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Veröffentlicht am 16.09.2025

Die Hummerfrauen liefern Denkanstöße

Die Hummerfrauen
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Buchmeinung zu Beatrix Gerstberger – »Die Hummerfrauen«

»Die Hummerfrauen« ist ein Roman von Beatrix Gerstberger, der 2025 bei dtv erschienen ist.

Zum Autor:
Beatrix Gerstberger, geboren 1964, ist freie ...

Buchmeinung zu Beatrix Gerstberger – »Die Hummerfrauen«

»Die Hummerfrauen« ist ein Roman von Beatrix Gerstberger, der 2025 bei dtv erschienen ist.

Zum Autor:
Beatrix Gerstberger, geboren 1964, ist freie Autorin für ›Brigitte‹, ›Stern‹ und ›Geo‹. Sie schrieb den SPIEGEL-Bestseller ›Keine Zeit zum Abschiednehmen‹ über den frühen Tod ihres Partners und die Geschichten von weiteren jungen Witwen vor 20 Jahren, als sie für sechs Monate in einem Hummerfischerdorf in Maine lebte. Viele Jahre später kehrte sie an diesen Ort zurück, fuhr mit Hummerfischerinnen hinaus aufs Meer und sprach mit ihnen über das Leben, über Verluste, Trauer und das Weitermachen. Daraus entstand die Idee für diesen Roman. Beatrix Gerstberger lebt in Hamburg.

Zum Inhalt:
20 Jahre zuvor hat Mina ihren letzten Urlaub als Kind mit Bruder und Eltern auf Eagle Island verbracht, einem Dorf mit Hummerfischern und wundervoller Natur. Nach dem Tod ihres Bruders und dem Zerwürfnis mit ihrer Mutter, will Mina einen Neuanfang an dem Ort wagen, an dem sie glückliche Tage verbracht hat. Dort begegnet sie den starken Frauen und Hummerfischerinnen Ann und Julie sowie ihrer Jugendbekanntschaft Sam.

Meine Meinung:
Dieses Buch bietet reichlich Denkansätze, vor allem zum Thema Umgang mit Verlusten. Ann (72) und Julie (Mitte 50) haben selbst einen Neuanfang auf Eagle Island gewagt und kümmern sich um Mina (Anfang 30). Die Hummerfischerei bietet einen festen, aber auch harten Rahmen für die Inselbewohner. Wenn etwas Schlimmes passiert wird kurz getrauert und dann wird zum Alltag zurückgekehrt. Durch mehrere Rückblenden erfahren wir mehr über Ann und Julie, aber auch über andere Dorfbewohner und Ereignisse jener Zeit. Sam hatte andere Pläne, aber durch den Tod seines Bruders akzeptiert er ungeschriebene Gesetze und bleibt auf der Insel. Sam und Mina kommen sich näher, aber der unterschiedliche Umgang mit Geschehenem macht es nicht einfach. Mina möchte Dinge hinterfragen, während Sam sie als abgeschlossen betrachtet. Schnell ist man bei der Frage »Wie hättest du dich unter diesen Umständen verhalten?« angelangt und gerät ins Grübeln.

Fazit:
Dieses Buch hat mich wiederholt zum Nachdenken angeregt, auch wenn die eigentliche Geschichte eher unaufgeregt abläuft. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Härter und direkter als der erste Band, aber nicht besser

Bittere Nacht
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Buchmeinung zu Nikolas Kuhl & Stefan Sandrock – »Bittere Nacht«

»Bittere Nacht« ist ein Kriminalroman von Nikolas Kuhl & Stefan Sandrock, der 2025 bei Rowohlt erschienen ist. Dies ist der zweite Band ...

Buchmeinung zu Nikolas Kuhl & Stefan Sandrock – »Bittere Nacht«

»Bittere Nacht« ist ein Kriminalroman von Nikolas Kuhl & Stefan Sandrock, der 2025 bei Rowohlt erschienen ist. Dies ist der zweite Band der LKA Hamburg-Reihe.

