Profilbild von wampy

wampy

Lesejury Star
online

wampy ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit wampy über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.01.2020

Unterhaltsames Gemeinschaftswerk mehrerer Autoren, sehr gut vorgetragen

Die vierte Zeugin
0

Buchmeinung zu Diverse Autoren – Die vierte Zeugin

„Die vierte Zeugin“ ist ein historischer Roman von mehreren Autoren, der 2012 bei Aufbau Taschenbuchverlag erschienen ist. Die ungekürzte Hörfassung ...

Buchmeinung zu Diverse Autoren – Die vierte Zeugin

„Die vierte Zeugin“ ist ein historischer Roman von mehreren Autoren, der 2012 bei Aufbau Taschenbuchverlag erschienen ist. Die ungekürzte Hörfassung wird von Tanja Fornaro gelesen und ist 2016 bei Audible Studios erschienen.

Zum Autor:
Dieses Gemeinschaftsprojekt der zwölf Autoren Tanja Kinkel, Oliver Pötzsch, Martina Andre, Peter Prange, Titus Müller, Heike Koschyk, Lena Falkenhagen, Alf Leue, Katrin Burseg, Caren Benedikt, Ulf Schiewe und Marlene Klaus wurde durch Heike Koschyk und Alf Leue herausgegeben. Der traurige Anlass für dieses Projekt war der Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2010.

Sprecher:
Tanja Fornaro ist eine deutsche Schauspielerin, Sprecherin und Hörbuchregisseurin, in Berlin geboren, mit italienischem Hintergrund. Sie hat mich überzeugt.

Klappentext:
Köln im Jahre 1534. Ein ungewöhnlicher Gerichtsfall hält die Stadt in Atem: Der Londoner Geschäftsmann Richard Charman verklagt die Tuchhändlerwitwe Agnes Imhoff, um eine Schuld ihres unter rätselhaften Umständen verstorbenen Ehemanns Andreas zu begleichen. Agnes droht alles zu verlieren. Als sie versucht, ihre Unschuld an den Taten ihre Mannes zu beweisen, offenbart sich nicht nur ein Familiendrama, Stück für Stück gelangen tödliche Intrigen, Lügen und politische Verflechtungen ans Licht, die bis ins englische Königshaus reichen. Doch bis zuletzt stellt sich die Frage: Wer ist Agnes Imhoff wirklich - Opfer oder Täter?

Meine Meinung:
Dieses Gemeinschaftswerk diverser Autoren schildert eine interessante Begebenheit aus der Kölner Geschichte, die die einzelnen Autoren jeder für sich gelungen erzählen. Und doch merkt man an manchen Stellen kleine Brüche in der Schilderung, seien es anders gesetzte Schwerpunkte oder Variationen im Schreibstil. Und doch macht es Freude, dieser Geschichte zu folgen. Sehr gelungen ist die Einbindung des Einsturzes des Kölner Stadtarchivs bei Bauarbeiten für einen neuen U-Bahnabschnitt. So bleibt die endgültige Bewertung der Geschehnisse dem Leser überlassen. Die Figuren sind ansprechend gestaltet, wenn auch nicht sonderlich tief gezeichnet. Es gibt sympathische und weniger sympathische Figuren, Verschwörungen und gefährliche Situationen, in die die Protagonisten geraten. Der Unterhaltungswert ist gegeben, aber es ist nicht so konsistent wie ein Werk aus einer einzigen Feder.

Fazit:
Ein Gemeinschaftswerk mehrerer Autoren für einen guten Zweck, das einen hohen Unterhaltungswert aufweist. Deshalb gibt es vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und eine klare Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.01.2020

Luc Verlain konnte mich nicht überzeugen

Winteraustern
0

Buchmeinung zu Alexander Oetker – Winteraustern

„Winteraustern“ ist ein Kriminalroman von Alexander Oetker, der 2019 bei Hoffmann und Campe erschienen ist. Dies ist der drittr Fall für Luc Verlain.

Zum ...

Buchmeinung zu Alexander Oetker – Winteraustern

„Winteraustern“ ist ein Kriminalroman von Alexander Oetker, der 2019 bei Hoffmann und Campe erschienen ist. Dies ist der drittr Fall für Luc Verlain.

