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Veröffentlicht am 20.06.2020

All deine Perfektheiten

Was perfekt war
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Das Buch startet mitten im Geschehen. Graham und Quinn lernen sich kennen, als sie ihre Partner miteinander beim Fremdgehen erwischen. Kein schöner Moment, aber was daraus folgt ist eine wunderschöne Liebesgeschichte. ...

Das Buch startet mitten im Geschehen. Graham und Quinn lernen sich kennen, als sie ihre Partner miteinander beim Fremdgehen erwischen. Kein schöner Moment, aber was daraus folgt ist eine wunderschöne Liebesgeschichte. Bis diese im Laufe der Jahre getrübt wird und sich die Frage stellt: "Wie lange können sich zwei Menschen an eine Vergangenheit klammern, in der beide glücklich waren, um damit eine Gegenwart zu rechtfertigen, in der beide unglücklich sind?" Das ist ein direktes Zitat aus dem Buch und ich finde, es passt perfekt zur Geschichte.

Der Schreibstil ist so, wie ich ihn von Hoover gewohnt bin. Sie schreibt angenehm unkompliziert, ohne dabei zu einfach oder langweilig zu formulieren und das Buch lässt sich wirklich super weglesen. Die Kapitel haben die perfekte Länge, ohne zu kurz oder zu lang zu sein und durch den Wechsel zwischen "Jetzt" und "Damals" erhält man einen perfekten Eindruck darüber, wie sich die Beziehung im Laufe der Jahre verändert hat. Viele Dinge, die in den "Jetzt" Kapiteln angeschnitten werden, werden in dem darauffolgenden "Damals" Kapitel erklärt, was ich irgendwie charmant finde. So ist man direkt in der Situation dabei, die zuvor angesprochen wurde und liest nicht nur eine Erinnerung daran.

Man liest das komplette Buch aus der Sicht von Quinn, bekommt zum Ende hin aber auch einen umfangreichen Eindruck aus Grahams Sicht, was mir ebenfalls gut gefiel. Dennoch wünsche ich mir in Hoovers Büchern sehr oft, dass sie auch mal die männliche Perspektive schreiben würde, weil ihre Figuren so spannend sind, dass ich mehr als nur eine Perspektive kennenlernen möchte.

Auch wenn ich nicht all zu sehr auf die Thematik des Buches eingehen werde, kann ich sagen, dass ich sie sehr authentisch umgesetzt finde. Obwohl einige meinen, dass Quinn früher das Gespräch hätte suchen müssen, sehe ich das anders. Für mich ist es verständlich, woher ihre Gedanken und Gefühle kommen und wieso sie ihre Entscheidungen trifft. Genauso kann ich auch Grahams Seite absolut nachvollziehen. Auch hier möchte ich zu einem Zitat aus dem Buch greifen, was es wirklich auf den Punkt bringt: "Das rechtfertigt zwar in keinster Weise, was er getan hat, aber etwas nicht entschuldigen zu können, heißt nicht, dass man es nicht trotzdem verstehen kann." Dieser Satz ist wunderschön und in ihm steckt so viel Wahrheit. Wenn man Dinge nur in schwarz und weiß betrachtet, wird man mit diesem Buch nicht glücklich, das kann man soweit schon mal sagen.

Hoover zeigt in angenehmem Tempo, dass das Leben mehr als nur schwarz-weiß ist, sondern aus endlos vielen Graustufen besteht. Gerade wenn man in einer ähnlichen Situation wie Quinn ist, kann man aus dem Buch so viel mitnehmen. Es regt zum Nachdenken an und viele Dinge haben mich inspiriert und mir gewisse Gedanken wieder in den Sinn gerückt, die man manchmal vergisst.

Für mich ist es ein leises Buch. Es konnte mich emotional nicht tief greifend packen. Zwar konnte ich nüchtern die Gefühle und Gedanken der Figuren verstehen, aber ich habe selten mitgefühlt. Für mich war es einfach nicht überwältigend, aber das stört mich auch nicht wirklich. Das liegt zum Großteil auch einfach an der gesamten Thematik, die nicht so mein "cup of tea" ist.

