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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.05.2026

Bestärkend und verständlich

Wenn es besser ist zu gehen
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Aus verschiedenen Gründen bleiben Menschen in Beziehungen, in denen sie unglücklich sind. Doch was hält von einer Trennung ab? Oft gibt es viele Gründe, die weit über finanzielle Gedanken hinausgehen, ...

Aus verschiedenen Gründen bleiben Menschen in Beziehungen, in denen sie unglücklich sind. Doch was hält von einer Trennung ab? Oft gibt es viele Gründe, die weit über finanzielle Gedanken hinausgehen, die verhindern, dass unglückliche Partner aus einer Beziehung ausbrechen. In diesem Buch geht es darum, warum das so ist und wie der letzte Schritt auf dem eigenen Weg gegangen werden kann.

Persönlich fand ich den Anfang und das Ende des Buches extrem stark. Gerade zu Beginn geht es viel um Dynamiken, Studien aus der Psychologie, Emotionen und so weiter. Es war sehr spannend, davon zu lesen, warum Menschen überhaupt in unglücklichen Beziehungen bleiben, wie unglücklich unglücklich genug ist, welche Säulen eine Beziehung ausmachen (und welche bröckelnden Säulen wie kompensiert werden können - oder eben nicht), wie Trennungen funktionieren und was dies mit dem eigenen Bindungstyp zu tun hat. Die Ausführungen waren stets fundiert und ich habe mich über die vielen Literaturverweise im Anhang gefreut. Zu Beginn gab es für mich den ein oder anderen aha-Effekt und mir hat die verständnisvolle Art der Autorin, die nicht wertet oder gar verurteilt, sehr gefallen. Danach gibt es einen Teil zum Selbst-Coaching und zur Transformation von Emotionen, der mich nicht gänzlich zu überzeugen vermochte. Die Unterscheidung primärer und sekundärer Emotionen leuchtete mir zwar als wichtig ein, ich konnte mit dem Gelesenen aber nicht ganz so viel anfangen wie in den Kapiteln zuvor. Außerdem hatte ich bei einem Test das Gefühl, dass bei der Auswertung mit inversen Items, deren Bewertung umgepolt werden muss, etwas durcheinander geraten ist. Generell finden sich zwischendurch auch immer wieder Tippfehler wie kleingeschriebene Satzanfänge (S.140) oder unstimmige Relativsätze. Der letzte Teil des Buches konnte mich dann wieder packen, da er sehr ermutigend ist und wieder zum Denken (und Handeln?) anstoßende Gedankengänge und Metaphern beinhaltet. Zudem erfolgt ein Ausblick auf das Thema Prävention, damit man nicht erneut in die womöglich gleichen Fallen tappt. Im Anhang finden sich neben den Literaturhinweisen und gesammelten Infoboxen aus dem Buch auch ein paar weitere Selbsttests. Sehr schön finde ich, dass einen die angeführten Fallbeispiele durch das gesamte Buch begleiten und verschiedene Theorien und Blickwinkel miteinander verknüpft werden. So bleibt das Werk stets anschaulich und gibt einem das Gefühl, mit seiner Situation nicht allein zu sein.

Insgesamt kann ich das Buch sehr weiterempfehlen, da es anschaulich, verständlich und fundiert Beziehungen greifbar macht und ermutigt, den eigenen Weg zu gehen - ohne Angst oder Scham. Dabei richtet sich das Werk sowohl an Frauen als auch an Männer.

Veröffentlicht am 28.05.2020

Wunderbare Ausgabe eines Klassikers.

Walden
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Thoreaus zivilisationskritisches Werk Walden ist zweifelslos ein Klassiker und mit seinem Plädoyer für ein minimalistisches, freies und selbstbestimmtes Leben im Einklang mit der Natur nach wie vor höchst ...

Thoreaus zivilisationskritisches Werk Walden ist zweifelslos ein Klassiker und mit seinem Plädoyer für ein minimalistisches, freies und selbstbestimmtes Leben im Einklang mit der Natur nach wie vor höchst aktuell. Dass dieses Werk an sich lesenswert ist, verwundert nicht weiter, denn trotz einiger Längen taucht man wunderbar in die Erzählungen ein, erlebt an Thoreaus Seite die vielen Facetten des von der Zivilisation abgeschiedenen Lebens und erfährt so auch einiges über das Menschsein; darüber, was man wirklich benötigt und welche Kleinigkeiten bereits zufrieden stellen können.