Zum Autor:
Alexander Oetker war langjähriger Frankreichkorrespondent für RTL und n-tv und ist profunder Kenner von Politik und Gesellschaft der Grande Nation. Geboren 1982 in Berlin, arbeitete er u.a. für die Berliner Zeitung, das Bayerische Fernsehen und den MDR. Seit 2012 ist er politischer Korrespondent für die Mediengruppe RTL Deutschland in Berlin, berichtet aber immer wieder aus Frankreich.

Klappentext:
Winterzeit am Bassin d’Arcachon, das bedeutet für die Austernzüchter Hochkonjunktur. Allerdings auch für die Austerndiebe, denen man mit immer drastischeren Methoden begegnet. Und so mündet das, was eine besinnliche Bootsfahrt werden sollte, für Luc Verlain in einen Mordfall, der es in sich hat.
Zusammen mit seinem Vater, einem ehemaligen Austernzüchter, hatte Luc eigentlich nur noch einmal dessen einstige Wirkungsstätte befahren wollen, als sie plötzlich auf die übel zugerichteten Leichen zweier junger Männer stoßen. Handelt es sich um Austernzüchter, die den Austernmogul der Region um einen Teil seines Festtags-Umsatzes bringen wollten? Oder wollte ein anderer Austerndieb von seinem Treiben ablenken?
Die Ermittlungen von Luc und seiner Partnerin Anouk führen tief hinein in eine von Profitgier und Konkurrenzdenken korrumpierte Branche.

Meine Meinung:
Dieses Buch beeindruckt weniger durch die Krimihandlung als durch die Beschreibung der sozialen Situation der kleinen Austernfischer und der sozialen Brennpunkte in den Wohnsilos der Vorstädte. Die Hauptfigur Luc Verlain, Sohn eines Austernfischers, ist aus Paris ist seine Heimatregion zurückgekehrt, um in der Nähe seines kranken Vaters zu sein. Luc ist ein komplexer Charakter mit Eccken und Kanten, den ich aber nicht sympathisch fand. Er agiert meist wie ein Superbulle und wie ein Mann, den die Frauen mögen. Er tritt oft sehr dominant auf, liebt seine Kollegin Anouk und seinen Vater. Er ist bestens vernetzt und doch gibt es Schatten auf seiner Weste. Er ist sehr eifersüchtig und sein Verhältnis zu seinem baskischen Kollegen ist noch immer gestört. Die Figur der Anouk ist noch etwas tiefer gestaltet, aber die übrigen Figuren wirken wenig komplex und klischeebehaftet. Gerade der Gegensatz kleine Fischer kontra Austernbaron übertreibt dies. Die Handlung ist ohne Zweifel spannend erzählt, mit temporeichen Action-Szenen angereichert und bietet ein paar überraschende Ideen. Doch insgesamt wirkte es auf mich zu sehr konstruiert. Gut gefallen haben mir die Szenen, in denen der Berichterstatter und politische Journalist die Oberhand gewinnt. Dazu kommen atmosphärisch starke Schilderungen der Region und ihrer Bewohner.

Fazit:
Trotz einiger Ansätze konnte mich dieses Buch nur teilweise überzeugen, insbesondere die Hauptfigur Luc Verlain wirkte konstruiert und zu mächtig. So vergebe ich drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten).

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.01.2020

Ein spannender Umweltthiller

Bluterde
0

Buchmeinung zu Claudia Praxmayer – Gefährliche Gier

„Gefährliche Gier“ ist ein Kriminalroman von Claudia Praxmayer, der 2019 im dotbooks Verlag erschienen ist. Erstmals erschien dieses Buch unter dem ...

Buchmeinung zu Claudia Praxmayer – Gefährliche Gier

„Gefährliche Gier“ ist ein Kriminalroman von Claudia Praxmayer, der 2019 im dotbooks Verlag erschienen ist. Erstmals erschien dieses Buch unter dem Titel „Bluterde“ 2013 bei Droemer Knaur.

Zum Autor:
Claudia Praxmayer ist gebürtige Salzburgerin und hat Biologie studiert. Sie arbeitet in München als selbstständige PR-Beraterin und Autorin. Sie hat bereits Ratgeber, Sachbücher und mittlerweile drei Romane veröffentlicht. Als aktives Mitglied des NABU Deutschland engagiert sie sich seit vielen Jahren ehrenamtlich im Bereich Artenschutz und setzt sich für bedrohte Tierarten ein.

