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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.03.2026

Blieb hinter meinen Erwartungen zurück

These Ancient Flames 1: Awake
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Meiling würde als Leibwächterin alles für ihren Clan im ersten Kanton geben – bis sie von Raven, dem Sohn des Fürsten eines anderen Kantons, sie vor einem Angriff durch seinen Vater warnt. Diese Begegnung ...

Meiling würde als Leibwächterin alles für ihren Clan im ersten Kanton geben – bis sie von Raven, dem Sohn des Fürsten eines anderen Kantons, sie vor einem Angriff durch seinen Vater warnt. Diese Begegnung bringt eine Kette von Ereignissen in Gang und schon bald befindet Mei sich mit ihrem besten Freund Tao, Raven und dessen Leibwächter Cole auf der Suche nach Drachen. Diese wurden früher als Götter verehrt – und werden es von wenigen auch noch heute. Doch seit etwa hundert Jahren wurden sie nicht mehr gesehen. Nun sollen sie einen Krieg verhindern. Die Zeit drängt und obwohl Ablenkungen fatal sein können, entwickeln sich aus der anfänglichen Feindschaft zwischen Mei und Raven andere Gefühle und mehr als beiden lieb ist.

Sowohl der Klappentext als auch das Cover haben mich neugierig gemacht und gerade zu Beginn konnte ich sehr gut in die Welt von Valtherra abtauchen. Die beschriebene Welt hat einige Stärken: Modern, mir asiatischem Flair und einem Magiesystem, das auf Kraftlinien und Drachen beruht. Das war zunächst sehr spannend und auch den Aufbruch ins gemeinsame Abenteuer hat bei den unterschiedlichen Charakteren einige spannende Szenen ermöglicht. Allerdings zieht sich das Buch irgendwann furchtbar in die Länge ohne, dass irgendwelche Fortschritte gemacht würden. Irgendwann musste ich mich durch die Geschichte quälen, denn auch die Rivalität unter den Figuren nutzt sich irgendwann ab und verliert den Reiz. Während Raven als Charakter spannender wird, verkommt Meiling von der starken Protagonistin zum Sidekick. Und dann wäre da noch das Ende, welches mich nicht überzeugen konnte. Einerseits werden auf den letzten Seiten für den bald folgenden zweiten Band so viele neue Themen aus dem Hut gezaubert und andererseits einige Entscheidungen getroffen, die sich für mich unstimmig anfühlten. Es wird eine schwierige Abwägung werden, ob ich den nächsten Band lese oder nicht.

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Veröffentlicht am 13.10.2025

Thematische und stilistische Sprünge

Leben spielen
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Offengestanden fällt es mir schwer, den Inhalt des Buches widerzugeben. Madani schreibt von ihrem Beruf, privaten Erlebnissen und manchmal auch ganz anderen Dingen. Um eine Autobiographie handelt es sich ...

Offengestanden fällt es mir schwer, den Inhalt des Buches widerzugeben. Madani schreibt von ihrem Beruf, privaten Erlebnissen und manchmal auch ganz anderen Dingen. Um eine Autobiographie handelt es sich nicht, auch nicht um ein kulturwissenschaftliches Werk, welches das Schauspiel analysieren würde und ebenso wenig um einen gesellschaftskritischen Roman, aber irgendwie wird alles ein bisschen angerissen.

Mir fehlte daher der rote Faden oder ein Ziel, auf welches das Buch hinarbeitet. Oftmals werden - wie ich finde - allgemein bekannte oder auf der Hand liegende Themen behandelt. Beispielsweise geht es um das Umlernen beim Wechsel von der Bühne vor die Kamera oder um das Schlagwort Authentizität bei der Wahl der Rollenbesetzung: Darf nur ein Gehörloser einen Gehörlosen spielen? Darf ein Mörder nur von einem Mörder verkörpert werden? Einige Passagen fand ich stark und die Ausführungen und Erfahrungen interessant. Andere Passagen zogen sich für mein Empfinden sehr in die Länge und waren mir thematisch schon (zu) gut bekannt. Beispielsweise hätte es für mich die ausführlichen Beschreibungen von Milgram/ Stanford Prison nicht gebraucht und ich denke, dass viele mit den Experimenten etwas anfangen können. Aufgebrochen werden die Kapitel immer wieder durch den Einschub eines Dramoletts. Besonders zu Beginn konnte ich mit diesen wenig anfangen. Andere waren dann wieder greifbarer und zeigten eine Szene aus dem Alltag der Schauspielerin.

So wie das Buch thematisch springt, wechselt auch der Schreibstil für mein Empfinden stark: Von der wissenschaftlichen Betrachtung des Berufes hin zu im Plauderton und mit Zwinkern erzählten (Lern-)Erfahrungen. Irritiert haben mich beispielsweise die Coaching-Notizen, die ein Kapitel umfassen. Mit diesen konnte ich persönlich nichts anfangen, weiß jetzt aber, dass die Schauspielerin auch mal jemanden gecoacht hat...

