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Veröffentlicht am 13.08.2021

Entfernung trennt die Menschen nicht voneinander. Schweigen tut es.

König und Meister
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Ada Königs Leben wirkt geordnet, aber sie selbst ist mehr als verloren. Als sie ihr Vater zu einem Abendessen einlädt, weil er ihr unbedingt etwas Wichtiges sagen muss, sagt sie zu, aber ist nicht mit ...

Ada Königs Leben wirkt geordnet, aber sie selbst ist mehr als verloren. Als sie ihr Vater zu einem Abendessen einlädt, weil er ihr unbedingt etwas Wichtiges sagen muss, sagt sie zu, aber ist nicht mit dem Herzen dabei. Sie streiten sich mehr, als sie einander zuhören und auf der Rückfahrt passiert es dann: Ein tragischer Unfall versetzt Adas Vater ins Koma und Ada bleibt mit mehr Fragen als Antworten zurück. Was war diese eine wichtige Sache, die ihr Vater ihr unbedingt sagen wollte und warum sieht sie nach diesem Unfall nun überall einen verbrannten Mann?

Ich fand die Geschichte der Ada König durchweg spannend. Am Anfang weiß man noch nicht recht, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird, aber spätestens nach dem tragischen Unfall von Ada und ihrem Vater nimmt die Geschichte zunehmend an Fahrt auf. Dieses einschneidende Erlebnis ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, und schon bald merkt Ada, dass das Geheimnis ihres Vaters in ihrer Vergangenheit liegt. So deckt Ada nach und nach Vorkommnisse auf, die sich in ihrer Kindheit ereignet haben, die sie aber damals nicht als solche wahrgenommen hat und über allem steht die Frage „was ist damals wirklich passiert?“.

Auf der Suche nach der Wahrheit und was damals wirklich passiert ist, taucht auch ihre Mutter auf, die sich vor einigen Jahren von ihrem Vater getrennt und sich für ihre Karriere entschieden hat. Ada sehnt sich in der schweren Zeit ohne ihren Vater nach einer Mutter, die ihr wieder Mut zuspricht, aber ihre Mutter kann nicht über ihren Schatten springen. Sie selbst hat einige Probleme zu bewältigen und fühlt sich in ihrem alten Leben überhaupt nicht mehr wohl, sodass sie Ada einfach keine Mutter sein kann. Allerdings fand ich die auftauchenden Konflikte der beiden gut umgesetzt und nachvollziehbar. Man leidet in gewisser Weise mit den beiden, die verlernt haben, sich einander zuzuhören. Zudem werden innerhalb dieses Konflikts auch ernste Themen angesprochen wie z.B. die Krankheit Bulimie.

Allerdings steht Ada nicht gänzlich allein da, sondern wird nach kurzer Zeit vom Obdachlosen Elvis mehr oder weniger unterstützt. Er versteht Adas Gefühlswelt und verschafft ihr einen anderen Blickwinkel auf die Dinge. Manchmal ist eben nichts so, wie es auf den ersten Blick erscheint. Die Freundschaft der beiden empfand ich als schönen Lichtblick zwischen den ganzen dunklen Geheimnissen, die um Ada herumschwirren.

Ebenso fand ich die Atmosphäre des Buches großartig. Immer wieder tauchen beunruhigende Kapitel über einen mordenden Walnussbaum namens Meister auf oder Ada wird von einem verbrannten Mann verfolgt, der ihr Aufgaben stellt, um ihre Seele zu retten. Diese Kapitel haben mich stets motiviert weiterzulesen, da ich unbedingt wissen wollte, was hinter alldem steckt. Die Auflösung des ganzen Rätsels fand ich schön gelöst und wirkte auf mich sinnig.

Aus diesem Grund kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der einfach nach einem guten Mystery-Thriller sucht über eine Frau, die ihr ganzes Leben vor der Wahrheit, die Augen verschlossen und sich selbst dabei verloren hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.08.2021

Es ist nicht wichtig, wer du bist, sondern was sie denken, wer du bist.