Die Stimmung ist die meiste Zeit sehr schwer und traurig. Trotzdem schafft es Hoover mit ihren Worten den Nagel auf den Kopf zu treffen und die Emotionen perfekt zu transportieren. Zumindest fiel es mir nie schwer, nachzuvollziehen, warum Quinn so denkt/fühlt.

Man hat in den "Damals" Kapiteln eine gewisse Leichtigkeit, die im Kontrast zu der Schwere der Kapitel in der Gegenwart steht. Der Wechsel nach jedem Kapitel sorgt dafür, dass man nicht völlig in dieser Trauer versinkt und einige Stellen sind wirklich witzig. Es gibt z.B. eine Milli Vanilli Anspielung, bei der ich wirklich lachen musste - wobei ich mir vorstellen kann, dass die nicht jeder versteht, vor allem gerade jüngere Leser.

Das Einzige, was mich an dem Buch minimal störte, war ein Gedankenumschwung, der, meines Erachtens, zu wenig Grundlage hatte und mich zugleich überrascht und verwirrt hatte, weil er gefühlt aus dem nichts kam. Ansonsten gibt es für mich nicht viel an diesem Buch zu kritisieren - bis auf die Tatsache, dass der englische Titel mal wieder so viel besser zur Geschichte passt, weil der Grammatikfehler von "All your perfects" im Buch erklärt wird. So ist diese kleine Geschichte, um diesen Fehler, in der deutschen Fassung und hat eigentlich keinen tieferen Sinn.

Die Geschichte ist wunderschön, die Figuren sind authentisch und es gibt viele Dinge, die einen zum Nachdenken anregen. Trotzdem konnte es mich nicht vollends erreichen. Ich mag die Geschichte um Graham und Quinn total gerne und konnte beide Figuren auch wirklich nachfühlen, aber durch die Einseitigkeit der Geschichte ist sie mir doch irgendwie ferner geblieben, als ich mir erhofft hatte. Zwar habe ich am Ende ein paar Tränchen vergossen, aber gerade zum Ende hin haben mich die "Damals" Kapitel aus meiner Spannung gerissen und ich hätte mir gewünscht, dass man vor allem am Ende, eher in dieser Atmosphäre bleibt, damit man sie richtig auf sich wirken lassen kann.

Nichtsdestotrotz und auch wenn es nicht mein liebster Hoover Roman ist, ist er absolut gelungen und definitiv empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 13.06.2020

Ein toller Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht.

Fake Out - Homerun für zwei
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Gayromances sind nichts, was ich häufig lese. "Fake Out" ist quasi erst meine dritte! Oft schreckt mich das Cover ab, weil es irgendwie wirkt, als wäre es nur ein weiteres dieser anspruchslosen Bumsbüchern ...

Gayromances sind nichts, was ich häufig lese. "Fake Out" ist quasi erst meine dritte! Oft schreckt mich das Cover ab, weil es irgendwie wirkt, als wäre es nur ein weiteres dieser anspruchslosen Bumsbüchern von Leuten, die eigentlich gar nicht wissen, wie man ein Buch schreibt. Doch "Fake Out" hatte alles, was mich an einem Buch neugierig machte.

Der Klappentext machte auf mich den Eindruck eines humorvollen Liebesromans und die Charaktere der Figuren schimmerten ebenfalls bereits durch. Klappentexte aus der Sicht der Hauptfiguren mag ich sowieso sehr gerne. Dennoch habe ich mir nicht allzu viel versprochen. Und wurde eines Besseren belehrt.

Damon und Maddox sind zwei unterschiedliche Figuren, die doch gewisse Ähnlichkeiten mit sich bringen. Während Damon eher der ruhigere Typ ist, ist Maddox sehr aufgeschlossen und hat kein Problem damit, Bekanntschaften zu knüpfen. Trotzdem fehlt es beiden Männern nicht an Humor. Ich muss gestehen - ich mochte Damon lieber. Schon direkt zu Beginn hat er sich mit seinem trockenen Sarkasmus in mein Herz geschlichen und seine leicht dominante Ader ist einfach absolut sexy. Aber beide haben ihre Ecken und Kanten und sind letztendlich wundervolle Figuren - ich bevorzuge zum Schwärmen nur generell oft den Top bzw. den dominanteren Part, weil ich mit Bottoms selten etwas anfangen kann.

