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Veröffentlicht am 24.01.2022

Drowning in feelings

Drowning in Stars
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Meine Erwartungen an die Geschichte waren nicht sonderlich hoch. Ich lese eher selten etwas von Autor*innen, die ich noch nicht kenne und wenn doch, kann ich mich eher so semi-gut damit anfreunden.

Das ...

Meine Erwartungen an die Geschichte waren nicht sonderlich hoch. Ich lese eher selten etwas von Autor*innen, die ich noch nicht kenne und wenn doch, kann ich mich eher so semi-gut damit anfreunden.

Das war auch mein erster Eindruck bei "Drowning in Stars". Die Geschichte war zu Beginn völlig anders als ich erwartet hatte. Als ich merkte, dass die Story beginnt, als die beiden Figuren gerade mal 12 Jahre alt sind, hätte ich das Buch am liebsten abgebrochen. Aufgrund von vielen positiven Rezensionen blieb ich dann aber doch am Ball, vor allem, weil es einigen genauso wie mir ging - man erwartet bei solch einem Buch doch eher ältere Protagonisten.

Wie auch immer. Im Laufe der Geschichte wurde ich immer mehr und mehr eingenommen. Sowohl Pixie Rae als auch Gaze sind wahnsinnig liebenswerte Charaktere. Die Autorin schafft es, all ihre Emotionen zu vermitteln und den Leser mitfühlen zu lassen. Von Seite zu Seite sind die beiden Kids mir mehr ans Herz gewachsen und ich habe sie wirklich lieb gewonnen.

Nicht nur die Protagonisten sind wirklich gut ausgearbeitet und sympathisch, sondern auch eine Vielzahl an Nebenfiguren. Während des Hörens hatte ich immer ein klares Bild vor Augen, wie die Gegend oder die Figuren aussehen. Neben ganz vielen tollen Charakteren wie Tocks, Austin, den Pizzabäcker, dessen Name mir entfallen ist, oder Teddi, gibt es natürlich auch Figuren, die den unsympathischen Part der Geschichte übernehmen. Aber auch diese sind gut ausgearbeitet und fügen sich perfekt in ihre Rolle ein. Generell fühlt sich die Geschichte im Großen und Ganzen rund an und es war eine Freude, sie zu erleben.

Irgendwann bin ich ein wenig mit der Zeitspanne durcheinander gekommen, weil ich nicht mehr ganz mit kam, wie alt die Beiden denn nun sind, oder wie viel Zeit vergangen war, aber im Grunde spielt das auch keine allzu große Rolle bzw. wird erwähnt, wenn es das tut. Ich persönlich habe nur gerne für mich immer einen Anhaltspunkt, wo man sich gerade zeitlich in der Story befindet.

Aufgrund meiner schlechten Konzentration habe ich nebenbei das Hörbuch gehört und kann auch hier nur meine absolute Begeisterung aussprechen. Für gewöhnlich bin ich eher wählerisch. Oft gefallen mir die Sprecher nicht und ich kann mir die Hörbücher nicht länger als 2 Minuten anhören, weil ich so genervt bin, aber hier leisten beide Sprecher eine grandiose Arbeit. Man merkt einfach total, wie viel Erfahrung die Beiden haben und wie gut sie in ihrem Job sind.

Die einzigen Kritikpunkte sind für mich minimale Längen am Anfang des Buches und der Epilog. Den hätte man sich zum Teil wirklich sparen können. Irgendwie ging da für mich die komplette Magie der Geschichte flöten. Fernab davon kann ich das Buch aber wirklich empfehlen. Es ist absolut keine leichte Kost und man sollte unbedingt die Triggerwarnung beachten - und ich bin normalerweise wirklich nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen. In der Regel schaue ich gar nicht mehr in die TW, weil ich mich nicht spoilern möchte und eben kaum vorbelastet bin. Hier musste ich aber einfach nachschauen, weil es einige Stellen gab, an denen ich wirklich schlucken musste und überlegte, ob das Buch nicht zu viel für mich sei. Die TW konnte mir diesbezüglich dann meine Sorge nehmen. Also, man sieht: Triggerwarnungen sind eine sehr wichtige Sache.