Klappentext:
Im Dschungel lauert der Tod … Die engagierte Artenschützerin Dr. Lea Winter ist für ein Naturschutzprojekt für Gorillas im Kongo verantwortlich – und entsetzt, als sie erfährt, dass skrupellose Geschäftemacher nicht davor zurückschrecken, die majestätischen Tiere auszurotten, um in ihrem Lebensraum nach Coltan zu schürfen. Wild entschlossen, die Gorillas zu retten, reist Lea selbst in den kongolesischen Dschungel. Doch dort muss sie am eigenen Leib erfahren, dass Gewalt und Korruption in diesem Land an der Tagesordnung sind: Lea findet sich im Visier einer gefährlichen Mafia wieder, deren Wurzeln tief in die westliche Welt reichen …

Meine Meinung:
Die drei Hauptfiguren Lea, Femi und Ian sind starke Persönlichkeiten, zwischen denen es zu Konflikten kommt, auch wenn sie ähnliche Ziele haben. Inoffizielle Coltanminen im Naturschutzpark bedrohen Tiere und Menschen in dieser Region. An ihnen verdienen Rebellen, geschmierte Regierungsvertreter und vor allem ausländische Geldgeber. Der Konflikt eskaliert und Lea gerät in große Gefahr. Spätestens hier wird es extrem spannend und die Autorin schlägt ein hohes Erzähltempo an. Hier konnte ich das Buch kaum noch zur Seite legen. Eher als störend empfand ich eine angedeutete Liebesbeziehung. Femi und Ian kämpfen intensiv um die Rolle des Alpha-Männchens, raufen sich dann aber doch zusammen. Ein Kommandounternehmen setzt einen spannenden Höhepunkt. Die Actionsequenzen sind eindrucksvoll und haben mich positiv überrascht. Auch die Schilderung der Hintergründe ist gelungen und hat mich überzeugt. Manchmal übertreibt es die Autorin allerdings mit den von den Protagonisten zu lösenden Problemen. Während Femi und Ian sehr sympathisch auf mich wirkten, ging mir Lea mit ihrer Reinlichkeitsphobie und ihrer Ausstrahlung im afrikanischen Umfeld eher auf die Nerven. Aber Ecken und Kanten hatten die Hauptfiguren auf jeden Fall. Auch das Ende konnte überzeugen, auch weil nicht alles positiv ausfiel.

Fazit:
Ein überzeugender Thriller mit viel Tempo, spannender Handlung und gut gestalteten Figuren. Auch wenn es noch Potential für Verbesserungen gibt, vergebe ich fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.12.2019

Ein Regio-Krimi, der sich an großen Themen verhebt

Skippermord in Bensersiel. Ostfrieslandkrimi
0

Buchmeinung zu Rolf Uliczka – Skippermord in Bensersiel

„Skippermord in Bensersiel“ ist ein Kriminalroman von Rolf Uliczka, der 2019 im Klarant Verlag erschienen ist. Dies ist der neunte Band um die beiden ...

Buchmeinung zu Rolf Uliczka – Skippermord in Bensersiel

„Skippermord in Bensersiel“ ist ein Kriminalroman von Rolf Uliczka, der 2019 im Klarant Verlag erschienen ist. Dies ist der neunte Band um die beiden Kriminalpolizisten Bert Linning und Nina Jürgens.

Zum Autor:
Rolf Uliczka ist geboren und aufgewachsen am Rande der romantischen Holsteinischen Schweiz und lebt mit seiner Frau seit einigen Jahren im Saterland. Menschen in all ihren Facetten und ihre Geschichten haben ihn schon immer fasziniert. Auch das Schreiben war und ist eine seiner größten Leidenschaften. Ostfriesland, das Land der Leuchttürme, des Wattenmeeres, der grünen Landschaften mit seinen geheimnisvollen Mooren und Inseln, wo jährlich Millionen ihren Urlaub verbringen, bietet ihm viel Stoff für das Unerwartete. Genau das macht auch die Spannung seiner Ostfrieslandkrimis aus.

