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Veröffentlicht am 18.09.2020

Ruhe in Frieden

Wenn das Licht gefriert
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Klappentext, übernommen: "Seit 40 Jahren schon ist Elisabeth mit Friedrich verheiratet - glücklich, trotz einiger Schicksalsschläge. Auch seine Alzheimererkrankung kann ihre Liebe nicht erschüttern. Doch ...

Klappentext, übernommen: "Seit 40 Jahren schon ist Elisabeth mit Friedrich verheiratet - glücklich, trotz einiger Schicksalsschläge. Auch seine Alzheimererkrankung kann ihre Liebe nicht erschüttern. Doch eines Abends ist er besonders verwirrt. Während eines TV-Beitrags über den seit 22 Jahren ungeklärten Mord an der besten Freundin ihrer Tochter gibt er Verstörendes von sich. Er erwähnt Details, die er gar nicht kennen dürfte. In Elisabeth regt sich ein schlimmer Verdacht..."

Der Mord an Anna vor 22 Jahren kommt in den Fokus eines reißerischen TV-Beitrags und bricht alte Wunden auf. Als Elisabeth und ihr an Demenz erkrankter Mann Friedrich dem TV-Beitrag folgen, gibt Friedrich Täterwissen preis. Elisabeth ist schockiert und will die Wahrheit herausfinden. Ist ihr geliebter Mann ein Mörder? Sie macht sich auf Spurensuche und kommt dem Täter nahe, bringt sich und ihren Mann in Gefahr.

Ein Thriller, der sehr nachdenklich macht, atmosphärisch dicht und durch die Cliffhanger am Ende der Kapitel enorm spannend ist. Elisabeth ist eine starke Frau, man lernt sie sehr gut kennen, erlebt den Alltag mit ihrem demenzkranken Mann Friedrich. Erfährt, wie zermürbend sich die Tage gestalten, wenn Friedrich um 10 Uhr abends in Anzug und Manschettenknöpfen ins Büro will, weil er glaubt, ein Meeting zu haben. Wie schwer es Elisabeth manchmal hat, ihn zu überzeugen, dass er schon seit Jahren pensioniert ist. Alleine dieser Alltag hat mich schon berührt, ich habe Elisabeth bewundert, war ganz nah an ihr dran.

Bei diesem Thriller konnte ich miträtseln, hatte immer wieder eine andere Person in Verdacht, nur um sie nach der nächsten Wendung wieder von meiner Verdächtigenliste streichen zu müssen. Und Wendungen gibt es einige. Wendungen, die mich jedes mal überrascht haben.

Der Thriller ist genial angelegt, bis zum gnadenlosen Ende ist nicht klar, wer Anna ermordet hat. Die Auflösung hat mich wirklich überrascht, ist aber in sich stimmig. Das Ende ist schockierend, hart, bitter und traurig, aber irgendwie doch passend.

Fazit: Atmosphärischer Thriller, der sowohl mit leisen Tönen als auch mit viel Spannung punktet. Definitiv einer, den ich so schnell nicht vergessen werde, einer der im Gedächtnis bleibt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.09.2020

Der Sensenmann

ELBFANG
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Inhaltsangabe, übernommen: »Hol över!«, hallt es durch die nächtliche Stille, als Moritz und Hanna bei einem romantischen Picknick an der Krückau sitzen. Gefährlich nah schippert eine unheimliche Gestalt ...

Inhaltsangabe, übernommen: »Hol över!«, hallt es durch die nächtliche Stille, als Moritz und Hanna bei einem romantischen Picknick an der Krückau sitzen. Gefährlich nah schippert eine unheimliche Gestalt an ihnen vorbei und jagt den beiden eine Höllenangst ein.
Als die Kophusener Beamten Hauke Thomsen und Peter Brandt den scheinbar scherzhaften Vorfall untersuchen sollen, passt ihnen das gar nicht in den Kram. Schließlich müssen sie gerade ohne ihren Chef Philip Goldberg auskommen, der Kophusen fluchtartig verlassen hat.
Notgedrungen beginnen die beiden Beamten ohne Goldberg mit ihren Ermittlungen und erkennen schon bald, dass sie es nicht mit einem Dummejungenstreich zu tun haben. Sondern mit einem Sensenmann aus Fleisch und Blut, der nur auf den richtigen Augenblick wartet, um sein erstes Todesurteil zu vollstrecken.


