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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2020

Inspirierende Reihe

Hannah Arendt
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Die Buchreihe Little People, Big Dreams gehört zu meinen liebsten Reihen für kleine Leser. Die bunten Seiten mit liebevollen Illustrationen widmen sich wie immer einer Person der Geschichte, die Courage ...

Die Buchreihe Little People, Big Dreams gehört zu meinen liebsten Reihen für kleine Leser. Die bunten Seiten mit liebevollen Illustrationen widmen sich wie immer einer Person der Geschichte, die Courage und Ehrgeiz besitzt, ihrem Traum nachzugehen.

In diesem Fall wird über das Leben der Hannah Arendt erzählt. Die Texte sind kurz und überschaubar, kindgerecht geschrieben und die dazu abgebildeten Zeichnungen sind wirklich wundervoll. Es wird sich auf das Wesentliche konzentriert und man bekommt in wenigen Seiten einen guten Eindruck über Hannah und ihr Leben. Den Zeitstrahl auf der letzten Seite mit einer ausführlicheren Zusammenfassung und was man zusätzlich noch über die Philosophin lernen kann finde ich sehr gelungen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.02.2020

viele Gefühle und Veränderungen

Rikka
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Ich war positiv überrascht, wie einfühlsam die Geschichte geschrieben ist. Es ist kindgerecht und hat trotzdem so einiges an Gefühlswelten zu bieten. Sei es die Frustration über das Missverständnis das ...

Ich war positiv überrascht, wie einfühlsam die Geschichte geschrieben ist. Es ist kindgerecht und hat trotzdem so einiges an Gefühlswelten zu bieten. Sei es die Frustration über das Missverständnis das zwischen ihr und Lise besteht, als diese sie bittet sie mit ihrem Schwarm zu verkuppeln, oder das Vermissen ihres Vaters, der geschieden von Rikkas Mutter lebt und ebenfalls eine neue Familie hat. Das Buch zeigt auf sanfte Weise die Schwierigkeiten die Rikka mit dem Patchworkverhältnis hat, aber weist auch auf die daraus positiven Entwicklungen hin. Rikkas erstes Mal Verliebtsein wurde wundervoll dargestellt. Die Nervosität, das Kribbeln das sie plötzlich verspürt und das unkontrollierte Lächeln das ihren Lippen entkommt, wenn sie an Johnny denkt oder ihn sieht. Rikka ist ein wirklich großartiges Mädchen, so lieb und mutig. Die Autorin hat viele kleine Geschichten und Momente in das Buch hineingebracht, die in den einzelnen Kapiteln in einer angenehmen Länge wiedergegeben wurden. Ein wirklich warmes und schönes Buch für junge Mädchen über Freundschaft, Familie und das Verliebtsein.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.02.2020

reich an schmerzlichen Wahrheiten und Tiefe

Was wir sind
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"Sie haben noch Zeit zu werden, wer sie einmal sein wollen."

Zu Beginn ein wenig abgetan von der stoischen Sprache wirkte dieses Buch eher blass, doch es ist auf simple Weise bewegend und elegant. Es ...

"Sie haben noch Zeit zu werden, wer sie einmal sein wollen."

Zu Beginn ein wenig abgetan von der stoischen Sprache wirkte dieses Buch eher blass, doch es ist auf simple Weise bewegend und elegant. Es ist verheerend echt, denn die Autorin stellt auf subtile Weise Fragen, die zwischen den Zeilen verwoben sind, und welche mit auffälliger Prosa überraschen. Das Buch bewegt sich in der Zeit vor und zurück und gewährt einen Einblick in das Leben der drei Frauen über die Jahre. Es bringt glückliche aber auch dunkle Momente der Charaktere, Momente der Unbeschwertheit von ihren späten Zwanzigern die nie zu enden schienen.

Gebildet und im Klaren mit ihren Wünschen für die Zukunft, hoffen sie, dass ihre Erwartungen sich zur passenden Zeit im Leben erfüllen. Die Realität sieht aber ganz anders aus. Der soziale Druck und die Erwartungen an Frauen kommt ihnen entgegen und die drei Freundinnen sehen sich Problemen der Mutterschaft, Fruchtbarkeit und des ausstehenden Erfolges gegenüber. Sie beginnen sich verloren zu fühlen, distanziert von allem was sie mal waren und werden wollten. Es ist eher eine Enttäuschung als Unzufriedenheit, die die Frauen empfinden. Ziele die sie versucht haben zu verfolgen haben sie an einen Ort des Verlorenseins geführt.

Anna Hope hat die Erfahrungen von Frauen zusammengefasst, von denen erwartet wird alles im Griff zu haben und dieses Gewicht der Erwartungen hat jede der Protagonistinnen spüren lassen, gescheitert zu sein und versagt zu haben. Trotz den Vorteilen und Privilegien denen diesen Frauen offen stehen, - ein großzügiges Haus, Arbeit, Kinder und die Möglichkeit zur Medizin und künstlichen Befruchtung - und Luxus für das die Frauen der Vergangenheit gekämpft haben, besteht ein Irrtum im modernen Feminismus, nämlich dass es falsch sei, angesicht der Gelegenheiten und Optionen die einem nun offen sind zu scheitern.