Besonders lobend ist für mich zu erwähnen, dass der Manesse-Verlag mit dieser Ausgabe ein Waldschutzprojekt in Brasilien fördert und dass das handliche Büchlein klimaneutral gedruckt wurde. Das Projekt, der aktuelle Fortschritt und so weiter lassen sich übrigens hier einsehen klick. In meinen Augen ist dies gerade bei einem Werk dieser Art sehr ansprechend und gut gedacht. Auch das Nachwort Susanne Ostwalds rundet das Buch gekonnt ab.

Veröffentlicht am 03.04.2020

Packend!

Der Fall der verhängnisvollen Blumen
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Als Enola Holmes von dem mysteriösen Verschwinden Dr. Watsons erfährt, befindet sie sich in einem gehörigen Konflikt. Einerseits möchte sie unbedingt helfen und Ermittlungen anstellen, andererseits würde ...

Als Enola Holmes von dem mysteriösen Verschwinden Dr. Watsons erfährt, befindet sie sich in einem gehörigen Konflikt. Einerseits möchte sie unbedingt helfen und Ermittlungen anstellen, andererseits würde sie mit Untersuchungen im derart nahen Umfeld ihres Bruders Sherlock ihre erst so kürzlich gewonnene Freiheit unnötig töricht aufs Spiel setzen. Nichtsdestotrotz kann sie nicht widerstehen in neuer Kostümierung Mrs. Watson einen kurzen Besuch abzustatten. Diese zweifelt ihre neue Identität – Viola Everseau – keineswegs an und bittet die junge Detektivin daher zum Tee. Zu dringend benötigt sie jemanden um sich den Kummer und die Sorgen von der Seele zu reden. Auch wenn Enola gebannt ihren Worten lauscht kommt sie nicht umher die vielen Blumensträuße zu bemerken, welche Patienten vorbeigebracht haben. Doch eine Zusammenstellung fällt der Blumenkennerin besonders ins Auge… Ausgehend von der Jahreszeit schon ist der Strauß sehr kurios. Und nimmt man dann noch die Bedeutung der einzelnen Gewächse hinzu… Nun, Enola kommt nicht umher, eine deutlich gehässige Drohung zu erkennen. Jetzt hat sie keine Wahl: Sie muss ermitteln und Dr. Watson retten. Dabei hat sie es mit einem sehr kuriosen, gehässigen und unberechenbaren Täter zu tun, der einen wahnsinnigen Plan ausgeklügelt hat.

Bei diesem Fall flogen die Seiten nur so dahin. Auch wenn ich gerne mehr zu den Nebenhandlungen gelesen hätte – also der Suche nach Enolas Mutter oder der Beziehung zu ihrem Bruder Sherlock – empfand ich die Lektüre als spannend und unterhaltsam. Auch der Kritikpunkt, der sich mir beim letzten Fall aufdrängte, die Lösung des Falles käme zu plötzlich und sei an den Haaren herbeigezogen, trifft hier keineswegs zu. Die Aufklärung wird Stück für Stück aufgebaut und ist stimmig. Insgesamt handelt es sich um einen schönen Krimi, der die Neugierde auf den nächsten Fall wachsen lässt.

Ich vergebe 4,5 von 5 möglichen Sternen

Veröffentlicht am 03.04.2020

Die zweite Hälfte des Werkes hat mich beeindruckt!

Die wir liebten
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In den Siebzigern leben die Brüder Edgar und Roman glücklich mit ihrer Familie in einem Dorf in Westdeutschland. Doch in einer verhängnisvollen Mainacht gerät alles was sie kennen ins Wanken, als ihr Vater ...

In den Siebzigern leben die Brüder Edgar und Roman glücklich mit ihrer Familie in einem Dorf in Westdeutschland. Doch in einer verhängnisvollen Mainacht gerät alles was sie kennen ins Wanken, als ihr Vater bei einem Tanz mit der Tierärztin dieser vollkommen verfällt. Erst scheint er nur gedanklich abwesend zu sein, dann bleibt er nachts fort. Dann auch tagsüber. Schließlich sehen die Kinder ihn nur in der Backstube, welche die Familie führt. Als der Vater dann auszieht, werden die Risse immer größer und sind nicht mehr zu vertuschen. Die einen Lotto-Laden führende Mutter kann mit der Situation nicht umgehen, ihre mit ihrem Mann und ihrer Schwester im gleichen Haus lebende Mutter bekommt gesundheitliche Probleme, die Schwester wird auf ihre alten Tage immer weltfremder. Und der Dorfpolizist ist nach den jüngsten Streichen Edgars und Romans hinter den Jungen her und behält sie jederzeit im Auge. Unausweichlich also, dass geprüft werden muss, ob die Kinder in einem Heim besser aufgehoben wären. Auch wenn sich die ganze Familie sträubt und ihr bestes gibt um die Kinder in ihrer sicheren und geborgenen Mitte zu behalten, sorgen immer mehr Verstrickungen und Unglücksfälle dafür, dass sie im Jahr 1976 in eine Erziehungsanstalt gebracht werden. In dem sogenannten Gnadenhof sollen Kinder und Jugendliche, die als unerziehbar oder gar „undressierbar“ gelten, auf den rechten Weg gebracht werden.

