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Veröffentlicht am 28.10.2019

Der Einstieg war etwas schwach, dafür hat es mich ab der Mitte doch noch überzeugen können!

Was für immer bleibt
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Als Gracie im Krankenhaus aufwacht, muss sie feststellen, dass sie keinerlei Erinnerung an ihr Leben hat. Selbst an die Frau die sich als ihre beste Freundin vorstellt, kann sich Gracie kein bisschen erinnern. ...

Als Gracie im Krankenhaus aufwacht, muss sie feststellen, dass sie keinerlei Erinnerung an ihr Leben hat. Selbst an die Frau die sich als ihre beste Freundin vorstellt, kann sich Gracie kein bisschen erinnern. Das Einzige voran sie sich vage zu erinnern scheint, ist ihre Mutter, welche laut Scarletts Aussage allerdings bereits vor einigen Jahren verstarb. Gracie ist vollkommen überfordert und stößt deshalb jeden der ihr helfen möchte weg. Scarlett ist die Einzige die Gracie ansatzweise in ihrer Nähe akzeptiert und von der sie sich ein wenig helfen lässt. Aber nur unter der Bedingung, dass Scarlett Gracie nichts über ihre Vergangenheit erzählt. Schon gar nicht irgendwas, dass mit Gracies Verlobten zusammenhängt.

Gracie hat wahnsinnige Angst davor, durch Geschichten aus ihrer Vergangenheit zu Empfindungen und Vorlieben manipuliert zu werden, welche gar nicht der Wahrheit entsprechen. Ihre beste Freundin versucht ihr dennoch immer wieder nahezulegen ihr altes Leben wieder aufzunehmen und dazu gehört nicht nur wieder zur Arbeit zu gehen, sondern auch endlich mit Blake zu sprechen. Doch als sich Gracies Maklerin meldet, weil sie endlich einen Interessenten für die Blumenfarm ihrer Mutter gefunden hat, trifft Gracie eine vollkommen andere Entscheidung für ihr Leben. Anstatt das Anwesen wie geplant zu verkaufen, entschließt sie sich auf die Farm zu ziehen und ihr Leben neu zu beginnen. Ihre Hoffnung besteht darin alleine ihre Erinnerungen wiederzufinden und damit auch die Gefühle für Blake. Doch je mehr Zeit sie auf Summerhill verbringt, desto mehr Gefallen findet sie an ihrem neuen Leben … und ihrem Nachbarn Flynn.

Charaktere:

Zu Anfang mochte ich Gracie nicht so wirklich. Natürlich ist es eine mehr als furchtbare Erfahrung ohne Gedächtnis aufzuwachen. Ich kann nicht beurteilen, wie man mit solch einer Situation tatsächlich umgehen würde, aber für mich als Leser erschien es mir persönlich unrealistisch, dass man alle die einem (angeblich) nahestehen wegstößt und nichts über sich oder sie erfahren möchte. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass man tatsächlich alle anderen so vehement wegstoßen würde, aber das ist natürlich nur eine Vermutung. Nachdem Gracie eine Weile auf Summerhill verbracht hatte, wurde sie mir dann aber durchaus sympathischer. Man hat gemerkt, dass sie langsam begann sich selbst kennenzulernen und im Zuge dessen auch anderen Menschen wieder ein wenig Raum gegeben hat, auch, wenn sie vor allem Blake immer noch auf Distanz hielt. Was ich sehr schön zu verfolgen empfand, war wie Gracie ihre Liebe zu den Blumen und die Verbindung zu ihrer Mutter nach und nach entdeckte. Ich mochte des Weiteren, dass dargestellt wurde wie viel Freude eine Geste wie Blumen bei einem Menschen auslösen kann.

Nicht nur Gracie, sondern auch ihre beste Freundin Scarlett und ihren Verlobten Blake empfand ich zu Beginn des Buchs als ziemlich anstrengend. Auch, wenn ich den beiden zustimme, dass Gracies Verhalten nicht das Beste war, fand ich noch schlimmer, dass die beiden einfach nicht locker gelassen haben. Blake hat immer wieder Briefe geschrieben oder stand vor Gracies Tür, obwohl diese mehr als deutlich gemacht hat, dass sie das nicht möchte. Worauf Scarlett dann Gracie ebenfalls in den Ohren lag, dass sie doch endlich mit Blake sprechen solle. Natürlich ist es auch für Scarlett und Blake eine schlimme Erfahrung und sie wollen nur Gracies bestes und sie unterstützen, aber, wenn sie schon so deutlich macht, dass sie Freiraum braucht, dann sollte man ihn ihr auch gewähren.

