gerade über Wasser halten konnten. Eva züchtete bereits als 11jährige Chilis in ihrem Kleiderschrank und erwarb sich damit die Fähigkeit, Schärfe zu ertragen. Durch einen Freund kam sie an ein Praktikum in einem First-Class-Restaurant und damit begann praktisch ihre Karriere, die so weit gedieh, dass Plätze in denen von ihr veranstalteten Kochevents über Jahre vorher zu einem horrenten Preis gebucht werden mußten. In dem Buch befinden sich einige interessanten Kochrezepte. Der Autor versteht es auf wunderbare Weise, den Leser an dem Leben und Schaffen von Eva teilhaben zu lassen. Auch die Personen, die in dem Buch eine Nebenrolle spielen, passen hervorragend in die Geschehnisse mit ein. Irgendwie wird uns so nebenbei das tägliche Leben im mittleren Westen Amerikas aufgezeigt. Ich war von dem Buch total begeistert und konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Kapitel sind derart interessant dargestellt, oft meinte ich, mittendrin unter den Darstellern zu sein. Ein Buch, das auf meiner Favoritenliste Eingang gefunden hat.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Wer Korn klaut muss gehen

Wer Korn klaut muss gehen
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Mit diesem Buch hat Heinrich Maurer eine Hommage an das bäuerliche Leben gestellt. Der Einband ist auf alt gemacht, man meint fast, man hält ein Buch aus den 30iger Jahren in den Händen. Ohne etwas zu ...

Mit diesem Buch hat Heinrich Maurer eine Hommage an das bäuerliche Leben gestellt. Der Einband ist auf alt gemacht, man meint fast, man hält ein Buch aus den 30iger Jahren in den Händen. Ohne etwas zu beschönigen wird hier die Geschichte der Bauernfamilie Dachser in der Zeit zwischen 1890 und 1960 erzählt. Über fast drei Generationen hinweg lernen wir das Leben auf dem Martinshof kennen. Zu Beginn lernen wir Wilhelm Dachser können, trinkfreudig, ohne viel Gefühl. Ziemlich spät heiratet er Karoline und bekommt mit ihr 4 Kinder. Durch Fleiß und Sparsamkeit gewinnt der Hof ansehen. Der Hoferbe Michel ist ein schwaches Kind, er liest und malt gerne. Liebend gerne wäre er Lehrer geworden. Als dann aber im Krieg sein Bruder fällt, muß er als Bauer ranhalten, Zu der damaligen Zeit waren noch Knechte und Mägde auf den Hof. Auch er heiratet ziemlich spät eine fleißige und zupackende Frau. Der 2. Weltkrieg kommt und mit ihm die Kriegsgefangenen, die auf dem Hof mitarbeiten müssen. Der Hof floriert. Doch dann verpaßt Michel die neue Zeit. Der Hof íst nicht mehr das Ausstellungsstück des Dorfes. Und letztendlich übernimmt eine seiner Töchter das Anwesen. Hier wird über 70 Jahre lang deutsche Geschichte geschrieben, wie man sie in keinem Geschichtsbuch lesen kann, Wir erleben die Höhen und Tiefen der einzelnen Familien, dem Zwist und die Streitigkeiten und wir erfahren auch, wie langsam die Technik und die Modernisierung in die Landwirtschaft eingreift. In emotionsgeladener Form wird hier berichtet, der Leser leidet mit und freut sich mit. Heinrich Maurer versteht es, den Leser in seinen Bann zu ziehen, wie auch schon bei seinen anderen Büchern. Seine Darstellungen sind so lebensnah, dass man meint, mit der Familie Dachser am Tisch zu sitzen. Gerade den jüngeren Lesern, die diese Zeit damals nicht mitgemacht haben, wird klar, was unsere Vorfahren alles geleistet haben. Wer mit dem Buch begonnen hat, wird es ungern aus der Hand legen, ohne wissen zu wollen, wie das Ende ist. Dieses Buch hat mir persönlich meinen Horizont bezüglich Landwirtschaft und Geschichte um einiges erweitert. Ich kann dieses Buch mit gutem gewissen weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Das große Conni-Buch zum Lesenlernen

Das große Conni-Buch zum Lesenlernen
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Und nochmals ein Buch für die Erstleser. Hier handelt es sich um Conni, die bereits viele Kinder kennen. Die ersten beiden Geschichten handeln sich um Pferde. Ganz reizend finde ich, dass einige Worte ...

