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Veröffentlicht am 11.04.2020

Gelungener Abschluss der Reihe

Eloise 2: Inmitten der Dunkelheit
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Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar!

ACHTUNG: Diese Rezension enthält Spoiler zu Eloise – Hinter den Mauern des Feindes.

Zuallererst einmal muss ich sagen, dass mir Eloise 2 um einiges ...

Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar!

ACHTUNG: Diese Rezension enthält Spoiler zu Eloise – Hinter den Mauern des Feindes.

Zuallererst einmal muss ich sagen, dass mir Eloise 2 um einiges besser gefallen hat als Band 1 der Reihe, bei dem ich ja doch einige Kritikpunkte hatte. Im Gegensatz zu Eloise 1 konnte mich dieses Buch wirklich überzeugen und auch mitreißen!

Aber eins nach dem anderen. Nachdem Eloise und Kastor geheiratet haben, muss sich Elli nach und nach im Orden einleben. Dazu absolviert sie die Praktika in den verschiedenen Häusern des Ordens, um ihren Platz zu finden und trotz ihres Status als Omnessa den normalen „Aufnahmeprozess“ im Orden zu durchlaufen. Gleichzeitig tun sie und Kastor alles dafür, um weiterhin der Sache dienlich zu sein und die Armut in der Welt außerhalb der Mauern des Ordens zu bekämpfen, wo sich die Lage immer mehr zuspitzt …

Elli ist auch in Band 2 eine starke, mutige und intelligente junge Frau mit einem großen Maß an Leidenschaft, um ihre Ziele zu erreichen. Allerdings fand ich sie in Eloise 2 um einiges sympathischer und vor allem näher, als in Teil 1. Ich hatte das Gefühl, dass sie erst im Orden wirklich zu sich selbst findet. Sie war schon immer eine eindrucksvolle Figur, aber erst in Eloise – Inmitten der Dunkelheit wurde sie mir wirklich nah gebracht.

Kastor, der nicht umsonst „Der Mann mit Herz“ genannt wird, ist wirklich ein Schatz. Ich mag ihn total gerne, weil er auf der einen Seite ruhig und besonnen handelt, um so wenig Risiko wie es geht einzugehen, auf der anderen Seite aber auch sehr verletzlich ist – wenn es um Elli geht. Er ist ein Anführer, der Gefühle zeigen kann und das macht ihn ebenso stark wie Eloise.

Insgesamt konnte ich zu allen Figuren ein weitaus besseres Verhältnis aufbauen, als in Band 1. Damals hatte ich je kritisiert, dass die Charaktere nur selten beim Namen genannt wurden und sie somit einfach trotz ihrer verschiedenen Facetten weit entfernt und unnahbar erschienen. Das hat sich in Eloise 2 stark geändert, sodass ich innerhalb der ersten 100 Seiten des Buches schnell die gewünschte Nähe sozusagen nachträglich aufbauen konnte. An dieser Stelle muss ich auch die vielen anderen Figuren erwähnen, die man im Orden kennenlernt. Viele von ihnen mochte ich wirklich gerne, beispielsweise Omni Tespian, Sascha und viele der Krieger des Ordens. Außerdem spielen auch die Mäuse eine große Rolle. Mia, Leanne, Luke & Co sind wirklich liebenswert. Und dann gab es natürlich Charaktere, die ich gehasst habe, aber das müsst ihr selbst nachlesen.

Ich hätte mir gewünscht, etwas mehr über Kastors Familie zu erfahren, da diese in Teil 2 überhaupt nicht erwähnt wurden. Die Interaktion zwischen Elli und ihnen hätte meiner Meinung nach sehr viel Potenzial.

Auch Jessica Wismars Schreibstil hat mir erstaunlicherweise in Eloise – Inmitten der Dunkelheit besser gefallen. Das mag zum einen damit zusammenhängen, dass die Handlungsdichte in Band 2 höher ist, ebenso die Spannung und das Tempo der Geschichte. Zum anderen wurde aber dem Leser die Möglichkeit gegeben, manche Dinge selbst zu erschließen, also warum jetzt eine Figur genau das gesagt/so gehandelt hat und das nicht fast schon aufdringlich immer wieder betont wurde. Das hat mir das Lesen sehr erleichtert und am Ende habe ich das Buch sogar in einem Rutsch durchgesuchtet!

Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Art und Weise, wie Eloise und Kastor für ihre Ziele kämpfen. Ein Großteil dieses Kampfes definiert sich nämlich über Überzeugungsarbeit innerhalb des Ordens. Diskussionen und langsame Veränderungen stehen im Mittelpunkt, ohne langweilig zu sein. Die Spannung baut sich in Teil 2 langsam auf und auch die Liebe zwischen Elli und Kas wächst und wird immer stärker. Das alles hat Ellis Intelligenz betont, besonders genossen habe ich die Praktika im Haus der Wörter und im Haus der Krieger! Die Handlung hat einen regelrecht in ihren Bann gezogen.

Fazit: Für mich ist Eloise – Inmitten der Dunkelheit ein wirklich gelungener Abschluss der Reihe, der mich mit meinen Kritikpunkten an Teil 1 versöhnt hat. Ein außergewöhnlicher Kampf um Menschenrechte mit viel Spannung am Ende macht die Geschichte lesenswert! Ich vergebe 4,5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 04.04.2020

Vielfältige, authentische Charaktere und eine tolle Welt!

Die Überlieferung der Welt
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Aufmerksam geworden auf „Die Überlieferung der Welt“ bin ich durch das wunderschöne Cover und als ich dann auch noch den Klappentext gelesen habe, wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss! ...

Aufmerksam geworden auf „Die Überlieferung der Welt“ bin ich durch das wunderschöne Cover und als ich dann auch noch den Klappentext gelesen habe, wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss! Und was soll ich sagen? Ich habe es keine Sekunde bereut!
In „Die Überlieferung der Welt“ geht es um sechs junge Menschen, die durch eine Prophezeiung miteinander verbunden sind und auf eine gemeinsame Reise geschickt werden. Zusammen müssen sie ihr Schicksal erfüllen, was vor allem aufgrund verschiedener Spannungen im Team zu einer Herausforderung wird.
Was mir zuallererst einmal richtig gut gefallen hat, ist das Worldbuilding, also die Welt, welche die Autorin geschaffen hat. In den Neuen Götterlanden gibt es fünf Länder, die allesamt eine Gottheit sozusagen als Schutzpatron haben (bzw. zwei Gottheiten). In jedem Land, also je nach Gottheit ist auch die Magie charakteristisch, bspw. sind Laelia und Hadrian beide Heiler, wobei man jedoch sagen muss, dass nicht jeder automatisch begabt ist. Dieses Konzept fand ich furchtbar interessant und abwechslungsreich, weil auch die magischen Begabungen teilweise sehr außergewöhnlich sind.
Ebenfalls ein großer Pluspunkt sind die sehr unterschiedlichen Charaktere. Selin Visne hat Figuren geschaffen, die allesamt ihre Ecken und Kanten haben, die man hin und wieder schütteln und anschreien möchte, jedoch sind sie immer authentisch. Ich könnte einen halben Roman über jeden einzelnen Charakter schreiben, allerdings würde dies den Rahmen dieser Rezension sprengen. Laelia ist entschlossen und stark, Hadrian oft überheblich und arrogant, aber mit einem guten Kern. Bacary glänzt durch seine nüchterne und objektive Art (die teilweise extrem unterhaltsam ist) und Divan ist mit Abstand der Geheimnisvollste der Gruppe. Merla ist ruhig und muss ihre eigene, innere Stärke erst noch finden, während Vena leidenschaftlich entschlossen ist, ihren einzigen Traum zu erfüllen.
Das Buch wird überwiegend aus der Geschichte von Laelia, Hadrian, Bacary und Merla erzählt, aber auch Vena und schlussendlich Divan erhalten ihre Kapitel. Im Großen und Ganzen lag aber oft der Fokus auf den Entwicklungen zwischen Laelia und Hadrian, was mir vor allem diese beiden Charaktere extrem nahegebracht hat. Ich habe furchtbar gerne über ihre Liebesgeschichte gelesen und regelrecht mitgefiebert. Von Feinden haben sie sich zu einem tollen Team entwickelt und dafür wurde sich im Buch Zeit genommen – was ich extrem gemocht habe. Durch den Fokus auf Laelia und Hadrian könnte man jetzt meinen, dass es mir schwerfiel, eine Bindung zu den anderen aufzubauen, was aber definitiv nicht der Fall war, da jeder einzelne Charakter so liebevoll ausgearbeitet ist.
Selin Visnes Schreibstil hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, was einen einfachen Einstieg in die Geschichte ermöglicht und einen oft durch die Seiten fliegen lässt. Hin und wieder gingen mir jedoch manche Entwicklungen zu schnell, man hätte sich also etwas mehr Zeit nehmen können, oder dauerten zu lang. Dieses gelegentlich fehlende Gleichgewicht in der Erzählweise ist aber mein einziger richtiger Kritikpunkt.
Durch viele verschiedene Hindernisse, die den Protagonisten auf ihrer Reise im Weg stehen, fiebert man früh mit den Helden des Buches mit. Ich werde nichts Genaues über die Handlung verraten, nur so viel: die Gruppe, die über die kompletten Neuen Götterlande verteilt sind, muss erst einmal zusammengeführt werden, was gar nicht so einfach ist. Und auch die Frage, ob sie einander überhaupt vertrauen können, schwebt wie ein Damoklesschwert über der Gruppe. Denn manche sind nicht nur durch ihr Schicksal, sondern auch die Vergangenheit verbunden, in denen so manche Fehler begangen wurden …
Allein diese ganzen Punkte hätten mich wirklich zufrieden das Buch zuschlagen lassen. Und dann kam das Ende. Ich stelle mir an dieser Stelle die Autorin vor, wie sie böse lachend am Schreibtisch sitzt und tippt. Ohne Witz, dieses Ende macht aus „Die Überlieferung der Welt“ ein potenzielles Jahreshighlight für mich. Es ist schockierend, neu und lässt einen fassungslos zurück. Selin Visne beweist hiermit viel Mut und zeigt, dass sie zurecht den dtv-Fantasy-Newcomer-Wettbewerb gewonnen ist. Ich bin absolut begeistert und kann dieses Buch nur jedem Fantasy-Liebhaber ans Herz legen!