Gelungen ist die Gestaltung des Werkes. Die Farbwahl gefällt mir gut und auch die Verzierungen fügen sich schön ins Gesamtbild (beispielsweise finden sich hübsche Bullet Points). Am Ende findet sich ein schöner Ausblick und die Schlussworte wirkten auf mich versöhnlich und bestärkend.

Vielleicht ist das Buch eher für waschechte Fans der Autorin gedacht oder für jemanden, der eine Hausarbeit zu Performanz schreibt und noch ein paar schöne Aussprüche zitieren möchte. Mich hat das Werk trotz einzelner starker Passagen nicht abholen können.

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Veröffentlicht am 01.02.2020

Nicht überzeugend

Erziehung prägt Gesinnung
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In diesem Werk versucht Renz-Polster die Bedeutung der Erziehung für die politische Gesinnung aufzuzeigen. Hierbei hat der Kinderarzt einen sehr verständlichen und eingängigen Erklärungsansatz, der ständig ...

In diesem Werk versucht Renz-Polster die Bedeutung der Erziehung für die politische Gesinnung aufzuzeigen. Hierbei hat der Kinderarzt einen sehr verständlichen und eingängigen Erklärungsansatz, der ständig wiederholt wird. Autoritäre Erziehung führe zu Rechtspopulismus, daher solle ein Umdenken erfolgen und eine Erziehung auf Augenhöhe vermittelt werden. Regelmäßig wird diese Erkenntnis mit dem Leser geteilt, sodass es mich nach einer Weile ziemlich nervte. Besonders da ich diese Darstellung für stark vereinfacht halte, konnten mich die Ausführungen nicht gänzlich überzeugen. Zwar ist es einleuchtend und sicherlich richtig, dass Erziehung ganz stark die Weltsicht beeinflusst, dennoch lässt sich letztere nicht auf den Erziehungsstil der Eltern reduzieren. Viel mehr Faktoren sind hierfür verantwortlich, allerdings spielen sie in diesem Buch keine Rolle. Die Botschaft des Werkes, dass mehr über Erziehung nachgedacht werden sollte, die Beweggründe für rechte Gesinnung ihren Ursprung bereits in der Kindheit haben können und wir durch die Art und Weise wie wir mit unseren Kindern umgehen deren Schicksal stärker beeinflussen als es häufig bewusst ist, finde ich nichtsdestotrotz sehr wichtig. Die Umsetzung ist leider in meinen Augen nicht ganz gelungen.


Insgesamt ein zum Nachdenken anregendes Buch, das jedoch nicht mit überzeugenden Erklärungs- oder Löungsansätzen punkten kann.

Veröffentlicht am 27.02.2019

Von Narrativen und... Narrativen.

Von Zeit und Macht
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Dieses Werk lässt mich zugegebenermaßen zwiegespalten zurück. Zum einen wird das Versprechen, Zusammenhänge zwischen Macht und Zeit aufzuzeigen, durchaus auch eingelöst. So erfährt man, wie sich Machtstrukturen ...

Dieses Werk lässt mich zugegebenermaßen zwiegespalten zurück. Zum einen wird das Versprechen, Zusammenhänge zwischen Macht und Zeit aufzuzeigen, durchaus auch eingelöst. So erfährt man, wie sich Machtstrukturen wandeln, wie Macht zu verschiedenen Zeiten legitimiert wird und so weiter. Doch andererseits hatte ich häufig den Eindruck, plakative, an Inhalt jedoch ärmere Phrasen zu lesen. Da in diesem Buch viele geschichtliche Figuren wie Friedrichs II. von Preußen, Bismarck und Weitere thematisiert werden, erhält man auf den 320 Seiten zwar einen guten Überblick; ich befürchte jedoch, dass man mehr Verständnis für "Zeit und Macht" entwickeln würde, nähme man ein paar wenige gute Lektüren zu einzelnen der hier beschriebenen Epochen zur Hand, erführe man über die beiden Schlagworte wesentlich mehr. Besonders die "Narrative", auf die sich ständig bezogen wird, bereicherten für mich nicht gerade die Lektüre.Der Schreibstil war abwechselnd sehr bildhaft-eingänglich und umständlich-demotivierend. "Kein einziges der auf diesen Seiten analysierten Regime änderte formal den Kalender. Kein einziges führte eine neue Zeitordnung ein. Aber jedes einzelne besaß eine markante zeitliche Signatur. Jedes 'tanzte' zu einer anderen zeitlichen Musik." (S.231)Was mir wiederum von der Idee her sehr zusagte, war, dass im Epilog Bezug auf die aktuelle Situation Europas genommen wird. Hier stellt der Autor ein paar Bezüge zu den zuvor herausgestellten Situationen in der Geschichte her.Ab Seite 249 folgen sein Dank, die Anmerkungen und das Register (bis S. 313), was mich persönlich vom Umfang her überraschte.Insgesamt handelt es sich meines Erachtens um ein Buch, das viele Epochen anführt und auf die Stichwörter "Macht" und "Zeit" hin untersucht. Dabei überraschen der doch recht geringe Umfang des Werkes, die häufig einfließenden Modewörter, die leider nicht wirklich mit Inhalt gefüllt werden und der zwischen bildhaft und trocken wechselnde Schreibstil. Obwohl ich ein paar neue Denkanstöße habe erlangen können, vermochte mich das Buch leider nicht zu überzeugen.

