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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.12.2020

Luft nach oben

Hexenjäger
3

Der Schriftsteller Roger Koponen feiert einen Überraschungserfolg mit seiner Trilogie “Hexenjäger” und befindet sich auf einer Lesung. Da wird seine eigene Frau tot in unnatürlicher Position aufgefunden. ...

Der Schriftsteller Roger Koponen feiert einen Überraschungserfolg mit seiner Trilogie “Hexenjäger” und befindet sich auf einer Lesung. Da wird seine eigene Frau tot in unnatürlicher Position aufgefunden. Es folgen weitere tote Frauen in ebenfalls ungewöhnlichen Stellungen. Schnell wird dem ermittelnden Team mit Jessica Niemi klar, dass der/die Mörder die Morde aus dem Roman von Roger Koponen “Hexenjäger” nachstellt. Besonders erschreckend ist, dass die toten Frauen Jessica erschreckend ähnlich sehen. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Kann Jessica das Töten beenden?

Mit “Hexenjäger” hat der skandinavische Autor Max Seeck einen Thriller herausgebracht, der am 21.12.2020 im Verlag Lübbe erschienen ist. Das Cover hat mich gleich zugreifen lassen. Ein rotes Kreuz vor grauem Hintergrund. Den Namen des Autors in weißer Blockschrift geschrieben. Gefällt mir gut. Der Schreibstil von Max Streeck hat mir den Einstieg leicht gemacht.

Das Buch habe ich in 3 Abschnitten gelesen. Den ersten habe ich als sehr spannend empfunden. Schnell war mir klar, dass wir es hier nicht mit einem Mörder sondern zumindest mit mehreren Mördern oder gar einer Gruppe von Mördern zu tun haben. Der 2. Abschnitt hat ein wenig gelängelt und diente meiner Meinung nach eher dazu, mich mit Informationen zu versorgen, die für mein Verständnis notwendig sein sollten. Der 3. Abschnitt war dann wieder richtig spannend und endete mit einem Showdown. Ich habe mit einer anderen Auflösung gerechnet.

Leider hinterlässt dieses Ende bei mir einen schalen Beigeschmack. Ich bin ein Freund von Ermittlern, die ihre eigenen Ecken, Kanten und Probleme haben. Das macht sie menschlich. In diesem Fall nehmen nach meiner Meinung nach die persönlichen Probleme der Ermittlerin Jessica Niemi zu viel Raum in diesem Thriller ein und behindern sie massiv in ihrer Arbeit bei der Polizei. Der Thriller “Hexenjäger” von Max Seeck hatte Raum für mehr.

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Veröffentlicht am 08.12.2022

zu viel gewollt

Winterträume in den Fallbury Hills (Herzklopfen in Schottland)
1

Grace und ihre Freundinnen vereinbaren einen Pakt: Ein Jahr lang wollen sie auf Männer verzichten. Schließlich verfügen sie über ausreichend schlechte Erfahrungen. Doch dann kommt ausgerechnet in der romantischen ...