Und nochmals ein Buch für die Erstleser. Hier handelt es sich um Conni, die bereits viele Kinder kennen. Die ersten beiden Geschichten handeln sich um Pferde. Ganz reizend finde ich, dass einige Worte im Text durch Zeichnungen ersetzt werden. Außerdem ist das Buch mit schönen Zeichnungen versehen und es gibt darin auch wieder einige Rätsel zu lösen. Für pferdebegeisterte Kinder bestimmt ein Highlight. Die dritte Geschichten handelt von einer Safari in den heimatlichen Wäldern, die Conni mit ihren Großeltern unternimmt. Hier können Kinder besonders einiges über Tiere und Pflanzen lernen. Am Ende des Buches sind die Lösungen zu den Rätseln enthalten. Besonders die Sachinfos sind kindgerecht erklärt. Ein Buch, das auch lesefaule Kinder begeistern wird.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Interview mit einem Mörder

Interview mit einem Mörder
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Dieser Krimi von Bernhard Aichner ist ein ganz besonderes Lesevergnügen ich möchte behaupten, ein ganz anders geschriebener Kriminalroman. In kurzen, prägnanten Sätzen, die den Leser minimalistisch vorkommen, ...

Dieser Krimi von Bernhard Aichner ist ein ganz besonderes Lesevergnügen ich möchte behaupten, ein ganz anders geschriebener Kriminalroman. In kurzen, prägnanten Sätzen, die den Leser minimalistisch vorkommen, schildert er hier mit besonderen Worten treffend das vorliegende Geschehen. Er braucht keine Floskeln, keine Ausschmückungen. Hier wird alles so verstanden, wie es der Auto meint. Das Cover mit der Axt sticht durch seine Schlichthheit und Einfachheit direkt ins Auge. Erzählt wird hier eine Geschichte, die ihren Beginn in einem kleinen Dorf in Österreich hat. Max der Totengräber, den so manche als Faulenzer und Trinkre bezeichnen und Baroni, ein Ex-Fußballstar und nun Bankrotteur, sind die besten Freunde und verbringen viele Stunden damit, zusammen zu trinken und sich die Welt in den schönsten Farben auszumalen. Doch dann will Baroni nochmals durchstarten und übernimmt einen Würststand, der der verstorbenen Freund von Max gehörte. Den Tag der Eröffnung verschläft Max fast, da er am Abend zuvor mit dem Dorfpfarrer gekifft hat. Doch während die Blasmusik spielt, wird Baroni angeschossen und fällt in Koma. Nur Max hat einen Mann gesehen, der geschossen hat. Alle halten das aber nur für Spinnerei. Doch tags darauf sieht Max den Mann. Ein älterer Herr, Tourist aus Deutschland. Und von da an heftet sich Max an die Fersen dieses Mannes, fährt mit ihm im Zug nach Genua, besteigt dann mit ihm ein Kreuzfahrtschiff mit dem einen Gedanken, seinen Freund zu rächen, denn Baroni liegt noch immer in Koma. Während dieser Reise geschehen ein paar weitere Morde. Max und Herr Fink (der ältere Herr) liefern sich ein Duell. Langsam aber sicher erfährt Max einzelne Details aus Finks Leben und zieht so seine Schlüsse. Und dann beginnt der Wettlauf um Baronis Leben. Aber auch die Liebe wird in dieser Geschichte nicht zu kúrz kommen. Aichner besticht durch seine trockenen Dialoge, die teilweise realistisch sind, teilweise sich in der Gedankenwelt von Max abspielen. Ein Desserstück unter den Krimis-