Das Spiel der Ketzerin
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Die Grafentochter Alida von Erkenwald lebt mit ihrem Vater, dem Grafen von Burg Erkenwald im Rheinland des 13. Jahrhunderts. Als dieser jedoch beim Kaiser in Ungnade fällt, überschreibt der Kaiser den ...

Die Grafentochter Alida von Erkenwald lebt mit ihrem Vater, dem Grafen von Burg Erkenwald im Rheinland des 13. Jahrhunderts. Als dieser jedoch beim Kaiser in Ungnade fällt, überschreibt der Kaiser den gesamten Besitz des Grafen dem Deutschen Orden, um dort eine Kommende einzurichten. Alida ist von diesen Neuigkeiten erschüttert und wird wenig später Opfer eines Mordanschlags, dem sie nur knapp entgehen kann, denn auch Alida ist dem Deutschen Orden ein Dorn im Auge. Ihr bleibt keine andere Möglichkeit, als von Burg Erkenwald zu fliehen und fortan als die Jüdin Sara bat Salomon zu leben.

Ich mochte die Geschichte der Grafentochter Alida von Erkenwald sehr gerne. Obwohl das Schicksal ihr übel mitspielt und sie ohne Besitz und Titel auf der Straße landet, beschwert sie sich zu keinem Zeitpunkt, sondern versucht alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um ihren Vater doch noch von seiner Schuld zu befreien. So macht sie sich auf die Reise nach Coellen, um dort einen Freund ihres Vaters, den Juden Salomon ben Isaak aufzusuchen. Dieser hilft ihr gerne und sie verbirgt ihre wahre Identität unter dem Namen Sara bat Salomon und gibt sich als Tochter von Salomon aus.

Doch Salomon hat auch selbst eine Tochter Mirjam, die Alida hilft, wenigstens den Anschein zu erwecken, als sei sie die Tochter eines jüdischen Kaufmanns. Denn das Judentum hat einige Besonderheiten, die es zu beachten gibt und die Alida am Anfang noch schwer fallen zu akzeptieren wie z.B. das Frauen der Zugang zu einer Synagoge nicht gestattet ist. Doch mit der Zeit lernt Alida sich einzufügen und ich fand die aufkeimende Freundschaft der beiden Frauen sehr schön zu lesen.

Allerdings ist es gar nicht so einfach für Alida, Salomon und Mirjam nach Worms zu gelangen, um eine Audienz beim Kaiser zu erhalten, denn sie werden von Richard von Thurau einem Ritter des Deutschen Ordens aufgegriffen, der sie wieder nach Erkenwald eskortieren will. Obwohl mir Richard von Thurau am Anfang sehr unsympathisch vorkam mit seinem blinden Gehorsam gegenüber der Obrigkeit, ohne selbst seinen Verstand zu benutzen, entwickelte er sich zu einem meiner liebsten Charaktere dieses Buches. Gerade in der Verbindung mit Alida blüht dieser Charakter richtig auf und die Wortgefechte zwischen den beiden sind einfach nur köstlich.

Dagegen gehört Konrad von Westerburg zu einem der fiesesten Antagonisten, die ich je in einem Buch gelesen habe. Er wird von Rache getrieben und geht freudig über Leichen, um seine Ziele zu erreichen. Dass er damit viele Menschen ins Unglück stürzt und Lügen und Betrügen muss, macht ihm absolut nichts aus. Gerade am Anfang hat mich dieser Charakter sehr auf die Palme gebracht, denn niemand scheint ihm Einhalt zu gebieten und seinen Wahn aufzuhalten.

Darüber hinaus fand ich es auch sehr interessant, mehr über das Judentum und seine Gebräuche zu lernen und mein absolutes Highlight war, dass die Geschichte stellenweise in Worms gespielt hat. Da ich selbst in dieser Stadt wohne, habe ich einige Orte wiedererkannt, was ich sehr schön fand.