Grace und ihre Freundinnen vereinbaren einen Pakt: Ein Jahr lang wollen sie auf Männer verzichten. Schließlich verfügen sie über ausreichend schlechte Erfahrungen. Doch dann kommt ausgerechnet in der romantischen Vorweihnachtszeit der neue Arzt Noah in das Dorf geschneit und Grace verliebt sich Hals über Kopf in den sympathischen Mann. Alles ist gut, bis ein unschönes Ereignis alles in Frage stellt...
Den Roman Winterträume in den Fallbury Hills hat Hanna Holmgren gemeinsam mit dem Feuerwerke Verlag am 8.12.2022 herausgebracht. Das Cover ist passend zum Genre und zum Roman gestaltet und macht Lust auf ein paar erholsamen Lesestunden.
Von Hanna Holmgren habe ich schon einige Erzählungen gelesen. Bisher haben sie mich alle sehr gut unterhalten. Hervorzuheben sind ihre wunderbaren Beschreibungen der Landschaft und ihre lebendigen Protagonisten.
So bin ich auch in dieses Werk gestartet und es lief alles sehr gut. Beim Lesen habe ich mich entspannt und fühlte mich in Fallbury Hills pudelwohl. Grace und die Mädchen mochte ich gleich. In Noah hätte ich mich auch verliebt. Bis zu dem Zeitpunkt, wo das unschöne Ereignis Noah Steine in den Weg wirft. Meiner Meinung nach übertreibt die Autorin von dieser Stelle an. Sie führt einen neuen Protagonisten ein, der nicht mit guten Absichten kommt und schon einmal im Dorf gesehen wurde. Diese Geschichte um diesen Protagonisten ist mir persönlich zu überdreht. Hier mischt die Autorin eine Prise Krimi in ihren Wohlfühlroman und wird dem Genre Wohlfühlroman nicht mehr gerecht. Mir wäre eine schlichtere Geschichte sehr viel lieber gewesen, sie hätte sich eher an dem echten Leben orientiert. Leider habe ich hier meinen Lesespaß verloren und die letzten Seiten wurden dann ein wenig lang. Das finde ich sehr schade, denn ich bin mir sicher, dass die Autorin das besser kann.
Hanna Holmgren hat mit ihrer Erzählung zu viel gewollt. Diesen Genre Mix zwischen Wohlfühlroman und Kriminalfall möchte ich nicht weiterempfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.06.2022

Konstruiertes, überfrachtetes Genre-Mix

Das Geheimnis hinter den Dünen
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Die Zwillinge Ruby und Elisa führen ein eigenes Leben in der Stadt. Bis etwas passiert, das Elisas Leben völlig durcheinander wirft. Da kommt der 80. Geburtstag von Oma Gesa ganz recht. Die Zwillinge nutzen ...

Die Zwillinge Ruby und Elisa führen ein eigenes Leben in der Stadt. Bis etwas passiert, das Elisas Leben völlig durcheinander wirft. Da kommt der 80. Geburtstag von Oma Gesa ganz recht. Die Zwillinge nutzen die Gelegenheit und kehren zurück an den Ort, an dem sie nach dem Unfalltod ihrer Eltern aufgewachsen sind. Doch Oma Gesa benimmt sich sonderlich. Elisa darf nicht in ihr altes Zimmer. Es ist verschlossen. Und dann ist da noch dieser gut aussehende Connor. Was macht er auf der Gästeliste von Oma Gesa? Und was versteckt Oma Gesa?
Den Roman “Das Geheimnis hinter den Dünen” hat Brigitte Ploenes am 30. Juni 2022 gemeinsam mit dem Verlag FeuerWerke herausgebracht. Sein romantisches Cover bringt mich augenblicklich in Urlaubsstimmung.
Auf der Suche nach neuem Lesestoff bin ich über diese Erzählung von Brigitte Ploenes gestolpert und habe gleich zugegriffen. Ein paar entspannende Lesestunden mit 2 Zwillingen an der Nordsee, da kann kaum etwas schiefgehen. Zumindest habe ich das gedacht und habe angefangen zu lesen. Die Autorin startet ihre Geschichte mit einem Prolog, der mich neugierig auf die weitere Entwicklung von Ruby und Elisa macht. Doch dann kam es ganz anders. Dieser Roman bewegt sich in einem Genre-Mix zwischen Liebes-, Wohlfühlroman mit Krimispannung. Gerne lese ich Liebes- und Wohlfühlromane. Diese dürfen auch spannend sein. Leider hat mich diese Erzählung nicht überzeugt. Zu Beginn passiert etwas und Elisa verliert alles, was ihr Leben ausmacht. Der Einstieg ist gut, da hätte die Autorin eine schöne Geschichte mit der Heimkehr erzählen können. Leider hat sie ihre Figuren alle sehr konstruiert miteinander verknüpft und damit diesen vielversprechenden Strang nach meinem Ermessen überfrachtet. Ich hätte mir eine schlichte und saubere Auflösung gewünscht. Diese wäre dann realistischer gewesen. Die Haupt- und Nebenfiguren bleiben zumeist an der Oberfläche und wirken auf mich farblos und überzeichnet. So hat Oma Gesa 4 geschiedene Ehemänner und ein völlig vollgestopftes Haus. Die Zwillinge können sich in dem beschriebenen Raum kaum wohlfühlen. Sie hat die beiden Katzen nach den Mädchen getauft. Wie Brigitte Ploenes selbst im Buch schreibt, habe ich dieses als anstrengend empfunden, den oft genug musste ich darüber nachdenken, ob nun von den Zwillingen oder von den Katzen die Rede ist. In meinem Lesefluss habe ich das als störend empfunden. Positiv und lebendig habe ich Malte empfunden, der sich gleich in mein Herz geschlichen hat. Über Malte hätte ich gerne mehr gelesen. Elisa hat viel Potential. Als sie alles verloren hat, findet sie ihre Kraft. Da wäre mehr drin gewesen.
Mit diesem Wohlfühlroman von Brigitte Ploenes habe ich ein paar unterhaltsame Lesestunden verbracht. Der Genre-Mix aus Liebes-/Wohlfühlroman mit Krimispannung wirkt auf mich so vollgestopft wie das Haus von Oma Gesa. Diesen Roman möchte ich nicht weiterempfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 22.06.2022