Veröffentlicht am 25.01.2019

Nicht stimmig

Ich denke zu viel
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In diesem Buch stellt die Autorin einen Zusammenhang zwischen Hochsensibilität und Hochbegabung her, wobei sie in ihren Beschreibungen den Begriff der "mental hocheffizienten" Menschen vorzieht. Ihre Grundannahme ...

In diesem Buch stellt die Autorin einen Zusammenhang zwischen Hochsensibilität und Hochbegabung her, wobei sie in ihren Beschreibungen den Begriff der "mental hocheffizienten" Menschen vorzieht. Ihre Grundannahme ist, dass bei Hochsensiblen die rechte Gehirnhälfte gegenüber der linken dominant ist und sich daraus im Vergleich zu dem Großteil unserer Gesellschaft Unterschiede im Denken und Empfinden ergeben. Spannend an dieser Sichtweise fand ich beispielsweise, dass festgestellt wurde, dass in asiatischen Ländern die rechte Gehirnhälfte generell aktiver ist, als in westlichen Ländern und dass sich dies auch in der Kultur widerspiegelt.

Die Autorin beginnt damit, ein Bild ihrer Zielgruppe zu zeichnen: Sehr einfühlsame Menschen, die gerne über grundlegende Themen philosphieren, schnell Lösungen zu Problemen finden, sehr idealisierte Wertvorstellungen haben, von denen sie keineswegs abrücken können, häufig unter depressiven Verstimmungen oder gar Depressionen leiden, aufgrund ihrer unaufhörlich ratternden Gedanken oftmals Schlafstörungen entwickeln und so weiter. Viele dieser Aspekte sind nichts neues mehr und leiten ganz selbstverständlich Bücher zu Hochsensibilität ein. Häufig muss ich jedoch gestehen, dass die Attribute, welche die Autorin nach ihrer - wie sie schreibt - intensiven Arbeit mit hocheffizienten Klienten gewonnen hat, zum Teil widersprüchlich und nicht ganz schlüssig sind. Die Autorin wirft hierbei gerne mit Super- oder Hyperlativen um sich, wo andere sich womöglich vorsichtig und einfühlsamer geäußert hätten. Hierbei hat man mal den Eindruck, es handle sich um eine lebensbedrohliche Krankheit und mal, Hochsensible seien geradzu Übermenschen. Beides trifft meines Erachtens nicht zu; schließlich handelt es sich einfach um eine andere Art der Reizverarbeitung. Einer solchen Ungleichheit sollte doch bitte keine Ungleichwertigkeit folgen. Außerdem missfällt mir der Ausdruck "unter Hochsensibilität leiden" sehr... Zudem fiel mir negativ auf, dass die Autorin ausdrücklich den Ruf, Hochbegabte oder Hochsensible seien uneinsichtig, abgehoben, arrogant, sozial zurückgeblieben und könnten sich nicht auf andere einstellen, zurück weist, dennoch aber genau solche Thesen über sie formuliert. Und ist es stimmig, dass ein Individuum, welches besonders einfühlsam, hilfsbereit und so weiter, sozial unterentwickelt ist?
Der Vergleich von HSM und Autisten war für mich auch nicht unbedingt neu, einige Aspekte gaben dennoch neue Denkanstöße, da sich die Autorin diesem Thema immer wieder widmet. Ebenso verhält es sich mit der Verknüpfung von HS und HB, wobei sich diese Bereiche meines Erachtens sowieso nur recht schwierig voneinander vollständig isoliert betrachten lassen. Allerdings denke ich, dass der Titel mehr in Richtung Hochbegabung deutet und daher womöglich irreführt - denn die Hochsensibilität ist in diesem Werk das eigentliche Thema.
Was dieses von anderen Büchern unterscheiden soll, ist der Praxisteil. Er soll Informationen dazu beinhalten, wie Hocheffiziente bestmöglich mit sich und der Gesellschaft im Einklang leben können. Ehrlich gestanden haben mich diese Hilfestellungen etwas enttäuscht, denn dass man sich beispielsweise so wie man ist annehmen sollte, um glücklicher zu sein und eine positivere Ausstrahlung zu haben, ist wohl kein sonderlich revolutionärer Gedankengang. Die Gedanken wie auf einem Dachboden zu sortieren, um kein Chaos mehr im Kopf zu haben, halte ich mehr für eine nette Idee als einen guten Vorschlag. Als durchaus hilfreich habe ich das Unterkapitel zum Neinsagen empfunden. Sicherlich findet man hier aber, besonders wenn man sonst noch keine Werke zu diesem oder einem verwandten Thema gelesen hat, Anregungen um das Verhalten und die Haltung von anderen und sich selbst besser reflektieren zu können. Mich konnte das Werk jedoch nicht überzeugen.