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Veröffentlicht am 28.07.2019

Über die Liebe zur Stadt der Liebe. Schön für zwischendurch!

Liebe ist ein Bauchgefühl
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Liebe ist ein Bauchgefühl von Victoria Brownlee ist eine Liebesgeschichte aus dem Jahr 2019. Es ist nicht nur eine Geschichte, in der die Protagonistin zwischen der Liebe zu zwei Männern entscheiden muss, ...

Liebe ist ein Bauchgefühl von Victoria Brownlee ist eine Liebesgeschichte aus dem Jahr 2019. Es ist nicht nur eine Geschichte, in der die Protagonistin zwischen der Liebe zu zwei Männern entscheiden muss, sondern vor allem ist es ein Buch über die Liebe zur Stadt der Liebe – Paris.

Man könnte sagen die Autorin erzählt nicht nur Ellas Geschichte, sondern auch ein Stück weit ihre eigene. Victoria Brownlee ist selbst eine australische Journalistin, die sich auf der Suche nach Inspiration für ihren Debütroman in Paris verliebt hat.

Ella ist seit acht Jahren in einer Beziehung. In der Vergangenheit war sie abenteuerlustig, lebensfroh und spontan. Am liebsten ließ sie sich vom Wind treiben, als sie schließlich in Paris landet und auf eine Reisegruppe trifft in der noch andere Australier sind. Von Anfang an haben sie und Paul ein Auge aufeinander geworfen. Gegen Ende der Reise verbringen sie schließlich ein wunderschönes Date, welches zu einer achtjährigen Beziehung führt. Im Laufe der Jahre verändert sich nicht nur ihre Beziehung zueinander, sondern auch Ella verändert sich. Für Paul hat Ella nach und nach ihre Spontanität und Abenteuerlust abgelegt. Sie hat sich einen festen Job gesucht und ist mit ihm zusammengezogen.
Auch ihre Liebe zum Reisen hat sie für ihn aufgegeben.

Acht Jahre später wartet Ella nun auf einen längst überfälligen Heiratsantrag. Als Paul sie zu einem Date in ihrem Lieblingsrestaurant einlädt, hofft sie das es endlich an der Zeit ist. Doch es kommt ganz anders, als sie denkt, statt eines Antrags eröffnet Paul ihr, dass sie nie eine ernste Beziehung hatten und er die nächsten Wochen allein verbringen wolle, um sich selbst zu finden. Er legt ihr allerdings nahe, dass sie auf ihn warten könne und dann würden sie nach seinem Urlaub sehen, wo sie stehen.

Ella platzt der Kragen und sie macht Schluss. Doch erst im Auto erlaubt sie sich schließlich ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Auch die nächsten Tage sind nicht leicht für sie. Erst als ihre Freundin mit Wein und ihrem Lieblingskäse vor der Tür steht, kommt Ella auf eine Idee. Sie will sich endlich wieder, wie sie selbst fühle und sich ihre Spontanität zurückholen. Und was ist dafür besser als eine Reise nach Paris? – Die Stadt des besten Weins und Käses!

Schnell sind ihre Koffer gepackt und sie sitzt im Flugzeug nach Paris. Gleich am ersten Tag stolpert sie förmlich in die Fromagerie des gutaussehenden Serge. Und nur wenige Tage später trifft sie auch noch den attraktiven Restaurantkritiker Gaston, welcher genau Ellas Typ ist und direkt ihr Interesse weckt. Doch ist er wirklich die richtige Wahl für sie?

Der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen. An manchen Stellen konnte ich förmlich den Duft von frischem Gebäck in der Luft riechen. Die Beschreibungen von Paris waren so wunderschön und detailliert, dass man sich fühlte, als würde man gemeinsam mit Ella durch die Straßen schlendern. Man sollte das Buch allerdings nicht mit leerem Magen lesen, vor allem nicht, wenn man ein Fan von Käse ist!

Zunächst habe ich das Buch aufgrund des großartigen Schreibstils und interessante Handlung förmlich verschlungen, doch im Mittelteil ist meine Meinung nach der Spannung etwas abgeflacht. Mir wurde tatsächlich nach und nach auch etwas zu viel der unterschiedliche Käse beschrieben.
Das Ende war wiederum umso schöner und hat ein breites Grinsen auf mein Gesicht gezaubert.

Bei den Charakteren war ich teilweise sehr gespaltener Meinung.
Ella mag ich eigentlich recht gerne. Ihre Abenteuerlust, ihre Spontanität, aber vor allem die Stärke die sie nach der Trennung aufgebracht hat. Doch gleichzeitig ist sie an manchen Stellen meiner Meinung nach sehr naiv für eine fast 30-jährige Frau. Auch wenn sie sehr lange in einer Beziehung war und dementsprechend wenig Dating Erfahrungen gesammelt hat gab es Stellen, an denen ich mich gefragt habe, ob sie 30 oder doch eher 17 ist.

Wenn ihr mich fragen würdet, ob Serge oder Gaston meine Wahl wäre, dann kann ich, ohne lange zu überlegen, nur für Serge stimmen. Er ist liebenswert, süß und lustig. Für mich eine viel bestechendere Kombination als der zwar attraktive, aber auch kühle und abgeklärte Gaston. Neben den drei Charakteren dieser Fromage-â-trois könnt ihr euch noch auf einige andere tolle Menschen freuen, wie Ellas beste Freundin Meghan, welche Ella immer mit Rat und Tat zur Seite steht und sie besser zu kennen scheint als Ella sich selbst.
Chris ist ein süßer Barista den Ella bei der Suche nach einem Job kennenlernt, die beiden kommen schnell gut miteinander aus. Chris stammt ebenfalls aus Australien. Er ist locker und offen, auf Ellas Frage was ihn nach Paris geführt habe antwortet Chris gerade heraus, dass es seine Liebe zu Französinnen gewesen sei. Und eine dieser Französinnen ist eine regelmäßige Kundin im Café, Clotilde. Sie wirkt zunächst unnahbar, doch schnell freunden auch Ella und sie sich an. Als Ella schließlich eine neue Wohnung und einen zweiten Job braucht, ist es Clotilde diejenige die Ella bei sich einziehen lässt und ihren Chef dazu bringt auch Ella einzustellen.

Wenn ihr mich fragt ist „Liebe ist ein Bauchgefühl“ ein sehr schönes Buch für zwischendurch. Es macht Spaß die Protagonistin auf ihrer Reise und bei ihrer Entwicklung zu verfolgen. Vor allem sorgt es aber dafür, dass man sich in Paris verliebt! Während des Lesens habe ich wieder richtig Lust bekommen Französisch zu lernen und wäre selbst gerne ins nächste Flugzeug gesprungen. Wenn ihr also Lust auf eine Geschichte, die in der Stadt der Liebe spielt, habt und euch auch 365 Käsesorten nicht abschrecken, dann schaut euch das Buch ruhig einmal an.
Und damit sage ich Au Revoir!

Veröffentlicht am 27.07.2019

Mal etwas Anderes, aber nicht für jeden das Passende

Ivy und Abe
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vy & Abe von Elizabeth Enfield aus dem Diana Verlag ist ein recht besonderer Liebesroman über eine Liebe auf Umwegen.

Habt ihr euch schon mal gefragt, ob das Schicksal existiert und alles kommt, wie es ...

vy & Abe von Elizabeth Enfield aus dem Diana Verlag ist ein recht besonderer Liebesroman über eine Liebe auf Umwegen.

Habt ihr euch schon mal gefragt, ob das Schicksal existiert und alles kommt, wie es kommen soll? Ob manche Menschen für einander bestimmt sind und sich einfach finden müssen? Oder hattet ihr dieses Gefühlt schon mal selbst?

Denn darum geht es in Ivy & Abe, zwei Menschen die immer wieder vom Leben zusammengeführt und wieder voneinander getrennt werden. Ein Buch der ganz anderen Art, ich wurde immer wieder von den zahlreichen Wendungen überrascht.

An dieser Stelle möchte ich darauf verzichten euch die Handlung zusammenzufassen. Ich denke das ich dadurch zu viele vorwegnehmen würde denn die Art wie die Handlung aufgebaut ist, war für mich das Beste am Buch.

„Ich liebe das Schwimmen“.
Dies ist eines der Dinge bzw. Aussagen, die durch das gesamte Buch hinweg immer wieder deutlich werden. Ivy ist ein liebevoller Mensch mit einer schwierigen Vergangenheit, welche wir mit jeden Buchabschnitt ein bisschen besser kennenlernen dürfen und somit auch mehr Empathie für Ivy und ihre Geschichte entwickeln können.
Abe ist charmant und durchaus liebenswert wodurch es ein leichtes für ihn ist immer wieder, unabhängig von ihrem Alter und den Rahmenbedingungen, Ivys Herz für sich zu gewinnen.
Das sich beide wie die Hälfte eines Ganzen fühlen, sobald sie sich finden, macht ihre Verbindung nur umso logischer und unausweichlicher. Doch das Leben spielt nicht immer so, wie man es sich wünscht, nicht wahr? Den Leser erwarten viele Höhen und Tiefen, aber es bleibt kaum ein Zweifel, dass die Beiden auf die eine oder andere Art füreinander bestimmt sind.

Der Schreibstil selbst hat mir gut gefallen. Es liest sich angenehm, die Szenen sind schön und detailliert beschrieben. Jedoch problematisch für mich persönlich war, dass die Geschichte in mehrere Sektionen unterteilt ist, welche unterschiedlich Zeitabschnitte beschreiben. Einerseits war dieser Aufbau etwas das mir sehr gut gefallen hat, weil es das Buch einzigartig macht und mich zunächst sehr positiv überrascht hat. Andererseits hat es mich auch aus meinem Lesefluss geworfen. Der Leser beginnt sozusagen jedes Mal eine kleine, neue Geschichte, wodurch ich nicht wirklich tief in dem Buch versinken konnte. Dies ist natürlich nur meine eigene persönlich Erfahrung und kann für jemand anderen auch gerade ein Kaufargument sein.

Da es viele kleine Handlungen sind, ist es meiner Meinung nach auch schwierig von einem wirklichen Spannungsbogen zu sprechen, da jeder Abschnitt unterschiedlich lang war und dementsprechend mehr oder weniger Inhalt und Spannung aufwies.
Ich kann allerdings sagen, dass man durchaus weiterlesen möchte, um zu erfahren, was im nächsten Abschnitt passieren wird und wie es ganz am Ende schließlich aus geht.
In den einzelnen Abschnitten sind durchaus auch spannende Wendungen enthalten, je nach Abschnitt natürlich auch wieder mehr oder weniger. Ähnlich sieht es auch mit den Emotionen aus, in manchen Teilen leidet man mit den Protagonisten mit, andere sind eher süß. Was mir persönlich noch gut gefallen hat war, dass das Erste und das letzte Kapitel einen Zusammenhang gebildet haben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mir das Buch ganz gut gefallen hat, vor allem durch seinen besonderen Aufbau und einige überraschende Wendungen. Doch persönlich hat es mich leider auch ziemlich gestört, dass ich nicht wirklich in einen konstanten Lesefluss kam, sondern oft während oder nach dem Kapitel erst einmal eine Pause eingelegt habe, weil man jedes Mal sozusagen eine neue Geschichte begonnen hat, auch wenn die Protagonisten und ihre Vorgeschichte ähnlich waren. Des Weiteren haben sich viele Ereignisse (wenn auch leicht abgewandelt) oft in jeder Geschichte wiederholt, was leider irgendwann auch etwas langweilig wurde.
Ich möchte an dieser Stelle aber nochmal anmerken, dass es jeder unterschiedlich empfinden dürfte und jeder selbst entscheiden sollte, ob ihn Ivy & Abe anspricht. Deswegen möchte ich weder zum Kauf raten noch explizit davon abraten. Ich fände es schön, wenn meine Rezensionen jemanden hilft sich für oder gegen das Buch zu entscheiden. Liebhaber von Liebesromanen, vor allem von solchen die nicht 0815, sondern schon etwas ausgefallener sind, könnten schon mal ein Auge auf das Buch werfen, wenn sie zum Beispiel auch Kurzgeschichten gerne mögen, wer allerdings wirklich an ein Buch gefesselt sein möchte und es gerne an einem Stück liest, wird meiner Erfahrung nach wahrscheinlich nicht so glücklich mit Ivy & Abe.

Veröffentlicht am 12.01.2023

Hat für mich einfach nicht gepasst

Free like the Wind
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Raes Leben ist vor einigen Jahren zerbrochen und seit dem konnte sie es auch nicht mehr richtig zusammensetzen. Alles in ihrem Leben fühlt sich irgendwie falsch an, sodass sie entscheidet, dass es an der ...