Unterhaltsam und solide

Schatten über Frauenchiemsee
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Die eigenwillige Malerin Franka Mellis ist tot. Sie wurde ermordet. Das ist 18 Jahre her. Nun erhalten alle, die damals im engen Kontakt mit der Malerin standen, anonyme Botschaften mit verstörendem Inhalt. ...

Die eigenwillige Malerin Franka Mellis ist tot. Sie wurde ermordet. Das ist 18 Jahre her. Nun erhalten alle, die damals im engen Kontakt mit der Malerin standen, anonyme Botschaften mit verstörendem Inhalt. Schwester Althea beginnt zu recherchieren und erfährt von ausgelassenen Zusammenkünften auf der Insel, Drogenkonsum, Liebe und Eifersucht. Es scheint, als hätte jeder etwas zu verbergen. Vielleicht auch einen Mord?
Den Regionalkrimi ”Schatten über Frauenchiemsee” hat Ina May am 14. April 2022 gemeinsam mit dem Verlag emons herausgebracht. Ein Blick auf das Cover versetzt mich augenblicklich in Lesefieber. Es handelt sich um den 3. Teil der Reihe mit der Hobbyermittlerin Schwester Althea. Dieser Teil kann ohne Vorkenntnisse der anderen Bände gelesen werden.
Gerne lese ich Krimis aus dem emons-Verlag. An diesem Buch konnte ich nicht vorbei, denn Cover und Klappentext haben mich neugierig auf Schwester Althea gemacht. Die Idee mit den Ermittlungen hinter den Klostermauern fand ich klasse und habe mich neugierig an die Lektüre gemacht. Positiv überrascht war ich von 34 kurzen Kapiteln, die jeweils mit einem Zitat beginnen. Somit konnte ich in diesem Krimi auch zwischendurch einfach mal ein paar Seiten lesen.
Leider gestaltete der Start sich holprig. Durch die ersten 48 Seiten habe ich mich eher durchgekämpft, als das ich von einem leichten Einstiegt sprechen möchte. Aufgefallen sind mir hier viele, verschachtelte Sätze und ein paar ungewöhnliche Wörter, die ich in meinem Leseflus als hinderlich empfunden habe. Einmal eingelesen, bin ich dann besser zurecht gekommen. Zu Schwester Althea konnte ich im weiteren Verlauf des Regionalkrimis keinen richtigen Bezug finden. Gut dargestellt ist die traumhaft schöne Region. Das Lokalkolorit ist in richtigen Maß eingesetzt.
Der eigentliche Krimi startet mit einem Prolog, der mich neugierig macht und wird letztendlich solide gelöst. Leider hatte ich schon früh eine Ahnung, wer der Täter ist und diese Ahnung habe ich beim Lesen nicht angezweifelt. Hier hätte ich mir einen zweiten Verdächtigen oder eine unerwartete Wendung gewünscht. Im Großen und Ganzen habe ich einige gute Ansätze gesehen und denke, die Autorin kann das besser.
Ina May hat mit “Schatten über Frauenchiemsee” einen soliden Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, der auf Frauenchiemsee spielt. Mich hat die Hobbyermittlerin Schwester Althea nicht erreicht und somit möchte ich keine Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 19.09.2022