Demnach kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der einen spannenden historischen Roman lesen möchte, über eine Grafentochter, die ihre Identität aufgibt, um ihren Vater zu retten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.08.2021

Ich bin kein Dieb, ich borge nur von denen, die zu viel besitzen

Stadtflimmern und Kajal
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Als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahre 2008 wird Robina Hood von einem auf den anderen Tag plötzlich arbeitslos. Obwohl sie ihr Möglichstes versucht, wieder eine Arbeit zu finden, muss sie ...

Als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahre 2008 wird Robina Hood von einem auf den anderen Tag plötzlich arbeitslos. Obwohl sie ihr Möglichstes versucht, wieder eine Arbeit zu finden, muss sie sich bald eingestehen, dass es doch nicht so einfach ist wie anfangs gedacht. Um nicht auch noch ihre Wohnung zu verlieren, beschließt sie sich Geld auf illegaleren Weg zu beschaffen: Sie bestiehlt im Businessviertel einer Großstadt reiche Menschen, um es den Armen und damit ihr zu geben. Allerdings bleiben ihre Raubzüge nicht unbemerkt und schon bald wird sie gesucht..

Ich hatte sehr viel Freude mit der Geschichte der Robina Hood, denn die Geschichte hat es geschafft, mich gut zu unterhalten und ein paar Sorgen des Alltags zu vergessen. Zwar ist diese Geschichte nicht sonderlich komplex, aber sie schafft es dennoch, einen Spannungsbogen aufzubauen in Hinblick darauf, ob die doppelte Identität, die Robina angenommen hat, um unbemerkt die Leute bestehlen zu können, auffallen und wie sie mit der Situation umgehen wird.

Denn die Alternative zu ihren Raubzügen sehen alles andere als rosig aus. So erhält man auch einen Einblick darin, wie es laufen kann, wenn man beim Arbeitsamt vorstellig werden muss. Als wäre es nicht schon genug, seinen Job zu verlieren, bekommt man z.B. auch vorgeschrieben in welcher Wohnung man nur noch leben darf. In diesen Kapiteln hat mir Robina wirklich leidgetan, denn man merkt, dass sie nur widerwillig in ihrer Situation steckt und gerne wieder ein normales Leben hätte.

Sowieso finde ich Robina eine sehr sympathische Person, die aufgeweckt und witzig ist. Allerdings erlebt man diese Seiten erst von ihr als sie den Geschäftsmann Gero kennenlernt. Zwischen den beiden herrscht von Anfang an eine magische Anziehung und ich habe ihr langsames Näherkommen gerne verfolgt.

Neben Gero und Robina gibt es aber auch noch viele andere tolle Charaktere in diesem Buch wie z.B. die Pommesbuden-Besitzerin Marlene, der Besitzer der Steaktafel Falk, die Küchenaushilfe Sven oder der Theaterregisseur Adrian. Sie alle verleihen der Geschichte ihren besonderen Charakter und man würde gerne am Ende des Buches wissen, wie es mit allen weitergehen wird.

Auf jeden Fall die ideale Lektüre für einen schönen Tag am See oder auf dem Balkon, um einfach mal vom Alltag zu entspannen!

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Veröffentlicht am 28.07.2021

Man kann die Wahrheit nicht finden. Man kann nur aufhören, sie zu übersehen.

Imperator
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Eine Welt bricht für Anna zusammen, als ihre Mutter in Rom ermordet wird und ausgerechnet ihr Vater für den Mord an ihrer Mutter für schuldig befunden wird. Während ihr Vater seine Strafe im Gefängnis ...