Der erste Teil der Erzählung macht – was ich sehr schade finde – den größten Part im Buch aus. Vom Klappentext her hatte ich erwartet, dass der Fokus des Romans auf der Erziehungsanstalt liegt, beim Lesen hatte ich jedoch einen anderen Eindruck. Ungefähr in den ersten Zweidritteln des Werkes wird sich dem Umfeld der beiden Brüder gewidmet und der sukzessive Verfall der Familie behandelt. Mir war dies zwischenzeitlich zu viel des Unglückes, da ein Schicksalsschlag den nächsten zu jagen scheint. Des Weiteren passt der Erzählstil sehr zu der teilweise depressiv anmutenden Atmosphäre. Als der Blick dann zum Gnadenhof wanderte, wurde es für mich höchst spannend und interessant. Gekonnt macht der Autor die bedrohliche Umgebung spürbar und lässt geschickt Informationen einfließen. So stieß ich beim Lesen besonders auf die Blutgruppentätowierung an der man ehemalige Mitglieder der SS erkennen konnte oder über Decentan auf Perphenazin und die damit verbundenen Versuche an Kindern, welche in Erziehungsanstalten untergebracht worden waren. So erhielt ich immer wieder neue Anregungen, konnte weiter recherchieren und Verbindungen herstellen. Daher stellt dieser letzte Part den für mich interessanteren wie auch beeindruckenderen Teil des Werkes dar. Gerne hätte ich hiervon mehr gelesen. Darüber hinaus sehr ansprechend finde ich das Literaturverzeichnis am Ende des Buches, da ich hiervon sicherlich das ein oder andere Werk lesen werde, um noch besser in die Themen des Werkes eintauchen kann.

Insgesamt handelt es sich meines Erachtens um ein sehr ansprechendes Werk, das anfangs einige Längen aufweist, aber gerade ab der Hälfte an Fahrt aufnimmt und sehr wichtige und spannende Themen packend vereint. Anfangs hatte ich gerade aufgrund der Aneinanderreihung trauriger Geschehnisse Schwierigkeiten mit dem Buch, diese lösten sich aber dank des starken Endes komplett auf. Somit kann ich das Buch sehr empfehlen.

Ich vergebe 4,5 von 5 möglichen Sternen

Veröffentlicht am 16.02.2020

Schön

Simply Pho
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Dieses Werk soll die vietnamesische Küche – unterteilt in die Einführung, „Thuys Basics“, „Vietnam in meiner Küche“, „Suppen & Brühen“, „Straßenküche“, „Kleinigkeiten“, „Salate & mehr“, „Thuys Kreationen“ ...

Dieses Werk soll die vietnamesische Küche – unterteilt in die Einführung, „Thuys Basics“, „Vietnam in meiner Küche“, „Suppen & Brühen“, „Straßenküche“, „Kleinigkeiten“, „Salate & mehr“, „Thuys Kreationen“ sowie „Süße Genüsse“ – nahebringen. Deshalb erhält man immer wieder schöne Einblicke nicht nur in die vietnamesische Esskultur, sondern auch Informationen zu Land und Leuten, da ein jedes Kapitel mit einem Text eingeleitet wird.

Die Rezepte sind wunderbar abwechslungsreich und ansprechend. Außerdem werden sie gut erklärt, sodass man sich problemlos an ihnen probieren kann. Die vielen Fotografien sind sehr gelungen und ästhetisch – besonders die „Sommerrollen mit Räucherlachs, Mango und Veilchen“ (S.124) sind ein echter Blickfang.

Von mir gibt es eine klare Empfehulung für alle, die gerne asiatisch kochen und mehr über Vietnam erfahren möchten!