Wen ich hingegen sehr gerne mochte war Gracies Nachbar Flynn. Er war stets bemüht ihr zu helfen und hat sein Bestes getan Gracie bei der Findung ihres neuen Ichs, sowie ihres neuen Lebens zu unterstützen. Flynn gab ihr Ratschläge à la „du solltest das tun was dich begeistert, anstatt zu tun, was du denkst was andere von dir erwarten“. Und nicht nur durch Gespräche hat er ihr sehr geholfen, er war auch eine wichtige Stütze beim Bewirtschaften der Farm.

Wen ihr schon die ein oder andere Rezension von mir gelesen habt, dann wisst ihr, dass ich an Büchern sehr schätze, wenn einige Nebencharaktere auch ein wenig näher beleuchtet werden. Bei „Was für immer bleibt“ war dies durchaus der Fall und hat mir wirklich gut gefallen. Also freut euch schon Mal Charlie, den liebenswerten Esskastanienverkäufer, sowie Tilly, die Blumenverkäuferin mit harter Schale aber umso weicheren Kern, kennenlernen zu dürfen.

Schreibstil/Spannungsbogen:

Dadurch, dass ich die Charaktere zu Beginn nicht so gerne mochte, empfand ich den Einstieg im Allgemeinen als sehr holprig und auch als etwas unangenehm zu Lesen. Nach und nach mochte ich es dann glücklicherweise immer mehr und habe schließlich das letzte Drittel an einem Stück gelesen. Die Meinung zum Spannungsbogen ist, denke ich, ein wenig vom Leser abhängig. Es gab eine sehr große Wendung im Buch, welche ich bereits frühzeitig durchschaut hatte, wodurch für mich persönlich da ein wenig Spannung verloren ging. Ich könnte mir allerdings auch gut vorstellen, dass es für manche Leser nicht so durchschaubar ist, wodurch eine ordentliche Überraschung gewiss sein dürfte. Alles in allen war der Großteil des Buchs angenehm zu lesen und hat mich so weit auch ganz gut unterhalten können.

Fazit:

Wenn euch der Klappentext anspricht, ihr nicht übermäßig hohe Erwartungen an einen Liebesroman habt und es in Ordnung findet ein wenig länger zu brauchen, um in die Handlung einzusteigen, dann könnt ihr euch „Was für immer bleibt“ ruhig Mal anschauen. Ich fand das Setting auf einer (angehenden) Blumenfarm sehr schön und mal etwas anderes. Außerdem konnte das Buch auch mit einigen süßen und romantischen Szenen aufwarten. Ich persönlich mag immer gerne, wenn ein Buch darauf hinausläuft, dass die Dinge immer so kommen wie sie kommen sollen und das sich findet, was sich finden soll. ♥

Veröffentlicht am 26.10.2019

Leider nicht mein Fall

Long Night - Ich will nur dich!
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Long Night wird aus der Perspektive von Max erzählt. Er ist sehr bekannt in der Automobilbranche, vor allem was das Aufwerten von Autos betrifft. Nachdem er Jahre lang studiert und bei einem Meister das ...

Long Night wird aus der Perspektive von Max erzählt. Er ist sehr bekannt in der Automobilbranche, vor allem was das Aufwerten von Autos betrifft. Nachdem er Jahre lang studiert und bei einem Meister das Praktische erlernt hat, hat er selbst begonnen andere auszubilden. So auch Henley. Bis vor fünf Jahren hat er sie unterrichtet, das Problem war allerdings, dass er schon damals an ihr interessiert war. Das hat sich auch nicht geändert, als sie plötzlich auf einer Autoshow vor ihm steht, nachdem sie sich die letzten fünf Jahre nicht gesehen haben. Max stellt schnell fest, dass er noch immer sehr viel Interesse an ihr hat. Doch er nimmt sich vor ihr möglichst aus dem Weg zu gehen, zumal sie bei seinem stärksten Konkurrenten arbeitet. Was die Dinge außerdem nicht unbedingt leichter macht, ist die Tatsache, dass sie vor fünf Jahren in einem Streit auseinander gingen. Es kommt allerdings mal wieder ganz anders, als Max sich das vorgestellt hat. Den großen Auftrag, den er an Land gezogen hat, muss er mit Henley zusammen verrichten. So sind die beiden damit konfrontiert ihre gemeinsame Vergangenheit aufzuarbeiten. Natürlich hat dies aber auch Auswirkungen auf ihre jeweilige … oder gar gemeinsame Zukunft.

