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Veröffentlicht am 11.09.2021

Gut und Böse

Junge mit schwarzem Hahn
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Es ist eine schlimme Zeit, in die Martin hineingeboren wurde, Pest, Krieg und Hunger beherrschen das Land. Seit seiner Kindheit muss sich der mittlerweile 11jährige Martin allein durch das Leben schlagen; ...

Es ist eine schlimme Zeit, in die Martin hineingeboren wurde, Pest, Krieg und Hunger beherrschen das Land. Seit seiner Kindheit muss sich der mittlerweile 11jährige Martin allein durch das Leben schlagen; denn sein Vater hat in Verzweiflung seine Familie und sich selbst getötet, nur Martin und ein schwarzer Hahn sind am Leben geblieben. Seither sind Junge und Hahn unzertrennlich, suchen gemeinsam ihr Auskommen in einem kleinen Dorf, bis Martin eines Tages beschließt, mit einem Wandermaler zu ziehen. Eine abenteuerliche Reise voller Gefahren und Prüfungen beginnt ...
Der märchenhaft anmutende Roman Stefanie vor Schultes steckt voller Bilder und Gleichnisse. Ihr Schreibstil erscheint auf den ersten Blick schlicht und etwas naiv (wie bei einem Märchen); er passt sich damit der Epoche an, in die sie ihre Erzählung verlegt, und den Menschen, die sie schildert. Doch bei aller Knappheit gibt sie zwischen den Zeilen sehr viel preis; ihre unterschwellige Kritik an Mitmenschen und sozialen Gegebenheiten kommt mitunter recht sarkastisch daher. Dabei sind die Probleme, gegen die Martin zu kämpfen hat, nicht auf eine bestimmte Zeit beschränkt. Krieg, Unterdrückung, Krankheit, Armut, sowie Dummheit, Gier und Neid werden wohl nie auszurotten sein, solange es Menschen gibt. Da erscheint der nachdenkliche Martin, der gegen schlechte Eigenschaften immun zu sein scheint, als etwas Besonderes, die Personifizierung des Guten. Ob er das Böse besiegen kann?

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Veröffentlicht am 27.08.2021

Intensive Reise ins Spätmittelalter

Karl IV.
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Mehr als vierhundert Jahre lang behielt die Goldene Bulle (1356) als verfassungsgebendes Dokument des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ihre Gültigkeit. Der Urheber dieser bedeutenden Urkunde ...

Mehr als vierhundert Jahre lang behielt die Goldene Bulle (1356) als verfassungsgebendes Dokument des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ihre Gültigkeit. Der Urheber dieser bedeutenden Urkunde ist Karl IV., König von Böhmen, römisch-deutscher König und schließlich auch Kaiser des römisch-deutschen Reiches. Mit politischem Geschick regierte er ein Reich, das sich aus vielen unterschiedlichen Völkern und Kulturen zusammensetzte, und sorgte für Stabilität und Frieden in einer unruhigen Zeit.
Der französische Historiker Pierre Monnet schildert in seinem Buch nicht nur die Regierungsarbeit und den Lebensweg des Kaisers. Unter Einbeziehung der "Vita", einem von Karl selbst verfassten biografischen Text, beleuchtet Monnet diverse Facetten seines Wesens. Ausführlich und überaus genau recherchiert geht er auf die Themen ein, die den Kaiser einst wohl am meisten beherrscht haben: Erobern, Herrschen, Überdauern, und versucht am Schluss des Buches eine Antwort auf die Frage: Wer war Karl IV.? Warum ist der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation heute eigentlich in Prag so viel bekannter als im Westen Europas?
„Karl IV. - Der europäische Kaiser" ist ein sehr empfehlenswertes Buch für alle, die sich intensiv mit dem Spätmittelalter und Leben und Wirken Karls beschäftigen wollen.

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Veröffentlicht am 05.08.2021

"Und ob ich was Besseres bin!"

Über Menschen
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Brandenburg 2020: vor dem Hintergrund einer Pandemie erzählt Juli Zeh die Geschichte von Dora, die vor ihrem allzu korrekten Freund Robert aus Berlin auf das Dorf Bracken flieht. Es verschlägt sie ausgerechnet ...

Brandenburg 2020: vor dem Hintergrund einer Pandemie erzählt Juli Zeh die Geschichte von Dora, die vor ihrem allzu korrekten Freund Robert aus Berlin auf das Dorf Bracken flieht. Es verschlägt sie ausgerechnet in die Nachbarschaft des "Dorfnazis" Gote und seiner kleinen Tochter Franzi. Dora begegnet ihm zunächst ablehnend, die rechte Szene stößt sie ab. Doch erstaunt lernt sie nach und nach andere Seiten an Gote kennen: Hilfbereitschaft, Vaterliebe, die Sorge für andere.
Corona bleibt tatsächlich stets im Hintergrund; es zeigt sich jedoch, dass und wie sehr die Pandemie andere bereits lange vorhandene Probleme verstärkt oder relativiert. Die Autorin verknüpft äußerst geschickt zahlreiche Themen wie soziale Ungerechtigkeiten, wirtschaftliche und Umweltfragen oder Stadt-Land-Konflikte mit Corona und den Maßnahmen der zuständigen Behörden. Ihr lockerer, leichter Schreibstil nimmt den Leser mühelos mit, wenn sie aus Doras Sicht das Lebengefühl der Dorfbewohner beschreibt. Und auch Doras Sinneswandel wird glaubhaft geschildert: Gote bekehrt sie nicht zu seinen Überzeugungen; doch sie kommt zu der Erkenntnis, dass ein Mensch viele unterschiedliche Facetten haben kann, gute Seiten sowie negative. Die Überzeugung, besser zu sein als andere, ist „… die Mutter aller Probleme … Ein Langzeitgift, das die ganze Menschheit von innen zerfrisst."