Eine Welt bricht für Anna zusammen, als ihre Mutter in Rom ermordet wird und ausgerechnet ihr Vater für den Mord an ihrer Mutter für schuldig befunden wird. Während ihr Vater seine Strafe im Gefängnis in Wandsworth absitzt, bleibt Anna nur noch die Möglichkeit beim Bruder ihres Vaters in Rom unterzukommen. Doch der Mord an ihrer Mutter lässt sie nicht los, da sie sich nicht vorstellen kann, dass ihr Vater zu einer solchen Tat fähig ist. In Rom angekommen schließt sie sich den Fotografen-Kollegen ihres Onkels an, um die Wahrheit aufzudecken, wer hinter dem Mord an ihrer Mutter steckt. Doch sie hätte nie für möglich gehalten, welche Geheimnisse sie bei ihrer Recherche aufdecken wird..

Ich habe mich im Vorfeld schon sehr auf dieses Buch gefreut, als ich erfahren habe, dass es auf einer bekannten Hörspielreihe basiert und nun da ich am Ende des Buches angekommen bin, kann ich auch sagen, dass meine Erwartungen nicht enttäuscht wurden. Ich fand es spannend, Anna auf ihren Ermittlungen quer durch Rom zu begleiten und dabei immer tiefer in die Machtstrukturen der Reichen in Rom mit hineingezogen zu werden.

Vor allem die Zusammenarbeit zwischen Anna und Stefano hat mir sehr gut gefallen. Zwar können sich die beiden am Anfang alles andere als ausstehen, aber wachsen schon bald zusammen, als sie merken, dass ihre Ziele sich nicht großartig voneinander unterscheiden. Während Stefano den Klassenkampf vor Augen hat und die Entmachtung der Reichen, die unter der Führung von Benito Mussolini stehen, vorantreiben möchte, finden sie mit der Zeit heraus, dass Annas Mutter auch eine tragende Rolle in dem Ganzen gespielt hat, und raufen sich in der Folge zusammen.

Darüber hinaus wird die Geschichte auch aus der Perspektive einer dritten Person erzählt: Gennaro Palladino. Ein Detektiv, der von Stefanos Stiefmutter engagiert wird, um den Mord an einem befreundeten Künstler aufzudecken. Allerdings hat Gennaro gänzlich andere Motive diesen Auftrag anzunehmen, weswegen ich diesen Charakter am spannendsten empfand, da er von Anfang an ein doppeltes Spiel treibt und die Auflösung wirklich gut erzählt wurde.

Generell empfand ich diese Geschichte als erfrischend anders, da das Setting auch sehr ungewöhnlich war. Eine Mordermittlung im Rom der 60er-Jahre mit vielen übernatürlichen Vorkommnissen und einer interessanten psychologischen Betrachtung römischer Imperatoren, ist einfach mal etwas anderes. Natürlich muss man diese Mischung auch erst mal mögen. Mir hat sie auf jeden Fall Lust gemacht, auch mal in das Hörspiel zu hören.

Aus diesem Grund kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der eine spannende Geschichte über ein Mädchen lesen möchte, dass den Mord an seiner Mutter aufklären will und dabei auf ein viel größeres Geheimnis stößt in einem Setting, das erfrischend anders ist.

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Veröffentlicht am 21.07.2021

Menschen hassen nicht von Geburt an. Hass wird ihnen erst später beigebracht.

Pigment
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Der Psychiater Gregor Assmann hat eine angesehene Stellung als Stationsleiter einer psychiatrischen Klinik in Frankfurt und lebt mit seiner langjährigen Freundin Barbara in einer schönen Dachwohnung in ...

Der Psychiater Gregor Assmann hat eine angesehene Stellung als Stationsleiter einer psychiatrischen Klinik in Frankfurt und lebt mit seiner langjährigen Freundin Barbara in einer schönen Dachwohnung in einem Frankfurter Vorort. Seine einzigen Probleme drehen sich um die vom Direktor geplante Neustrukturierung der Klinik und seine eingeschlafene Beziehung zu Barbara. Dies ändert sich jedoch plötzlich als Gregors Haut immer dunkler wird. Ein Umstand, dem auch seiner Umwelt nicht verborgen bleibt. Schnell wandeln sich belustigte Kommentare, ob er zu lange im Sonnenstudio war, in rassistische Kommentare und gewaltsame Auseinandersetzungen..