Aber zurück zum Wesentlichen: Das Buch erinnert mich ein wenig an die Bücher von Brittainy C. Cherry, allerdings ist es deutlich weniger melodramatisch und poetisch. Cherry trägt gerne dick auf - was ich liebe, also nicht negativ verstehen - und Drowning in Stars wirkt wie eine etwas kühlere, abgespeckte Version. Herzschmerz, Emotionen, große Gefühle sind vorhanden, ohne einen zu erdrücken oder einzuschmalzen. Mir gefällt der Stil und ich werde definitiv darüber nachdenken, auch den zweiten Band zu lesen.

Insgesamt gibt es von mir 4 Sterne, aufgrund der minimalen Länge und des Epilogs, der mir nicht komplett gefallen hat. Das ist allerdings Jammern auf hohem Niveau und wie gesagt: Die Geschichte ist absolut mitreißend und das Hörbuch ist ganz ganz große Klasse.

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Veröffentlicht am 25.06.2021

Enemies-to-Lover ganz nach meinem Geschmack

Dear Enemy
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Lange habe ich hin und her überlegt. Will ich das Buch lesen? Will ich nicht? Schreibt Callihan die Art von Enemies to Lover Geschichten, die ich mag? Für mich gibt es nämlich zwei Arten. Art Nummer 1: ...

Lange habe ich hin und her überlegt. Will ich das Buch lesen? Will ich nicht? Schreibt Callihan die Art von Enemies to Lover Geschichten, die ich mag? Für mich gibt es nämlich zwei Arten. Art Nummer 1: Es wird gezickt, getobt und gestichelt, weil einem langweilig ist. Man hat überhaupt keinen Grund, ist aber biestig af und damit unglaublich anstrengend und weder sexy, noch leidenschaftlich. Art Nummer 2 ist für mich die Abneigung, die durchblicken lässt, dass unter der Oberfläche die Anziehung brodelt und hier liegt definitiv Art Nummer 2 vor und ich liebs.

Der Schreibstil ist super angenehm und das Buch lässt sich fix lesen. Leider haben mich die vermehrt auftauchenden Rechtschreibfehler irgendwann doch sehr gestört.

Das Tempo der Geschichte gefiel mir auch richtig gut. Zwischendurch gibt es wenige Längen, aber die sind durchaus erträglich. Ansonsten mochte ich die Entwicklungen wirklich sehr gerne. Anders als bei Idol 1 ging es mir hier überhaupt nicht zu schnell und ich konnte gut nachvollziehen, wie sich die Beziehung entwickelt und auf welcher Basis man sich gerade bewegt.

Auch die Figuren waren mir sympathisch. Man hat hier zwar recht klassische Charaktere, aber es passt zur Story und hat sich authentisch angefühlt. Mit Delilah und Macon hatte ich definitiv eine Menge Spaß, auch wenn ich mich erstmal an seinen Namen gewöhnen musste, weil mein Gehirn ständig "Bacon" daraus machen wollte ...

Emotionen sind definitiv vorhanden, sowohl "positive" als auch "negative". Gerade die Entwicklung zwischen Dee und Macon fande ich sehr schön, aber auch die Beziehung zu ihrer Mutter ist wirklich rührend. Zusätzlich fand ich auch Macons Erinnerungen an die Baker-Familie sehr süß. Zwischendurch hatte ich vielleicht ein bisschen Pipi in den Augen.

Im Großen und Ganzen kann ich das Buch echt empfehlen. Es ist eine schöne Kombination aus Humor, Spaß und Leidenschaft und unterhält wunderbar. Wie schon erwähnt gibt es hier und da kleine Schwächen, die der Geschichte im Gesamten aber kein Abbruch tun. Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 30.05.2021

Locker, leicht, heiß!