Charaktere:

Max ist zu Beginn des Buchs eigentlich hauptsächlich seine Arbeit und Professionalität wichtig. Der Leser wird direkt mit Maxs Prinzipien und Geschäftsgebaren konfrontiert. Dazu zählt natürlich auch nie Arbeit und Vergnügen zu vermischen. Leider fällt ihm dies bei Henley so schwer wie noch nie. Seine Gedanken kreisen dauerhaft nur um sie, was er bisher so gar nicht von sich kannte. Normalerweise geht bei ihm nichts über die Arbeit und was ‚Beziehungen‘ betrifft, gibt es nie mehr als nur eine Nacht. Vor allem, wenn er in irgendeiner Weise beruflich mit der Frau zu tun hat, würde sich Max üblicherweise niemals darauf einlassen. Doch bei Henley funktioniert diese Regel einfach so ganz und gar nicht. Schnell muss er sich eingestehen, dass er dieses Mal wohl eine Ausnahme machen muss … allerdings gibt es da zunächst einmal die Vergangenheit hinter sich zu lassen, bevor sie herausfinden können was die Zukunft so für sie bereithalten könnte. Und vor allem, wie sie beide zukünftig in derselben Branche nebeneinander bestehen können, ohne ihr Vertrauen gegenseitig auszunutzen. Max fällt dies zunächst ziemlich schwer, er stellt die Arbeit über ihre Beziehung und missbraucht Henleys Vertrauen. Aber das Wichtigste ist ja aus seinen Fehlern zu lernen, nicht wahr?

So richtig glücklich war ich mit den Charakteren leider nicht. Ich finde, Max ist ziemlich klischeehaft geraten. Ein Mann der wahnsinnig auf Autos steht, die Arbeit über alles stellt und mit circa 30 Jahren noch keine ernsthafte Beziehung hatte? Leider ein ziemlicher Stereotyp, wenn ihr mich fragt …

Bei Henley war es leider für mich dasselbe in Grün. Sie wird zwar im Buch als stark und unabhängig beschrieben, aber wenn man ihr Verhalten betrachtet werden diese Aussagen meiner Meinung nach leider keineswegs bestätigt. Mehrfach wird Henley weinend wegen Kleinigkeiten porträtiert. Außerdem wird sie und ihr Erfolg relativ abhängig von Max dargestellt. Auch, wenn sie wohl sehr talentiert ist, sie schafft es schließlich doch nur durch Maxs Hilfe ihre Träume zu erfüllen. Was meiner Meinung nach ziemlich unnötig ist es so zu schreiben, sie hätte auch alleine ihre Werkstatt eröffnen können, anstatt von Maxs Bestätigung abhängig zu sein. Es ist mir an einigen Stellen aufgefallen, dass sie ziemlich unterwürfig und auch irgendwie unsicher und ‚schwach‘ dargestellt wird. Sie haben zwar ihre schlagfertigen Wortgefechte und ähnliches, aber im Endeffekt empfinde ich Henley leider nicht als die starke Protagonistin, die ich mir gewünscht hätte.

Schreibstil/Spannungsbogen:

Leider war „Long Night“ persönlich nicht mein Fall. Ich habe mich teilweise ziemlich durchquälen müssen und oftmals das Buch nach ein oder zwei Kapiteln erst einmal zur Seite gelegt, weil ich den Schreibstil so unangenehm fand. Mir war es oft einfach viel zu vulgär. So war es um die Spannung bei mir leider auch nicht weit her. Die Handlung bestand leider nur daraus, dass sich die beiden wiedersehen, sich über die Vergangenheit streiten, furchtbar aufeinander stehen, was sie zunächst nicht wahrhaben wollen, schließlich doch zusammenkommen, einen geschäftlichen Disput haben und dann folgt noch ein Zeitsprung in ihr künftiges Leben. Für mich gab es da leider keinerlei Spannung.

