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Veröffentlicht am 15.08.2021

Ein packender Roman um Transplantationen

Die andere Tochter
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Ein Puzzle auf hellblauem Grund, vier Teile liegen bereits, mit der weißen Aufschrift "Die andere Tochter", darunter der Name der Autorin Dinah Marte Golch, prägen das Cover dieses packenden Romanes.

Im ...

Ein Puzzle auf hellblauem Grund, vier Teile liegen bereits, mit der weißen Aufschrift "Die andere Tochter", darunter der Name der Autorin Dinah Marte Golch, prägen das Cover dieses packenden Romanes.

Im April 2019 verätzt sich Toni während ihrer Arbeit die Augen. Sie räumt die Wohnungen Verstorbener aus, meistens, weil es die Hinterblebenen nicht schaffen. Doch nun hat sie sich die Augen verletzt, sie kann nichts mehr sehen. Nur durch eine Cornea-Transplantation kann sie mit Glück wieder sehen.

Dieses Glück hat sie tatsächlich und zwar schneller, als sie dachte. Und sie macht sich Gedanken über den Spender, schließlich wäre sie ohne ihn doch blind. Sie möchte sich so gerne bei der Familie bedanken! Doch nicht umsonst gibt es Vorschriften, sie erfährt weder Namen noch Anschrift. Lediglich einen Brief kann sie schreiben, dieser wird geprüft und dann wird darüber entschieden, ob er weitergeleitet werden kann. Seltsamerweise bekommt sie eine Antwort auf ihr Schreiben. Sie verabredet sich mit der Mutter der Spenderin. Sie weiß nicht, was sie damit in Bewegung setzt. Ja, es ändert ihr Leben und die bisherigen Beziehungen zu ihrem Freund und ihrer eigenen Familie, insbesondere zu ihrer Mutter.
Sie hat ständig das Gefühl, dass die verstorbene Spenderin mit ihr redet und sie beeinflussen will. Doch nichts ist, wie es scheint!

Die Autorin Dinah Marte Golch hat diesen fesselnden Roman in zwei Zeiten aufgeteilt, ab April 2019 wird er aus Tonis Sicht in der dritten Person Singular erzählt, ab Oktober 2019 in der Ich-Form. Im Grunde ist er in zwei Lebensabschnitte für Antonia aufgeteilt, denn diese hat ein nicht aufgearbeitetes Verhältnis zu ihren Eltern. Erst im Oktober kommt sie einem Geheimnis auf die Spur.

Wer dieses Buch liest, nimmt es noch einige Tage mit sich, das geht nicht anders.

Der Roman erscheint im August 2021 im Verlag List.

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Veröffentlicht am 08.08.2021

Leben mit dem Tod - und einer Lüge

Das Beste kommt noch
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Das hellblaue Cover ist beherrscht von einer Frau, die ihre rotbbraunen Haare locker nach hinten gesteckt hat. Darüber steht der Titel "Das Beste kommt noch", darüber lesen wir den Namen des Autors Richard ...

Das hellblaue Cover ist beherrscht von einer Frau, die ihre rotbbraunen Haare locker nach hinten gesteckt hat. Darüber steht der Titel "Das Beste kommt noch", darüber lesen wir den Namen des Autors Richard Roper.

Andrew ist nur durch eine Lüge zu einer neuen Anstellung gekommen. Es ist einfach passiert, weil er beim Vorstellungsgespräch mit seinen Gedanken woanders war. Jetzt ist er also kein Junggeselle mehr, er hat also eine fiktive Frau und zwei Söhne. Bisher war das aber auch kein Problem.

Er und seine Kollegen sorgen im Auftrag der Gemeinde dafür, dass in den Wohnungen von einsam Verstorbenen nach Angehörigen gesucht wird, die sich um die Beerdigungen kümmern, damit die Kommunen die Kosten nicht tragen müssen. Falls sie keine Angehörigen finden, suchen sie nach Geld, um die Gebühren für die Beisetzung und Wohnungsauflösung zahlen zu können.
Artur geht sogar soweit, dass er die Verstorbenen auf ihrem letzten Gang begleitet, selbst wenn der Pfarrer und er die einzigen sind, die diesen Weg gehen.

Seine Kollegen hänseln ihn, einfach weil er durch sein introvertiertes Wesen oft dazu herausfordert. - Eines Tages bekommt er eine neue Kollegin. Peggy ist sein genaues Gegenteil. Sie ist quirlig und offen und bringt ihn zum Lachen. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder, allerding tatächlich. Arturs Leben wird auf den Kopf gestellt. Nichts ist mehr, wie es war - er mag sie.

