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Veröffentlicht am 08.06.2020

All your repetitions

All Your Kisses
3

Ich wollte diese Geschichte lieben. Wirklich.

Schon bevor eine deutsche Übersetzung geplant war, hatte ich das Buch im Blick. Und können wir bitte kurz anmerken, dass sowohl Originaltitel (A Thousand ...

Ich wollte diese Geschichte lieben. Wirklich.

Schon bevor eine deutsche Übersetzung geplant war, hatte ich das Buch im Blick. Und können wir bitte kurz anmerken, dass sowohl Originaltitel (A Thousand Boy Kisses), als auch Originalcover (Ein Einmachglas), so viel besser zur Geschichte passen? Beides wird recht früh zu Beginn der Geschichte nämlich aufgeklärt und ich hätte mir gewünscht, dass man dabei geblieben wäre, weil es einen Bezug zur Geschichte herstellt.

Aber das ist im Grunde ja auch nur Nebensache.

Die Geschichte startet aus Runes Sicht, aus der er uns erstmal in die Geschichte hineinführt. Dieser Teil hat mir gut gefallen und in meinen Augen ist der Anfang generell wirklich stark. Schon recht früh kamen die ersten Tränchen und ich verliebte mich in die Geschichte von Poppy und Rune - zu Beginn zwei fünf Jährige, die allerbeste Freunde werden und sich versprechen, viele Abenteuer zu erleben. Die man dann aber leider nicht ganz so sehr mitbekommt. Inhaltlich gibt die Geschichte irgendwie wenig her. Ich hatte so meine Probleme, eine Bindung zu den Figuren aufzubauen. Zwar gibt es hier und da durchaus Figuren, mit denen ich mitfühlen kann, aber tiefe Sympathie empfand ich beim Lesen überhaupt nicht. Dafür war mir die Geschichte an einigen Punkten zu oberflächlich.

Menschen, die das Buch lieben, werden sich wahrscheinlich fragen, wie ich diese Geschichte denn als oberflächlich betiteln kann und ich werde versuchen, die Frage zu erklären, ohne den Inhalt zu spoilern - was wirklich schwierig ist.

Man halt also Poppy und Rune. Zwei Kinder, unzertrennlich, beste Freunde für unendlich, wie sie selbst so süß sagen und man bekommt ein wenig mit, wie die Beiden aufwachsen. Nun verrät der Klappentext ja schon, dass Rune zwei Jahre getrennt von Poppy sein muss. Da gibt es auch nochmal eine Menge Drama und das konnte ich auch irgendwie verstehen, auch wenn die Ausmaße des Ganzens genauso fragwürdig und extrem finde, wie die Figuren selbst. Beide Figuren haben ihre eigenen Extremen, die sich durch die gesamte Geschichte durchzieht. Während Poppy unbedingt ihre extreme Zufriedenheit zum Ausdruck bringen will, wird Rune in die Ecke des Bad-Boys abgeschoben.

Dennoch konnte ich durch die Geschichte hinweg keinen wirklichen Zugang zu den Figuren finden, sodass es mich kümmern würde, wie es ihnen geht, weil beide einfach so "komisch" wirken. Teilweise so aufgesetzt und inszeniert. Oft auch überhaupt nicht altersgerecht - so ist Rune schon mit 8 Jahren extrem besitzergreifend und will Poppy nur für sich alleine - was ich, um ehrlich zu sein, eher toxisch als süß finde. Auch die Dialoge wirken zum größten Teil fürchterlich überzogen. Da fehlt mir die Authentizität, die Romanfiguren zum Leben erwecken lässt, weil man krampfhaft Eindrücke und Gedanken vermitteln möchte und anscheinend nicht merkt, wann es genug ist.