Fazit:

Ich persönlich kann „Long Night“ leider nicht weiterempfehlen. Natürlich ist dies eine subjektive Meinung. Jemand anderen, mit einem anderen Geschmack, kann das Buch wiederum natürlich gut gefallen. Ich habe auf lovelybooks vor allem viele positive Bewertungen gesehen. Von daher gefällt es wohl auch durchaus vielen. Solltet ihr einen ähnlichen Geschmack, wie ich haben (bzw. ähnliche Bücher wie ich mögen), dann würde ich euch empfehlen lieber zu einem anderen Buch zu greifen. 🙂

Veröffentlicht am 14.10.2019

Mein absolutes Wohlfühlbuch des Jahres! ♥

Show me the Stars
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Stell dir vor du hast jahrelang auf ein Ziel hingearbeitet. Du hast dein Journalismusstudium in Rekordzeit absolviert und das auch noch vollkommen ohne Unterstützung deiner Mutter. Um genau zu sein, verurteilt ...

Stell dir vor du hast jahrelang auf ein Ziel hingearbeitet. Du hast dein Journalismusstudium in Rekordzeit absolviert und das auch noch vollkommen ohne Unterstützung deiner Mutter. Um genau zu sein, verurteilt sie dich sogar für deine Berufswahl. Nichtsdestotrotz hast du deinen Traum verfolgt, bist bei einer renommierten Zeitschrift untergekommen und schließlich deinen ersten niveauvollen, gut recherchierten Artikel für diese Zeitschrift, bei der du dich seit Monaten abrackerst, verfasst. Doch kurz bevor dein Artikel veröffentlicht werden soll geht einfach alles komplett schief und du verlierst schlussendlich den Job auf den du so lange hingearbeitet hast. Genau dies ist unserer Protagonistin Liv passiert. Nun steht sie also vor der großen Frage: „Wie soll es weitergehen?“.

Unter dem Einfluss von etwaaas zu viel Alkohol bewirbt sie sich als Haussitterin für einen Leuchtturm in Irland. Am nächsten Morgen als sie von ihrem Telefon geweckt wird weiß sie nicht mehr so viel vom vorherigen Abend, wie sie eigentlich sollte. Dennoch nimmt sie das Bewerbungsgespräch für den Job als Leuchtturmsitterin an. Gesagt getan. Wenig später befindet sie sich im Wohnzimmer eines netten, sympathischen älteren Mannes, welcher ihr prompt anbietet den Job an sie zu vergeben. Liv nimmt an. Warum auch nicht? Sie weiß gegenwärtig sowieso nicht wie ihre nächsten Schritte aussehen sollen. Warum dann nicht in einen Leuchtturm darüber nachdenken?

Wohnung untervermietet, Outdoor Bekleidung gekauft und schon sitzt Liv im Flugzeug nach Irland. Dort angekommen wird sie von einem gutaussehenden Iren namens Kjer in Empfang genommen. Er bringt sie nicht nur zu der Pension, in der sie die erste Nacht verbringen wird, sondern später auch zur und von der Insel, auf der sie wohnen wird und beliefert sie wöchentlich mit Nahrungsmitteln.

Charaktere:

Wir lernen Liv zunächst als sehr zielstrebig und ernst kennen. Sie hat sehr hart darauf hingearbeitet Journalistin zu werden und dafür auch auf viel Spaß verzichtet, um stattdessen zu lernen. Im Zuge dessen hat sie ebenfalls nicht wirklich Freundschaften in den letzten Jahren schließen können. Wie bereits erwähnt hat Liv leider keinerlei Rückhalt von ihrer Mutter erhalten. Glücklicherweise waren ihre Großeltern dafür umso liebevoller, sodass Liv schließlich auch bei ihnen einzog, anstatt weiter mit ihrer Mutter häufig von einer Stadt in die nächste zu ziehen. Nach dem Tod ihrer Großmutter entschied sich allerdings ihr Großvater dazu zu einem Brieffreund, den er schon seit Jahren regelmäßig schreibt, zu ziehen. Dadurch stehen Liv und er nun nur noch in postalischen und telefonischen Kontakt. Was allerdings nicht bedeuten soll, dass er ihr nicht dennoch mit Rat und Tat zur Seite steht und ihren Umzug durchaus befürwortet.
Es ist schön, wie man im Buch Livs Entwicklung mitverfolgen kann. Sie lernt nach und nach sich ihren Ängsten zu stellen und schafft es außerdem endlich eine richtige Freundschaft zu schließen. Des Weiteren lernt sie auch wie wohltuend Ruhe und Zeit für sich selbst sein kann. Erst durch das Leben auf der Insel lernt sie die Natur, um sicher herum, zu würdigen und nicht jede freie Minute mit Arbeit zu füllen. Und vor allem wie positiv dies sich auf einen Menschen auswirken kann.