Stacey, Damons Schwester und Maddox beste Freundin, fand ich zu Beginn genauso lustig und unterhaltsam, allerdings ging sie mir dann doch rasch auf die Nerven und ich war froh, dass sie nicht all zu oft auftauchte.
Die Geschichte startet sofort mit der Handlung, die der Klappentext verspricht und punktete damit direkt. Ich liebe es, wenn es gleich los geht, ohne viel Blabla.

Man liest abwechselnd aus Damons und Maddox' Sicht und bekommt einen guten Einblick in ihre Gefühlswelt. Die Reihe besteht aus fünf Teilen und man lernt schon mal die Protagonisten der anderen Bände kennen, die durch die Reihe ein solides Bild abgeben und mich tatsächlich neugierig machen konnten. Unsympathisch sind lediglich die Figuren, die es sein sollen.

Die Handlung verläuft relativ entspannt, ohne langweilig zu sein. Hin und wieder stößt man auf interessantere Szenen, die die Spannung steigern, ohne, dass sie angekündigt werden. Das hat mir gefallen. Man wird nicht lange auf die Folter gespannt, sondern stolpert ganz plötzlich in spannende Szenen, mit denen man gar nicht rechnete. Es gibt einige kleinere Twists, die aber nicht sehr überraschend sind, was mich aber auch nicht weiter störte, da das nicht meine Ansprüche an diese Geschichte waren.

Der Schreibstil ist übrigens absolut angenehm. Die Autorin hat ein Händchen für Wortwitze und traf, mit ihren zweideutigen Anspielungen, definitiv meinen Humor. Die Erotikszenen sind heiß und sexy. Kein bisschen aufgesetzt, inszeniert, gekünselt oder übertrieben. Sie wirken einfach authentisch - was mir natürlich ebenfalls gut gefiel.

Fazit: Eine unterhaltsame und witzige Geschichte für alle Liebhaber*innen des Romance Bereiches. Gerade für Einsteiger in das Gayromance-Genre absolut empfehlenswert, da es sich kaum von heterosexuellen Liebesgeschichten unterscheidet - gerade im Gayromance Bereich habe ich da schon andere Bücher gesehen, die sich größtenteils nur auf das Sexuelle beschränken. Hier bekommt man allerdings eine süße Lovestory mit allem, was dazu gehört.

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Veröffentlicht am 30.05.2020

Eine tolle Ergänzung für Fans

your name. 03
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Nach dem mir der Film wahnsinnig gut gefallen hat, wollte ich ergänzend nicht nur den Roman, sondern auch die Manga-Ausgaben lesen. Ich liebe den Zeichen-Stil und beim Lesen hatte ich durchgehend die Filmmusik ...

Nach dem mir der Film wahnsinnig gut gefallen hat, wollte ich ergänzend nicht nur den Roman, sondern auch die Manga-Ausgaben lesen. Ich liebe den Zeichen-Stil und beim Lesen hatte ich durchgehend die Filmmusik im Ohr - die wirklich perfekt zur Handlung passt.

Der Stil trifft genau meinen Geschmack, die Atmosphäre des Films kommt beim Lesen sofort wieder zurück und auch beim Manga konnte ich mir einige Tränen nicht verkneifen. Dennoch ist ein Manga vermutlich nicht das Beste Medium, um solch eine emotionale Geschichte auf sich wirken zu lassen, ist man doch schnell von einer Szene in die nächste gesprungen.

Ich weiß nicht, ob ich die Manga-Reihe als alleinstehendes Medium empfehlen würde, da ich persönlich die Story wohl weniger gut verstanden hätte, hätte ich sie durch den Film nicht sowieso gekannt. Die Zeitsprünge und Perspektivenwechsel sind doch recht schnell und in einem Buch kann man das natürlich nicht so darstellen, wie in einem Film.