Der Protagonist Artur ist ein Mensch mit viel Herz, er traut sich nur nicht, es in die Hand zu nehmen. Peggy ist eine Frau, ohne die dieser Roman keiner wäre.

Richard Roper hat mich gut unterhalten, der Roman geht zwischendurch in die Vergangenheit, wir lernen Arturs Mutter und Schwester in der Vergangenheit kennen, ebenso die Zeit, als er studierte. Ich habe nicht gedacht, dass es eine Erklärung für Arturs Art gibt, doch die gibt es, wenn auch sehr spät. Man darf nur das Buch nicht aus der Hand legen. Es lohnt sich, es von der ersten bis zur letzten Zeile zu lesen.

Der Roman wurde veröffentlicht im Verlag Wunderlich.

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Veröffentlicht am 08.08.2021

Leben mit dem Tod - und einer Lüge

Das Beste kommt noch
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Das hellblaue Cover ist beherrscht von einer Frau, die ihre rotbbraunen Haare locker nach hinten gesteckt hat. Darüber steht der Titel "Das Beste kommt noch", darüber lesen wir den Namen des Autors Richard ...

Das hellblaue Cover ist beherrscht von einer Frau, die ihre rotbbraunen Haare locker nach hinten gesteckt hat. Darüber steht der Titel "Das Beste kommt noch", darüber lesen wir den Namen des Autors Richard Roper.

Andrew ist nur durch eine Lüge zu einer neuen Anstellung gekommen. Es ist einfach passiert, weil er beim Vorstellungsgespräch mit seinen Gedanken woanders war. Jetzt ist er also kein Junggeselle mehr, er hat also eine fiktive Frau und zwei Söhne. Bisher war das aber auch kein Problem.

Er und seine Kollegen sorgen im Auftrag der Gemeinde dafür, dass in den Wohnungen von einsam Verstorbenen nach Angehörigen gesucht wird, die sich um die Beerdigungen kümmern, damit die Kommunen die Kosten nicht tragen müssen. Falls sie keine Angehörigen finden, suchen sie nach Geld, um die Gebühren für die Beisetzung und Wohnungsauflösung zahlen zu können.
Artur geht sogar soweit, dass er die Verstorbenen auf ihrem letzten Gang begleitet, selbst wenn der Pfarrer und er die einzigen sind, die diesen Weg gehen.

Seine Kollegen hänseln ihn, einfach weil er durch sein introvertiertes Wesen oft dazu herausfordert. - Eines Tages bekommt er eine neue Kollegin. Peggy ist sein genaues Gegenteil. Sie ist quirlig und offen und bringt ihn zum Lachen. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder, allerding tatächlich. Arturs Leben wird auf den Kopf gestellt. Nichts ist mehr, wie es war - er mag sie.

Der Protagonist Artur ist ein Mensch mit viel Herz, er traut sich nur nicht, es in die Hand zu nehmen. Peggy ist eine Frau, ohne die dieser Roman keiner wäre.

Richard Roper hat mich gut unterhalten, der Roman geht zwischendurch in die Vergangenheit, wir lernen Arturs Mutter und Schwester in der Vergangenheit kennen, ebenso die Zeit, als er studierte. Ich habe nicht gedacht, dass es eine Erklärung für Arturs Art gibt, doch die gibt es, wenn auch sehr spät. Man darf nur das Buch nicht aus der Hand legen. Es lohnt sich, es von der ersten bis zur letzten Zeile zu lesen.

Der Roman wurde veröffentlicht im Verlag Wunderlich.

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Veröffentlicht am 01.08.2021

Spannende Auslegung eines Teils der nordischen Göttersagen für Jung und Alt

Die Helden von Midgard
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Ein grünes Cover, beherrscht von einer Streitaxt, zeigt im Hintergrund weiße Blumen. Ganz oben steht der Name der Autorin Liza Grimm. Über den Stiel der Streitaxt ist quer über das Cover der Titel "Die ...

Ein grünes Cover, beherrscht von einer Streitaxt, zeigt im Hintergrund weiße Blumen. Ganz oben steht der Name der Autorin Liza Grimm. Über den Stiel der Streitaxt ist quer über das Cover der Titel "Die HELDEN VON MIDGARD" zu lesen.

Kára ist eine Walküre, deren Aufgabe es ist, Helden nach Walhall zu begleiten. In Walhall soll es ihnen gutgehen, sie werden keine schweren Gedanken mehr haben. Das machen die Götter natürlich nicht selbstlos, sie sammeln alle Helden um sich, um eine Armee zu ihrem Schutz zu haben, wenn Ragnarök kommt, um sie zu vernichten, denn so wurde es vorhergesagt.