Fazit: „Die Überlieferung der Welt“ beeindruckt durch unfassbar authentische und vielfältige Charaktere und eine interessante Welt. Kleinere Kritikpunkte verlieren angesichts des genialen Endes ihre Gewichtung. Ich kann nicht anders, als 5/5 Sterne zu vergeben!

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Veröffentlicht am 19.03.2020

Etwas andere High-Fantasy

Die letzte Dichterin
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Die letzte Dichterin ist ein Buch, auf das ich mich sehr gefreut habe, vor allem, weil ich gerade in einer Phase bin, in der ich am liebsten nur Fantasy lesen würde. Der Klappentext hat mich sehr neugierig ...

Die letzte Dichterin ist ein Buch, auf das ich mich sehr gefreut habe, vor allem, weil ich gerade in einer Phase bin, in der ich am liebsten nur Fantasy lesen würde. Der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht und versprach eine etwas andere High-Fantasy.

Das Buch erzählt die Geschichte rund um Minna Fabelreich, Finn Mienengräber, Valerian Ohneruh und Malwine Wüstenherz, die Königin in dem Land Phantopien, in dem die Magie verschwunden ist. Lediglich in Fernab existiert noch ein letzter Rest Magie, die Hauptstadt, welche man nur mit einer persönlichen Einladung betreten kann. Als Minna, eine verarmte Dichterin, eine Einladung zu einem Dichterwettstreit erhält, geht ihr größter Traum in Erfüllung. Gemeinsam mit dem Schatzsucher Finn macht sie sich auf den Weg, nicht wissend, dass in Fernab vieles nicht so ist, wie es auf dem ersten Blick scheint … und die dunkle Königin ihre ganz eigenen Ziele verfolgt.

Zuerst einmal zum Konzept des Buches. Die Magie, die einen in „Die letzte Dichterin“ erwartet, ist ganz anders, als man denkt und das ist einer der großen Pluspunkte des Buches. Der letzte Rest Magie, der in Phantopien existiert, ist sehr schwach, weil ihm die Grundlage genommen wurde: Kunst. Menschen glauben nicht mehr an die Macht von Kunst, die Macht von Worten, die Macht von Musik. Und weil das nicht mehr geschätzt wird, konnte auch die „offensichtlichere“ Magie nicht überleben. Minna ist eine der letzten Verfechterinnen der „sterbenden Künste“ und versucht im Kleinen zu bewirken, dass die Menschen die Künste wieder schätzen.

Dieser sehr poetische Aspekt hat mir an „Die letzte Dichterin“ wirklich gut gefallen. In vielerlei Hinsicht wurde mir direkt aus dem Herz gesprochen und das hat mich einfach unfassbar fasziniert. Jetzt aber zu den Charakteren. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, die wichtigsten sind hier Minna, Finn, Valerian und die Königin. Jede einzelne von ihnen hat ihre eigene Geschichte.