"Elbfang" ist Philip Goldbergs fünfter Fall, für mich war es der Erste. Ich hatte trotzdem keine Probleme in die Handlung einzusteigen, nach kurzer Zeit hatte ich ein Feeling für die Protagonisten, wobei Philip Goldberg anfangs noch nicht mit von der Partie ist.


Die Handlung ist gruselig, was für ein Anblick muss der Sensenmann sein, der mit Fackeln und einem Boot über die Krückau schippert. Was dahinter steckt versuchen Hauke Thomsen und Peter Brandt herauszufinden, sie stoßen auf einen Scheiterhaufen und allzu bald gibt es einen Toten.


Der Krimi ist gut geschrieben, spannend und immer wieder mal kommt Humor auf. Das Leben der Ermittler wirkt familiär, die Polizeiarbeit ist authentisch beschrieben,so dass ich bei den Ermittlungen hautnah dabei war. Ich fand den Krimi sowohl unterhaltsam als auch spannend, es wird bestimmt nicht mein letzter Goldberg gewesen sein.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.09.2020

Ermittlungen in der belgischen Provinz

Belgische Finsternis
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Ermittler Piet Donkers Fall, bei dem er einen Drogenring auffliegen lassen sollte, ging gründlich schief. So wird er jetzt von Brüssel in die deutschsprachige belgische Provinz versetzt. Er ist alles andere ...

Ermittler Piet Donkers Fall, bei dem er einen Drogenring auffliegen lassen sollte, ging gründlich schief. So wird er jetzt von Brüssel in die deutschsprachige belgische Provinz versetzt. Er ist alles andere als begeistert, muss seine Frau, von der er gerade getrennt ist und seine kleine Tochter Liv verlassen. In Raaffburg gibt es neue Erkenntnisse zu einem Cold Case. Damals verschwand ein Jugendlicher spurlos, nun soll Piet den Fall wieder aufrollen.

Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Piet Donker erzählt, was mir sehr gut gefallen hat. So ist man an seinen Gefühlen und Gedanken ganz nah dran und erlebt die Handlung aus seiner Sicht hautnah mit. Piet hat es momentan nicht leicht. Zum einen der vergeigte Fall, zum anderen die privaten Probleme.

Die Zusammenarbeit mit seinen neuen Kollegen ist auch nicht ganz einfach. Ein Kollege ist unmotiviert, ein grober Klotz, der immer wieder quer schießt. Ein anderer ein blutiger Neuling. Einzig der erfahrene und eigentlich schon pensionierte Lechat ist Piet eine echte Hilfe, er kennt den Ort, die Leute und liefert wertvolle Informationen. Ein wenig werden hier Klischees bedient, aber die Handlung entschädigt dann wieder.

Die Ermittlungen gehen nur zögerlich voran, Piet Donker und sein Team müssen den alten Fall neu aufrollen. Piet gerät in einige gefährliche Situationen, man merkt dass sie dem Täter nahe kommen und dieser versucht, Piet auszuschalten. Der Cold Case wurde damals von einer Serie von Mordfällen überschattet, Piet muss sich auch noch mit dem damals gefassten Serienkiller befassen. Bender, der junge unerfahrene Kollege erweist sich als clever, er steuert wichtige Überlegungen bei.

Ich konnte bei dem Fall gut miträtseln, viele Einwohner von Raaffburg wirken verdächtig. Meinen Favoriten musste ich dann jedoch verwerfen, die Auflösung hat mich echt überrascht. Am Ende wird es nochmals richtig spannend.

Fazit: Gelungener Regiokrimi, ich bin gespannt ob es eine Fortsetzung geben wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.09.2020

ein genialer Krimi, dichter Plot und viel Spannung

Commissario Pavarotti probt die Liebe
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In "Commissario Pavarotti probt die Liebe" geht Pavarotti mit Lissie auf Spurensuche in die Vergangenheit. Lissie versucht herauszufinden, was mit ihrem Vater passiert ist, der verschwand als sie 17 war. ...

In "Commissario Pavarotti probt die Liebe" geht Pavarotti mit Lissie auf Spurensuche in die Vergangenheit. Lissie versucht herauszufinden, was mit ihrem Vater passiert ist, der verschwand als sie 17 war. Keiner der beiden ahnt, dass sie sich damit in höchste Gefahr begeben. Denn was damals passiert ist, sollte nie ans Licht kommen.