Zurück in der Stadt ist er wütend, weil Poppy - wie man ebenfalls dem Klappentext entnehmen kann - den Kontakt abgebrochen hatte, obwohl sie etwas ganz anderes versprochen hat. An diesem Punkt sind beide 17 Jahre alt. Wieso, weshalb, warum das Ganze geschah, dürft ihr gerne selbst rausfinden. Ich möchte dazu nur so viel sagen: Gott sei Dank wurde sich hier nicht an einer 08/15 typischen Story bedient.
Leider reißt sie das Ruder auch nicht wieder rum. Wie gesagt, ich wollte die Geschichte wirklich lieben und bis hier hin, tat ich das auch. Und dann kommt der Mittelteil und ruiniert das Buch für mich. Es ist langweilig. Es ist repetitiv. Ständig wiederholt sich das gleiche Gesülze, ohne dass inhaltlich viel passiert. Sie wandern von A nach B zu C und sülzen sich immer wieder mit dem gleichen Kitsch zu und das hat mich so wahnsinnig genervt und frustriert, denn zuerst haben mich die ständigen Wiederholungen nur genervt, aber als die Geschichte dann anfing mich zu langweilen, war ich wirklich sauer. Ich wollte ja unbedingt, dass sie mir gefällt.

Man hat hier so unfassbar viel Potenzial. Die Idee ist gut! Die Figuren sind - zugegeben - ausbaufähig, aber es hätte so gut werden können und dann schmeißt man das alles weg, weil man unbedingt eine Protagonistin braucht, die 100 Mal ihre Gefühle erwähnen muss, damit es auch wirklich bei der letzten Person ankommt, wie furchtlos und glücklich sie ist. Uff. Großes Uff.

Während ich mich also durch den zähen Mittelteil voller Gesülze und Kitsch kämpfe, hoffe ich, dass das Ende es wieder rausreißt. Hat es sogar tatsächlich. Bis der Epilog dann doch wieder einen Strich durch die Rechnung machte. Den hätte man tatsächlich einfach komplett streichen können, weil er der Geschichte überhaupt nichts bringt. Gar nichts. Den braucht kein Mensch und in meinen Augen macht er alles kaputt, was die Geschichte im Mittelteil mit so viel Zwang aufbauen wollte.

Am Ende bleibt für mich eine langatmige Geschichte übrig, die zwar in den ersten und letzten paar Kapiteln super schön war und mich zu Tränen gerührt hat, mich aber letztendlich nicht überzeugen konnte. Weder mit ihren Figuren, die teilweise viel zu aufgesetzt und damit unglaubwürdig wirkten, noch mit ihrem Verlauf, der extrem in die Länge gezogen wurde. Und das macht mich traurig, weil ich mich so lange auf diese Geschichte gefreut hatte und wirklich nicht weiß, wann mich ein Buch zuletzt so enttäuscht hat.

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Veröffentlicht am 05.06.2020

Gute Idee - Umsetzung leider nicht mein Fall.

Was geschah mit Femke Star
0

Ein Buch, dessen kleiner Hype mich total neugierig machte. Zugegeben, meine Erwartungen waren sehr hoch. Aber mit so einer Enttäuschung hatte ich nicht gerechnet.

Zuerst einmal die positiven Dinge: Ich ...

Ein Buch, dessen kleiner Hype mich total neugierig machte. Zugegeben, meine Erwartungen waren sehr hoch. Aber mit so einer Enttäuschung hatte ich nicht gerechnet.

Zuerst einmal die positiven Dinge: Ich mochte den Schreibstil auf Anhieb! Flüssig, wortgewandt und für eine Atmosphäre sorgend, die perfekt zur Szenarie passte, floge ich zu Beginn nur so durch die Seiten und wollte das Buch gar nicht aus der Hand legen - bis die Story immer verrückter wurde und ich mir schon denken konnte, worauf das Ganze hinauslaufen wird. Teilweise wirkt es so, als würde man einfach darauf hinarbeiten, die Geschichte so schrecklich wie möglich darzustellen. Femke durchlebt die Hölle auf Erden, keiner hilft ihr und sie ist völlig auf sich allein gestellt. Es gibt nichts wirklich Gutes in ihrem Leben. Nichts, was sie retten kann.

Fairness halber möchte ich unbedingt anmerken, dass ich ab Seite 70 nur noch quergelesen habe. Wiederholungen und ewig lange - und für mich langweilige Gedankengänge - habe ich übersprungen, aber storymäßig weiß ich sehr genau, worum es geht.

Zu Beginn war ich positiv überrascht, da Femke einen ganz anderen ersten Eindruck macht, als ich dachte. Irgendwie ging ich davon aus, dass sie arrogant und manipulativ sei, aber schon der erste Rückblick zeigte, dass Femke tatsächlich eine gute Freundin war. Das war schon mal ein Pluspunkt.

