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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.07.2020

Ruhiger Krimi

Baskischer Tod
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Vier junge Deutsche rufen im Baskenland die Polizei, sie glauben, ihre Surfbretter wurden über Nacht vom Campingbus gestohlen. Comisario Rafael Ribara entdeckt, daß sie lediglich den Abhang hinter dem ...

Vier junge Deutsche rufen im Baskenland die Polizei, sie glauben, ihre Surfbretter wurden über Nacht vom Campingbus gestohlen. Comisario Rafael Ribara entdeckt, daß sie lediglich den Abhang hinter dem Bus herunter gerutscht sind. Bei der Bergung macht er einen grausigen Fund: Eine Frauenleiche, gebettet auf einem Bett menschlicher Knochen. Der dazugerufene Ermittler aus Bilbao findet schnell einen Verdächtigen - doch Ribara glaubt nicht daran und ermittelt auf eigene Faust.

Julen Zabache liefert mit "Baskischer Tod" einen Krimi der beschaulichen Art. Man wird hier nicht von einem Mord zum nächsten gehetzt, sondern kann sich auf die Verfolgung der Spuren konzentrieren. Diese sind sehr vielschichtig und werden erst nach und nach gelöst. Dabei handelt Ribara schlüssig, bekommt Hilfe durch seine Tochter und die vier Deutschen. Insgesamt läuft hier alles rund und man bekommt solide Ermittlungsarbeit präsentiert. Die Charaktere sind sehr gut gewählt. Ribara und seine Kollegen sind ein gut funktionierendes Team, die Familie hält zusammen und die übrigen Dorfbewohner sind so richtig typisch dargestellt. Besonders die alte Nachbarin hat es mir hier positiv angetan. Sie bemüht sich zu helfen, wird aber von vielen nicht ernst genommen. Julen Zabache beschreibt das Baskenland so richtig schön. Hier fühlt man sich direkt dorthin versetzt, bekommt ein Gefühl für die Natur und ihre Schönheit. Dazu sein herrlicher Schreibstil - da sind entspannende Lesestunden garantiert!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.07.2020

Ganz feiner Krimi

Ein Espresso für den Commissario
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Ausgerechnet kurz vor der Urlaubssaison wird ein toter Student in seiner Wohnung am Come See gefunden. Die Wohnung war für einen Studenten viel zu großzügig, seine Ducati zu teuer. Commissario Pellegrini ...

Ausgerechnet kurz vor der Urlaubssaison wird ein toter Student in seiner Wohnung am Come See gefunden. Die Wohnung war für einen Studenten viel zu großzügig, seine Ducati zu teuer. Commissario Pellegrini stellt sich die Frage, wie der Student sich dies alles leisten konnte und begibt sich auf die Suche nach der Lösung.

"Ein Espresso für den Commissario" ist das erste Buch rund um Marco Pellegrini aus der Feder von Dino Minardi. Mit Pellegrini hat der Autor einen sehr sympathischen Charakter geschaffen, der neben seinem Beruf in der Albergo seiner Familie verwurzelt ist. Ich mag es, wenn die Ermittler ein Privatleben besitzen, dieses, so wie hier, jedoch nicht den Kriminalfall verdrängt. Dadurch bekommen die Charaktere Leben eingehaucht und werden greifbarer. Irgendwie schon witzig ist hier die Leidenschaft Pellegrinis zum Espresso. Irgendeine Sucht hat wohl jeder Kommissar! Der Krimi strotzt nicht vor Action und Blutvergießen. Nein, hier geht es beschaulich zu. Aber dadurch ändert sich nichts an der unterschwelligen Spannung. Gekonnt werden viele Fährten gelegt, die zur Lösung führen könnten. Dino Minardi kennt und liebt diese Region rund um den Come See - dies merkt man deutlich. So bildhaft und genau beschreibt man nur eine Region, die man liebt. Hier bekommt man ein wunderbares Bild geliefert, das einfach dazu führt, daß man sich hier wie zu Hause fühlt.