Ein neuer Teil, inzwischen schon der fünfte, um Commissario Pavarotti. Ich habe alle Teile gelesen und habe den aktuellen Band schon sehnsüchtig erwartet. Auch wenn die Fälle in sich abgeschlossen sind ist es von Vorteil, die Reihe von Anfang an zu kennen. Nur so erschließen sich die vollen Charakterzüge der Figuren und ihre Beziehungen zueinander.

In diesem Teil versucht Pavarotti, seine Beziehung zu Lissie von Spiegel zu kitten. Lissie, inzwischen erfolgreiche Autorin, begibt sich in die Vergangenheit. Sie möchte das Verschwinden ihres Vaters aufklären, der verschwand als sie 17 war. Pavarotti soll ihr helfen. Viel zu schnell geraten sie zwischen die Fronten, wem können sie trauen? Wer lügt, wer sagt die Wahrheit?

Durch einen bedauerlichen Unfall hatte Lissie einen Teil ihres Gedächtnisses verloren, doch langsam kann sie sich an einige Szenen der Vergangenheit erinnern. Durch diese Erinnerungen erfahren wir mehr über Lissies Kindheit, ihren Vater und das Verhältnis der beiden zueinander. Zu seiner Person gibt es viele Fragen, Fragen, die im Verlauf beantwortet werden.

Während Lissie und Pavarotti in Deutschland auf Spurensuche sind, wird es für die beiden brandgefährlich. Emmenegger hält im Meran die Stellung, auch für ihn wird es gefährlich. Er hat Unterstützung von seiner neuen Kollegin Eva. Emmenegger mutiert in diesem Teil zu meinem Lieblingsprotagonisten, wow, er zeigt mal eine ganz andere Seite.

Der Plot ist komplex aufgebaut, undurchsichtig, und führt in die politische Vergangenheit Italiens. Die Terroranschläge in Südtirol in den 80er Jahren waren mir nicht mehr präsent, die Autorin kombiniert gekonnt Fakten mit Fiktion, so dass ein dichter Plot entsteht der mit viel Spannung punktet.

Fazit: Was für ein genialer Krimi! Politische Intrigen, Geheimnisse die in der Vergangenheit begraben liegen, Spannung und Action. Für mich der perfekte Krimi, von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.


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Veröffentlicht am 03.09.2020

Pageturner

Geburtstagskind
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"Geburtstagskind" von Anders Roslund beginnt mit schockierenden Szenen. Zana hat Geburtstag, sie ist 5 geworden. Die Geburtstagstorte steht auf dem Tisch, die Kerzen erloschen, Zana hüpft durch das Zimmer ...

"Geburtstagskind" von Anders Roslund beginnt mit schockierenden Szenen. Zana hat Geburtstag, sie ist 5 geworden. Die Geburtstagstorte steht auf dem Tisch, die Kerzen erloschen, Zana hüpft durch das Zimmer und singt "Hochsollsieleben". Sie weiß, es ist ihr Ehrentag. Doch ihre Familie sitzt tot in der Wohnung, was das Kind Zana nicht begreift. Fast drei Tage verbringt Zana mit den Toten in der Wohnung, bis Nachbarn auf den merkwürdigen Geruch aufmerksam werden. Ein Fall, der Kommissar Ewert Grens nie losgelassen hat, denn den Mörder hat er nie ermitteln können. 20 Jahre später: Jetzt gibt es wieder Morde, genau wie Zanas Familie werden die Opfer mit 2 Schüssen in den Kopf hingerichtet. Das lässt nur einen Schluss zu: Der Mörder von vor 20 Jahren ist zurück.

Wow, was für ein genialer Krimi. Mein erstes Buch des Autors, es wird bestimmt nicht das letzte gewesen sein. Der Schreibstil ist anspruchsvoll, die Geschichte von Anfang an fesselnd. In verschiedenen Strängen wird die Story erzählt, was für eine eigene Dynamik sorgt. Ewert Grens ermittelt in den neuen Mordfällen, er spannt den ehemaligen Undercoveragenten Hoffman ein, der ihm hilft und auf Spurensuche geht. Gleichzeitig versucht Grens im Alleingang herauszufinden, wer die Familie von Hoffman bedroht, sie helfen sich gegenseitig.

Ich habe die Handlung atemlos verfolgt, sie ist dicht und es gibt so einige Überraschungen, mit denen ich echt nicht gerechnet hätte. Es gibt auch einige brutale Szenen und Action, die aus dem Krimi einen Thriller machen. 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung für diesen megaspannenden Krimi.

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