Platzhalter für Profilbild

widder1987

Lesejury Profi
offline

widder1987 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit widder1987 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.08.2017

Statt überzeugender Krimi nur leicht begeisterten kulinarischer Regionalroman

Todesrauscher
0

Klappentext: Hauptkommissar Christian Bär steht vor einem Rätsel. In einer Apfelweinkelterei ist ein Arbeiter im Most ertrunken. Was hat ihn bewogen, kurz vor dem Abfüllen in den Tank zu kriechen – und ...

Klappentext: Hauptkommissar Christian Bär steht vor einem Rätsel. In einer Apfelweinkelterei ist ein Arbeiter im Most ertrunken. Was hat ihn bewogen, kurz vor dem Abfüllen in den Tank zu kriechen – und wer hat hinter ihm die Luke verschlossen? In seine Ermittlungen pfuscht die dralle rothaarige Reporterin Roberta Hennig hinein. Bär weiß nicht, ob er sie lieben oder umbringen soll. Noch bevor er das herausfinden kann, geschieht der nächste Apfelweinmord.

Fazit: Uli Aechtner Kriminalroman 'Todesrauscher' handelt von (deutschen) Apfelwein mit seiner Produktionstätte im Frankfurt am Main wie auch von europäischen Kenner, Naturschützer und Immobilienhaien. Diese literarische Schaffenswerk erzählen zwei 'Ermittlungstängen' vom Hauptkommissar Bär und seinen Leben wie auch von der jungen ausstrebende Journalisten Roberta Hennig, die ihrer Nase und Finger nicht von den Apfelweinmord in der Frankfurter Kelterei lassen kann und ihrer Recherche für sich behalten kann.

Auf knapp 250 Seiten plätschert die (verwirrte) Story mit einen lückenhaften Handlungsverlauf mit größeren Zeitsprüngen an Leser vorbei wie ein rauschendes Empfangen eines Radios oder schlechter Telefonverbindung. Die 22 Kapitel sind durch einen einfachen Sprachstil und luftig leichten Erzählstil der Autorin kurzweilig wie langatmig, was diese Buch eher zum regionalen wie-kulinarischen Roman mit kriminellen Elementen macht. Den packender Kriminalroman mit packenden Detektivarbeit und fesselnden Dialogen sucht man vergebens, da kommen Themen wie Naturschutz, Apfelweinkelterei und familiärer Atomsphäre ins Rampenlicht des Geschehens.

Uli Aechtner lässt den Leser mit einen apfelgeschmacklästigen und spannungsbogenschaffigen Schriftwerk im Rausch eines wenig begeisterten Lesevergnügen zurück . 'Todesrauscher' setzt auf Warenkunde gepaart mit Sensationsgier und Zwischenmenschlichkeit...2,5 Sterne

Veröffentlicht am 16.08.2017

Histrorischer Regionalroman, dem es an Aussagekraft fehlt...

Die Sieben Türen
0

Klappentext: Barcelona, 1874. Gabriel Camarasa wird beinahe von einer Straßenbahn überfahren, als ihm im letzten Moment ein junger Mann das Leben rettet: Antoni Gaudí. Schnell freunden sich die beiden ...

Klappentext: Barcelona, 1874. Gabriel Camarasa wird beinahe von einer Straßenbahn überfahren, als ihm im letzten Moment ein junger Mann das Leben rettet: Antoni Gaudí. Schnell freunden sich die beiden an. Als Gabriels Vater unter Verdacht steht, seinen Geschäftspartner erstochen zu haben, begeben sich die jungen Männer zusammen mit Gabriels Freundin Fiona auf die Suche nach dem wahren Täter. Die führt sie zu Barcelonas geheimnisvollsten Orten: in das Lokal »Die sieben Türen«, in »Das Theater der Träume« – und geradewegs in die Fänge einer skrupellosen Geheimgesellschaft … Ein genialer Barcelona-Krimi, der nicht nur von einem der berühmtesten Architekten unserer Zeit erzählt, sondern auch von einer der schönsten Städte unserer Erde.

Fazit: Danial Sánchez Pardos Historyroman 'Die Sieben Türen' ist eine Erinnerungsberichterstattung über den politischen Umbruch Spaniens in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts.

Auf knapp 540 Seiten dreht sich der Leser in einen Sprudel aus 'Scheingeschäfte', Architektenstudium, Spurensuche und Menschkenntnissen sowie Geheimniskrämerei , der aus der Ich-Erzählweise des Gabriel Camarasa detailvolle wie (beinahe) im Echtzeitmodus geschildert wird. Der Handlungsverlauf mit seiner langatmigen Schauplatz und intimen Personifizierung kann durch den komplexen wie verschachtelten Satzbau nicht wirklich mit einer spannungsgeladene Story glänzen sondern rauscht am Leser wie ein verträumter leise vor sich hin gluckerndes Bächlein, das von den berühmtesten Architekten Spaniens, der barcelonischen Gesellschaft wie der politischen Lage Spaniens um 1874 flüstert. Außerdem bekommt der Leser von Autor eine klar strukturierte Stadtführung Barcelonas mit den Schwerpunkten der Viertel Raval und Gracia, die all Ecken, Gassen und Lokalitäten wie Bauten als lebhafte Kulisse für verschwörerische kriminelle Aktivitäten.

'Die sieben Türen' erlaubt eine Blick hinter menschliche Hüllen, reist durch das westliche Europa und spiegelt die zeitgenössige Technologie im Bereich der Medien, Mobilität und Pressewesen wieder. Nur leider lässt das Lesevergnüg auf sich warten, dass dessen kommt eine monotoner Erzählstil ohne 'Höhen' in der Schilderung und Erlebnispräsentationen daher sowie durch eine fesseln- und packendloser Tiefgang den Leser gelangweilt zurück lässt...2,25 Sterne

Veröffentlicht am 16.08.2017

Die nicht sehr authenisch umgesetzte 'Schöpfungsgeschichte'...

Genesis X
0

Klappentext: Dieser außergewöhnliche Historien-Fantasy-Roman ist spannungsgeladene und zugleich tief berührende Unterhaltung pur. Eine unglaubliche Story. Einzigartig, hochaktuell und brisant. "GENESIS ...

Klappentext: Dieser außergewöhnliche Historien-Fantasy-Roman ist spannungsgeladene und zugleich tief berührende Unterhaltung pur. Eine unglaubliche Story. Einzigartig, hochaktuell und brisant. "GENESIS X" widerspricht nicht nur in aller Klarheit dem Verdammung und Sündenfall verheißenden, biblisch/religiösen Schöpfungsmythos, sondern ebenso der Darwinistischen Evolutionstheorie in Bezug auf den Menschen… Schauplatz dieses monumentalen Epos ist der Planet Erde anno 450.000 v. Chr. Bei seiner Erstbegehung findet Ea, Kommandeur der nefilimischen Raumfahrtflotte vom Planeten Marduk, auf der Erde eine atemberaubend schöne, alternative Welt vor. Eine Welt, die für ihn, Inanna und die sechshundert anunnakischen Gefährten ideale Lebensbedingungen zu bieten scheint. Eas ganz persönliche Tagebuchaufzeichnungen lassen die Stationen dieser von unkalkulierbaren Gefahren und herzzerreißenden Schicksalsschlägen begleiteten Erdmission in farbigen, kraftvollen Geschichten lebendig werden. Der nefilimische Forscher erzählt in "GENESIS X", nicht ohne gelegentliches Augenzwinkern, die Anfänge der Menschheitsgeschichte, beginnend mit der Kultivierung von Nutzpflanzen über die Zähmung prähistorischer wilder Tiere und der Spezies des Homo erectus bis hin zur „Erschaffung“ von Adam und Eva … Dazu entführt er uns ins Zweistromland Mesopotamien sowie ins südliche Afrika... Wer weiß, ob Sie sich am Ende des geklonten Adams immer noch als ein Zufallsprodukt der Evolution, eine von Gotteshand modellierte Marionette oder aber als ein aus bedingungsloser Liebe erschaffenes Lebewesen wahrnehmen …?

Fazit: In 'Genesis X - der geklonte Adam' inszeniert Joachim Josef Wolf das Alte Testament neu, in den er den 'Blauen Planeten' -wie unsere Heimat schon von Anbeginn des Lebens genannt wird- eine Handvoll Kolonialist von der Erde umkreisenden 'Roten Planten' Marduk zu naturwissenschaftlichen und bevölkerten Erkundigungen entsende. Der Autor entführt den Leser zur Entstehungsphase des Menschens vor 450.000 Jahren vor Christi in das Gebiet zwischen Euphrat und Tigris -auch Zweistromland bzw. wie im Buch 'Mesopotamien' genannt-, wo die 'nefilimischen' und 'anunnakischen' Gäste sich häuslich und überlegend niederlassen. Denn das intergalaxische Raum-Zeitgefüge ermöglicht den Mardukbewohnern 3.600 Erdenjahre, was eine Nefilimjahr gleich kommt, ohne die geringsten 'Alterungen' ihres Orgasmen auf der Erde ihrer Forschungsmission in aller Ruhe und ohne jeglicher Störung seitens der Erdbewohner durchzuführen. Auf knapp 320 Seiten schaut der Leser von den erinnungsgefüllten Tagebucheintragungen des Kommandeur Ea und den Naturwissenschaftler in besonderen den Gentechniker, Handwerker, Bergleuten und Regierungschef über die Schulter um eine irdischen Gesellschaft mit Hilfe technologische (genmanipulierenden) Hochkultur und spiritueller Abhängigkeit wie die Entwicklung unsere Urahnen, die die Handschrift des Nachbarplanetenbevölkerung aufweist, zu produktzieren.

Joachim Josef Wolf formuliert im einem gut verständlichem Erzählstil und klarem Wortwahl eine mit vielen Grundsatzideen durchzogene historisch belegte Fantasystory, die den Leser durch oberflächliche, abgehackte und zeitlich unausgereiften Handlungsverlauf ein kurzweiliges und langweiliges Lesevergnügen beschert. Auch die Themen, die im 'Genesis X - der geklonte Adam' aufgegriffen werden, können das literarische Werk nicht balancieren tragen bzw. fachkundige Leser werden hier nicht mit tiefgängigen Informationen zur 'Elementartanz' gebitte.

Die beworbene spannende Unterhaltungslektüre, zu den der evolutionsaufklärende Roman zählen soll, macht keine so fesselnden Eindruck, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen könnte, aber dennoch für 'Laie' eine gut Einführung in die moderne medizinische Erbforschung wie gentechnisch-moralische (menschliche) Verhalten und das uralte religiöse Abhängigkeit...2,0 Sterne

Veröffentlicht am 16.08.2017

'Tour de Café'

Ein Coffee to go in Togo
0

Inhalt: Markus Weber geht es prächtig. Er hat Freunde, ist gesund und arbeitet als Manager und Prokurist für eine der größten Beratungen weltweit. Eigentlich läuft alles perfekt. Doch irgendwann erscheint ...

Inhalt: Markus Weber geht es prächtig. Er hat Freunde, ist gesund und arbeitet als Manager und Prokurist für eine der größten Beratungen weltweit. Eigentlich läuft alles perfekt. Doch irgendwann erscheint ihm sein Berufsalltag belanglos und sein Leben zwischen Meetings und Nächten in Fünf-Sterne-Hotels fremdbestimmt. Als er auf einer morgendlichen Zugfahrt in die Frankfurter Finanzwelt seine Kollegen betrachtet, die vertieft auf ihre Laptops blickend an Kaffeebechern nippen, fasst er einen Entschluss: Er wird aussteigen aus dem Trott, den Anzug an den Nagel hängen und sich auf die Suche begeben. Er wird losziehen, um einen Kaffee zu trinken, in Afrika. Einen Coffee to go in Togo! Es beginnt eine einjährige Reise durch 26 Länder, über eine Strecke von 14.037 Kilometern – und zwar mit dem Fahrrad! Er tauscht die Luxushotels gegen ein simples Zelt und muss sich fortan ganz ungekannten Herausforderungen stellen. Ob wilde Hunde in Rumänien, gestohlener Rollrasen in der Republik Moldau oder einem Grizzly in der Ukraine: seine geschäftliche Expertise hilft ihm auf seiner abenteuerlichen Tour wenig. Doch so richtig verrückt wird sein Trip erst, als er den Fuß auf afrikanischen Boden setzt. Begleitet von afrikanischer Hitze und blutrünstigen Stechmücken radelt er über Nordafrikas höchstes Gebirge und staubige Sandpisten, fährt per Anhalter durch die Sahara, kämpft im Senegal mit der Malaria und wird in Gambia überfallen. Doch selbst ein Fluch in der Elfenbeinküste oder die Attacke einer Schlange, ein lebensbedrohliches Buschfieber oder verrückte Grenzsoldaten können ihn nicht stoppen. Am Ende seiner Reise steht die Antwort auf die Frage: Wie schmeckt überhaupt so ein Coffee to go in Togo?

Fazit: "Mit den Fahrrad von Deutschland bis nach Westafrika - für eine Kaffee zum Mitnehmen!"

So kurz und bündig kann man diese 445 dicken Abendteuerberichtserstattung zusammenfassen. Markus Maria Weber, Unternehmerberater, hat mit Anfang Dreißig eine für sich grundlegende Erkennung zum Thema 'Lebensführung' getroffen, die auf einer unterschwelliger und für die meisten leistungsgetrillten Deutschen selbstverständlicher Frage basiert: Wo kommt eigentlich der (tägliche) Kaffee her?

Kurzentschlossen begibt sich Markus ohne große Vorbereitungsphase und kaum informiert mit seine Drahtesel auf 'Kaffeereise' durch Mittel- Ost und Südeuropa wie Westafrika. Der detailliere Reisebericht, den sich der Leser bei Buchtitel 'Ein Coffee to go in Togo' erhofft, lässt auf sich warten, statt dessen 'fliegt' der Leser auf den Schulter Markus sitzend nur so durch die Landschaft und Siedlungen vorbei. Auch die einzeln Stationen auf der einjährigen Radtour werden nur oberflächlich mit wenig Beachtung erwähnt und auch die eine oder andere 'Begegnung' ist keinerlei großer Aufmerksam geschenkt wurden. Nur zwei deutschsprachigen Radlerweggefährten, mit den Markus durch Westafrika tourt, bekommt eine kleinen 'Nebenrolle' zugeschrieben und auch den eine oder andere westafrikanischen durchquerenden Staat wird mit wenig Internetrecherche 'Leben' eingehaucht. In Togo kommt Markus auch den 'Coffee To Go' in einen Plastikbeutel serviert.

Ein Fahrrad, 26 Länder und jede Menge Kaffee ist das Resultat eines tagebuchführenden wie zu sich findenden Berichterstattungswerk, das durch zu viel Sachlichkeit und wenig Tiefgang den Leser als kurzweiliges, langatmiges und trockenes Lesevergnügen in Kurzzeitgedächtnis still und schnell verebbt...1,25 Sterne

Veröffentlicht am 16.08.2017

Aktuelles Thema mit gut durchdachter, aber nicht völlig ausgereifter Umsetzung...

Datengrab
0

Klappentext: Kameramann Klaus-Ulrich Mager in der Bredouille: Sein Vater ist Hauptverdächtiger in einem dreißig Jahre alten Mordfall. Das ist nicht sein einziges Problem, denn er selbst steht beruflich ...

Klappentext: Kameramann Klaus-Ulrich Mager in der Bredouille: Sein Vater ist Hauptverdächtiger in einem dreißig Jahre alten Mordfall. Das ist nicht sein einziges Problem, denn er selbst steht beruflich vor dem Aus. Zeitgleich ermittelt Sohn Kalle mit Freundin und IT-Expertin Simone am Kopula Institut der Uni Duisburg-Essen: Wo ist die Doktorandin Lea Bennsdorf? Beim Fleddern alter Datengräber schrecken sie einen mächtigen Gegner auf – und plötzlich müssen sie um ihr eigenes Leben bangen.

Fazit: Christiane Bogenstahl und Reinhard Junge sind das Autorendeo zum Kriminalroman 'Datengrab', mit dem sie eine hochaktuelles wie brisant-zeitgenössisches und gesellschaftlich bestehendes Thema ansprechen und es mit regionalen Alltagsgeschichten aus den Ruhrgebiet lebendig machen.

Zum Verschwinden zweier Uni-Mitarbeiter in Duisburg gestellt sich eine verjährter ungeklärter Mordfall im Dortmund. Was eine ersten Teil des knapp 445 Seitenwerk nicht zusammen passen will, verbindet sich durch einem dreisträngen Handlungsverlauf zu eine über jahrzehntelangen skullen Machtschaften eines verwaisten Jungen. Das Vater und Mager, welches den PEGASUS-Fernsehmannschaft angehört, wecken durch eigenhändige und tollpatschige Recherchearbeiten 'brutale Bluthunde' auf.

Das Autorengespann glänzt mit einem modernen und zügigen Erzählstil mit bissigen und lebensnahen Dialogen, guten beschriebener lebendigen Charakteren und detailvoller Handlungsortschilderung, im der Leser schnell in die Thematiken einsteigen kann. Leider schaffen diese vielschichtigen Einzelstorys, die im Buch parallel im zwölf Tage-Kapitalen geschrieben sind, kein packendes Lesevergnügen, da es keinen reibungs- und lückenlosen Abhandlungen gibt. Auch im stockenden Echtzeitmodus kommen die übergespitzten und aufgeblähten 'Aktionen' der gerechtigkeitsgeforderten Aktivsten und Gewaltanwendungen der Gegenspieler wie aus einem TV-Actionfilm entsprungen den Leser vor und blenden damit die eigentliche klare Schreibweise von Bogenstahl (und Junge).

Es werden Nebensächlichkeiten auch so wie Aufmerksamkeit geschenkt wie den eigentlichen Leitthema, das dadurch nicht mit den nötigen Tiefgang den Leser die eingehenden Botschaft der heutigen IT-Branche vermittelt sondere versteift sich auf egoistische und menschliche Abgründe, Universität- und Fernsehjournalismusstrukturen sowie Regionalitäten des Ruhrgebietes...3,75 Sterne