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veronique

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.10.2021

Schreibtalent

Nachtschattenwald. Auf den Spuren des Mondwandlers
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Als Finn und seine Schwester Hannah sich eines Tages zu weit in den Nachtschattenwald gewagt hatten, schafften sie es nicht mehr vor der Dunkelheit nach Hause. Der berüchtigte Mondwandler hat Hannah geholt, ...

Als Finn und seine Schwester Hannah sich eines Tages zu weit in den Nachtschattenwald gewagt hatten, schafften sie es nicht mehr vor der Dunkelheit nach Hause. Der berüchtigte Mondwandler hat Hannah geholt, denkt man, als sie auch am nächsten Tag nicht mehr nach Hause kommt. Ist die Sage über den Mondwandler also wirklich wahr?

Meine Meinung: Mit dem Nachtschattenwald hat Kathrin Tordasi eine grandiose Geschichte für Jung und Alt geschrieben. Auf den ersten Seiten eröffnet sie eine dystopische Welt, die mit einem wild wuchernden Wald Gestalt annimmt. Das Setting wird durch sämtliche Sinne erlebbar. Der Autorin gelingt es, die Magie dieses Ortes in ihren Beschreibungen festzuhalten.
Die Protagonisten Finn und Samira, welche beste Freunde sind, zeigen sich für ihr Alter sehr reif und rational denkend. Durch ihre Neugier beginnt das Abenteuer in den Wäldern sehr schnell. Zudem treten andere Figuren auf, die der Leser bis zum Ende hin nicht eindeutig in die Kategorie Gut oder Böse einteilen kann.
Auf ihrem Weg erleben sie zahlreiche magische Momente und die Spannung nimmt besonders im letzten Drittel stark zu. Unerwartetes geschieht Seite für Seite, sodass der Leser in einen Sog der Geschichte gerät.


Fazit: Kathrin Tordasi findet stets genau die richtigen Worte für die besondere Welt, die sie schöpft. Kluge Figuren und Überraschungsmomente sorgen dafür, dass das Buch nicht mehr aus der Hand zu legen ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.10.2021

Hochemotional

Regenglanz
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Als Simon das Tattoostudio, indem Alissa arbeitet, wegen eines missratenen Tattoos aufsucht, versucht er vergeblich einen Termin bei einem männlichen Artisten für das Cover- up zu buchen. Alissa fasst ...

Als Simon das Tattoostudio, indem Alissa arbeitet, wegen eines missratenen Tattoos aufsucht, versucht er vergeblich einen Termin bei einem männlichen Artisten für das Cover- up zu buchen. Alissa fasst es als Frauenfeindlichkeit auf, dabei schämt sich Simon bloß für sein Tattoo. Bei den kommenden Sitzungen lernen sich die beiden jedoch besser kennen.

Meine Meinung: Das Buch hat mich zunächst sprachlos zurückgelassen. Anya Omahs Schreibstil ist wortgewaltig und hochemotional. Zeile für Zeile findet sie genau die richtigen Worte, die die wechselnden Perspektiven von Simon und Alissa so lebendig machen.
Die beiden Protagonisten sind sehr authentisch. Alissa und Simon haben beide ihr eigenes Päckchen zu tragen. Ihnen werden viele kleine Hindernisse in den Weg gestellt, die es zu bewältigen gilt. Besonders gelungen ist der Zwiespalt der Figuren dargestellt. Einerseits beweisen sie Stärke, andererseits sind sie fehlerhaft und zweifeln an sich. Omah gelingt es auch durch andere Figuren, die Persönlichkeiten herauszukristallisieren. So steht auch häufig Alissas toxische Beziehung zu ihrer verbleibenden Familie im Fokus, aber auch die tiefgründige Freundschaft zu zwei Frauen.
Das Buch ist eine Achterbahn der Gefühle, denn wenn man denkt, man würde den Fortgang der Geschichte kennen, wirft die Autorin alles wieder durcheinander. Von der ersten Seite an konnte mich die unglaublich emotionale Erzählung einer zarten Liebe fesseln.


Fazit: Ich habe lange kein New Adult Roman mehr gelesen, der die Emotionen so hochkochen lässt - und das auf eine authentische Art und Weise. Definitiv ein Must- read!

  • Einzelne Kategorien
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Veröffentlicht am 08.08.2021

Gelungen

Rosa Parks
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“Rosa Parks” ist ein Pappbilderbuch der Reihe “Little People, Big Dreams”, in welcher berühmte historische Persönlichkeiten kindgerecht vorgestellt werden All die behandelten Menschen haben für Großes ...