Schon bei ihrer ersten Begegnung ist Liv von Kjer fasziniert, doch es dauert nicht lange, bis sie von seinem zweifelhaften Ruf erfährt. Kjer ist zwar nett und charmant, aber leider auch ziemlich beziehungsunfähig. Seit es eine schicksalhafte Wendung in seinem Leben gab, hat Kjer nur noch das Bett mit Frauen geteilt. Doch wird sich Liv wirklich von seinem Ruf abschrecken lassen? Und, wenn nicht wird er auch sie wegstoßen oder wird er schließlich doch jemandem erneut sein Vertrauen schenken?

Neben Liv und Kjer dürfen wir viele andere liebevoll ausgearbeitete Charaktere kennenlernen, mitunter beispielsweise den liebenswerten Leuchttumeigentümer, welcher Liv trotz ihrer peinlichen E-Mail eine Chance gab. Airin, welche eine wunderschöne kleine Pension führt und sich schnell als eine wahre Freundin für Liv herausstellt. Außerdem könnt ihr euch auch auf Livs Großvater, die Kellnerin Seanna und viele weitere Menschen freuen, die „Show me the Stars“ erst so richtig zum Leben erwecken.

Schreibstil/Spannungsbogen:

Worin ich mich haltlos verliebt habe, ist das Setting der Geschichte. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie gerne ich selbst in einen Leuchtturm an der irischen Küste gezogen wäre. „Show me the Stars“ war für mich ein richtiges Wohlfühlbuch. Ich habe es einfach wahnsinnig genossen in diese Geschichte abzutauchen. Man muss natürlich zugeben, dass es kein spannungsgeladenes Buch per se ist. Dennoch hat die Autorin geschafft einige Wendungen und andere Kleinigkeiten einzubauen, welche mich überrascht und mir gut gefallen haben. Wie ihr euch vielleicht denken könnt, hat mir der Schreibstil ebenfalls wirklich gut gefallen. Er war wirklich angenehm und hat das Setting perfekt abgerundet.

Fazit:

Für mich ist „Show me the Stars“ eines meiner Jahresfavoriten!
Ich habe daran einfach alles geliebt. Bereits vor dem Erscheinen hatte ich mich mehrere Wochen auf das Buch gefreut und war dann umso glücklicher, als es mich auch wirklich begeistern konnte. Ich kann dieses Buch einfach jeden ans Herz legen, der gerne in einer Geschichte versinken möchte, in welcher er sich gänzlich wohlfühlen kann. Vor allem für den Herbst finde ich dieses Buch einfach so passend, weil es auch in dieser Jahreszeit spielt und man sich sozusagen wie die Protagonistin zu Hause einkuscheln kann. Was vielleicht auch noch anzumerken ist, „Show me the Stars“ ist zwar durchaus ein Liebesroman (bzw. Young Adult Roman), aber es dreht sich nicht nur um die Romanze zwischen Liv und Kjer. Mir hat gut gefallen, dass eher Livs persönliche Entwicklung im Mittelpunkt stand und ihr Interesse an Kjer einfach in die allgemeine Handlung eingeflochten wurde, anstatt sie zu dominieren. ♥

Veröffentlicht am 01.10.2019

Schönes Setting, mir persönlich haben allerdings ein wenig die Funken gefehlt :/

One of a kind - Emma & Jake
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Seit 28 Jahren lebt Emma nun schon in ein und derselben Stadt und das in ein und demselben Haus. Einst war es ein Haus, in dem sie mit ihrer ganzen Familie zusammenlebte, nach und nach zogen die einzelnen ...

