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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.09.2019

Unterm Strich zu traumhaft

Work Play Love
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Nathan arbeitet als Cartoon-Zeichner bei Sketch Republic und ist seit dem ersten Tag von Brooke hingerissen. Als sie dann endlich auf ihn aufmerksam wird und die beiden Zeit zusammen verbringen, verliebt ...

Nathan arbeitet als Cartoon-Zeichner bei Sketch Republic und ist seit dem ersten Tag von Brooke hingerissen. Als sie dann endlich auf ihn aufmerksam wird und die beiden Zeit zusammen verbringen, verliebt er sich immer mehr in sie, und sie will ihn in Liebesdingen verbessern ohne zu wissen, dass sie die Frau seines Herzens ist.

Der Schreibstil von Ruth Camplett ist sehr flüssig und leicht, sodass sich das Buch sehr gut lesen ließ. Die einzelnen Zitate vor jedem Kapitel waren sehr passend ausgewählt - obwohl ich die Quellen in der Regel nicht kannte. Da ich mich in der Cartoon- und Comic-Welt absolut nicht auskenne, konnte ich aus dem vermittelten Wissen und den Referenzen nichts ziehen, sondern mein Fokus lag auf Nathan, Brooke und ihrer Beziehung.

Nathan ist gerade zu Beginn des Buches sehr sympathisch, wird mit seinen Macken und Nerd-Allüren sehr treffend und bildreich dargestellt. Brooke konnte ich seit Beginn nicht so sehr greifen, was wohl auch daran lag, dass aus Nathans Sicht erzählt wird. Das hat mir gut gefallen und ist vor allem in diesem Genre eher selten zu finden.
Was die Handlung angeht, bin ich zwiegespalten. Einerseits ging es für mich viel zu langsam voran, ich hatte das Gefühl, dass sich viel wiederholt wird, gerade was Brookes tolle Figur, Nathans Unsicherheit und seine brennende Liebe für Brooke angeht. Andererseits ging plötzlich alles ganz flott, gepaart mit unrealistischen Entwicklungen: Plötzlich sieht Nathan gar nicht mehr wie ein Nerd aus, weil er einen Armani-Anzug und einen neuen Haarschnitt trägt. Eben noch völlig unerfahren, ist er nun eine wilde, talentierte Bestie im Bett. Überzeugen konnte mich das nicht, auch wenn das sicherlich zur erotischen Atmosphäre beitragen sollte.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass "Work. Play. Love" ein seichter Liebesroman mit vielen erotischen Szenen für zwischendurch war und mir nette Lesestunden beschert hat, mich die Story und die Figurenentwicklung jedoch nicht völlig überzeugen konnte.

Veröffentlicht am 02.09.2019

Spannend wie immer

Jagd auf die Bestie
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Da es sich bei "Jagd auf die Bestie" um den zehnten Fall der Robert Hunter und Carlos Garcia-Reihe handelt, verrate ich nicht allzu viel, um nicht zu spoilern.

Der schlimmste Serienmörder und Psychopath, ...

Da es sich bei "Jagd auf die Bestie" um den zehnten Fall der Robert Hunter und Carlos Garcia-Reihe handelt, verrate ich nicht allzu viel, um nicht zu spoilern.

Der schlimmste Serienmörder und Psychopath, den Robert Hunter gejagt hat, ist Lucien Folter. Nun ist es ihm gelungen auf bestialische Art aus der Sicherheitsverwahrung auszubrechen. Nicht nur Robert Hunter will ihn unbedingt fassen und seinem Morden endlich ein Ende setzen, sondern auch Lucien ist darauf erpicht, dass Hunter ihn jagt - selbstverständlich nach seinen Spielregeln.

Wie in den vorherigen Bänden auch, gelingt es Chris Carter bereits mit den ersten Seiten einen Spannungsbogen zu erschaffen, der stets steil ansteigt und in einem gigantischen Finale endet.
Anknüpfend an den letzten Fall entwickeln sich die Figuren, insbesondere Hunter selbst und sein Partner Garcia weiter, sodass sie mit jedem gelesenen Band immer mehr Tiefe erlangen und auch hier nicht vor persönlichen Herausforderungen scheuen dürfen.

Ein grandioser Thriller, der mit Spannung, packendem Schreibstil überzeugt und innerhalb kürzester Zeit durchgelesen ist!

Veröffentlicht am 02.09.2019

Recht vorhersehbar und wirr

ATME!
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Nile ist überglücklich, denn in Ben hat sie den idealen Partner gefunden. Als sie in einer kleinen Boutique ein Kleid für die geplante Hochzeit anprobiert, verschwindet Ben spurlos. Sie kann ihn telefonisch ...

Nile ist überglücklich, denn in Ben hat sie den idealen Partner gefunden. Als sie in einer kleinen Boutique ein Kleid für die geplante Hochzeit anprobiert, verschwindet Ben spurlos. Sie kann ihn telefonisch nicht erreichen und weiß sofort, dass etwas Schlimmes passiert sein muss. Aus lauter Verzweiflung wendet sie sich an Flo, Bens noch-Ehefrau: die einzige Person, die ihr helfen kann.

Judith Merchant pflegt in "Atme!" einen sehr abgehackten und gehetzten Schreibstil, der Niles Verzweiflung hervorragend vermittelt. Die Kapitel lassen sich schnell und recht flüssig lesen, sobald man sich an den Stil gewöhnt hat.
Mit Nile konnte ich bis zum Schluss nicht warm werden, da ihre Charaktereigenschaften oft gegensätzlich waren und mich ihre Grundhaltung genervt hat. Ihr Handeln war in den seltenen Fällen nachvollziehbar - sowohl auf persönlicher als auch auf inhaltlicher Ebene.