Hot Kisses, Cold Feet (College Love 3)
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Auch der dritte Band der "College Love" Reihe macht wieder unheimlich viel Spaß. Wobei ich mich gerade frage, wieso die Reihe überhaupt so heißt. Aufs College gehen die Protagonisten nämlich gar nicht ...

Auch der dritte Band der "College Love" Reihe macht wieder unheimlich viel Spaß. Wobei ich mich gerade frage, wieso die Reihe überhaupt so heißt. Aufs College gehen die Protagonisten nämlich gar nicht alle ... Fernab davon: Die Reihe ist super. Ich bin eigentlich eher weniger der Reihenmensch, vor allem, wenn sie nicht zusammenhängend ist, sondern nur die Figuren wiederkehrend sind, aber Teagan Hunter hat mich echt begeistert und für sich gewonnen! Und ich bin echt traurig, dass die Reihe mit Band 4 wohl abgeschlossen ist.

Zuerst hatte ich einige Bedenken. Mit unsicheren Figuren komme ich oft gar nicht klar und auch Robbie als Vater hat nicht gerade die größte Vorfreude in mir bereitet, da ich Kinder in Büchern oft super nervig und einfach nur anstrengend finde. Aber Pustekuchen. Monty ist zwar ein bisschen schüchtern und hat nicht so ein offenes, lautes Mundwerk, aber sie ist super witzig und sympathisch! Ich habe sie sehr schnell lieb gewonnen und ihre Unsicherheit ist einfach perfekt verpackt. Es ist nicht diese nervige Unsicherheit, sondern die, die zu amüsanten Situationen führt. Und Xavier, Robbies Sohn? Der ist einfach mal das beste Buchkiddo der Welt. Ich war noch nie so angetan von einem Kind in einem Roman wie von Xavier. Er ist lustig, sarkastisch, ein bisschen frech und absolut liebenswürdig!

Auch die anderen Figuren sind wieder super. Zach und Dalia aus Band 1 bekommen ihre Gastauftritte und auch Holly, Robbies Ex-Freundin, ist viiiel angenehmer als ich dachte. Außerdem bekommen wir schon einen kleinen Eindruck von Denver, Zwillingsschwester von Montana und Protagonistin in Band 4 - ich kann es kaum erwarten! Damals, als ich Band 1 las, hätte ich nie gedacht, dass mich die Reihe so catchen kann, aber ich lese sie einfach unheimlich gerne!

Der Humor ist natürlich Geschmackssache und eher sexuell angehaucht, aber ich mag es und Monty und Robbie konnten mich super unterhalten. Es gibt kein überflüssiges Gezicke, weil man nicht miteinander kommunizieren will - wie es oft in anderen Büchern ist - und über wichtige Sachen wird angemessen diskutiert. Die Sexszenen kommen auch nicht zu kurz und sind toll geschrieben.

Auch hier ist das Tempo der Geschichte wieder perfekt. Generell lässt sich das Buch unheimlich schnell lesen. Die Textnachrichten nehmen diesmal nicht einen soo großen Raum in der Geschichte ein, was aber völlig in Ordnung ist.

Wer bereits die Vorgänger mochte, wird auch hier wieder Spaß haben. Wer Fan von lockeren, witzigen und "ein bisschen" ;) schmutzigen Geschichten ist, sollte der Reihe definitiv eine Chance geben! Wer allerdings mit solchem Humor nichts anfangen kann und/oder auch eher auf emotionale, deepe Geschichten steht, sollte lieber die Finger davon lassen.

Ich für meinen Teil kann das Buch allerdings guten Gewissens empfehlen, weil ich gerne lockere, heitere Stories lese, die zum Abschalten und Genießen einladen.

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Veröffentlicht am 24.05.2021

Wundervolle Collegeromance mit kleinen Schwächen

The Memories We Make
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Ich liebe Collegeromanzen und ich liebe Plots wie diesen. Dementsprechend freudig habe ich auf dieses Buch gewartet und es förmlich verschlungen!

Seph wächst sehr abgeschottet von gleichaltrigen Kindern ...

Ich liebe Collegeromanzen und ich liebe Plots wie diesen. Dementsprechend freudig habe ich auf dieses Buch gewartet und es förmlich verschlungen!