Etwas was mich sehr beeindruckt hat war, dass die Charaktere so offen und ehrlich zu sich selber waren, doch zugleich einem so unsympathisch und widersprüchlich gegenüber traten. Die Intensität in der man als Leser eingetaucht wird und versucht die Entscheidungen der Figuren zu verstehen und zu fühlen ist wirklich immens. Hope erforscht die emotionalen Reaktionen ihrer Protagonistinnen mit einer absoluten Wahrheit und Tiefe, dass diese Frauen einem bekannt sein könnten. Frauen, die vertraute Gedanken offenbaren und Gefühle hervorrufen, die zu oft ignoriert wurden. Ich mochte wie echt sich die Freundschaften anfühlten. Keine Beziehung bleibt für immer gleich und erst Recht nicht nach so vielen Jahren, wenn das Leben uns mit Ereignissen überrascht, trotz der genauen Planung wie die Zukunft aussehen soll.

Ein Buch mit Geschichten die Veränderungen porträtieren, welche beängstigend doch unvermeidbar sind. Freundschaften die unangenehm sind doch zugleich nachvollziehbar. Ein Roman der vorhersehbar scheint, doch gegen aller Erwartungen mit seiner realen Eleganz in den Bann zieht und über verlorene Chancen und Ängsten spricht, auf eine Art in der man sich wiederfindet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.11.2019

ein Schuss in den Ofen

Der Manndecker
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Fußball interessiert mich eher wenig, doch da die Geschichte hier bei mir ums Eck handelt und ich die kleinen Orte die erwähnt wurden ebenfalls kenne, weckte es wiederum meine Neugierde. Außerdem war ich ...

Fußball interessiert mich eher wenig, doch da die Geschichte hier bei mir ums Eck handelt und ich die kleinen Orte die erwähnt wurden ebenfalls kenne, weckte es wiederum meine Neugierde. Außerdem war ich gespannt darauf, wie Achim die Wendung in seinem Leben entgegentritt und sich wieder aufrappelt.

Das Buch las sich wie eine andauernde Midlifecrisis, aus die der Protagonist nicht rauszukommen scheint. Es fiel mir schwer Sympathie für ihn zu empfinden, denn irgendwie hat er es trotz guter Vorlage wieder und wieder vermasselt.

Am Schreibstil an sich gibt es nichts zu bemängeln. Lockerer, heiterer Ton, selbstironisch aber auch zynisch. Es gab ein paar Momente die mich schmunzeln ließen, doch richtig aufregend fand ich die Geschichte von und über Achim nicht. Seine Gedanken wirkten belanglos und es dauerte bis zum Schluss, dass man etwas von einer Veränderung sah.

Das Ende war natürlich erfreulich für ihn, wobei dies auch schon wieder zu glatt war, um das trostlose Leben von Achim abzurunden. Insgeheim war es langatmig, zu viel vom Gejammer und Versagersein und zu wenig Spannung, um dem Manndecker anfeuern zu können.

Veröffentlicht am 14.11.2019

zu verwirrend

Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle
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Endlich (nach fast drei Monaten) habe ich es auch geschafft dieses Buch zu beenden. Ich hatte einen ziemlich schwierigen Einstieg, denn es wurde unglaublich viel erzählt ohne dass man das Gefühl bekam, ...

Endlich (nach fast drei Monaten) habe ich es auch geschafft dieses Buch zu beenden. Ich hatte einen ziemlich schwierigen Einstieg, denn es wurde unglaublich viel erzählt ohne dass man das Gefühl bekam, mehr zu wissen. Es war langatmig, der Schreibstil nicht packend genug und generell sehr gefüllt mit verworrenen Informationen, die ich im Verlauf der Geschichte schon vergessen habe.

Die Prämisse und das mysteriöse Rätsel um Evelyn Hardcastle fand ich vom Konzept her unglaublich spannend, das Lesen hingegen war aber viel zu anstrengend, weshalb der Spaß schnell verflog.

Die Perspektivenwechsel und das Erwachen im Körper einer anderen Figur war zu Beginn noch nachvollziehbar, doch verwirrend wurde es immer, wenn der Protagonist zu einem Tag zuvor zurückkehrte und diesen weiterführte. Ich hatte das Gefühl ich hätte mir eine Excel-Tabelle für dieses Buch anlegen müssen, um jeden Tag und Körperwechsel zu dokumentieren, damit mir auch keine Hinweise verloren gingen. So viel Arbeit sollte eine Geschichte aber nicht sein, weshalb für mich das Buch rapide abwärts verlief. Mein Fokus war zu schnell verschwunden und ich musste mich regelrecht aufrappeln es weiterzulesen. Irgendwann waren mir die ganzen Figuren auch nicht mehr wichtig, ich wollte nur wissen wer der Mörder ist.

Nach diesem Schmöker war ich vom Ende dann doch ein wenig enttäuscht, einfach weil es das Durchhalten nicht wert war. Vorhersehbar war es nicht, aber umgehauen hat es mich auch nicht.