Minna, einst aus wohlhabendem Hause, hat sich für ein Leben in Armut entschieden, um der Dichtkunst nachzugehen. Sie ist eine Kämpferin und das sieht man nicht nur daran, dass sie sich trotz der vielerorts offenen Ablehnung gegen ihre Kunst immer durchbeißt und weitermacht.

Finn ist ein Schatzsucher, der immer wieder von seinem sehr berühmten Vater und seinem Onkel drangsaliert wird. Zu Beginn des Buches fängt er an, seinen eigenen Weg zu gehen und findet auch im Laufe der Geschichte heraus, wie er sich überhaupt sein Leben vorstellt.

Valerian ist der Gabensucher. Er sucht magisch begabte Menschen im Auftrag der Königin. Malwine Wüstenherz selbst ist erst seit einem Jahr an der Macht, und sie verfolgt düstere Pläne. Beide sind durch die Vergangenheit miteinander verbunden, inwiefern, müsst ihr aber selbst herausfinden.

Insgesamt mochte ich alle Charaktere sehr gerne, allerdings muss ich auch Kritik üben. Ich finde, alle hatten sehr viel Potenzial, leider wurde das nicht vollkommen ausgeschöpft. Während in der ersten Hälfte der Fokus stark auf Minna und Finn lag, hat sich das in der zweiten Hälfte etwas geändert. Die Königin und Valerian wurden viel mehr miteinbezogen, was ich prinzipiell gut fand. Allerdings hätte ich es besser gefunden, wenn von Anfang an der Fokus etwas ausgeglichener gewesen wäre. So hätte ich zu allen Figuren gleichermaßen eine starke Bindung aufbauen können. Da dies aber nicht der Fall war, hat es mir bei allen Figuren etwas gefehlt, wirklich emotional involviert zu sein, da ich durch den wechselnden Fokus zudem etwas die Bindung zu Minna und Finn verloren habe.

(Nichtsdestotrotz: VALERIAN!! <33)

Die Handlung wiederum mochte ich sehr gerne. In „Die letzte Dichterin“ warten einige Wendungen, mit denen man nicht unbedingt rechnet, und die zeigen, dass Katharina Seck sich getraut hat, eine Geschichte zu schreiben, die etwas anders ist als die „typische“ High-Fantasy. In der Mitte gab es für meinen Geschmack ein paar Längen, die man gerne dafür hätte nutzen können, um den Charakteren noch mehr Tiefe zu geben. Alles in allem bin ich mit der Story aber sehr zufrieden und auch das Ende fand ich sehr passend.

Fazit: „Die letzte Dichterin“ lässt mit der vielen Poesie und der wörtlich genommenen Magie des Erzählens so einige Leserherzen höherschlagen. Kleine Kritikpunkte bei der Darstellung der Charaktere und ein, zwei Längen in der Handlung schaden dem Lesevergnügen nur wenig. Ich vergebe 4/5 Sterne!

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Veröffentlicht am 08.03.2020

Viele schöne Lesestunden!

Someone New
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Nachdem ich schon viele verschiedene Meinungen über Someone New gehört hatte, war ich sehr gespannt darauf, wie es mir gefallen würde. Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut und auch der Klappentext hat ...

Nachdem ich schon viele verschiedene Meinungen über Someone New gehört hatte, war ich sehr gespannt darauf, wie es mir gefallen würde. Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut und auch der Klappentext hat mich neugierig gemacht.

In der Geschichte geht es um Micah, die gerade ihr Jura-Studium beginnt und in eine eigene Wohnung zieht. Ihr neuer Nachbar Julian ist ihr aber alles andere als unbekannt: ein paar Wochen zuvor war sie der Grund, warum er seinen Job verloren hat, doch als Micah das wiedergutmachen will, trifft sie nur auf Mauern. Julian, der Architektur studiert, ist abweisend und unnahbar, dennoch übt er auf Micah eine seltsame Faszination aus. Sie will unbedingt herausfinden, warum er so viele Menschen von sich stößt, nicht wissend, dass er ein Geheimnis hat. Ein Geheimnis, das die Art und Weise, wie sie ihn sieht, für immer verändern könnte …

Schon aus früheren Büchern kenne ich Laura Kneidls Schreibstil und auch in Someone New hat er mir wieder sehr gut gefallen. Sie findet an den passenden Stellen die richtigen Worte, um die Gefühle der Charaktere zu unterstreichen und dadurch konnte ich zu allen Figuren relativ schnell eine Bindung aufbauen, was dazu führte, dass ich schnell in die Geschichte fand.