Seph wächst sehr abgeschottet von gleichaltrigen Kindern auf, da ihr Vater immens hohe Erwartungen an sie stellt. Ihr Studienjahr an der Fulton University ist ihre persönliche Auflehnung und für das i-Tüpfelchen auf dieser, erstellt sie eine Liste mit ersten Malen, die sie bis zum Ende des Studienjahres erfüllen möchte. Lauter Dinge, die ihren Vater zur Weißglut treiben würden. Nacktbaden, betrunken sein, das erste Mal haben... Durch eine Verwechslung kommt es letztendlich dazu, dass Footballer Reece ihr bei ihrer Liste helfen möchte - aber Verlieben und Sex gehört nicht zu den Dingen, bei denen er ihr hilfsbereit zur Seite stehen möchte, denn sein Ziel ist die große Karriere als Profisportler und da hat Liebe einfach keinen Platz.

Man liest die Geschichte aus der Perspektive beider Protagonisten, was meine liebste Art ist, Liebesromane zu lesen, da man einen viel umfangreicheren Eindruck in die Gedankenwelt bekommt.

Seph war mir auf Anhieb sympathisch. Sie ist ein bisschen schrullig, aber total liebenswert. Man könnte meinen, sie sei schüchtern, weil sie so wenig Erfahrung mit Gleichaltrigen hat, aber das ist überhaupt nicht der Fall, was sie nur noch cooler macht. Sie spricht offen, sagt, was sie denkt und scheut nicht davor, "unangenehme" Fragen zu stellen. Das hat mir wirklich gut an ihr gefallen. Es gibt kein "Oh, ich rede besser nicht mit xyz" und daraus entstehendes Drama. Insgesamt konnte ich mich wirklich gut mit ihr identifizieren, nicht zuletzt, weil ich ihre Einsamkeit aufgrund von fehlenden Freundschaften ziemlich gut nachempfinden kann.

Reece bleibt zu Beginn erstmal ein wenig blass und man erfährt nicht ganz so viel über ihn. Das finde ich in Anbetracht des Plots aber auch okay, da der Fokus erstmal auf Seph liegt. Reece bekommt seine Screentime gen Ende der Geschichte und somit findet ein guter Ausgleich statt. Auch er ist eine sehr sympathische Figur und die Chemie mit Seph ist richtig süß.

Die Story hat ein ordentliches Tempo, was mir persönlich sehr zusagt. Ich mag sowohl Geschichten, die sich viel Zeit lassen, als auch Bücher, die auf unnötige Zwischenszenen verzichten und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Hier würde ich eher zu letzterem tendieren. Trotzdem hatte ich nie das Gefühl, dass irgendwas zu schnell geht. Die Entwicklung, die die beiden zusammen, als auch getrennt durchleben, ist für mich authentisch und nachvollziehbar.

Kritikpunkte gibt es nur kleine und wenige. Einer bezieht sich auch gar nicht auf die Geschichte direkt, sondern eher auf die Form. Die Szenenwechsel sind manchmal nicht eindeutig gekennzeichnet. Zweimal trat der Fall auf, dass Szene 1 unten auf der linken Seite zu Ende war und Szene 2 auf der rechten Seite begann. Da es aber keine Trennung gab, war ich erstmal verwirrt. Das ist jetzt aber auch nichts so tragisches. Inhaltsfehler wie; Sie zieht ihren BH aus und auf der nächsten Seite streicht er an ihm entlang, obwohl der doch schon weg ist, stören da deutlich mehr.

Woran ich mich mehr störte waren zwei simple Sätze, die allerdings dezent sexistisch sind und mir damit im Gedächtnis geblieben sind. Sinngemäß war die Aussage, dass sich ein Charakter wie ein "launisches Mädchen" verhält oder "schon so ist, wie die Mädchen". Meiner Meinung nach kann man auf solche Vergleiche gerne verzichten, da bekannterweise nicht nur Mädchen launisch sind.