“Rosa Parks” ist ein Pappbilderbuch der Reihe “Little People, Big Dreams”, in welcher berühmte historische Persönlichkeiten kindgerecht vorgestellt werden All die behandelten Menschen haben für Großes gekämpft, wie beispielsweise für Bürgerrechte und die Freiheit. Rosa Parks ist US-amerikanischen Bürgerrechtlerin, die ihr Leben dem Kampf gegen die rassistisch begründete Rassentrennung in den USA gewidmet hat.

Marta Angelos Illustrationen sind sehr schlicht gehalten, doch sie geben das Wichtigste wieder und helfen den jungen Lesern oder auch Zuhörern beim Verstehensprozess. Auf einer Seite steht oftmals nicht mehr als ein kurzer Satz, sodass Kinder sich ganz auf diesen fokussieren können. Zudem ist die Sprache sehr kindgerecht. Ich kenne kein anderes Buch, welches so früh den Rassismus thematisiert, zumal es ein sehr aktuelles Thema in unserer Gesellschaft ist. Ist die letzte Seite geschafft, bleibt der Inhalt noch im Kopf und es können sich anregende Fragen und Gespräche zwischen Kind und Erwachsenem entwickeln.



Fazit: Ein sehr gelungenes Buch für die Kleinsten, um sich dem wichtigen gesellschaftlichen Thema Rassismus anzunähern.

Veröffentlicht am 24.07.2021

Über den Verlust

Arno und sein Pferd
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Inhalt:
Wie geht man mit Verlust und dem Tod eines geliebten Menschen um? Es sind die kleinen Dinge und vor allem die Erinnerungen, die Verstorbene am Leben erhalten. Das lernt auch der kleine Junge Arno. ...

Inhalt:
Wie geht man mit Verlust und dem Tod eines geliebten Menschen um? Es sind die kleinen Dinge und vor allem die Erinnerungen, die Verstorbene am Leben erhalten. Das lernt auch der kleine Junge Arno.



Meine Meinung:
“Arno und sein Pferd” ist ein liebevoll gestaltetes Kinderbuch. Die Zeichnungen erstrecken sich jeweils über eine Doppelseite und sind im kindlichen Stil gehalten, aber mit Liebe zum Detail. Die Geschichte kommt mit wenigen Worten aus, denn vieles passiert über die Bilder, aber auch einen Teil, den der Leser sich denken muss. Das ist eine sehr wertvolle Weise, auch mit kleinsten Kindern (Empfehlung ab 3 Jahren) über Verlust zu reden. Die Geschichte ist also nicht einfach eine Geschichte, sondern sie spricht regelrecht mit dem Leser.



Fazit:
Ein sehr gelungenes Buch für die kleinsten Leser, bei dem eine schwierige Thematik gut gelöst wird.

Veröffentlicht am 23.07.2021

Bereichernd

Ich hatte nicht immer, was ich wollte, aber alles, was ich brauchte
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Inhalt:
Björn Lindeblad erzählt in diesem Buch von seinem Lebensweg. Er übt einen wirtschaftlichen Beruf aus, entscheidet sich dann aber für das Leben als buddhistischer Mönch. Doch ihn trifft ein Schicksalsschlag ...

Inhalt:
Björn Lindeblad erzählt in diesem Buch von seinem Lebensweg. Er übt einen wirtschaftlichen Beruf aus, entscheidet sich dann aber für das Leben als buddhistischer Mönch. Doch ihn trifft ein Schicksalsschlag und Björn muss seine Zeit als Mönch abschließen.



Meine Meinung:

Björn Lindeblads Autobiographie ist sehr authentisch erzählt. Er ist ein normaler Mensch mit allen Begierden und Bedürfnissen und zu seinem Mönch- Dasein ist es ein langer, steiniger Weg, von dem er mit Anekdoten berichtet. Er macht den Buddhismus erlebbar, vermittelt ihn den Lesern empathisch. Einiges aus dieser Philosophie war mir bereits bekannt, wie dass der Umgang mit Geld komplett wegfällt, doch wie funktioniert das?
Björn Lindeblad teilt seine Gefühle und Gedanken schonungslos und offen. Auch er ist nicht unfehlbar. Er beantwortet zahlreiche Fragen durch seine Erfahrungen. Ist ein Mönch wirklich sexuell enthaltsam? Hat man gar keine Begierden?
Das Buch verändert den Leser, sensibilisiert ihn. In seiner schweren Zeit, die er durchleben musste, musste ich schlucken. Auch ein Mann, der viel Gutes wirkt, bleibt nicht von der Natur verschont.



Fazit:
Ein Buch, welches sehr viele Erkenntnisse über das buddhistische Leben als Mönch bietet. Es ist sehr bereichernd und ein empathisches Leseerlebnis.