Für Fans des Filmes lohnt es sich dennoch absolut, wenn man mit dem Manga und dem Roman nochmal auf andere Art in die Welt von Taki und Mitsuha abtauchen möchte.

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Veröffentlicht am 25.05.2020

Sicher nicht jedermanns Geschmack, aber ich mochte es sehr.

Wrong Number, Right Guy
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Das Buch startet mit einer relativen gedrückten Stimmung, die nach dieser einen Szene kaum noch im Buch zu finden ist.

Vorweg gesagt: Das Buch besteht aus vielen Textnachrichten. Wenn man solch ein Format ...

Das Buch startet mit einer relativen gedrückten Stimmung, die nach dieser einen Szene kaum noch im Buch zu finden ist.

Vorweg gesagt: Das Buch besteht aus vielen Textnachrichten. Wenn man solch ein Format für eine Geschichte nicht mag, greift man lieber zu einem anderen Buch. Ich persönlich mag solche Geschichten aber sehr gerne. Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass zu Beginn - während der Kennlern- und Schreibphase, erstmal nicht so viel in der Geschichte passiert, außer, dass die Beiden eben fleißig Nachrichten austauschen.

Die Geschichte rund um Delia und Zach ist voller Humor und viel Witz. Außerdem ist die Sprache hier und da auch mal vulgärer. Wer sowas nicht mag, wird hier einfach nicht glücklich.
Meines Eindrucks nach, nimmt die Geschichte sich häufig selbst nicht ernst - auch auf Kosten von Logik (da wird dann eher der lustigere Lösungweg gewählt, als direkt auf den Punkt zu kommen und die Sache einfach und schnell zu regeln) - aber das ist völlig in Ordnung für mich. Es macht unheimlich viel Spaß Delia und Zach beim Kennenlernen zu begleiten und ich musste oft lachen, weil die Dialoge genau meinen Humor trafen.

So witzig die Geschichte auch ist - mir war sie zum Ende hin ein bisschen zu oberflächlich. Außerdem durfte mal wieder der Twist nicht fehlen, den eigentlich niemand brauchte. Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wieso es immer Drama geben muss, auch, wenn es eigentlich gar nicht zur Geschichte passt. Zum Glück wird dieses hier aber recht kurz gehalten und klärt sich schnell auf.
Insgesamt hat mir das Lesen viel Spaß bereitet, aber durch die Oberflächlichkeit, kombiniert mit der Länge, hatte ich kurz vor Ende doch immer wieder Momente, in denen mir der Antrieb zum Lesen fehlte. Das Buch ist für meinen Geschmack zu lang für eine witzige, lockere Geschichte bzw. fehlt mir der packende Aspekt, um 360 Seiten zu lesen, wie zwei Personen witzige Dialoge führen und sich näher kennenlernen.

Außerdem wurde in der Übersetzung kein einziges Mal der Genitiv benutzt. Zumindest ist mir keiner aufgefallen, sondern nur ein Haufen Grammatikfehler, weil immer zum Dativ gegriffen wurde. Das hat mich irgendwann auch ein wenig gestört.

Zudem gibt es eine Situation, in der sich die beiden darüber unterhalten, dass sie aufs College geht und er meinte, sie hätte es vorher nie erwähnt, obwohl es ganz deutlich Gesprächsthema in einem ihrer Chats war und er sie sogar gefragt hat, ob sie nicht noch was für die Schule tun müsste, da sie mit dieser Aussage das Gespräch eröffnete.