Dieses Buch hat mich auf seine Art tief bewegt, sodass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Das Schicksal des Gregor Assmann ist keine einfach zu verdauende Geschichte, denn sie thematisiert ein Problem, dass seit vielen Jahrhunderten in unserer Menschheitsgeschichte existiert: Rassismus. Dabei wird das Buch nicht nur aus einem Blickwinkel beschrieben, sondern versucht, viele Stimmen zu Wort kommen zu lassen. Neben Gregor, der immer mehr seine ursprüngliche Hautfarbe verliert, macht die Geschichte nach jedem Kapitel einen Sprung in das Jahr 1776, um die Geschichte des Sklaven Toussaints zu erzählen, der dem Bayon von Libertat gehört. Daneben erhält man auch immer wieder einen Einblick, was Gregors Arbeitskollegen oder Patienten über Gregors Veränderung denken, was sogar so weit geht, dass Patienten eine Behandlung ablehnen, weil sie Angst vor ihm haben. Aber auch Freunde und Nachbarn wundern sich über Gregors Veränderung und erkennen ihn auch nicht mehr wieder. Man hat das Gefühl, die Menschen in diesem Buch werden blind und taub, sobald sie einen Menschen mit dunkler Hautfarbe sehen, da sie dann nur noch von ihren Vorurteilen beherrscht werden.

Dies hat mich auf der einen Seite extrem wütend gemacht und gleichzeitig auch sehr traurig. Natürlich existiert Rassismus immer noch in unserer Welt und wird wohl auch nie ganz aus den Köpfen der Menschen verschwinden, aber alles auf einmal so konzentriert in diesem Buch zu lesen, hat mich fassungslos gemacht, weil ein so verdammt wahrer Kern in dem Ganzen steckt. Ich finde das Buch hat hier einen sehr guten Spagat hinbekommen, verschiedene Ansichten zu präsentieren, aber diese nicht zu bewerten, sondern die Bewertung dem Leser zu überlassen. Neben den erschreckenden Erlebnissen von Gregor und auch Toussaints, bekommt man auch eine wissenschaftliche Sicht auf die Dinge, was es eigentlich mit diesem „weiß sein“ auf sich hat und warum die Hautfarbe eine so immense Bedeutung auf die Menschheit ausübt. Diese Passagen im Buch fand ich mit am interessantesten, denn sie beruhen auf wahren Fakten und man lernt z.B. was das alles mit einem Zebrafisch zu tun hat.

Darüber hinaus bekommt man auch einen guten Einblick in den Alltag einer psychiatrischen Klinik und bestimmte Gedanken und Gesprächen spiegeln Reflexionen und Ambivalenzen des Autors wider, die ihn während seiner langen Arbeit in der Psychiatrie von Anfang an begleitet haben. Diese Mischung aus Fiktion und Realität fand ich große klasse.

Zudem fand ich auch den generellen Aufbau des Buches interessant, da sich verschiedene Textarten im Laufe des Buches abwechseln. Neben den normalen Romanseiten bekommt man auch Briefe oder Tagebuchseiten zu lesen, die Abwechslung in den Lesefluss bringen und mich haben aufmerksamer lesen lassen. Auch die Verflechtung der Geschichten zwischen Toussaints und Gregor fand ich sehr gut gelöst, denn beide haben eine Gemeinsamkeit, die man an späterer Stelle im Buch aufdecken kann.

Aus diesem Grund kann ich jedem dieses Buch ans Herz legen, der nicht davor zurückschreckt, auch mal ein Buch mit einem ernsten Thema zu lesen. Es lohnt sich auf jeden Fall!

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