Micah war mir vom ersten Moment an unglaublich sympathisch, was es mir zudem sehr leicht gemacht hat, in die Geschichte zu finden. Sie stammt aus einer sehr reichen Familie, und ist in der High Society aufgewachsen, trotzdem habe ich sie beim Lesen als bodenständige junge Frau kennengelernt. Ihr augenscheinlich perfektes Leben bringt so einige Hürden mit sich, die sie im Laufe des Buches meistern muss. Micah ist keine Figur, die immer alles richtig macht, aber das macht sie meiner Meinung nach sehr authentisch. Ich konnte wirklich zu jedem Zeitpunkt nachvollziehen, warum sie so handelt und ihre Emotionen nachempfinden – und das ist einer der Gründe, warum ich sie ins Herz geschlossen habe.
Über Julian findet man nur sehr langsam mehr heraus, was ich aber in Someone New als große Stärke empfunden habe. Julian ist jemand, der nur er selbst sein will, was in seinem sozialen Umfeld bereits zu einigen Schwierigkeiten geführt hat. Insgesamt habe ich auch bei ihm sehr stark mitgefiebert. Um die Entwicklung zwischen Micah und Julian darzustellen, nimmt sich Laura Kneidl einfach sehr viel Zeit und das hat mir wahnsinnig gut gefallen.

Was mir aber am besten an Someone New gefallen hat, ist die Chemie zwischen Micah und Julian. Sie haben beide einen tollen Humor, der mich immer wieder zum Lachen gebracht hat und ergänzen sich in dieser Hinsicht einfach perfekt. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, über die beiden zu lesen! Außerdem gibt es noch einen zweiten Handlungsstrang: Micahs Zwillingsbruder Adrian ist verschwunden und sie tut alles dafür, ihn zu finden. Ganz ehrlich, da ich selbst eine Zwillingsschwester habe, werde ich bei Zwillingen in Büchern immer ganz emotional.

Zudem behandelt Someone New ein sehr wichtiges Thema. Alle, die es bereits gelesen haben, wissen, was ich meine. Leider wusste ich schon vorher, was diese Thematik ist, die sich eigentlich erst im Laufe des Buches auflöst. Nichtsdestotrotz muss ich sagen, dass Laura Kneidl mit sehr viel Feingefühl an das Thema herangegangen ist. Ich hatte nie das Gefühl, die Geschichte wäre „drüber“, überdramatisiert oder ähnliches, aber auch nie schöngeredet. Sondern einfach nur realistisch und authentisch.

Fazit: Insgesamt hatte ich wirklich sehr viel Spaß an Someone New, was für mich ein echtes Wohlfühl-Buch ist. Es werden ernste Themen auf sehr einfühlsame Weise behandelt. Wenn ich genau überlege, fällt mir kein einziger Kritikpunkt ein. Deswegen vergebe ich 5/5 Sterne!

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Veröffentlicht am 27.02.2020

Schwächen zu Beginn, aber tolle Charaktere!

Eloise 1: Hinter den Mauern des Feindes
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Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar!

Von Anfang an war ich sehr gespannt auf Eloise – Hinter den Mauern des Feindes, weil ich die Idee, eigentlich das ganze Konzept von einem weiblichen ...

Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar!

Von Anfang an war ich sehr gespannt auf Eloise – Hinter den Mauern des Feindes, weil ich die Idee, eigentlich das ganze Konzept von einem weiblichen Robin Hood in einer dystopischen Welt wahnsinnig spannend fand. Das Buch spielt in einer Zukunft, in der nach einer großen Katastrophe ein tiefer Spalt zwischen Arm und Reich herrscht. Die Reichen und Mächtigen sind die Mitglieder des Ordens der Gläubigen, eine Religion, die sich nach der Katastrophe gebildet hat. Eloise, die Protagonistin, hat ihr Leben den Armen verschrieben. Schon als junges Mädchen begann sie damit, den Leuten zu helfen, die nichts haben und zeigt ein hohes Maß an Selbstlosigkeit. Dadurch hat sie einen besonderen Status unter den Armen inne und wird vom Orden als „die große Ketzerin“ gesucht. Ihre Tarnung fliegt auf, doch unter besonderen Umständen ist sie dazu gezwungen, ein neues Leben im Orden zu beginnen und hat vielleicht auch die Möglichkeit, hinter den Mauern des Feindes ihrer Sache zu dienen.