Dennoch haben mir die Figuren im Großen und Ganzen ganz gut gefallen. Delia und Zach liefern sich einen lustigen Schlagabtausch nach dem anderen und auch Robbie - Zachs Mitbewohner - hat einen sehr amüsanten Auftritt. Zoé wird zum Ende hin noch minimal näher beleuchtet, man erfährt, dass sie Kunst im Hauptfach belegt - was sie mir leider nicht sympathischer macht. Zoé war für mich im Großteil der Geschichte leider ziemlich nervig. Das kommt bei den Freundinnen der Protagonistin allerdings häufig vor, also würde ich das nicht unbedingt kritisieren. Um sie wird es auch im zweiten Band gehen, den ich allerdings nicht lesen werde, da ich erstens nicht so richtig warm mit ihr geworden bin, aber auch weil ich die Art von Storyline überhaupt nicht ausstehen kann.

Im Großen und Ganzen bleiben die Figuren zwar ein wenig blass, man lernt nicht ihren kompletten Lebenslauf, oder jedes einzelne Detail von ihnen kennen, aber sie sind trotzdem sympathisch. Man lernt sie eher durch das Lesen, während ihre Geschichte passiert, kennen, als dass stumpf Fakten über sie aufgezählt werden, was sie irgendwie ziemlich liebenswürdig macht, weil man sie quasi im Geschehen kennenlernt und nicht vorgesagt bekommt, wie der Charakter einer Figur ist.
Eine Anmerkung am Rande: Ich glaube, dass das Buch auf Englisch noch besser ist. Einige Wortwitze sind nämlich ziemlich verloren gegangen, weil es auf Deutsch einfach grausig klingt, wenn man gewisse Sprichwörter oder Redensarten übernehmen möchte.

Fazit: Leser/innen und Liebhaber/innen von witzigen, lockerleichten College-Romances kann ich dieses Buch absolut empfehlen. Wer eine tiefgründige, emotionale Story sucht, ist hier allerdings an der falschen Adresse. Am besten liest man einfach mal in die Leseprobe rein, um zu sehen, ob man mit dieser Art von Humor überhaupt etwas anfangen kann. Teagan Hunter versteht es, ihre Figuren mit viel Witz und Charme sympathisch rüberzubringen - aber diese Art von Witz ist definitiv nicht Jedermanns Geschmack - und auch das Ziegenbaby konnte sie mit Abstand besser einbinden, als so manch andere Autorinnen. Klare Leseempfehlungen für diejenigen, die beim Lesen auch gerne mal Lachen und sich nicht von einer eher seichten, lockeren Geschichte abschrecken lassen.

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Veröffentlicht am 22.04.2021

Gemischte Gefühle

Perfect Mistake
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Dieses Buch hebt sich, meiner Meinung nach, von anderen Scottbüchern ab, die ich bisher gelesen habe.

Der Schreibstil ist, wie gewohnt, flüssig und macht Spaß. Scotts Bücher lassen sich immer schnell ...

Dieses Buch hebt sich, meiner Meinung nach, von anderen Scottbüchern ab, die ich bisher gelesen habe.

Der Schreibstil ist, wie gewohnt, flüssig und macht Spaß. Scotts Bücher lassen sich immer schnell lesen und der Humor ist genau mein Geschmack.

Die Geschichte wechselt zu Beginn zwischen Gegenwart und Vergangenheit, bis man bei Adeles Geburtstagsparty/Silvesterparty ankommt. So bekommt man einen guten Eindruck über Adeles und Petes Beziehung und ihr Verhalten zueinander. In der Vergangenheit waren die beiden echt goldig. Die Gespräche sind voller Leichtigkeit und unterhaltsam. Vor allem ihren Schlagabtausch fand ich immer sehr amüsant.

Allerdings verhält sich Pete in der Gegenwart wie ein unreifer Teenie und macht aus seiner Abneigung gegenüber Adele kein Geheimnis. Bis zu einem gewissen Punkt kann ich das nachvollziehen, allerdings war es mir zeitweise ein bisschen too much.

Außerdem wirken die Szenen in der Gegenwart - zumindest zu Beginn - irgendwie zusammengewürfelt. Ein wenig willkürlich. Mir fehlte der rote Faden und ich konnte lange keine Verbindung zu den Figuren aufbauen, weil es in sich einfach nicht abgerundet oder stimmig wirkte.