Die Story verlief dann aber so verrückt, dass es mir den Lesespaß verdarb. Im Prinzip passiert eigentlich auch gar nicht so viel und die Frage: "Was geschah mit Femke Star?" lässt sich am Ende recht kurz und bündig beantworten.

Generell wird alle Schuld auf sie abgewälzt. Egal wer - alle (!) geben ihr die Schuld. Das ist so ... wow. Das nervt, macht wütend und man kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, wie man sowas aushält, ohne irgendwen von diesen Leuten, die Meinung zu geigen.

Leider sagt mir auch das Ende überhaupt nicht zu. Es ist offen und bleibt es auch nach der E-Mail an die Autorin. So viele Fragen unbeantwortet zu lassen, finde ich nicht so cool. Das ist allerdings Geschmackssache und mein persönlicher Geschmack bevorzugt einen sauberen Abschluss.

Hätte ich das Buch Satz für Satz gelesen, wäre ich am Ende wirklich frustriert gewesen, denn auf 500 Seiten erfährt man nicht gerade so viel. Es ist irgendwie unbefriedigend. Auch, dass die Dinge, die mit ihr passiert sind, völlig ohne Konsequenzen bleiben, stört mich enorm und dass ihr wirklich absolut niemand beistand, kann ich mir nur schwer vorstellen.

Viele Blogger sprachen davon, wie wichtig dieses Buch sei. Allerdings entgeht mir die wichtige Message. Nach diesem Ende bin ich irgendwie leer und deprimiert, weil es absolut hoffnungslos erscheint. Aufklärung ist absolut wichtig. Aber ob das Buch wirklich der richtige Weg ist, wage ich zu bezweifeln, denn für mich hätte einiges anders ausgehen müssen, damit es diese Wirkung mit sich bringt.

Zusätzlich möchte ich keineswegs abstreiten, dass solche absurd kranken und grauenhafte Dinge tatsächlich passieren, aber ich hätte mir zum Abschluss wenigstens irgendetwas Gutes gewünscht.

Eine Leseempfehlung möchte ich an der Stelle nicht aussprechen. Ich fand die Idee zwar gut, aber die Umsetzung konnte mich leider nicht überzeugen. Gerade der Anfang ist so absurd und hat mir leider die ganze Geschichte verdorben.

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Veröffentlicht am 01.06.2020

Viel Potenzial verschenkt.

Dangerous Secrets (Secrets 3)
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Nach vielen Jahren habe ich endlich die "Secrets"-Reihe beenden können.

Mir ist bereits in den Bänden davor aufgefallen, dass viele Passagen repetitiv wirken. Die Sexszenen wiederholen sich, häufig liegen ...

Nach vielen Jahren habe ich endlich die "Secrets"-Reihe beenden können.

Mir ist bereits in den Bänden davor aufgefallen, dass viele Passagen repetitiv wirken. Die Sexszenen wiederholen sich, häufig liegen die Protagonisten auch nur beieinander und kuscheln, oder die Szenen sind anderweitig langweilig und uninteressant.

Der Schreibstil ist, wie in den Büchern zuvor, auch im dritten Band wieder sehr locker und leicht. Allerdings mag ich weder die Sexszenen, noch unbedingt die Dialoge der Beiden, da diese doch häufig aufgesetzt wirken und eher zum Fremdschämen einladen, als dass man sich wirklich in die Geschichte fallen lassen kann.

Fernab von der toxischen Beziehung, die Dallas und Jane zueinander haben, fand ich die Geschichte rund um die Entführung wirklich spannend! Deswegen habe ich nach den ersten 100 Seiten auch die ganzen Sexszenen nur überflogen und auch den Szenen, in denen ansonsten nichts Großartiges passiert ist, habe ich keinerlei große Beachtung geschenkt. Mich hat interessiert, wer hinter der Entführung steckt. Nicht, wie Dallas zum zehnten Mal in gefühlt 20 Seiten in Jane steckt.

Die Auflösung fand ich dann doch eher solala. Für den Plot ist sie gut und sicherlich ergibt sie auch Sinn, allerdings hatte zumindest eine von den zwei Personen schon seit Band 1 im Verdacht. Dennoch konnte in den letzten Kapiteln nochmal Spannung aufgebaut werden!