Seit 28 Jahren lebt Emma nun schon in ein und derselben Stadt und das in ein und demselben Haus. Einst war es ein Haus, in dem sie mit ihrer ganzen Familie zusammenlebte, nach und nach zogen die einzelnen Mitglieder weg und schlussendlich verstarb ihr Vater, den sie bis zum Schluss pflegte. Nun ist Emma, die Letzte, die noch in dem großen Haus lebt, … doch die Einsamkeit ist ihr geringstes Problem. Ein großes Haus verursacht nun einmal einige Kosten, auch wenn nur eine Person übrig ist, um sie zu tragen. Was die ganze Sache deutlich erschwert, ist, dass Emma durch die Pflege ihres Vaters nicht auf ein College gehen konnte, wodurch sie nun Schwierigkeiten hat einen dauerhaften Job zu bekommen. Dementsprechend hat sie kein geregeltes Einkommen, auf welches sie zurückgreifen könnte.

Natürlich bleibt es nicht nur bei dem einen Schlamassel. Zu allem Überfluss zieht auch noch Emmas Exfreund Jake zurück nach Maywood. Jake hat Emma vor 12 Jahren sitzen lassen, um mit einer anderen Frau die Stadt hinter sich zu lassen. Emma ist vollkommen überfordert mit der Situation und versucht zunächst ihre Probleme einfach zu ignorieren … doch wie wir sicher aller wissen lassen sich Probleme zuweilen nur sehr ungern ignorieren, sodass Emma sich schlussendlich zu extremen Schritten gezwungen sieht. Sie entscheidet sich ihr ehemaliges Familienheim in eine Pension zu verwandeln … und da kommt ihr Jake, der gegenwärtig keine dauerhafte Bleibe in Maywood hat, gerade recht!

Doch kann man nach 12 Jahren friedlich mit seinem Ex unter einem Dach leben? Schnell ist Emma nicht nur damit konfrontiert, sondern auch mit der Tatsache, dass sie noch immer Gefühle für Jake hegt. Doch kann sie ihm glauben, dass er sich verändert hat? Und wenn ja, können sie dieses Mal tatsächlich eine gemeinsame Zukunft aufbauen?

Charaktere:

Beginnen wir zunächst einmal mit Emma. Sie ist sehr warmherzig, familienorientiert, strukturiert und treu. Emma kam mir wie eine Art moderne Version einer 80er Jahre Hausfrau vor. Sie liebt es zu kochen und backen. Nimmt an jeder örtlichen Veranstaltung teil und leitet sogar einen Buchclub, der ansonsten nur aus älteren Damen besteht. Loyalität ist Emma sowohl gegenüber ihrer Familie, als auch Freunden sehr wichtig. Was auch einer der Gründe sein dürfte, weswegen sie ihre Zukunftspläne auf Eis gelegt hat, um ihren Vater pflegen zu können. Sie hofft immer noch den Traum ihres Vaters wahrmachen zu können und das Haus irgendwann einmal wieder mit einer großen Familie zu füllen. Selbst als 16-Jährige wollte sie schon für immer in Maywood bleiben, was sich später als Hauptgrund für Jakes Flucht herausstellt. Neben Emmas vielen guten Eigenschaften, gab es allerdings auch das ein oder anderes, dass mich etwas an ihr gestört hat. Ich finde es persönlich ein bisschen übertrieben, nach zwölf Jahren immer noch einen so starken Groll zu hegen. Natürlich ist es sehr schmerzhaft, von seinem Freund verlassen zu werden. Vor allem, ohne den Grund dafür zu erfahren. Doch Emma und Jake waren gerade einmal seit einem Jahr zusammen und Emma war zu diesem Zeitpunkt 16 Jahre alt. Wäre sie Jake gegenüber kühl und ein bisschen abweisend gewesen, hätte ich das vollkommen nachvollziehen können. Aber zu Beginn des Buchs, als sie das erste Mal auf ihn getroffen ist, war sie fast hysterisch … und auch noch bei vielen weiteren Aufeinandertreffen, war sie meiner Meinung nach zu wütend, für jemanden, der den anderen seit zwölf Jahren nicht mehr gesehen hat und seit dem um einiges gereift ein müsste. Leider ist die Protagonistin meiner Meinung nach an manchen Stellen einfach ein wenig zu naiv geraten.