Zum Autor:
Stefan Sandrock, geb. 1976 in Bilbao, arbeitet für den NDR und kuratiert Ausstellungen.
Nikolas Kuhl, geb. 1986 in Münster, schreibt Drehbücher und ist Kopf der Musikband Giant Crow.

Zum Inhalt:
Die Ermittler Juha Karhonen und Lucas Adisa vom LKA Hamburg ermitteln in zwei Tötungsdelikten an Geschäftspartnern, aber die Suche nach Motiv und Täter gestaltet sich schwierig.

Meine Meinung:
Meine Erwartungen waren sehr hoch, da mir der erste Band ausgezeichnet gefallen hatte. Der Einstieg war spektakulär mit einer Wasserleiche und einem Opfer in einer Sauna, deren Leiden live übertragen wurde und die Ermittler in Aufruhr versetzte. Auch im weiteren Verlauf gab es Szenen von unglaublicher Gewalt gepaart mit Gefühlskälte der Protagonisten. Dies war mir doch etwas zu viel, auch wenn Einschübe aus dem Privatleben der Kommissare für Entspannung sorgten. Der Grundton blieb dunkel und die Kommissare stocherten im Dunkel herum. Lucas fühlt sich zu einer Verdächtigen hingezogen und gerät in Problemen mit den Dienstvorschriften und wird schließlich von den Ermittlungen freigestellt. Seine Aufgaben werden von Kollegen übernommen und Juha diskutiert den Fall nun meist mit seiner Kollegin Selma, die einen positiven Akzent setzen konnte. Ein positives Element waren auch die Einschübe mit einem asiatisch stämmigen Privatdetektiv, der seine Spiele mit den Ermittlern trieb.
Wie gewohnt wird die Geschichte aus mehreren Perspektiven vorgetragen und der Leser erlebt die Gefühle der agierenden Personen intensiv mit. Die Handlung ist verschachtelt und spielt auf drei Zeitebenen. Ein Bootsausflug 2017 in Spanien und ein Erholungskurs von vor einem halben Jahr bleiben vorerst unklar, gewinnen aber an Bedeutung. In der Jetztzeit wird atmosphärische Handlung aus Hamburg und Umgebung präsentiert. Das Erzähltempo und die Spannung sind moderat, nehmen aber zum Ende hin deutlich zu. Es gibt etliche überraschende Wendungen und erst mit Verzögerung werden die wahren Vorgänge klar. Der Showdown auf der gefrorenen Wasserfläche wirkte auf mich etwas überzogen. Der aktuelle Fall und die Vorgänge in der Vergangenheit werden vollständig und nachvollziehbar aufgelöst. Mich hat dieser Band trotz einiger Abstriche sehr gut unterhalten und ich bin gespannt, wie es mit dem Team des LKA weitergehen wird.

Fazit:
Meine hohen Erwartungen konnte dieser Titel nicht vollständig erfüllen und blieb deutlich hinter dem ersten Band zurück. Trotzdem habe ich mich sehr gut unterhalten und bewerte das Buch mit vier von fünf Sternen 80 von100 Punkten). Ich kann dieses Buch allen Krimifreunden empfehlen.

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Veröffentlicht am 28.08.2025

Verlustbewältigung

Eden
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Buchmeinung zu Jan Costin Wagner – »Eden«

»Eden« ist ein Roman von Jan Costin Wagner, der 2025 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist.

Zum Autor:
Jan Costin Wagner, geboren 1972, lebt als Schriftsteller ...

Buchmeinung zu Jan Costin Wagner – »Eden«

»Eden« ist ein Roman von Jan Costin Wagner, der 2025 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist.

Zum Autor:
Jan Costin Wagner, geboren 1972, lebt als Schriftsteller und Musiker bei Frankfurt am Main.