Meiner Meinung nach lohnt sich die Reihe allerdings trotzdem nicht. Viel zu viel wird künstlich in die Länge gezogen. Die Geschichte wird mit Sexszenen und anderweitig langweilen Szenen, in denen die Beiden sich nur über Dinge unterhalten, die zuvor schon 20 Mal Thema waren, gestreckt. Der Story hätte es wohl besser getan, hätte man eine Dilogie oder ein dickeres Buch mit 500-600 Seiten geschrieben. Vieles kann man mit gutem Gewissen einfach streichen, weil es die Geschichte überhaupt nicht voranbringt und das finde ich schade, denn Dallas und Jane sind - trotz des kranken Plots und der doch eher toxischen Beziehung - eigentlich echt nicht unsympathisch! Genauso wie ich einige andere Nebenfiguren durchaus interessant und unterhaltsam fand.

Hätte man ein Standalone, oder eben eine Dilogie daraus gemacht, wäre sicherlich weniger Potenzial flöten gegangen. So gehen leider all die guten Dinge der Geschichte in den unzähligen Sexszenen unter.
Von mir gibt es an dieser Stelle leider keine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 30.05.2020

Eine tolle Ergänzung für Fans

your name. 03
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Nach dem mir der Film wahnsinnig gut gefallen hat, wollte ich ergänzend nicht nur den Roman, sondern auch die Manga-Ausgaben lesen. Ich liebe den Zeichen-Stil und beim Lesen hatte ich durchgehend die Filmmusik ...

Nach dem mir der Film wahnsinnig gut gefallen hat, wollte ich ergänzend nicht nur den Roman, sondern auch die Manga-Ausgaben lesen. Ich liebe den Zeichen-Stil und beim Lesen hatte ich durchgehend die Filmmusik im Ohr - die wirklich perfekt zur Handlung passt.

Der Stil trifft genau meinen Geschmack, die Atmosphäre des Films kommt beim Lesen sofort wieder zurück und auch beim Manga konnte ich mir einige Tränen nicht verkneifen. Dennoch ist ein Manga vermutlich nicht das Beste Medium, um solch eine emotionale Geschichte auf sich wirken zu lassen, ist man doch schnell von einer Szene in die nächste gesprungen.

Ich weiß nicht, ob ich die Manga-Reihe als alleinstehendes Medium empfehlen würde, da ich persönlich die Story wohl weniger gut verstanden hätte, hätte ich sie durch den Film nicht sowieso gekannt. Die Zeitsprünge und Perspektivenwechsel sind doch recht schnell und in einem Buch kann man das natürlich nicht so darstellen, wie in einem Film.

Für Fans des Filmes lohnt es sich dennoch absolut, wenn man mit dem Manga und dem Roman nochmal auf andere Art in die Welt von Taki und Mitsuha abtauchen möchte.

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Veröffentlicht am 25.05.2020

Sicher nicht jedermanns Geschmack, aber ich mochte es sehr.

Wrong Number, Right Guy (College Love 1)
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Das Buch startet mit einer relativen gedrückten Stimmung, die nach dieser einen Szene kaum noch im Buch zu finden ist.

Vorweg gesagt: Das Buch besteht aus vielen Textnachrichten. Wenn man solch ein Format ...

Das Buch startet mit einer relativen gedrückten Stimmung, die nach dieser einen Szene kaum noch im Buch zu finden ist.

Vorweg gesagt: Das Buch besteht aus vielen Textnachrichten. Wenn man solch ein Format für eine Geschichte nicht mag, greift man lieber zu einem anderen Buch. Ich persönlich mag solche Geschichten aber sehr gerne. Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass zu Beginn - während der Kennlern- und Schreibphase, erstmal nicht so viel in der Geschichte passiert, außer, dass die Beiden eben fleißig Nachrichten austauschen.

Die Geschichte rund um Delia und Zach ist voller Humor und viel Witz. Außerdem ist die Sprache hier und da auch mal vulgärer. Wer sowas nicht mag, wird hier einfach nicht glücklich.
Meines Eindrucks nach, nimmt die Geschichte sich häufig selbst nicht ernst - auch auf Kosten von Logik (da wird dann eher der lustigere Lösungweg gewählt, als direkt auf den Punkt zu kommen und die Sache einfach und schnell zu regeln) - aber das ist völlig in Ordnung für mich. Es macht unheimlich viel Spaß Delia und Zach beim Kennenlernen zu begleiten und ich musste oft lachen, weil die Dialoge genau meinen Humor trafen.