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Veröffentlicht am 30.07.2021

Lebendige Geschichte

Revolution der Träume
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Aus Teenagern sind selbstbewusste Erwachsene geworden - in Andreas Izquierdos neuem Roman entwachsen die Freunde Carl, Isi und Artur den „Schatten der Welt" (1. Teil, erschienen 2020). Sie alle haben ...

Aus Teenagern sind selbstbewusste Erwachsene geworden - in Andreas Izquierdos neuem Roman entwachsen die Freunde Carl, Isi und Artur den „Schatten der Welt" (1. Teil, erschienen 2020). Sie alle haben im Ersten Weltkrieg viel Schlimmes er- und überlebt und arbeiten jeder auf seine Art hoffnungsvoll auf einen Neubeginn nach dem Sturz des Kaiserreiches hin. Artur hat sich bereits in Berlin eingerichtet, als die umtriebige Isi ihn und auch Carl wiederfindet, der hier seine beruflichen Träume als Kameramann in die Tat umsetzen möchte. Doch den „Schatten“ entkommen sie nicht ganz; die Nachkriegszeit ist geprägt von politischen Umstürzen, Arbeitslosigkeit und viel Elend. Und auch ihr alter Feind Falk Boysen tritt wieder in Erscheinung...
Hautnah und intensiv kann der Leser in Izquierdos Roman ein Kapitel deutscher Geschichte nachvollziehen. Der Autor schafft es mit seinem Schreibstil und der detaillierten Recherchearbeit wunderbar, den Leser in eine unsichere, wirre Zeit zu versetzen und politische, wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge auf anschauliche Weise (mit)erlebbar zu machen. Nicht zuletzt ist es die gekonnte Vermischung historisch realer Personen mit den fiktiven Charakteren, die sehr eindrucksvoll ein atmosphärisches Bild vom Nachkriegs-Berlin und der desolaten Situation der beginnenden 20er Jahre zeichnen.
Ob das Trio Artur, Isi und Carl sich in dieser schwierigen Zeit durchsetzen kann?
Wie sein Vorgängerroman ist auch „Revolution der Träume“ ein spannendes, auf jeden Fall empfehlenswertes Buch!

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Veröffentlicht am 25.07.2021

Erster Teil der Trilogie

Die Legende von Frostherz 1. Die Reise beginnt
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Musik und Singen - was für Kinder eigentlich ganz normal ist, unterliegt in Ashs Welt strengen Gesetzen und zieht schlimme Strafen nach sich. Der junge Ash hat es schwer bei dem Volk der Feura. Seine ...

Musik und Singen - was für Kinder eigentlich ganz normal ist, unterliegt in Ashs Welt strengen Gesetzen und zieht schlimme Strafen nach sich. Der junge Ash hat es schwer bei dem Volk der Feura. Seine leiblichen Eltern sind verschwunden und haben ihm als Erinnerung nur ein Lied hinterlassen, das er jedoch nur heimlich singen kann; denn "Klangweber" sind unbeliebt und gefürchtet. In der Obhut des Yeti Tobu soll Ash lernen, ein umsichtiger Jäger zu werden. Die frostige, schneebedeckte Umwelt birgt zahlreiche Gefahren, denen die Menschen täglich ausgesetzt sind: die riesigen Leviathane jagen und verschlingen sie. Eines Tages jedoch bricht Ash, der den Gesang der Ungeheuer verstehen kann, das Gesetz von Feura, um ein Pionierschiff zu retten…
Es ist eine phantastische Idee, die Jamie Littler für Kinder ab neun Jahren in eine Geschichte verpackt: eine rauhe, lebensfeindliche Welt, in der Menschen um ihr Überleben kämpfen müssen. Spannung, vermischt mit etwas Grusel und viel Humor sind sein Rezept. Wir begegnen skurrilen Charakteren und begleiten den Jungen Ash auf einer höchst abenteuerlichen Reise, während der er lernen muss, dass nicht alles so ist, wie es zunächst scheint. Wem kann er vertrauen und auf wen darf er sich verlassen?
Zahlreiche schwarz-weiße Illustrationen des Autors im Comic-Stil begleiten den Text und geben den Buchfiguren zusätzlich Ausdruck, ohne aber den Raum für eigene Vorstellungen zu nehmen.
Gespannt warten wir auf die zweite und dritte Folge: Wie wird es Ash und seinen Freunden wohl weiter ergehen?

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