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Veröffentlicht am 21.05.2019

Geht unter die Haut

Inked Love - Noch immer wir
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In „Inked Love“ von J. D. Hawkins dreht sich alles um zweite Chancen im Leben.
Teo und Ash waren unzertrennlich, obwohl er ein Schulabbrecher mit krimineller Familie war, und sie eine behütete Tochter ...

In „Inked Love“ von J. D. Hawkins dreht sich alles um zweite Chancen im Leben.
Teo und Ash waren unzertrennlich, obwohl er ein Schulabbrecher mit krimineller Familie war, und sie eine behütete Tochter aus einer einflussreichen Politikerfamilie. Bis Teo am Abend des Abschlussballs spurlos und ohne Nachricht einfach verschwunden war. Umso schockierender ist es für Ash, als sie in einem Tattoo Studio in Los Angeles auf einmal Teo gegenübersteht. Er ist der Besitzer des Studios und ebenso überrascht. Beide haben ihre Gefühle füreinander nie überwunden, sondern nur tief im Inneren vergraben. Ohne die Geister der Vergangenheit könnten sie eine zweite Chance haben. Doch Teo weigert sich noch immer, Ash die Gründe seines Weggangs damals zu erklären. Und diese unsichtbare Wand steht weiterhin zwischen ihnen.
Man merkt der Geschichte an, dass diesmal ein männlicher Autor am Werk war. Das ist aber überhaupt nicht negativ, sonder bringt an einigen Stellen einfach eine andere Perspektive. Die klassische Aschenputtel-Story wird hier auf den Kopf gestellt und erhält neue Impulse.
Der Schreibstil liest sich gut. Die Protagonisten erzählen abwechselnd aus ihrer jeweiligen Sicht. Die Vergangenheit wird aus Erzählungen von Ash und Teo deutlich und nicht über Rückblicke. Dadurch bleibt die Story im Hier und Jetzt.
An einigen Stellen war mir die Geschichte etwas zu oberflächlich und ich hätte mir mehr Erklärungen gewünscht. Aber insgesamt ist „Inked Love“ ein gelungenes Buch, das ich für leichte und unterhaltsame Lesestunden gern empfehlen kann.

Veröffentlicht am 17.05.2019

Komplexer Thriller

SCHWEIGEPFLICHT
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Die junge und unerfahrene Juristin Emelie Jansson hat gerade ihre Zulassung von der schwedischen Anwaltskammer erhalten, als sie persönlich als Verteidigerin eines Mordverdächtigen angefordert wird. Benjamin ...

Die junge und unerfahrene Juristin Emelie Jansson hat gerade ihre Zulassung von der schwedischen Anwaltskammer erhalten, als sie persönlich als Verteidigerin eines Mordverdächtigen angefordert wird. Benjamin Emanuelsson liegt schwerverletzt im Haftkrankenhaus und wurde am Tatort eines brutalen Mordes aufgegriffen. Er verlangt nicht nur Emelie zu seiner Verteidigung, sondern auch Teddy, einen freien Mitarbeiter der Kanzlei und Ex-Knacki. Wie sich herausstellt, war Teddy an der Entführung von Benjamins Vater vor vielen Jahren beteiligt. Weder Emelie noch Teddy wissen, was mit Benjamin passiert ist. Aber je weiter sie ermitteln, desto tiefer geraten sie in einen Sumpf aus Lügen, Intrigen und Verbrechen.
Der Autor Jens Lapidus hat als Insider des schwedischen Rechtssystems enormes Hintergrundwissen. Das lässt er in seinen Thriller auch einfließen. Die Figuren sind allesamt nicht nur schwarz oder weiß, sondern decken alle möglichen Grauschattierungen ab. Es ist schwierig, hier klare Sympathien zu verteilen.
Komplex ist wohl das Wort, mit dem ich die Handlung am zutreffendsten beschreiben könnte. Es gibt einige verschiedene Handlungsstränge, die sehr lange komplett parallel zueinander ablaufen. Dazu kommen Rückblenden, in Form von Vernehmungsprotokollen eines Informanten der Polizei. Und auch wenn Jens Lapidus am Ende alles zusammenfließen lässt, ist das Lesen in der ersten Hälfte des Buches etwas erschwert. Es ist nicht so, dass ich mich zwingen musste, weiterzulesen, aber es war stellenweise schon zäh. Die Kapitel an sich waren spannend genug, dass man wissen wollte, wie es weitergeht. Leider gab es immer die Bremse, wenn im nächsten Kapitel ein völlig anderer Handlungsstrang erzählt wurde. Wenn dieser Fahrt aufnahm, kam wieder ein Break.
Im Gesamtblick ist „Schweigepflicht“ in seiner Komplexität auf jeden Fall spannend und gut konstruiert. Wer einen Pageturner sucht, der liegt hier wohl nicht unbedingt richtig. Aber wer sich auf die ausgeklügelte Handlung einlassen kann, wird mit einem soliden Thriller belohnt.