Dieser Regionalkrimi beinhaltet alles, was man sich wünscht. Ruhe, sympathische Charaktere, einen Fall mit verwirrenden Spuren und vor allem Lokalkolorit. Ich mochte dieses Buch sehr!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.07.2020

Kommissar und Nonne ermitteln in Altötting

Gevatter Tod in Altötting
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Altötting in Aufregung: Der Tierarzt Dr. Spögler liegt ermordet vor der Brauerei. Getötet mit seinem eigenen Bolzenschußgerät, mit dem kurz vorher jeder seiner Stammtischbrüder geschossen hat . Oberkommissar ...

Altötting in Aufregung: Der Tierarzt Dr. Spögler liegt ermordet vor der Brauerei. Getötet mit seinem eigenen Bolzenschußgerät, mit dem kurz vorher jeder seiner Stammtischbrüder geschossen hat . Oberkommissar Max Kramer hat nun die schwere Aufgabe, den Täter zu finden. Seine Ex-Freundin, die jetzige Novizin Maria Evita, lebt momentan in einem Schweigegelübde. Sie wurde von der Mutter Oberin gesehen, als sie sich heimlich mit Max traf und dieser sie auf die Wange küsste. Doch als sie erfährt, was mit dem Tierarzt geschah, gibt sie ihr Gelübde auf und hilft im Haushalt des Sohnes. Mit weitreichenden Folgen...

Anton Leiss-Huber kennt Altötting von Geburt an. Dies merkt man seinem Krimi "Gevatter Tod in Altötting" an. Er vermittelt hier das Wesen der Stadt und seiner Bewohner wirklich gekonnt. Nicht nur, daß man meint selbst durch die Straßen zu wandeln, man meint auch Teil der Dorfgemeinschaft zu sein. Denn hier erwacht alles zum Leben. Die Bewohner sind so vielfältig wie im wahren Leben. Jeder hat so seine Macken und mancher hütet ein schweres Geheimnis. Absolut sympathisch waren für mich natürlich Max und Maria Evita. Ich weiß nicht, ob ich mir wünschen soll, daß sie zusammen kommen. Eigentlich gefällt mir das Gespann Kommissar und Novizin sehr gut. Ein weiteres sehr gelungenes Duo sind Monsignore Hirlinger und seine Haushälterin Fräulein Schosi, die ihn so manches Mal doch ziemlich nervt. Dieser Krimi hat eine sehr leise und ruhige Gangart. Die Spannung ist vorhanden, aber ist nicht reißerisch. Eben so, wie ich es mir von einem gelungenen Regionalkrimi wünsche. Zudem hat der Autor einen ganz tollen, fließenden Schreibstil, der es ermöglicht dieses Buch ohne Stockungen zu lesen. Besonders schön sind die Dialoge im Dialekt. Dadurch wirken die Gespräche sehr reell und passen einfach zum Buch.

Ich hoffe sehr, daß noch weitere Krimis rund um Max und Maria Evita folgen werden, denn dieser Krimi hat mir großen Spaß bereitet!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.07.2020

Lockerer Sommerroman

Ein Sommer unter Apfelbäumen
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Jula hat momentan nicht nur Ärger im Job, auch Freund Daniel entfernt sich immer mehr von ihr. Sie beschließt, ihre Tante Sarah in Wales zu besuchen. Sarah führt dort ein Bed & Breakfast. Doch auch Sarah ...

Jula hat momentan nicht nur Ärger im Job, auch Freund Daniel entfernt sich immer mehr von ihr. Sie beschließt, ihre Tante Sarah in Wales zu besuchen. Sarah führt dort ein Bed & Breakfast. Doch auch Sarah plagen Sorgen. Sie steht vor der Entscheidung, ob sie die Ciderfarm ihres verstorbenen Schwagers übernehmen soll, die seit Jahrzehnten in Familienbesitz ist und dafür ihren eigenen Traum aufgeben soll. In Gesprächen erfährt Jula von der Geschichte des Apfelhofes und von einem alten Familiengeheimnis.