Außerdem haben mir die expliziten Szenen nur so semi-gut gefallen. Die waren stellenweise wirklich unpassend beschrieben, mit merkwürdigen Vergleichen und mehr Geschreie als Gestöhne. So wirklich wollte sich das Gefühl von Leidenschaft und Lust nicht zu mir durchringen.

Auf anderen Ebenen konnte mich das Buch emotional allerdings sehr gut erreichen. Die Wut und der Frust über Sephs Vater war deutlich spürbar und auch die Genervtheit, wegen ihrer zickigen Mitbewohnerin Alexa, war stets präsent. Alexa erfüllt ihre Rolle als unsympathische Nebenfigur wirklich grandios und ich gespannt, wie sie uns in den anderen Bänden auf den Keks gehen wird.

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt - neben den weirden expliziten Szenen und dem dezenten Sexismus - ist folgender: Seph ist Jungfrau. Das ist völlig okay und damit habe ich auch gar kein Problem. Aber kaum hatte sie das erste Mal Sex, ist sie natürlich eine Göttin und beherrscht alle Praktiken in Perfektion. Warum?! Wieso?! Dürfen Romanfiguren sexuell nichts mehr lernen? Oder unsicher sein? Oder von ihrem Gegenpart gezeigt bekommen, wie man xyz macht, damit es sich gut anfühlt? Ich würde mir an dieser Stelle einfach authentischere Bücher wünschen. Bücher, in denen es okay ist, zu fragen, wie man jemanden befriedigt. Sofort alles können ist unrealistisch und vermittelt in meinen Augen auch ein ziemlich realitätsfernes Bild.

Aber an sich war es das auch schon, was ich an Kritik an diesem Buch habe. Einen weiteren Pluspunkt gibt es dafür, dass die Jungs aus den Fortsetzungen schon so gut mit eingebunden wurden. Man lernt sie nicht nur namentlich kennen, sondern als festen Bestandteil der Geschichte. Es wirkt nicht so, als würden sie mal eben kurz auftauchen, weil sie das als nächster Protagonist eben müssen. Sie haben jetzt schon eine gut ausgefeilte Persönlichkeit und die jeweilige Geschichte wird auch schon teilweise angeschnitten. So bekommt Berk, dessen Story sich später unter anderem um Liebesbriefe handeln wird, gen Ende seinen zweiten Brief zugeschickt, was in mir als Leser natürlich auch schon Neugier auf seine Story weckt. Soll es auch, ist mir klar, aber es ist eben wirklich gut umgesetzt und deutlich besser gemacht, als in anderen Reihen, die sich um einen Freundeskreis drehen. So bekommt man wirklich Lust, die Geschichten von Nix, LJ und Berk ebenfalls zu lesen und sieht sie nicht nur als blasse Nebenfiguren.

Trotz der Kritik hat das Lesen unheimlich viel Spaß gemacht. Der Humor ist klasse und ich musste einige Male lachen. Aber auch emotional hat es mich bewegt und ich habe definitiv einige Gefühle durchlebt.

Eigentlich mag ich Reihen, die sich um einen Freundeskreis drehen, nicht mehr so gerne, weil es oft viel zu ähnlich ist, oder die Figuren schlichtweg langweilig sind. Es gibt wenig Innovatives in der Sparte, weil jeder denkt, er muss mit dem Trend schwimmen und das merkt man an den eintönigen Figuren, die mich schon im ersten Band überhaupt nicht catchen können.

Hier freue ich mich allerdings sehr auf Nix, LJ und Berk, weil alle drei so unterschiedlich sind und ihre Geschichten absolut interessant klingen. Jeder von ihnen konnte mich bereits jetzt schon für sich gewinnen und so verbleibe ich mit viel Vorfreude auf die Fortsetzungen und 4 Sternen für Reece und Seph, weil's einfach viel zu gut war, um weniger zu vergeben.