Während Jake zunächst als Feind der gesamten Stadt dargestellt wird, muss ich sagen, dass ich ihn gar nicht mal so unsympathisch fand. Natürlich war es falsch, Emma einfach so zurückzulassen und mit einer anderen Frau die Stadt zu verlassen. Und das auch nur hauptsächlich aus seiner Angst heraus, dass er für immer in der Stadt bleiben müsse, sollte er mit Emma zusammenbleiben. Aber mal von dieser irrationalen Angst, die man durch ein Gespräch aus der Welt hätte schaffen können, abgesehen, war er eigentlich nie ein schlechter Kerl. Er war beispielsweise zwölf Jahre mit derselben Frau verheiratet und wäre es wahrscheinlich immer noch, hätte sie ihn nicht betrogen. Glücklicherweise merkt auch Emma im Laufe des Buchs, dass Jake vielleicht gar kein so schlechter Mensch ist, wie sie die letzten Jahre dachte. Und wenn selbst Emmas überkritische Freundin, die niemanden mehr hasst als Jake, ihm schließlich hilft, dann muss in ihm wohl wirklich mehr stecken, als man zunächst glauben mag.

Neben den Protagonisten besticht Maywood außerdem mit seinen zahlreichen liebenswerten, wenn auch manchmal sehr eigenen, Kleinstadtbewohnern. Ich mag es persönlich sehr gerne, wenn der Leser auch die Familie, Freunde und Bekannte der Protagonisten kennenlernen und ihre Interaktion mitverfolgen darf. Deswegen habe ich mich sehr gefreut, dass dies so umfangreich in „One of a Kind“ umgesetzt wurde.

Ihr könnt euch also wirklich darauf freuen, eine Vielzahl von Charakteren kennenlernen zu dürfen. :)

Schreibstil/Spannungsbogen:

Der Schreibstil hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Vor allem, wie die Atmosphäre beschrieben wurde und auch das Feeling, dass Maywood noch ein bisschen altmodischer ist, kam sehr gut rüber und hat ein richtiges Wohlfühlgefühl ausgelöst. Was die Spannung angeht, muss ich allerdings leider sagen, dass ich es ein wenig schwach fand. Zunächst stand zu Beginn des Buchs vor allem im Fokus, dass Jake wieder in Maywood ist und Emma finanzielle Probleme hat. Es war noch recht interessant zu lesen, wie Emma damit fertig wird (oder eben auch nicht), auch wenn ich ihre anfängliche Haltung gegenüber Jake etwas überdramatisiert empfand. Im Anschluss drehte es sich allerdings lange nur noch um die Frage, wie Emma ihre Geldschulden tilgen könne.

Was ich durchaus gerne mochte, war, dass Emma und Jake zunächst sich ein wenig angefreundet haben, bevor eine mögliche Beziehung thematisiert wurde. Allerdings muss ich gestehen, dass für einen Liebesroman, mir zu wenig Liebe und Annäherung in dem Buch enthalten war. Es gab zwar ein paar sehr süße Momente zwischen den beiden … aber, wenn man bedenkt, wie negativ Emma zunächst Jake gegenüberstand, dann ging mir das doch zu schnell und zu einfach. Mir hat einfach so das Kribbeln und knistern zwischen den beiden gefehlt. Es gab eigentlich nur drei große Momente zwischen den beiden.

Fazit:

Zusammenfassend lässt sich sagen, „One of a kind“ hat eine sehr schön beschriebenes Kleinstadt-setting und besticht des Weiteren mit seinen vielen interessanten Einwohnern und dem allgemeinen Wohlfühlgefühl, welches das Buch vermittelt. Für mich persönlich hätte allerdings die Beziehung der Protagonisten noch mehr im Fokus stehen sollen. Durch diesen Faktor und dadurch, dass ich die Protagonistin teilweise ein bisschen überdramatisch dargestellt empfand, konnte ich dem Buch leider nur drei Sterne geben. Nichtsdestotrotz gefällt mir der Schreibstil der Autorin sehr gut. Das Nachwort von „One of a Kind“ lässt auf eine baldige Fortsetzung hoffen und das Buch selbst hat bereits Andeutungen gemacht, um welche Charaktere es sich drehen dürfte.