Die Handlung hat mich - besonders im Mittelteil - kurzzeitig echt verwirrt und durcheinander gebracht, weil ich einfach nicht mehr mitkam. Petes Verhalten war für mich nicht mehr authentisch, sondern eher unpassend und unglaubwürdig.

Adele hingegen war eine ausgewogene Mischung aus sympathisch und nervig. Die Sympathie zu ihr überwog gen Ende immer mehr, aber zu Beginn geht sie mir mit ihrer naiven Schwärmerei echt auf die Nerven.

Adeles Dad Andrew fand ich am Anfang ein bisschen anstrengend. Im Kombination mit seiner Frau Shanti ist er allerdings ziemlich lustig. Shanti ist eine unfassbar herzliche Frau, die weiß, wie der Hase läuft und ich habe sie sofort in mein Herz geschlossen. Sie ist absolut sympathisch und nimmt immer wieder eine tolle Position in den Gesprächen ein.

Scotts Sexszenen sind für gewöhnlich angenehm zu lesen. Es gibt immer Abwechslung und sie ist eine der wenigen Autorinnen (ich glaube, in meinem Regal sogar die Einzige) die auch mal Blowjobs beschreibt. Wichtig ist das zwar nicht, aber es rundet den erotischen Teil ab. Stellenweise gab es mir hier insgesamt aber zu viele Sexszenen, sodass die Handlung kurzzeitig nachließ, was sich zum Ende hin aber wieder gut fing.

Insgesamt dreht sich aber den Großteil der Geschichte einiges um die körperliche Anziehung und Sex - oder Sex, den Adele gerne hätte. Ich hätte mir hier mehr Gedankengänge auf emotionaler Ebene gewünscht. Scott ist mir nicht als emotionale, dramatische, tränenreiche Autorin bekannt, aber trotzdem - hier wurde mir zu viel aufs Optische reduziert und die Gefühle blitzten immer nur kurzzeitig mal durch. Im Gesamtpaket wirkt das Buch zwar tiefgründiger bzw. emotionaler als ihre anderen Werke, die ich bisher gelesen habe, aber irgendwie konnte es mich nicht packen. Diese Tiefgründigkeit, die ich woanders schätze, konnte mich zwischen all dem "Oh, er sieht so heiß aus" nicht berühren und wirkte irgendwie unecht. Gefühle wurden ausgesprochen, aber man konnte sie nicht greifen. Also wirkt es zwar emotionaler, aber wirklich emotional berühren konnte es mich nicht, weswegen ich ihre anderen Werke lieber mag.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der Handlungsverlauf. Zu Beginn läuft alles so, wie man sich das bei einem Romancebuch auch erwartet und es ist relativ vorhersehbar. Dann tauchen aber Plotpoints auf, die zwar überraschen, aber nicht wirklich etwas für die Story tun. Für meinen Geschmack hätte man das gerne anders lösen können. Mit dem Verlauf bin ich nur so semi-zufrieden und ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich davon halten soll. Es gibt einfach Handlungen und Verläufe, die ich nicht mag und ein Teil dessen, finde ich auch hier wieder. Letzten Endes war es nicht so schlimm, wie ich zuvor bzw. als die Handlung eintritt, erwartete, aber trotzdem - ein fader Beigeschmack von "Hätte man das wirklich gebraucht?" bleibt zurück.

Ach ja. Eigentlich bewerte ich das Cover mittlerweile nicht mehr, aber hier muss ich mal erwähnen, wie unpassend ich es finde, wenn man mal bedenkt, wie alt die Protagonisten sind und wie jung sie auf dem Cover aussehen.

Perfect Mistake fühlt sich für mich nicht wie ein typisches Kylie Scott Buch an. Trotzdem mochte ich es und es gab überwiegend Szenen, die mir total viel Spaß bereitet haben. Das Buch konnte mich gut unterhalten, auch wenn es einige Schwächen hatte. Trotz der pseudotiefgehenderen Atmosphäre als in ihren anderen Büchern, gehört es für mich nicht zu ihren stärksten Werken und bekommt von mir 3,5 Sterne.

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