Das war’s jetzt?
The House Witch 1Als der neue Koch, Finlay Ashowan, seine neue Stelle am Hof von König Norman antritt, hört der Herrscher von Daxaria direkt Beschwerden über den eigenwilligen Koch. Dieser entlässt als erste Amtshandlung ...
Als der neue Koch, Finlay Ashowan, seine neue Stelle am Hof von König Norman antritt, hört der Herrscher von Daxaria direkt Beschwerden über den eigenwilligen Koch. Dieser entlässt als erste Amtshandlung sämtliches Küchenpersonal und stößt mit seiner direkten Art vielen Bediensteten vor den Kopf. Doch sobald das erste Gericht aufgetischt wird, ist klar: Der Koch muss bleiben. Seine Gerichte schmecken nicht nur vorzüglich, sie helfen auch den vielen Menschen am Hof. Fin weiß genau, was die Menschen brauchen und findet sich langsam in seinem neuen Zuhause ein. Auch wird er immer beliebter und öffnet sich Stück für Stück. Allerdings kommt so auch sein größtes Geheimnis ans Licht, was ihn vor neue Herausforderungen stellt. Schließlich haben es Hexen, obwohl die Zeiten der Hexenverfolgung vorbei sind, es noch immer schwer. Doch all dies ist nichts verglichen mit den Herausforderungen, die ihm eine adelige Dame am Hof, in die er sich verliebt, bereitet. Und das, obwohl ein Krieg ansteht und seine klugen Ideen dringend benötigt werden.
Die Gestaltung des Covers hat direkt mein Interesse geweckt, da es eine wunderbare Gemütlichkeit ausstrahlt. Der Klappentext hat mich ebenfalls neugierig gemacht und ich war sehr gespannt auf den Auftakt der Cozy Fantasy-Reihe. Leider blieb das Buch jedoch weit hinter meinen Erwartungen zurück.
Zunächst hat es etwas gedauert, bis ich in die Geschichte abzutauchen konnte. Es wurden direkt viele Charaktere eingeführt, jedoch nur kurz erwähnt, sodass viele Figuren blass blieben. Außerdem war es für mich teilweise schwierig, mich nach 250 Seiten, wenn eine Figur wieder aufgegriffen wurde, daran zu erinnern, was in einem Nebensatz nochmal über sie gesagt wurde. Generell hätte ich mir von Anfang an ein Glossar und eine Karte gewünscht, da man sonst sehr leicht bei den Rängen, Königreichen und Figuren durcheinanderkommen kann. Da ich aber nie abschätzen konnte, ob ein Name zu einem späteren Zeitpunkt nochmal wichtig werden könnte und es einfach so viele waren, hatte ich zugegebenermaßen wenig Lust, mir ein eigenes Figurenregister anzufertigen.
Insgesamt plätschert die Handlung sehr viel einfach vor sich hin – manchmal ist es ein schmaler Grat von “cozy” zu “langatmig”. Immer wieder hatte ich den Eindruck, die Autorin wollte gerne noch ein paar Themen unbedingt ins Feld führen. Außerdem fehlte mir sehr oft ein roter Faden. Lange Zeit war nicht klar, in welche Richtung das Buch gehen sollte und auch nach Beendigung des Buches weiß ich noch immer nicht, an welche Altersgruppe sich das Werk richtet. Der Humor ist oft eher für Kinder bis maximal Jugendliche geeignet (beispielsweise, wenn sich über Namen lustig gemacht wird), andererseits ist der Protagonist dafür viel zu alt und viele Szenen hielte ich für junge Leser als eher unpassend. So haben mich beim Lesen die vielen Sauf-Kapitel irgendwann genervt. Schön war es hingegen, etwas über Fins Vergangenheit zu erfahren, was jedoch nur ganz selten in kurzen Rückblenden geschieht. Stattdessen doppeln sich Handlungen oftmals sehr (feiern, trinken, Kater, kochen, trinken), was meine Lesemotivation stark gehemmt hat – es fehlte einfach der rote Faden. Am besten haben mir die (leider viel zu kurzen und rar gesäten) Abschnitte aus Krakens Sicht gefallen, da der Kater die Welt, die um ihn kreist, natürlich ganz besonders wahrnimmt.
Und dann kommt das Ende, welches leider schwach ist. Nichts wird aufgelöst, zentrale Elemente (vom Klappentext) sind noch immer in weiter Ferne und kein Charakter hat sich wirklich entwickelt. Alle Konflikte und Themen werden komplett in die Folgebände verschoben, weswegen sich bei mir die Frage aufdrängte, wofür ich über 600 Seiten gelesen habe – der Inhalt hätte auch auf 300 Seiten Platz gehabt, ohne dass auf gemütliche Beschreibungen von Speis und Küche hätte verzichtet werden müssen. Auch wenn ich einzelne Figuren ins Herz geschlossen habe und mich die Entwicklung von ein paar Themen durchaus interessiert hätte, werde ich die nächsten Bände nicht lesen.