Eloise ist eine starke junge Frau, die ihr ganzes Leben lang nichts anderes getan hat, als Menschen zu helfen. Sie ist selbstlos, weitsichtig und überaus intelligent. Diese Eigenschaften erfährt man in der ganzen Geschichte immer wieder, wobei diese facettenreich dargestellt werden. Zum Beispiel wird erwähnt, dass Selbstlosigkeit bis zur Selbstzerstörung nichts Gutes mehr ist und man bei allem Guten, das man tut, auch auf sich selbst achten muss.

Kastor, der männliche Protagonist, ist Mitglied des Ordens und hat dort sogar eine relativ hohe Position inne. Über ihn werde ich nicht allzu viel sagen, um nichts vorweg zu nehmen, doch er wird nicht umsonst „Der Mann mit Herz“ genannt. Obwohl er und Eloise in verschiedenen Welten aufgewachsen sind, verfolgen sie ähnliche Ziele, was sie zu einem guten Team macht.

Leider hatte ich etwas Probleme, in die Geschichte zu finden. Ich habe lange darüber nachgedacht und ich denke, ich kann jetzt sagen, woran das lag. Beim Lesen kam es mir so vor, als würden vor allem im ersten Drittel die Namen der Charaktere nur sehr sparsam verwendet werden. Zwar waren die Eigenschaften der Charaktere von Anfang an relativ klar, doch da das Buch in der dritten Person geschrieben ist und statt den Namen oft nur Personalpronomen verwendet wurden, fand ich es etwas unpersönlich und dadurch recht schwer, sofort eine Bindung zu den Figuren aufzubauen.

Hinzu kommt, dass oft die Vorhaben der Charaktere für meinen Geschmack etwas zu sehr betont wurden, also was wer jetzt genau mit dieser Handlung plant. Besser hätte es mir gefallen, wenn man als Leser mehr selbst herausfinden/erschließen muss. An manchen Stellen ging es mir so auch mit den Botschaften der Geschichte, da sie wiederholt wurden, als sie (meiner Meinung nach) schon beim Leser angekommen waren.

Gleichzeitig muss ich sagen, dass diese beiden Kritikpunkte sich vor allem auf die erste Hälfte des Buchs beziehen. Gegen Mitte fand ich zu den Charakteren und auch in die Geschichte.

Des Weiteren muss ich betonen, dass die Botschaften von Eloise – Hinter den Mauern des Feindes eine der großen Stärken der Geschichte sind, Wiederholung hin, oder her. Jessica Wismar hat in ihrem Debüt die Gesellschaft sehr differenziert dargestellt und dafür ziehe ich meinen Hut vor ihr. Das beste Beispiel ist hierfür der Orden, bzw. der Glaube. Keiner dieser beiden Aspekte wurde im Buch verteufelt. Stattdessen wurde zuerst sehr genau dargestellt, dass der Glaube nicht der Orden ist. Es wurde zwischen Religion und Institution unterschieden, und ich denke, dass es sehr gut ein wichtiges Thema unserer Zeit trifft. Außerdem wurde in Eloise 1 auch sehr deutlich, dass man nicht verallgemeinern darf und nur, weil eine Person schlecht ist, bedeutet es nicht, dass die ganze Gruppe das auch ist.

Letztlich ist es ein Buch, dessen Wert man erkennt,
wenn man die Geschichte sacken lässt. Mit manchen Aspekten der Umsetzung bin ich nicht ganz zufrieden. Trotzdem ist es ein sehr starkes Buch geworden, dass sich auch mit der Frage beschäftigt, wer überhaupt der Feind ist und ob jene, die als Feinde bezeichnet werden, überhaupt diese Bezeichnung verdient haben.

Vom zweiten Teil, der ja schon bald erscheint, würde ich mir wünschen, dass man noch mehr über die Welt erfährt und in dieser Hinsicht ein größeres Bild erhält. Das Konzept, die Welt … das alles finde ich sehr, sehr interessant und ich würde gerne mehr darüber erfahren. Zum Glück erscheint Eloise 2 schon bald und ich werde es auf jeden Fall auch lesen.

Fazit: Eloise und Kastor sind starke Protagonisten und wichtige Themen werden im Buch angesprochen. Dadurch, dass ich lang brauchte, um in die Geschichte zu finden und eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen, muss ich leider etwas abziehen. Ich vergebe 3,5/5 Sterne.

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