Tyr, der Kriegsgott steht den ausgewählten Helden oft zur Seite, dass sie sich auch als Helden zeigen können. Kára arbeitet häufig zusammen mit Tyr zusammen. Die beiden Geschwister sind sich sehr zugetan. Tyr sorgt sich um seine Schwester, denn diese hat sich in den nächsten Helden verliebt, der natürlich nicht ahnt, wer sie tatsächlich ist. Als ihr gemeinsamer Vater Odin ein Gesetz erläßt, dass es allen verbietet, sich den Menschen zu nähern, ist Tyr in einer Zwickmühle. Er ahnt aber nicht, dass Loki, der Gott des Chaos ein falsches Spiel mit ihnen spielt.

Besonders gut finde ich, dass man zu Anfang gleich mitten in der Handlung ist. Es löst sich ja alles bald auf, wie Tyr und Kára sich diesem Menschendorf nähern konnten. Die Neugierde wird während des gesamten Romans aufrecht erhalten. - Den Tadel, den Kára von Odin erhält, kann ich voll unterstützen. Es war doch sooo offensichtlich! Smile.

Die "Personen" in dieser Auslegung sind ganz toll ausgearbeitet und man fiebert mit einem jeden mit. Selbst die in Walhall lebenden Helden kann man von ihrer Einstellung her sehr gut verstehen.

Wenn man berücksichtigt, dass dies ein Buch für Jugendliche und Erwachsenen ist, ist es für die Autorin nicht ganz so einfach, die Sprache und Handlung in der Waage zu halten. Ich persönlich finde dieses Buch von Liza Grimm einfach klasse und kann es weiterempfehlen, besonders auch für die Jugendlichen.

Es wurde 2019 im Verlag Knaur veröffentlicht.

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Veröffentlicht am 20.07.2021

Dieses Buch muss man lesen!

Taxi Damaskus
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Auf grauem Cover, das aussieht wie Staub, vielleicht von den Trümmern oder/und Bomben, kann man gerade noch in schwarz die Namen der Autoren Aeham Ahmad und Andreas Lukas entziffern. Dann folgt dick in ...

Auf grauem Cover, das aussieht wie Staub, vielleicht von den Trümmern oder/und Bomben, kann man gerade noch in schwarz die Namen der Autoren Aeham Ahmad und Andreas Lukas entziffern. Dann folgt dick in gelb "TAXI DAMASKUS", darunter wieder in schwarz "Geschichten - Begegnungen - Hoffnungen"
und darunter erkennen wir ein fast schrottreifes gelbes Taxi Damaskus.

Der Taxifahrer Ahmed erzählt von seinem heißgeliebten Damaskus, wie sehr es sich verändert hat. Wir sind im Jahr 2015. Heute wird es dort noch viel schlimmer aussehen. Doch für unser Verständnis sollte man dieses Buch auf jeden Fall lesen. Uns geht es so gut, wo es anderen doch um das nackte Leben und Überleben geht.

Ahmed berichtet von seiner mittlerweile durch den Krieg dezimierten Familie, aber auch vom Leid anderer, die Mühe haben, die Familie zu ernähren. Dennoch helfen sich die Menschen untereinander, so auch die Taxifahrer. Bei großen Anlässen stellen sie sich schon mal nicht für eine weitere Fahrt an, damit ein Kollege seine erste Fahrt bekommt. Man hilft sich mit Benzin, denn das ist knapp, so wie alles andere.

Auf seinen Fahrten hört er seinen Fahrgästen zu. So bekommt er Einblicke, die er sonst nicht hätte und vielleicht würde er über manches anders urteilen.

Die Liebe zu seinem Land schimmert immer wieder durch die Gedanken des Taxifahrers und man kann die Hoffnung greifen. Wollen wir alle doch mit ihm hoffen, dass dieser seit 2011 dauernde unselige Krieg bald ein Ende haben wird.

Das Buch ist durch die kurzen Kapitel leichter zu verarbeiten und fordert auch dazu auf, nach diesen Kapiteln eine Gedankenpause einzulegen.

Diese Pausen kann man sich gut mit den Bildern der syrischen Künstlerin Tahani Munawar, des Künstlers Ibrahim Doudieh und den Fotots von Ahmed Al-Doumani verstärken.

Besonders hinweisen möchte ich auf die Gedichte, die sich in diesem Buch befinden. Sie stammen von Andreas Lukas..

Das Buch wurde im Wolfbach-Verlag veröffentlicht - Sie müssen es unbedingt lesen!

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