So witzig die Geschichte auch ist - mir war sie zum Ende hin ein bisschen zu oberflächlich. Außerdem durfte mal wieder der Twist nicht fehlen, den eigentlich niemand brauchte. Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wieso es immer Drama geben muss, auch, wenn es eigentlich gar nicht zur Geschichte passt. Zum Glück wird dieses hier aber recht kurz gehalten und klärt sich schnell auf.
Insgesamt hat mir das Lesen viel Spaß bereitet, aber durch die Oberflächlichkeit, kombiniert mit der Länge, hatte ich kurz vor Ende doch immer wieder Momente, in denen mir der Antrieb zum Lesen fehlte. Das Buch ist für meinen Geschmack zu lang für eine witzige, lockere Geschichte bzw. fehlt mir der packende Aspekt, um 360 Seiten zu lesen, wie zwei Personen witzige Dialoge führen und sich näher kennenlernen.

Außerdem wurde in der Übersetzung kein einziges Mal der Genitiv benutzt. Zumindest ist mir keiner aufgefallen, sondern nur ein Haufen Grammatikfehler, weil immer zum Dativ gegriffen wurde. Das hat mich irgendwann auch ein wenig gestört.

Zudem gibt es eine Situation, in der sich die beiden darüber unterhalten, dass sie aufs College geht und er meinte, sie hätte es vorher nie erwähnt, obwohl es ganz deutlich Gesprächsthema in einem ihrer Chats war und er sie sogar gefragt hat, ob sie nicht noch was für die Schule tun müsste, da sie mit dieser Aussage das Gespräch eröffnete.

Dennoch haben mir die Figuren im Großen und Ganzen ganz gut gefallen. Delia und Zach liefern sich einen lustigen Schlagabtausch nach dem anderen und auch Robbie - Zachs Mitbewohner - hat einen sehr amüsanten Auftritt. Zoé wird zum Ende hin noch minimal näher beleuchtet, man erfährt, dass sie Kunst im Hauptfach belegt - was sie mir leider nicht sympathischer macht. Zoé war für mich im Großteil der Geschichte leider ziemlich nervig. Das kommt bei den Freundinnen der Protagonistin allerdings häufig vor, also würde ich das nicht unbedingt kritisieren. Um sie wird es auch im zweiten Band gehen, den ich allerdings nicht lesen werde, da ich erstens nicht so richtig warm mit ihr geworden bin, aber auch weil ich die Art von Storyline überhaupt nicht ausstehen kann.

Im Großen und Ganzen bleiben die Figuren zwar ein wenig blass, man lernt nicht ihren kompletten Lebenslauf, oder jedes einzelne Detail von ihnen kennen, aber sie sind trotzdem sympathisch. Man lernt sie eher durch das Lesen, während ihre Geschichte passiert, kennen, als dass stumpf Fakten über sie aufgezählt werden, was sie irgendwie ziemlich liebenswürdig macht, weil man sie quasi im Geschehen kennenlernt und nicht vorgesagt bekommt, wie der Charakter einer Figur ist.
Eine Anmerkung am Rande: Ich glaube, dass das Buch auf Englisch noch besser ist. Einige Wortwitze sind nämlich ziemlich verloren gegangen, weil es auf Deutsch einfach grausig klingt, wenn man gewisse Sprichwörter oder Redensarten übernehmen möchte.

Fazit: Leser/innen und Liebhaber/innen von witzigen, lockerleichten College-Romances kann ich dieses Buch absolut empfehlen. Wer eine tiefgründige, emotionale Story sucht, ist hier allerdings an der falschen Adresse. Am besten liest man einfach mal in die Leseprobe rein, um zu sehen, ob man mit dieser Art von Humor überhaupt etwas anfangen kann. Teagan Hunter versteht es, ihre Figuren mit viel Witz und Charme sympathisch rüberzubringen - aber diese Art von Witz ist definitiv nicht Jedermanns Geschmack - und auch das Ziegenbaby konnte sie mit Abstand besser einbinden, als so manch andere Autorinnen. Klare Leseempfehlungen für diejenigen, die beim Lesen auch gerne mal Lachen und sich nicht von einer eher seichten, lockeren Geschichte abschrecken lassen.

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