Zum Inhalt:
Markus, Kerstin und ihre Tochter Sophie sind eine glückliche Familie bis Sophie bei einem Anschlag auf ein Konzert getötet wird. Markus und Kerstin stehen vor einem Scherbenhaufen und müssen einen Weg finden, das Geschehene zu verarbeiten.

Meine Meinung:
Dieses Buch widmet sich dem schwierigen Thema der Bewältigung von Verlusten. Zu Anfang erleben wir eine glückliche Familie samt Sophies Schulfreund Tobias. Dann die Fahrt zum Konzert und das Attentat, dass der Vater Markus vor Ort miterleben muss. Wie man später eher beiläufig erfährt, rettet Vater Markus einem Mädchen als Ersthelfer das Leben. Markus ist ein besonderer Mensch, der akkurat das Beste tun will. Der Verlust seiner Tochter trifft ihn so hart, dass er die Auswirkungen auf seine Ehefrau nicht bemerkt und ihr nicht zur Seite steht. Markus und Kerstin finden keinen gemeinsamen Weg, um den Verlust zu verarbeiten. Sie sind noch nicht einmal in der Lage, sich gegenseitig zu helfen. Auch Schulfreund Tobias leidet unter dem Verlust, zumal die Ehe seiner Eltern zerbrochen ist. Er sucht die Nähe zu Markus und beide reden viel miteinander. Diese Abschnitte haben mich berührt und zum Nachdenken angeregt. Markus Annäherung an die Täterfamilie konnte mich hingegen weniger überzeugen.
Die Geschichte wird aus etlichen Perspektiven erzählt, so dass der Leser die Ansichten und Gefühle der Figuren gut nachvollziehen kann. Schwierigkeiten bereitete mir der Erzählstil, der oft Sätze und Gedanken unvollendet lässt.

Fazit:
Mich hat dieser Titel in weiten Teilen zum Nachdenken gebracht und deshalb bewerte ich ihn mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und gebe eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Die Online-Omi hat einen weiteren Fan gewonnen

Ihr habt es gut, ihr habt ja mich
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Buchmeinung zu Renate Bergmann – »Ihr habt es gut, ihr habt ja mich«

»Ihr habt es gut, ihr habt ja mich« ist ein Roman von Renate Bergmann, der 2025 bei Rowohlt Taschenbuch erschienen ist. Dies ist bereits ...

Buchmeinung zu Renate Bergmann – »Ihr habt es gut, ihr habt ja mich«

»Ihr habt es gut, ihr habt ja mich« ist ein Roman von Renate Bergmann, der 2025 bei Rowohlt Taschenbuch erschienen ist. Dies ist bereits der zwanzigste Band um die Online-Omi.

Zum Autor:
Renate Bergmann ist ein Pseudonym des Autors Torsten Rohde.
Torsten Rohde, Jahrgang 1974, hat in Brandenburg/Havel Betriebswirtschaft studiert und als Controller gearbeitet. Sein Social-Media-Account @RenateBergmann entwickelte sich zum Internet-Phänomen.

Zum Inhalt:
Renate Bergmann, geb. Strelemann, 82, lebt in Berlin-Spandau. Sie war Reichsbahnerin, kennt das Leben vor, während und nach der Berliner Mauer und hat vier Ehemänner überlebt. Renate Bergmann ist Haushalts-Profi und Online-Omi. Eigentlich möchte sie nur ihren Schwiegersohn in Schönweide unterstützen, aber dann will sie örtliche Probleme angehen und kandidiert für den Gemeinderat. Meist sind es alltägliche Dinge und Probleme, zu denen Renate Bergmann ihre Meinung äußert.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. Die Protagonistin Renate Bergmann ist eine echte Sympathieträgerin, die zu fast allem eine Meinung hat, die sie auch kund tut. Sie agiert mit einer gewissen Bauernschläue, die auf ihren vielfältigen Erfahrungen beruht. Dabei bleibt sie immer positiv, sammelt Informationen und überlegt, was man verbessern könnte. Interessant sind ihre Gedanken, wie sie Tochter und Schwiegersohn unterstützen kann, ohne aufdringlich zu wirken. Zudem schafft sie es, Bekannte zur Mithilfe zu ermuntern. Einfach köstlich die Beschreibung des Umbaus einer ungenutzten Telefonzelle zu einer Buchstation. Doch auch ernste Dinge wie die schlechter werdende Versorgungslage auf dem Lande werden angesprochen und auch hier entwickelt Renate Bergmann eigene Ideen wie die des Kümmerers.
Manche Figuren sind bewusst überzeichnet und sorgen für lustige Szenen. Besonders ist aber vor allem die Sprache, in der moderne Dinge absichtlich falsch genannt werden. Händi und Finstergramm bringen so ein Lächeln in mein Gesicht. Handlung und Sprache sind leicht verdaulich und haben mir viel Lesevergnügen bereitet.