Veröffentlicht am 16.05.2019

Zweite Chance

Love Play
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Nach fast zehn Jahren trifft Delilah bei ihrem Job als Krankenschwester auf ihren Exfreund Ethan. Als Ethan vor Jahren in die Profi Eishockeyliga NFL berufen wurde, hatte er völlig unerwartet am Telefon ...

Nach fast zehn Jahren trifft Delilah bei ihrem Job als Krankenschwester auf ihren Exfreund Ethan. Als Ethan vor Jahren in die Profi Eishockeyliga NFL berufen wurde, hatte er völlig unerwartet am Telefon mit ihr Schluss gemacht. Ethan war ihre erste große Liebe und sie konnte ihn nie vergessen. Dass es Ethan genauso ging, ahnt Delilah nicht. Seine Entschuldigungs- und Gesprächsversuche werden von ihr rigoros abgeblockt. Nach seinem Transfer nach Minnesota ist er nun in unmittelbarer Nähe und läuft ihr zu ihrem Leidwesen häufiger über den Weg.
In „Love Play“ geht es zwar um einen Eishockeyspieler, aber der sportliche Teil hält sich in Grenzen. Der Fokus liegt auf der Beziehung von Delilah und Ethan. Delilah hat ihre Ziele im Leben neu gesteckt und arbeitet hart an ihrer Ausbildung. Ethan platzt in ihr Leben und will genau da weitermachen, wo sie damals aufgehört haben. Diese unterschiedlichen Lebensentwürfe prallen aufeinander und sorgen für ausreichend Konfliktstoff.
Der Schreibstil von Helena Hunting liest sich leicht und flüssig. Die Probleme und Konflikte der Hauptcharaktere sind nachvollziehbar geschildert. Beide sind sympathische Figuren, deren Beweggründe authentisch wirken.
Die Geschichte ist natürlich vorhersehbar, aber der Weg zum Happy End ist ganz interessant und abwechslungsreich gestaltet. Das Buch bietet unterhaltsame Lesestunden und nette Charaktere. Die ersten Vorboten für eine Fortsetzung sind bereits zu erkennen und wecken meine Neugier.
Ich würde „Love Play“ als leichte Lektüre zum Abschalten durchaus weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 16.05.2019

Große Liebe

Suddenly Forbidden (Gray Springs University 1)
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Daisy und Quinn lieben sich seit frühesten Kindertagen. Es gibt für sie beide nie eine Alternative zu einer gemeinsamen Zukunft. Beide sind einfach unzertrennlich – bis Daisy kurz nach ihrem sechzehnten ...