Klappentext:
Mit einer Leiche an Bord kehren zwei Krabbenfischer zurück von ihrem Fang in der Nordsee. Der aus dem Meer gefischte tote Psychologe war Freizeitskipper und Mitglied im Seglerverein von Bensersiel. Dass ein Mord vorliegt, ist für die Kommissare Nina Jürgens und Bert Linnig von der Kripo Wittmund schnell klar. Die Zusammenhänge jedoch sind rätselhaft: Handelt es sich um den Racheakt eines Teilnehmers der großen Segelregatta, den das Opfer vor wenigen Tagen um den Sieg gebracht hat? Und wie gelangte die Motoryacht des Skippers wieder in den Hafen von Bensersiel, während er längst tot in der Nordsee trieb? Hat der Mörder des Psychologen die Yacht seelenruhig zurückgebracht? Antworten auf die vielen offenen Fragen erhoffen sich die Ermittler von der Ehefrau des Opfers. Doch die ist seit Tagen spurlos verschwunden…

Meine Meinung:
Mir hat dieses Buch zu Beginn gut gefallen. Es gibt ein sympathisches Ermittlerteam, die Küstenatmosphäre einer Urlaubsregion und einen scheinbar dazu passenden Todesfall. Die Figuren sind glaubwürdig und wissen, was sie tun. Es gibt ein paar angenehm zu lesender Ermittlungsergebnisse, aber dann lässt der Autor seiner Fantasie freien Raum. Für mich passte das Ganze dann nicht mehr zusammen. Eine, besser zwei Stufen weniger Fantasie wären für mich besser gewesen. Auf einmal sind Kriminelle der größeren Art in Ostfriesland eingefallen und mir hat es das Lesevergnügen verhagelt.

Fazit:
Nach überzeugendem Beginn wurde es mir zu abgefahren. So kann ich nur noch zwei von fünf Sternen (50 von 100 Punkten) vergeben und keine Leseempfehlung aussprechen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.12.2019

Tolle Ermittlerfigur verschenkt

Totenland
0

Buchmeinung zu Michael Jensen – Totenland

„Totenland“ ist ein Kriminalroman von Michael Jensen, der 2019 bei Aufbau Digital erschienen ist. Dies ist der Auftaktband der Reihe um Jens Druwe.

Zum Autor:
Michael ...

Buchmeinung zu Michael Jensen – Totenland

„Totenland“ ist ein Kriminalroman von Michael Jensen, der 2019 bei Aufbau Digital erschienen ist. Dies ist der Auftaktband der Reihe um Jens Druwe.

Zum Autor:
Michael Jensen wurde 1966 im Norden Schleswig-Holsteins geboren. Er lebt mit seiner Familie in Hamburg und Flensburg. Im Hauptberuf ist er als Arzt und Therapeut tätig. Seine beruflichen Erfahrungen hat er in zwei Sachbüchern zusammengetragen. Dabei interessieren ihn besonders die seelischen Spätfolgen des Zweiten Weltkriegs, vor allem bei den Nachkommen von Opfern und Tätern. »Totenland« ist sein erster Kriminalroman. Für sein literarisches Schreiben hat er ein Pseudonym gewählt.

Klappentext:
Von Opfern und Tätern.
Ende April 1945. Der Krieg geht zu Ende. Nachdem er schwer verwundet wurde, ist Jens Druwe aus Berlin nach Schleswig-Holstein abkommandiert worden. Hier soll er als Polizist für Ordnung sorgen. Als ein hoher Funktionär der NSDAP ermordet wird, wollen seine Vorgesetzten sogleich den ersten Verdächtigen, einen entflohenen Häftling, aburteilen. Doch Druwe stellt sich gegen die Profiteure des untergehenden Regimes. Ihm zur Seite steht allein die Schwester des Verdächtigen, die wie er voller Mut und Hoffnung den Kampf gegen einen übermächtigen Gegner aufnimmt.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich zwiegespalten zurück gelassen. Die Ermittlerfigur Jens Druwe ist ein Volltreffer mit Ecken und Kanten, der ein ordentliches Päckchen aus seiner Vergangenheit zu stemmen hat. Die Thematik mit dem Mord an einem Parteibonzen birgt Zündstoff, aber die Umsetzung dieser Geschichte hat mich enttäuscht. Mehrmals war ich kurz davor, das Buch abzubrechen, weil mir der Inhalt zu platt war. Die Parteischergen sind so negativ dargestellt, dass darunter die Glaubwürdigkeit leidet. Vielleicht war es ja tatsächlich so, wie es der Autor beschreibt, aber für den Spannungsbogen eines Kriminalromans ist es pures Gift gewesen. Als der Autor sich zum Ende hin auf den reinen Kriminalroman beschränkt, wird es richtig gut. .

Fazit:
Tolle Ermittlerfigur, authentische Figuren, aber hoffnungslos überzeichnete Bösewichte und das Gefühl, belehrt werden zu sollen. Es ist ein wiederholter Sprung zwischen Spitzenwerk und grausigem Etwas. So kommt es zu einer Bewertung von drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten).

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere