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Veröffentlicht am 28.09.2019

Poetry Slams, die eine besondere Geschichte vom erwachsen werden erzählen!

Poet X
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Inhalt:

Xiomara hat ihre Worte immer für sich behalten, so wie ihre strenggläubige Mutter es verlangt. In ihrem Viertel in New York übernehmen stattdessen Fäuste das Reden. Doch X hat Geheimnisse: ihre ...

Inhalt:

Xiomara hat ihre Worte immer für sich behalten, so wie ihre strenggläubige Mutter es verlangt. In ihrem Viertel in New York übernehmen stattdessen Fäuste das Reden. Doch X hat Geheimnisse: ihre Gefühle für Aman aus ihrer Klasse; ihr Notizbuch voller Gedichte, das sie unter dem Bett versteckt – und ein Slam-Poetry-Club, der all diese Geheimnisse ans Licht bringen wird. Denn auf der Bühne bricht Xiomara schließlich ihr Schweigen und verlangt von allen gehört zu werden.

Elizabeth Acevedo hat es geschafft in einem Buch, das nur aus Poetry Slams besteht, eine sehr packende und emotionale Geschichte zu erzählen, die viele wichtige und zum Teil auch tabuisierte Themen, anspricht.

Die Poetry Slams sind toll geschrieben. Dies ist mal eine etwas andere Art, eine Geschichte zu erzählen. Diese Form des Textes passt sehr gut zu der erzählten Geschichte von Xiomara und lässt einen noch tiefer in das Geschehen eintauchen. Auch lässt sich das Buch dadurch sehr schnell und flüssig lesen.

Zu Beginn wird man direkt in das Leben Xiomaras hineingeworfen und direkt mit den Problemen die sie hat konfrontiert. Xiomara ist sehr eigenwillig und passt so gar nicht in ihre Familie, denn ihre Mutter ist sehr streng und der Glaube steht bei ihr an erster Stelle. Ihre Mutter hält also nicht viel von Jungs und schon gar nichts von Beziehungen. Ihre Tochter darf nicht einmal mit einem Jungen befreundet sein. Allerdings finde Xiomara so langsam aber sicher gefallen an Jungs. Auf einmal steckt sie somit mitten in einer Kriese. Soll sie das machen was sie wirklich möchte oder sich doch lieber dem beugen, was ihre Mutter von ihr möchte. Sie entscheidet sich zu rebellieren und gegen alles anzukämpfen was ihre Mutter sagt und für richtig hält. Sie möchte kein ihr vorgegebenes Leben leben, sondern eins was sie gestallten kann, wie sie selbst es möchte. Während Xiomara also die starke ist, ist ihr Bruder das absolute Gegenteil von ihr. Sie war früher diejenige, die sich für ihn geprügelt hat und er würde auch niemals etwas gegen ihre Mutter sagen. Trotzdem hat auch er ein kleines Geheimnis, obwohl er weiß wie viel Ärger es geben würde, wenn es raus käme. Alle Charaktere wirken absolut real. Während einige, wie beispielsweise Xiomaras Mutter, total festgefahren in ihrer Rolle sind, gibt es auch deutliche Charakterentwicklungen, die dem entgegen stehen.

Die Geschichte nimmt einen mit auf eine sehr emotionale Reise durchs erwachsen werden. Elizabeth Acevedo spricht unglaublich viele Themen an, die heute immer noch tabu sind. So geht es zum Beispiel um Sexualität. Xiomara ist überhaupt nicht aufgeklärt, weder darüber was die Periode, noch über Sex oder Jungs im Allgemeinen betrifft. Auch Homosexualität spielt eine Rolle. Die wird von der Mutter natürlich abgelehnt, da dies nicht zu ihrem Glauben passt, und trauriger Weise ist das heute auch im echten Leben noch sehr oft der Fall. Neben diesen Themen wird ebenfalls der Sexismus angesprochen, denn Xiomara wird immer wieder von Männern und Jungen auf ihr Äußeres reduziert und unschön angemacht. Elizabeth Acevedo nimmt hier auf jeden Fall kein Blatt vor den Mund und spricht alles aus, was auch noch von der heutigen Gesellschaft oft tabuisiert wird.

Diese Geschichte ist emotional sehr bewegend und geht ans Herz. Gleichzeitig ist sie aber auch sehr kraftvoll und zeigt, dass man sich immer seine eigene Meinung bilden und diese auch äußern sollte.

Mein Fazit: Ich habe grade mal einen Tag für Xiomaras Geschichte gebraucht, denn ich fand dieses Buch so toll zu lesen und war total gefesselt. Ich lese eher selten Poetry Slams, aber mit hat es wirklich gut gefallen, da es mal etwas andres war und so gut zur Geschichte gepasst hat. Tatsächlich glaube ich, dass es noch besser rüber gekommen wäre, wenn ich es als Hörbuch gehört hätte, aber auch so ging mir die Story sehr nah. Für mich war dieses Buch definitiv ein Highlight! Ich finde solche Werke, die wirklich wichtige Themen so toll ansprechen, sollten viel mehr gewürdigt werden und auch mehr Aufmerksamkeit bekommen!

Veröffentlicht am 12.09.2019

Langer Anfang - Schönes Ende

Ascheherz
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Inhalt:
Eine Liebe stärker als der Tod
Seit einem Unfall ist Summers Gedächtnis wie ausgelöscht. Doch sie weiß, dass ihr jemand nach dem Leben trachtet. Als sie mit dem geheimnisvollen, engelhaft schönen ...

Inhalt:
Eine Liebe stärker als der Tod
Seit einem Unfall ist Summers Gedächtnis wie ausgelöscht. Doch sie weiß, dass ihr jemand nach dem Leben trachtet. Als sie mit dem geheimnisvollen, engelhaft schönen Anzej in das ferne Nordland flüchtet, muss Summer erkennen, welchen Verrat sie vor Jahrhunderten begangen hat: Einst gehörte sie zu den Zorya, deren Kuss den Sterblichen den Tod bringt. Doch einem Mann mit sanften Augen, der in ihren Armen sterben sollte, schenkte sie die Ewigkeit. Nun fordert Lady Mar, die Herrin des Todes, das Leben zurück, um das sie betrogen wurde …

Eine Geschichte von Nina Blazon, die am Anfang eine einzige Hürde ist, aber ein schönes Ende hat.

Die Autorin schmückt ihre Sätze schön aus, sodass man sich die Welt und auch die Charaktere sehr gut vorstellen kann. Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen, aber ist an manchen Stellen etwas zu ausführlich. Aufgrund dessen sind die Sätze und auch die Geschichte etwas langatmig.

Summer weiß eigentlich gar nicht wer sie wirklich ist, da sie sich an nichts mehr erinnern kann. Am Anfang der Geschichte ist sie eine Schauspielerin in einem Theater, doch sie weiß, dass irgendetwas nicht stimmt. Sie war nicht immer Schauspielerin und lebt in ständiger Angst, denn sie weiß, dass jemand sie umbringen will, der Blutmann. Als dieser im Theater auftaucht, bricht für Summer eine Welt zusammen, denn sie muss wieder flüchten. Auch wenn sie es sich nicht eingestehen will, scheint ihr etwas an den andren Theaterleuten zu liegen. Allgemein wirkt sie aber eher ungesellig und unsympathisch. Während sie sich in der Nacht vor dem Blutmann versteckt, trifft sie auf Anzej, dessen Sprache sie nicht versteht, aber der sie zu mögen scheint. Zusammen fliehen sie in Richtung Nordland, aber ein wirkliches Ziel scheint Summer nicht zu haben. Sie lässt sich von Anzej führen, ohne zu wissen, wohin und warum ausgerechnet in Richtung Norden, was sie sehr naiv erscheinen lässt. Anzej scheint genau zu wissen, was er will und wo er mit Summer hin will, aber seine Absichten werden nicht sofort deutlich. Der Blutmann scheint die beiden auf ihrer Reise zu verfolgen, aber man hat keine Ahnung, wer er ist und warum er Summer töten will. Er ist der geheimnisvolle Verfolger. Dann ist da noch Lady Mar, die von Summer betrogen wurde, und nun das zurückmöchte was ihr gestohlen wurde. Sie wirkt wie das personifizierte Böse, aber ob sie das wirklich ist bleibt erstmal unklar.

Die Geschichte zieht sich am Anfang sehr, da nicht wirklich viel passiert, aber alles sehr deutlich geschildert wird. Alles ist sehr unklar und es scheint erstmal kein eindeutiges Ziel zu geben. Vom Theater aus flüchtet Summer mit Anzej in Richtung des Nordlandes. Es werden die Fragen aufgeworfen, warum genau in diese Richtung und warum Anzej sich sofort an Summer gehalten hat, um mit ihr zu reisen. Keine dieser Fragen wird anfangs beantwortet, sondern es kommen immer mehr auf. Man hat das Gefühl sich etwas in der Geschichte und all den Fragen, die nicht beantwortet sind, zu verstricken. Alles wirkt etwas wirr, weshalb es am Anfang sehr schwer ist der Geschichte zu folgen. Sobald Summer und Anzej in der Nähe des Nordlandes sind, ergeben auf einmal viele Sachen Sinn. Die Storyline scheint auf einmal ein Ziel zu haben und man kann flüssig weiterlesen ohne sich in den unterschiedlichen Aspekten zu verstricken. Ab diesem Zeitpunkt wird das Buch auch spannend und man möchte wirklich wissen was am Ende passiert. Einiges ist sehr vorausschaubar, aber andere Aspekte, die schon früh angesprochen wurden, ergeben erst im Nachhinein Sinn. Der recht hohe Fantasyanteil wird auf den letzten Seiten zum Großteil aufgelöst und läuft auf eine etwas kitschige Lovestory hinaus. Es war ein schönes und auch passendes Ende.

Auch, wenn man sich am Anfang etwas durch die Geschichte quälen muss, bekommt man ein wirklich schönes und auch spannendes Ende.

Mein Fazit: Leider war ich etwas enttäuscht, da ich aufgrund des Klappentextes anfangs mit etwas anderem gerechnet habe. Auch mit den Charakteren bin ich nicht ganz warm geworden, weshalb es mir etwas schwierig viel weiterzulesen. Die Idee der Geschichte finde ich allerdings sehr schön, da es mal etwas anderes ist und die Idee mit dem Todeskuss mich wirklich überzeugt hat. Es ist kein Highlight für mich geworden, aber durchaus eine schöne Geschichte.

Veröffentlicht am 18.08.2019

Eine emotional mitreißende Geschichte!

Alles okay
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Ein Roman über das Erwachsenwerden, so berührend und großartig, dass man kaum atmen kann. Eine schmerzlich schöne Darstellung von Trauer und ein Lobgesang auf die Kraft der Wahrheit. Marin hat alles hinter ...

Ein Roman über das Erwachsenwerden, so berührend und großartig, dass man kaum atmen kann. Eine schmerzlich schöne Darstellung von Trauer und ein Lobgesang auf die Kraft der Wahrheit. Marin hat alles hinter sich zurückgelassen, ist Tausende Kilometer geflohen vor ihrem alten Leben, vor dem Verlust ihres geliebten Großvaters. Doch eines Tages steht plötzlich ihre beste Freundin Mabel vor der Tür. Und mit ihr all die Erinnerungen an zu Hause, an Sommernächte am Strand. Mit ihrer Beharrlichkeit gelingt es Mabel, Marin aus ihrem Kokon der Einsamkeit zu befreien. Und Marin begreift, dass sie eine Wahl hat: weiter im Verdrängen zu verharren oder zu ihren Freunden und ins Leben zurückzukehren.

Nina LaCours “Alles Okay” lässt einen einfach mehr fühlen. Mehr Einsamkeit, mehr Traurigkeit, mehr Verzweiflung und mehr Freundschaft und Liebe!

Der Schreibstil der Autorin ist sehr emotional. Alle Gefühle und Empfindungen werden bis ins kleinste Detail beschreiben, so dass man gar nicht anders kann als mitzufühlen und selber in diese Gefühlslage hinein gezogen zu werden. Besonders unterstützt wird das durch die Rückblicke, welche einem zeigen wie alles war bevor Marin weggelaufen ist. Man bekommt also einen direkten Vergleich zwischen ihren Gefühlen heute und damals geliefert, was einen noch tiefer in das ganze Gefühlschaos stößt.

Marin ist in der Gegenwart ein ganz anderer Mensch, als sie es war bevor sie geflohen ist. Das wird nicht nur sehr schnell deutlich, sondern man erfährt es durch die Rückblicke quasi am eigenen Leib. Die Charakterentwicklung von damals zu heute ist erschütternd, aber genauso nachvollziehbar. Ihr Leben was nach und nach aus den Fugen geraten ist wird so eindrucksvoll geschildert, dass man das Gefühl hat selber da zu sein und es live mitzuerleben. Marins Gefühle sind so überdeutlich, dass sie einen wie eine Welle überrollen. Die Einsamkeit und Traurigkeit ist so präsent in ihrem Handeln und ihren Gedanken, dass man diese selbst noch spürt, wenn man das Buch kurz aus der Hand legt. Aber nicht nur die Gefühle sind toll beschreiben und weisen eine deutliche Veränderung auf, sondern auch die Beziehungen die Marin führt. Ganz besonders die Beziehung zu ihrer damals besten Freundin Mabel wird in der Geschichte genau beleuchtet, sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart. Hier sieht man einen deutlichen Unterschied von beiden Seiten aus. Marin hat sich total zurückgezogen und weiß gar nicht wirklich wie sie mit dem Besuch von Mabel umgehen soll, nachdem sie sich so lange nicht gesehen haben und sie auch alle Nachrichten von ihrer besten Freundin ignoriert hat. Sie verdrängt alles was mit ihrem damaligen Leben zu tun hat und ist schlicht weg überfordert von all den Erinnerungen, die mit Mabels Besuch wieder hochkommen. Mabel hingegen wirkt sehr verzweifelt und distanziert. Sie möchte zwar wieder eine Bindung zu Mabel aufbauen und verstehen was sie damals dazu veranlasst hat einfach zu gehen und sie so aus ihrem neuen Leben zu verbannen, aber trotzdem hat sich in Mabels eigenem Leben natürlich viel verändert was nun auch in irgendeiner Art und Weise zwischen den beiden steht. Natürlich nähern sich die beiden im Laufe der Geschichte wieder an, aber wie dies geschieht ist so berührend und emotional, dass man unglaublich mit den beiden mitfiebert und fühlt. Besonders zum Ende hin sieht man nochmal eine ganz starke Charakterentwicklung, besonders bei Marin, die das ganze Buch wunderschön abrundet und ihm nochmal das gewisse Etwas gibt.

Die Geschichte an sich ist nicht nur tragisch, durch Marins Verlust, sondern zeigt auch glückliche Momente, die einfach im Nachhinein ganz anders wirken. Die Teile die in der Vergangenheit spielen zeigen sowohl Marins Leben mit ihrem Großvater, als auch das mit ihrer besten Freundin Mabel auf. Die Art und Weise wie Marin und ihr Großvater zusammen wohnen und die Beziehung die sie zueinander haben spielt in den Rückblenden die Hauptrolle und wird sehr gut beleuchtet. Alle Facetten bekommen die Möglichkeit sich zu zeigen und am Ende ein großes Gesamtbild zu ergeben. Hier wird auch aufgeklärt wie Marin ihren Großvater überhaupt verliert und warum sie das zu dem Menschen gemacht hat der sie heute ist. Die Beziehung zu Mabel wird hier auch nochmal aufgeschlüsselt und zeigt einem warum es für beide so schwer ist sich nach allem was passiert ist wieder anzunähern. Besonders schön sieht man hier was eigentlich Freundschaft bedeutet und wie sie sich entwickeln kann. In der Gegenwart wird toll beschrieben wie schwierig es ist aus der Einsamkeit, die Marin um sich selbst aufgebaut hat, zu entkommen und sich wieder in die richtige Welt zu trauen. Eindrucksvoll ist hier das ganze Gefühls- und Gedankenchaos von Marin. Es lässt einen selber verzweifeln und sehr nachdenklich werden. Es werden einfach so viele Fragen für einen selbst aufgeworfen, wie zum Beispiel was eigentlich Sicherheit ist oder Einsamkeit? Aber auch die Frage was Freundschaft für einen bedeutet und wie weit man dafür gehen würde ist sehr präsent. Das Ende des Buches ist wunderschön und löst die ganze Anspannung und Bedrücktheit, die sich durch das Buch zieht, sehr gut auf.

Dieses Buch ist wirklich etwas Besonderes! Es ist total schwierig überhaupt in Worte zu fassen was dieses Buch mit einem macht und ich hoffe, dass ich es zumindest ein bisschen zeigen konnte.

Mein Fazit: Dieses Buch hat mich kaputt gemacht und wieder zusammengesetzt. All die Emotionen, besonders die Traurigkeit und Einsamkeit haben mich total mitgenommen und ich habe auch die ein oder andere Träne deswegen vergossen. Ich bin unglaublich froh dieses Buch endlich gelesen zu haben, weil es einem einen ganz neuen Blickwinkel gibt. Es lässt einen Sachen hinterfragen und ich nehme aus der Geschichte wirklich viel mit. Das Buch ist zwar beendet, aber ein Teil der Geschichte lebt jetzt in mir.

Veröffentlicht am 18.08.2019

Eine Welt in der man sich wirklich verliert!

Kreona
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Inhalt:
Eine Stadt aus Gold und Silber
Eine Stadt, in der Wünsche wahr werden
Eine Stadt der Toten …
Die Welt der jungen Diebin Sayen droht im Chaos zu versinken und ein Krieg steht unmittelbar bevor, ...

Inhalt:
Eine Stadt aus Gold und Silber
Eine Stadt, in der Wünsche wahr werden
Eine Stadt der Toten …
Die Welt der jungen Diebin Sayen droht im Chaos zu versinken und ein Krieg steht unmittelbar bevor, denn jede Stadt kämpft um die Vorherrschaft. Einzig das Buch der Zukunft kann dies verhindern, doch es darf nicht in die falschen Hände fallen. Ausgerechnet Sayen soll den fünf Hinweisen nachgehen, die auf der ganzen Welt verteilt sind, und das Geheimnis, um das jahrhundertealte Versteck lüften. Schon bald gerät sie allerdings ins Visier der tyrannischen Regierung, die alle Städte unterdrückt. Eine gnadenlose Jagd auf Sayen und ihre Unterstützer beginnt und eins steht fest: Für das Buch, das die Zukunft zeigt, schrecken die wahren Herrscher der Städte vor nichts zurück.

Ney Sceatcher hat eine Welt geschaffen in der man sich wortwörtlich verliert!

Der Schreibstil der Autorin ist sehr einladend und lässt einen in die wunderbare Welt Kreonas eintauchen. Sie macht einem den Einstieg in diese ganz besonderen Städte total einfach und fängt die Stimmung in jeder einzelnen perfekt ein. Durch den detaillierten Schreibstil erfährt man viel über die einzelnen Plätze und Personen, wodurch man immer tiefer in die Geschichte eintaucht. Des Weiteren trägt die Karte am Anfang des Buches dazu bei ganz in der Geschichte aufzugehen, ohne sich zu verlieren. Außerdem ist das Buch so gegliedert, dass es einen eigenen Abschnitt zu jeder Stadt gibt, wodurch man sehr gut den Überblick behält.

Sayen, die eigentlich gar nicht nach dem Buch suchen will, begibt sich auf die spannende, aber auch gefährliche Reise um die Hinweise zum Aufenthaltsort des Buches zu finden. Die ganze Zeit werden sie und die Mannschaft mit der sie reist von der Regierung verfolgt und müssen damit rechnen jeden Moment von ihnen festgenommen zu werden, denn die Mannschaft besteht aus Freiheitskämpfern, die gegen die Regierung arbeiten. Sayen ist unglaublich mutig und lässt sich durch nichts aus der Fassung bringen, obwohl sie immer wieder in sehr brenzlige Situationen gerät. Silver, der Anführer der Mannschaft von Freiheitskämpfern, nimmt Sayen ungewollt in seine Mannschaft auch, doch nach und nach merkt man, dass die beiden mehr verbindet als bloß die Suche nach dem Buch und das Verhältnis zwischen den beiden verändert sich im Laufe der Geschichte deutlich. Doch Sayen ist keine Freiheitskämpferin und verfolgt zu Beginn vielleicht auch nicht das gleiche Ziel wie diese, denn sie ist immer noch eine Diebin. Doch auch hier sieht man mit der Zeit eine Entwicklung in Sayens Gedanken und Gefühlen. Diese sind toll beschreiben und geben einem einen schönen Einblick in ihr Inneres. Silver wirkt von Anfang an sehr mysteriös und diese Aura passt wunderbar zu seinem ganzen Auftreten. Nie gibt er zu viel preis oder lässt einen zu weit in seine Gedanken eintauchen. Ma weiß nie worauf man gespannt sein darf, denn es wird nichts vorweg genommen und die Geschichte nimmt besonders gegen Ende deshalb eine sehr unerwartete Wendung.

Die Geschichte reißt einen von Anfang bis Ende mit. Alles wird gut erklärt, aber nicht zu gut, so dass man nichts durchschauen kann und es immer wieder kleine unerwartete Überraschungen gibt. Die Gliederung der Geschichte in die einzelnen Städte lässt einen immer einen guten Überblick waren und sorgt dafür, dass keine Stadt zu kurz kommt. Über alle wird ausführlich berichtet und jede ist ein kleines Abenteuer für sich. Durch tolle in die Story eingearbeitete Erklärungen findet man sich in jeder Stadt ohne Probleme zurecht und es gibt keine Verständnisprobleme. Die Spannung hält sich durch das ganze Buch, da es keine unnötigen Längen gibt, die die Geschichte langweilig machen. Man wird von einem Abenteuer in das nächste geschleudert und immer wieder überrascht. Besonders das Ende ist absolut unerwartet und lässt den Leser mit dem Wunsch zurück den zweiten Band direkt hinterher zu lesen. Der leichte Cliffhanger ist unglaublich gut gelungen und definitiv nicht absehbar gewesen.

Besonders schön sind in dem Buch auch die Zeichnungen, die es zu Beginn jeder Stadt gibt. Diese geben dem Buch nochmal ein ganz besonderes Feeling. Auch die sonstige Innengestaltung, sowie das Cover, sind großartig gelungen und passen einfach perfekt zum Buch. Am Ende des Buches befindet sich ein Verzeichnis mit allen Städten und unglaublich vielen Infos zu diesen. Leider konnte ja nicht jede Stadt so ausführlich in dem Buch vorkommen, wie die fünf mächtigsten Städte, aber so erhält man einen tollen Überblick und kann sich die Welt noch besser vorstellen.

Mein Fazit: Dieses Buch hat mich persönlich einfach total umgehauen! Ich habe nur ein, ein halb Tage gebraucht um es zu beenden, da mich die Geschichte total gefesselt und in die Welt gezogen hat. Die Charaktere sind wunderschön ausgearbeitet, genauso wie das ganze drum herum. Es ist ein unglaubliches Feeling das man selber erlebt haben muss! Für mich ist es ein absolutes Jahreshighlight, denn ich habe mich definitiv in Kreona verloren!

Veröffentlicht am 23.07.2019

Ein Roman, der zum Nachdenken anregt

Fünf Sterne für dich
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Inhalt:

Für ein gutes Leben gibt es ein simples Rezept: Man muss nur alles Schlechte vermeiden.

Davon ist Konrad überzeugt, denn er hat schon genug Schlimmes erlebt. Seinen Lebensunterhalt verdient er, ...

Inhalt:

Für ein gutes Leben gibt es ein simples Rezept: Man muss nur alles Schlechte vermeiden.

Davon ist Konrad überzeugt, denn er hat schon genug Schlimmes erlebt. Seinen Lebensunterhalt verdient er, in dem er bezahlte Rezensionen nach Kundenwunsch schreibt. Auch privat versieht er alles mit Sternen: die flinke Kassiererin, den lauwarmen Kaffee …und Pia, die neue Klassenlehrerin seiner Tochter. Zu hübsch, zu unsicher, nicht geeignet für den Lehrberuf gerade mal zwei knappe Sterne von fünf. Als Pia davon Wind bekommt, will sie Konrad eine Lehre erteilen. Dass er zum neuen Elternvertreter gewählt wird, passt ihr da bestens ins Konzept. So kann sie ihn mit lästigen Aufgaben ordentlich ins Schwitzen bringen. Doch als einer ihrer Schüler gemobbt wird, erweist sich ausgerechnet Konrad als Hilfe…

Charlotte Lucas verbindet ernste mit locker, leichten Themen und schafft damit eine tolle Atmosphäre.

Die Autorin hat einen sehr lockeren, aber trotzdem detaillierten und spannenden Schreibstil, der einen sofort in die Geschichte rund um Pia und Konrad eintauchen lässt. Außerdem kommt man dadurch auch sehr schnell durch das doch recht dicke Buch. Die ernsten Szenen haben auch einen sehr ernsten Unterton, während die leichten Szenen immer sehr lustig sind. Man wird also immer in die Richtige Stimmung versetzt.

Pia übernimmt das erste Mal eine Klassenleitung und möchte unbedingt alles richtig machen, aber dass das nicht geht ist eigentlich klar. So gerät sie im Laufe des Buches immer mal wieder in leicht brenzlige Situationen, die sie lösen muss. Dafür sorgt besonders ihre Klasse, die 7d. Die Klasse hat ein ernstes Problem mit Mobbing und Pia möchte dieses schnellst möglich lösen, doch das ist gar nicht so leicht. Sie wirkt die ganze Zeit über sehr authentisch und man ganz sich gut vorstellen wie schlimm die Situation für sie ist. Denn die Tatsache, dass Konrad am Elternabend eine Kritik über sie verfasst, die alles andere als gut ist, nimmt sie zusätzlich auch noch mit. Pia hat, seitdem ihr Exfreund sie verlassen hat, keine Beziehung mehr gehabt und eigentlich findet sie Konrad ziemlich gut. Konrad selbst ist voller Geheimnisse. Er verrät kaum jemandem seinen richtigen Job, zeigt ungerne Gefühle und über seine Vergangenheit, ins besondere über Mathildas Mutter, redet er gar nicht. Trotzdem meldet er sich, mehr oder weniger freiwillig als Elternvertreter und versucht die Aufgaben zu erledigen, die Pia ihm als Rache für die schlechte Kritik aufgebrummt hat. Auch er scheint Pia eigentlich mehr zu mögen als er es sich am Anfang eingestehen will. Als das Mobbing Problem drastische Maßnahmen erfordert ist er sogar bereit zu helfen und kommt damit auch Pia näher. Dies ist nur möglich beziehungsweise sogar nötig, da der Co-Klassenlehrer Tom sich überhaupt nicht um die Geschehnisse in der Klasse kümmert und sich auch nicht versucht einzubringen, sondern scheinbar Pia nur verführen will. Er ist nicht sehr sympathisch, was durchaus auch an seinem sehr speziellen Humor liegt. Generell sind alle Charaktere toll ausgearbeitet und die meisten kann man auch sehr gut verstehen und sowohl die Handlungen, als auch die Gedanken nachvollziehen.

Die Gruppendynamik, in der sich die Klasse befindet, ist großartig dargestellt. Man sieht genau wer das Opfer, wer die Täter und wer bloß Mitläufer ist. Auch wenn nicht aus der Perspektive der Kinder geschrieben wird hat man durch den immer wieder auftauchenden Klassenchat einen tollen Überblick darüber was grade passiert und wie diese sich fühlen. Es wird sehr gut aufgezeigt wozu Mobbing führen kann und was es in den Betroffenen und deren Angehörigen auslöst. Dieses doch sehr schwierige Thema hat Charlotte Lucas wirklich gut verpackt. Es ist nicht nur spannend zu verfolgen, sondern auch noch sehr lehrreich, da das Buch auch viele Lösungsansätze bietet.

Die leichte Liebesgeschichte zwischen Pia und Konrad tritt im Gegensatz zu dem Mobbing sehr in den Hintergrund und findet dadurch kaum Beachtung, was die Geschichte aber nicht schlechter macht. Im Epilog wird der Ausgang dieser leider nur kurz angerissen und man weiß nicht wirklich was in der Zwischenzeit noch zwischen den beiden passiert ist und somit zu diesem Ende geführt hat.

Auch eher nebenbei fragt man sich die ganze Zeit was eigentlich in der Vergangenheit passiert ist, dass Konrad Köln verlassen hat und nicht drüber reden will. Diese Frage wird immer wieder mit Antworten in Form von Flashbacks gefüllt und am Ende gibt es eine großartige Aufklärung, die einen alles nochmal in einem ganz anderen Licht sehen lässt und mit der man vor allem auch nicht rechnet. Aber auch hier fehlt am Ende etwas, denn das wichtige und längst überfällige Gespräch mit seiner Tochter über ihre Vergangenheit wird auch nur im Epilog angerissen, sodass man nicht wirklich weiß, wie genau dieses abgelaufen ist und wie Mathilda auf all das reagiert hat.

Mein Fazit: Ich finde das Buch wirklich klasse! Es beschäftigt sich mit einem Thema über das, meiner Meinung nach, noch viel mehr gesprochen werden sollte, weil es so wichtig ist und Mobbing immer häufiger vorkommt. Würde das Buch nur das beinhalten hätte es von mir auch volle 5 Sterne bekommen, aber da gibt es ja auch noch die Liebesgeschichte und die hat mich leider nicht so begeistert. Der Teil der Geschichte befand sich die ganze Zeit im Hintergrund und hat mich deshalb auch nicht wirklich interessiert. Ich finde, wenn in so einem Buch eine Liebesgeschichte ist, dann sollte diese den Leser auch mitnehmen und das war hier für mich leider nicht der Fall. Auf Grund dessen bekommt das Buch von mir keine 5 Sterne, aber davon abgesehen hat es mir unglaublich gut gefallen und meiner Meinung nach könnte man es fast als Schullektüre zur Aufklärung über Mobbing nehmen.