Bleibt unter meinen Erwartungen

Tödliches Allerlei
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In Leipzig werden an drei Tagen an drei Sehenswürdigkeiten drei Opfer gefunden. Kriminalkommissarin Susanne Mayer ermittelt in ihrem ersten Fall. Neben den Aufklärungsarbeiten beschäftigt sich die gerade ...

In Leipzig werden an drei Tagen an drei Sehenswürdigkeiten drei Opfer gefunden. Kriminalkommissarin Susanne Mayer ermittelt in ihrem ersten Fall. Neben den Aufklärungsarbeiten beschäftigt sich die gerade heimgekehrte Susanne mit Schwierigkeiten im Team und sich selbst erfüllbaren Klischees. Der Täter scheint keine Spuren zu hinterlassen. Susanne fragt sich, was hinter den Morden steckt und was ihr geschichtsträchtige Uniformen, Mandelaroma und Streuselschnecken sagen wollen.
Den Regionalkrimi Tödliches Allerlei hat Monique Scharmacher am 13. Juli 2022 gemeinsam mit dem Verlag Gmeiner herausgebracht. Ein Blick auf das Cover versetzt mich augenblicklich in Lesefieber.
Es hat ein paar Seiten gedauert, bis ich mich in den Schreibstil der Autorin eingelesen hatte. Zu Beginn fand ich ihn eher ein wenig ruppig. Nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, konnte mein Geist der Erzählung besser folgen. In diesem Krimi habe ich einige gute Ansätze gesehen. Schön arbeitet Monique Scharmacher das Lokalkolorit der Stadt Leipzig heraus und lässt ihre Protagonisten sächseln. Für einen Regionalkrimi ist das super. Ebenfalls super fand ich die Idee, die Toten in geschichtsträchtigen Uniformen an bekannten Sehenswürdigkeiten finden zu lassen.
Susanne und ihre ermittelnden Kollegen wirken auf mich wie ein Team von schrägen Einzelpersonen im Rahmen einer Projektarbeit. In meinem Geist sind sie nicht lebendig geworden und ich lese lieber über ein Ermittlerteam, was mir sympathisch ist. Während Susanne und ihr Team ermittelt, beschäftigt die Autorin den Leser mit verschiedenen Nebenkriegsschauplätzen, die nicht unbedingt mit der eigentlichen Handlung in Zusammenhang stehen. Da wir einen Kurzkrimi mit 170 Seiten haben, hätte ich es besser gefunden, auf den ein oder anderen Nebenkriegsschauplatz zu verzichten, mehr Konzentration auf die eigentliche Ermittlung zu legen und den wichtigen Personen in einem übersichtlicheren Personenkreis mehr Raum zu geben. Das ist schade, denn ich bin davon überzeugt, dass die Autorin das besser kann und die Geschichte hat das Potenzial dazu.
Monique Scharmacher hat mit Tödliches Allerlei einen sächsischen Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, der in Leipzig spielt. Für diesen Krimi möchte ich keine Leseempfehlung aussprechen.

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