Daisy und Quinn lieben sich seit frühesten Kindertagen. Es gibt für sie beide nie eine Alternative zu einer gemeinsamen Zukunft. Beide sind einfach unzertrennlich – bis Daisy kurz nach ihrem sechzehnten Geburtstag mit ihren Eltern wegziehen muss. Die Fernbeziehung funktioniert nicht und der Kontakt geht verloren. Doch Daisy hat Quinn und den einstigen gemeinsamen Plan nicht vergessen. Und so beginnt sie zwei Jahre später ihr Studium an dem College, das sie beide besuchen wollten. Sie hofft tief in ihrem Inneren, Quinn dort wiederzutreffen. Ihre Hoffnung erfüllt sich – aber sie trifft auch seine jetzige Freundin – ihre einstige beste Freundin Alexis.
Die Konstellation könnte man locker als Worst Case Szenario für Daisy beschreiben. Sie hat nicht nur ihre große Liebe, sondern auch ihre beste Freundin verloren. Natürlich war ihre Vorstellung des Wiedersehens etwas naiv, aber der Schlag war trotzdem heftig und unerwartet.
Mit Rückblicken wird die gemeinsame Vergangenheit von Daisy und Quinn erzählt. Genau wie in der Gegenwart wechseln sich dabei beide Perspektiven ab. Die zwei sind einfach süß zusammen, das ist nicht zu bestreiten. Deshalb tut es beim Lesen richtig weh, als die Beziehung wegen einfacher und sinnloser Missverständnisse in die Brüche geht. Im Laufe der Geschichte lernt man beide Seiten kennen und kann sie auch nachempfinden. Die Charaktere sind nicht nur schwarz und weiß, sondern haben alle ihre menschliche Fehler und genauso positive Seiten.
Der Schreibstil liest sich gut und die Autorin Ella Fields lässt die Charaktere sympathisch und authentisch wirken. Die Emotionen konnten mich beim Lesen berühren, so dass ich das Buch kaum weglegen konnte. Ich würde auch nicht unbedingt sagen, dass das Ende in dieser Figurenkonstellation vorhersehbar gewesen wäre.
Von mir gibt es für „Suddenly forbidden“ gern eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 06.05.2019

Magische Welt

Witchmark. World Fantasy Award für den besten Fantasy-Roman des Jahres 2019
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C. L. Polk erschafft mit „Witchmark“ eine neue geheimnisvolle Welt.
Schauplatz ist das Aeland, in dem Dr. Miles Singer Arzt in einem Veteranenhospital ist. Aeland hat gerade den furchtbaren Krieg mit Laneer ...

C. L. Polk erschafft mit „Witchmark“ eine neue geheimnisvolle Welt.
Schauplatz ist das Aeland, in dem Dr. Miles Singer Arzt in einem Veteranenhospital ist. Aeland hat gerade den furchtbaren Krieg mit Laneer erfolgreich beendet. Doch viele der zurückgekehrten Soldaten haben furchtbare psychische Schäden erlitten, die sie oft zum Mord an der eigenen Familie und anschließend in den Selbstmord treiben. Miles versucht herauszubekommen, warum die Soldaten mit einem düsteren Schatten auf der Seele heimkehren und wie man ihnen helfen kann.
Doch Miles ist kein einfacher Arzt. Er ist ein Magier mit heilenden Kräften, der im Verborgenen agieren muss, um der Verfolgung durch die Herrschenden zu entgehen. Als ein anderer Hexer vor seinem Hospital im Sterben liegt, und ihn um Hilfe bittet, gerät er in einen großen Gewissenskonflikt.
Die Welt, die C. L. Polk hier erschaffen hat, erinnert in gewisser Weise an die Zwanziger Jahre. Die Art der Kleidung, der Fortbewegungsmittel, der Klinikausstattung – alles wirkt wie das frühe 20. Jahrhundert. Natürlich einmal abgesehen von den magischen Komponenten, die eine große Rolle spielen.
Der pflichtbewusste Miles ist ein sympathischer Charakter. Man kann seine Ängste nachvollziehen. Er versucht verzweifelt, an seinem bisher aufgebauten Leben festzuhalten, und gleichzeitig das Richtige zu tun. Die übrigen Charaktere sind nicht leicht zu durchschauen. Als Leser ist man da auf dem gleichen Stand wie der Protagonist.
Die Autorin legt verschiedene falsche Fährten aus und baut einige Überraschungen ein. Genau wie Miles, weiß der Leser nicht, wem man trauen kann und wem lieber nicht.
Der Schreibstil liest sich gut und man fasst schnell Fuß in der unbekannten und geheimnisvollen Welt von Aeland. Die Spannung beginnt mit dem mysteriösen Tod des fremden Hexers und hält sich über das gesamte Buch.
Mir hat dieser Fantasyroman sehr gut gefallen, und ich kann ihn gern weiterempfehlen.