Leider wimmelt das Buch von Wiederholungen an Phrasen und Erinnerungen, an die Nile sich klammert.
In der Inhaltsangabe wird gesagt: "Judith Merchant inszeniert in diesem hochkarätigen Thriller ein so packendes wie raffiniertes psychologisches Vexierspiel voller doppelter Böden und verblüffender Wendungen". Dem kann ich mich leider nicht anschließen. Ich habe bereits nach wenigen Seiten geahnt, welchen Twist Judith Merchant im Sinn hat und die ganze Zeit gehofft, dass etwas Spannendes oder Unverhofftes, psychologisch Komplexes passiert, wurde jedoch enttäuscht, da das Buch für mich insgesamt sehr vorhersehbar war.
Auch das Ende konnte mich nicht vom Hocker reißen, sondern wirkte auf mich sehr wirr. Leider eine kleine Enttäuschung.

Veröffentlicht am 05.08.2019

Eindrückliches, starkes Debüt

Und dieses verdammte Leben geht einfach weiter
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Die besten Freunde Timon und Sunny haben ihr Abitur bestanden und wollen das in einem aufregenden Urlaub auf Mallorca in der Finca von Sunnys Eltern gebührend feiern. Kurz vor Barceola gabeln sie auf ...

Die besten Freunde Timon und Sunny haben ihr Abitur bestanden und wollen das in einem aufregenden Urlaub auf Mallorca in der Finca von Sunnys Eltern gebührend feiern. Kurz vor Barceola gabeln sie auf einer Raststätte den gleichaltrigen Jonas auf, der ziemlich mitgenommen und ungepflegt erscheint. Da Timon sehr darauf beharrt, Jonas mitzunehmen, kommt es zwischen ihm und Sunny zu Streitigkeiten. Doch je näher sie der Insel kommen, desto schneller wird beiden klar, dass Jonas ein gewaltiges Päckchen Last mit sich herumträgt und sie ihn nicht allein lassen mögen.

Was spritzig-sommerlich und locker beginnt, entwickelt sich zu einer tragischen Geschichte. Dass Jonas unter dem ungeklärten Verschwinden seiner Schwester leidet und sich die Schuld dafür gibt, wird sehr schnell klar. Vor allem die Tagebucheinträge nutzt Hansjörg Nessensohn, um den Leser in Jonas' Gefühlswelt mitzunehmen und dessen Leid und Trauer fühlen zu lassen.
Doch auch Timon und Sunny haben ihre Probleme, die auf ihren Schultern lasten und während des Mallorca-Aufenthalts immer präsenter werden.

Hansjörg Nessensohn bewältigt den Spagat zwischen dem Leid und der Tragik des einzelnen und den berührenden, wunderbaren Momente von Freundschaft und Liebe gekonnt. Der Erzählstil ist eindrucksvoll und emotional, wirkt, als halte der Autor eine Lupe auf das Geschehen und hält die Dialoge und Gefühle genau so fest.

"Und dieses verdammte Leben geht einfach weiter" ist ein Coming of Age Roman, in dem die Figuren eine enorme Entwicklung durchmachen, Grenzen aufzeigen, selbst überschreiten und unglaublich mutig werden. Der Tonus ist dabei sehr treffend!

Veröffentlicht am 05.08.2019

Spannung und spürbare Verzweiflung vom Feinsten

Dunkelsommer
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Es ist drei Jahre her, seit Lelle seine Tochter Lina an der Bushaltestelle abgesetzt und seither nie wieder gesehen hat. Jede Mittsommernacht fährt er diese Strecke ab, raucht zu viel und durchsucht abgelegene ...

Es ist drei Jahre her, seit Lelle seine Tochter Lina an der Bushaltestelle abgesetzt und seither nie wieder gesehen hat. Jede Mittsommernacht fährt er diese Strecke ab, raucht zu viel und durchsucht abgelegene Höfe, in der Hoffnung seine Tochter zu finden. Die Dorfbewohner haben anfänglich bei der Suche nach Lina geholfen, doch mittlerweile sucht nur noch er, teilweise unterstützt durch den Polizisten Hassan.

Parallel zu Lelles Suche nach Lina wird der Umzug der 17-jährigen Meja mit Mutter Silje nach Norrland beschrieben. Silje hangelt sich von Mann zu Mann, auf den sie sich verlassen und der ihr Leben finanzieren kann. Meja hat genug von all den Umzügen, der Tabletten- und Alkoholsucht ihrer Mutter und ist froh, als sie einen charmanten Jungen kennenlernt und sich Hals über Kopf verliebt.


Stina Jackson versteht es, Spannung aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Was Lelle und Meja zusammenführt, bleibt dem Leser lange Zeit vorenthalten. Dennoch steigert sich immer mehr das Gefühl, dass die beiden zusammenfinden werden und müssen.
Der knappe und doch düstere, bildgewandte Schreibstil lässt den Leser die Einsamkeit, die Dunkelheit der Wälder und die Verzweiflung spüren. Obwohl es nicht ständig neue Entwicklungen, keine spannenden polizeilichen Ermittlungen gibt, ist der Thriller spannungsgeladen. Mejas und Lelles Geschichten werden so eindringlich geschildert und gleichzeitig erwartet der Leser, dass Linas Verschwinden aufgeklärt wird.

Ein Debütroman, der Düsterheit und Verzweiflung spürbar macht, den Leser fesselt und durch Spannung überzeugt!