Fazit:
Mich hat dieser humoristisch geprägte Titel positiv überrascht und viel Lesevergnügen bereitet. Deshalb bewerte ich das Buch mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 07.08.2025

Atmosphärische Kurzkrimis aus dem sommerlichen Wien

Sunshine Killer
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Buchmeinung zu Franziska Waltz, Claus Schönhofer und Norbert Peter – »Sunshine Killer«

»Sunshine Killer« ist ein Sammlung von neun sommerlichen Kurzkrimis, die von Franziska Waltz, Claus Schönhofer und ...

Buchmeinung zu Franziska Waltz, Claus Schönhofer und Norbert Peter – »Sunshine Killer«

»Sunshine Killer« ist ein Sammlung von neun sommerlichen Kurzkrimis, die von Franziska Waltz, Claus Schönhofer und Norbert Peter geschrieben worden sind. Das Buch ist 2025 bei echomedia buchverlag erschienen.

Zum Autor:
Waltz, Franziska: Kommunikationswissenschaftlerin, Filmproduzentin und Buchautorin. Schreibt lieber im Winter, um im Sommer besser morden zu können. Da ist sie als Wasserliebhaberin oft auf Gelsenjagd und entwickelt dabei mörderische Hirngespinste, die sie in ihren Krimis auslebt. Schönhofer, Claus: Buch- und TV-Autor, Kabarett-Regisseur. Liebt den Sommer, weil man unterm Sonnenschirm so gemütlich seinen Mord-Fantasien nachhängen kann. Wer hatte bei 39 Grad im Schatten an einem Sonntag in einem Wiener Freibad noch keine Mordgelüste?
Peter, Norbert: Autor und Kabarettist. Ist auf Kriegsfuß mit der Sommerhitze. Folgerichtig neigen dann auch seine literarischen Figuren dazu, ihre Gefühle nicht immer unter Kontrolle zu haben. Das Ergebnis sind in Satire gegossene Verbrechen.

Zum Inhalt:
Jeder der drei Autoren hat drei Kurzkrimis beigesteuert, die alle im sommerlichen Wien spielen.

Meine Meinung:
Auf dieses Buch bin ich durch das faszinierende Cover aufmerksam geworden. Zudem mag ich Kurzgeschichten und Kurzkrimis. Die einzelnen Geschichten haben mich durch die Bank gut unterhalten und Lesevergnügen bereitet. Mal ist es die atmosphärische Schilderung, mal eine gelungene Idee, die mir gefallen hat. Die Figuren sind nicht sonderlich tief gezeichnet und extreme Spannung sucht man auch vergebens. Trotzdem entsprach das Buch meinen Erwartungen mit seiner positiven Grundstimmung, den angenehmen und leicht verdaulichen Handlungen und Erzählstilen. Stellenweise habe ich mich schwitzend vor Ort in Wien gefühlt. Was will man mehr!

Fazit:
Eine Sammlung gefälliger und leicht verdaulicher Kurzkrimis mit Atmosphäre und der ein oder anderen überraschenden Wendung. Gerne bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

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