"Ein Sommer unter Apfelbäumen" ist für mich der ideale Sommerroman. Er verbreitet einfach gute Laune und Ferienstimmung. Eva Seifert schreibt so wunderbar locker, daß man hier nur so durch die Seiten fliegt. Die Handlung ist in zwei Zeitebenen angesiedelt. Die frühere Zeit spielt auf dem Apfelhof, die heutige Zeit dreht sich um Jula und Sarah. Beide Zeitebenen greifen zum Schluß gut und passend ineinander. Mir haben beide Zeiten sehr gut gefallen und ich mußte mich beherrschen, nicht immer nachzusehen, wie es weitergeht. Auch die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Sie waren sehr authentisch mit ihren Problemen und ihre Handlungen waren schlüssig und passend. Die Autorin hat es geschafft, daß hier zwar auch Romantik eine Rolle spielt, diese aber das Buch nicht dominiert und damit in die Kitschecke drängt. Die Romantik ist hier eher dezent und somit angenehm angesiedelt. Was dieses Buch aber extrem schafft: Es macht gute Laune und bringt den Leser in Ferienstimmung. Die Landschaft muß einfach herrlich sein, so wie sie hier beschrieben wird! Am Ende des Buches befinden sich noch einige Rezepte, die das Urlaubsfeeling perfektionieren!

  • Cover
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Veröffentlicht am 05.07.2020

Perfekt von der Spannung bis hin zu den Charakteren

Römisches Finale
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Als in Rom der berühmte Pianist Emile Gallois nach einem Konzert erschossen aufgefunden wird, ermitteln Di Bernardo und Del Pino wieder in der heiß umkämpften Musikwelt. Dabei erfahren sie, daß Emile ein ...

Als in Rom der berühmte Pianist Emile Gallois nach einem Konzert erschossen aufgefunden wird, ermitteln Di Bernardo und Del Pino wieder in der heiß umkämpften Musikwelt. Dabei erfahren sie, daß Emile ein Doppelleben führte und seine Ehe nur noch auf dem Papier existierte. Di Bernardo und Del Pino ermitteln in einer Welt voller Intrigen und Machtkämpfe, ihre größte Spur endet, als ein weiterer Mord geschieht....

Die international berühmte Violinsolistin Natasha Korsakova läßt in ihrem zweiten Krimi "Römisches Finale" ihr erfolgreiches Ermittlergespann Di Bernardo und Del Pino wieder in die Welt der klassischen Musik eintauchen. Und dies, wie schon in "Tödliche Sonate", auf einzigartige Weise! Die zwei Charaktere sind einfach Sympathieträger. Ich mag ihre Art, die hier so natürlich dargestellt wird, daß man sie wirklich zu kennen glaubt. Del Pino und seine Sehnsucht nach Nahrungsmitteln sorgt hier für so manche heitere Szene. Ihr Privatleben entwickelt sich natürlich weiter und macht sie authentisch. Dabei spielt dies aber niemals die Hauptrolle, sondern bleibt eine nette Geschichte am Rande. Das Hauptaugenmerk liegt definitiv im Mordfall. Und der hat es in sich. Von Beginn an spannend, bleibt diese Spannung bis zum Schluß erhalten. Gekonnt führt Natasha Korsakova den Leser in die Irre, legt verwirrende Spuren und löst diese erst ganz zum Schluß auf - dieser ist dann wirklich sehr überraschend. Sehr interessant sind auch die Kapitel aus der Vergangenheit. Hier erlebt man das Leben und Handeln einer Mafiafamilie mit all seiner Härte und Skrupellosigkeit. Beide Handlungen werden hier perfekt zu einer Einheit verwoben und gehören untrennbar zusammen. Die Autorin beschreibt ihr Rom auf sehr anschauliche Art. Man merkt, daß sie diese Stadt kennt und liebt. Man erhält hier Eindrücke einiger Sehenswürdigkeiten, die Schauplatz der Geschichte werden und so schön dargestellt sind, daß man eine genaue Vorstellung von ihnen bekommt. Man macht wirklich eine Reise in diese ehrwürdige Stadt.

Dieser Krimi hat mich wieder restlos begeistert. Sollte Natasha Korsakova irgendwann einmal keine Violinkonzerte mehr geben wollen - als Autorin hat sie auf jeden Fall ein zweites Standbein! Ich freue mich schon jetzt auf ein neues Buch von ihr!

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