Von daher freue ich mich darauf, hoffentlich bald Maywood einen erneuten Besuch abstatten zu dürfen ♥

Veröffentlicht am 07.09.2019

Einfach relatable - eine humorvolle, ehrliche Geschichte wie Dating heutzutage ist

Romeo und Julius
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Normalerweise beginne ich meine Rezensionen mit einer Zusammenfassung der Handlung. Bei Romeo und Julius möchte ich in diesem Fall darauf verzichten, da es kein Roman im herkömmlichen Sinne ist. In Romeo ...

Normalerweise beginne ich meine Rezensionen mit einer Zusammenfassung der Handlung. Bei Romeo und Julius möchte ich in diesem Fall darauf verzichten, da es kein Roman im herkömmlichen Sinne ist. In Romeo und Julius erzählt der Autor Julius Kraft sozusagen autobiografisch über seine Erfahrungen mit Datingapps wie Tinder und Co. Anhand von 25 Dates beschriebt Julius sowohl geistreich als auch voller Humor, wie Dating heutzutage häufig abläuft. Jeder der Datingapps mal eine Chance gegeben hat, wird sich sicherlich an der ein oder anderen Stelle wiedererkennen können.

Wer kennt es nicht? Man schreibt mit jemanden, vereinbart ein erstes Treffen … es läuft gut und man macht sich Hoffnungen, dass es diesmal klappen könnte. Man versucht sich seine rosarote Blase aufrechtzuerhalten, ignoriert die ganzen kleinen Anzeichen die einen eigentlich schon Warnung genug sein sollten. Bis man schließlich doch damit konfrontiert wird, dass man alleine in das Ganze investiert hat. Im Endeffekt ist man wieder am Anfang … nur mit ein paar mehr Unsicherheiten als so schon. Mit jedem weiteren gescheiterten Versuch fragt man sich, ob man doch für immer alleine bleiben wird. Ob es nicht doch leichter wäre einfach Gilmore Girls und Grey’s Anatomy zu schauen und aufzugeben seinen eigenen McDreamy zu finden. Alleine ist es ja irgendwie doch auch ganz okay …, oder nicht?

Wenn ich Romeo und Julius in einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es „relatable (nachvollziehbar)“, weil ich mich an vielen Stellen einfach wiedererkannt habe. Man malt sich so oft das schlimmste Szenario aus und am Ende war es doch alles gar nicht so schlimm und das Leben geht ja doch weiter. Und tatsächlich ist wie so oft die Moral von der Geschichte: Erst wenn man aufhört zu suchen klappt es dann mit der Liebe.

Gut gefallen hat mir außerdem der Schreibstil von Romeo und Julius. Der Leser bekam das Gefühl mit einem guten Freund zu sprechen und seinen Geschichten selbst zu lauschen. Was mein Herz persönlich höher hat schlagen lassen, waren die vielen Serienreferenzen. Als großer Gilmore Girls und Grey’s Anatomy Fan hat mir jede Erwähnung der Serien ein breites Lächeln aufs Gesicht gezaubert. Genauso geliebt habe ich Julius Freunde, die ihm mit Rat und Tat zur Seite standen. Am liebsten hätte ich mich ganz und gar selbst der Freundesgruppe angeschlossen.

Positiv hat mich des Weiteren überrascht, dass der Autor uns einen sehr privaten Einblick ermöglicht. Wir bleiben nicht nur in der Gegenwart, in der wir relativ humorvolle Dating Erfahrung erzählt bekommen. Nein, wir bekommen ebenfalls einen Einblick in seine nicht ganz so leichte Kinder- und Jugendzeit. Ich fand sehr beeindruckend, dass Julius so offen und ehrlich über diese Erfahrungen geschrieben hat, was für mich ihn und das Buch noch viel sympathischer gemacht haben.

Deswegen an dieser Stelle ein großes Danke an Julius Kraft, dass er so ein tolles, ehrliches und auch humorvolles Buch geschrieben und mit uns geteilt hat. ♥

Ich kann das Buch wirklich empfehlen, wenn ihr Lust auf etwas leichtes, humorvolles aber auch gleichzeitig ehrliches und tiefgründiges wollt.
Ihr solltet es euch unbedingt mal anschauen. ?