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Veröffentlicht am 30.04.2021

Ängste überwinden

Long Distance Playlist
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Ich liebe liebe liebe Nachrichtenromane. Seien es E-Mails, SmS oder Chats - was auch immer, aber es macht mir unheimlich Spaß, solche Bücher zu lesen. In "Long Distance Playlist" geht es zwar nicht ausschließlich ...

Ich liebe liebe liebe Nachrichtenromane. Seien es E-Mails, SmS oder Chats - was auch immer, aber es macht mir unheimlich Spaß, solche Bücher zu lesen. In "Long Distance Playlist" geht es zwar nicht ausschließlich um Nachrichten, die Isolde und Taylor sich schicken, aber sie nehmen doch einen guten Teil der Geschichte ein.

Durch die Mischung aus den verschiedenen Erzählweisen wird es eigentlich nie langweilig und die erste Hälfte des Buchs habe ich regelrecht inhaliert, während die zweite Hälfte mich leider nicht ganz so mitreißen konnte. Da war die Atmosphäre einfach anders und ein bisschen weniger magisch, was mich nach dem Lesen dann doch ein wenig ernüchternd zurückgelassen hat, während ich die erste Hälfte des Buchs wirklich geliebt habe.

Sowohl Isolde als auch Taylor sind sympathische Figuren. Während ich Isolde hin und wieder ein wenig zu stur und nervig fand, war Taylor einfach perfekt. Da bekommt man nur leider ab und an das Gefühl, dass die ätzende Zicke ihn gar nicht verdient hat. Aber das war nur minimal präsent und schnell wieder vergessen, denn an sich sind beide wirklich tolle Charaktere und ihre Gespräche waren einfach super schön. Das hätte ich so nicht erwartet.

Beide Figuren sind unheimlich gut darin, ihre Gefühle wiederzugeben, was die Dialoge sehr angenehm macht. Sie reden offen darüber, was sie bewegt - zumindest am Anfang. Das wäre mein erster Kritikpunkt. Ich weiß nicht, ob es in jedem Jugendbuch diesen Punkt geben muss, an dem die Figuren plötzlich aufhören, ehrlich und offen zueinander zu sein, aber ein wenig nervig finde ich das schon, weil es für mich zu überflüssigen Konfliktpunkten führt, die man easy hätte vermeiden können. Gott sei Dank nimmt das Problem aber nur wenig Raum in der Geschichte ein. An sich tragen beide ihr Päckchen und bieten sich gegenseitig Halt. Keiner ist präsenter mit seinen Problemen oder heult sich nur bei dem anderen aus, was ich gut ausgearbeitet finde.

Die Nebenfiguren fand ich mehr oder weniger auch ganz gut. Isoldes Mutter fand ich total unsympathisch - ihr Verhalten ist in keiner Sekunde nachvollziehbar - während ich Isoldes Vater, Taylor Eltern, Finn und Ana richtig gut fand. Finn und Ana sind die jeweiligen besten Freunde von Taylor und Isolde und quasi das jeweilige Äquivalent zueinander. Beide sind unheimlich witzig und treten den Protagonisten ein wenig in den Hintern, sich endlich mal anzunähern.

Was mir ebenfalls besonders gut gefallen hat: Die Playlists. Diese bunte Mischung an Songs war richtig toll und vor allem abwechslungsreich. Ich habe bei den meisten Liedern auch mal reingehört und mochte sie ziemlich gerne. Auch den alten Kram - wobei ich den nicht extra anhören musste, da ich definitiv zu den Leuten gehöre, die ständig nur "alten Kram" hören.

Ich liebe Romance Jugendbücher, weil sie oft so viel mehr hergeben, als andere Liebesromane. Weil es eben nicht nur um Liebe geht. Aus "Long Distance Playlist" kann man so viele Ratschläge und Weisheiten für sich selbst mitnehmen und das Buch zeigt in so vielen Facetten, wie wichtig Freundschaft und Zusammenhalt ist. Und wie unwichtig es ist, alles durchzuplanen oder zu wissen, wo man in x Monaten steht. Es zeigt auf, wie wichtig das hier und jetzt ist und das man sich nicht von seinen Ängsten leiten lassen sollte.

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