Raes Leben ist vor einigen Jahren zerbrochen und seit dem konnte sie es auch nicht mehr richtig zusammensetzen. Alles in ihrem Leben fühlt sich irgendwie falsch an, sodass sie entscheidet, dass es an der Zeit wird, aus ihrer Blase auszubrechen, wenn sie es schaffen möchte, wieder Kontrolle über ihr Leben zu bekommen. Rae entscheidet, dass sie in einen Nationalpark fahren und mit der Natur in Einklang kommen möchte, doch ihre Eltern erlauben ihr nicht alleine zu fahren. So endet sie bei Cayden, den sie eigentlich überhaupt nicht ausstehen kann. Doch da ihr nichts anderes übrig bleibt, stimmt sie zu, mit ihm zu fahren. Unerwarteterweise verstehen sich die beiden besser als gedacht ... und kommen sich außerdem auch näher.

Character (4/10):
Ich bin leider mit den beiden Charakteren nicht wirklich warm geworden. Ich hatte nicht das Gefühl wirklich mit ihnen mitzufiebern und mir hat persönlich auch das Kribbeln gefehlt. Sowohl zwischen den beiden, als auch, dass ich darauf gewartet habe, dass etwas zwischen ihnen passiert. Mir sind die beiden leider einfach nicht ans Herz gewachsen und was ich normalerweise auch gerne mag, ist, wenn wir noch andere Charaktere kennenlernen oder weiter verfolgen können. Das war bedauerlicherweise auch nicht der Fall. Die Protagonisten des ersten Teils sind zwar erneut aufgetaucht, aber waren kaum präsent.

Atmosphere (6/10):
Die Atmosphäre fand ich ehrlicherweise auch nicht ganz überzeugend. Wir haben erneut einen Einblick in den kanadischen Nationalpark, aus dem ersten Band erhalten, was ich auch gut fand. Traurigerweise hat aber viel des Buchs auch nicht dort gespielt.

Writing Style (5/10):
Über den Schreibstil per se möchte ich mich gar nicht beschweren. Dadurch, dass mich persönlich die Geschichte aber einfach nicht abgeholt hat, hat sich das Buch für mich sehr langatmig gelesen.

Plot (4/10):
Wie gerade schon gesagt, konnte mich die Geschichte der beiden nicht wirklich abholen. Ich fand den Inhalt nicht besonders innovativ, was prinzipiell auch nicht schlimm ist, da es nicht unendlich viele neue Ansätze geben kann, aber dadurch, dass ich absolut keinen Zugang zu den Charakteren gefunden habe, konnten mich auch ihre Schicksale einfach nicht richtig berühren.

Intrigue (2/10):
Ich hab das Buch erst vier Monate nachdem ich es begonnen hatte beendet und das auch mehr aus dem Anreiz es dann endlich von meinem Stapel angefangener Bücher zu bekommen ... ich denke mehr brauche ich dazu gar nicht sagen.

Logic (5/10):
Hier habe ich nichts weiter zu beanstanden, deswegen eine neutrale Bewertung für die Logik.

Enjoyment (2/10):
So sehr ich es mir anders gewünscht hätte, aber ich hatte an dem Buch leider nicht wirklich Freude. Mich konnte der erste Band der Reihe ja leider auch schon nicht richtig überzeugen, aber der Zweite war bedauerlicherweise sogar noch weniger mein Fall.

Fazit (4,0/10):
Ich habe in 2022 vier Bücher der Autorin gelesen und werde künftig wohl erstmal nicht mehr nach ihren Büchern greifen. Ich finde es total schade, weil ich ihre Leuchtturm-Trilogie wirklich geliebt habe, aber aus welchen Gründen auch immer holen mich ihre neueren Bücher einfach nicht mehr ab. Persönlich kann ich euch ihre Geschichte dementsprechend traurigerweise nicht ans Herz legen, aber macht euch gerne da ein eigenes Bild - Lest weitere Rezensionen, schaut wie Leute, die einen ähnlichen Geschmack haben wie ihr, die Bücher empfunden haben oder holt euch einfach mal eins ihrer Werke und entscheidet danach, ob mehr von ihr bei euch einziehen soll!

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Veröffentlicht am 09.11.2022

Viele wichtige Themen, die meiner Meinung nach, aber nicht ausreichend bearbeitet wurden ...

The Sky in your Eyes
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Elin ist eine junge Frau, die sich fürs Kochen interessiert und auch wahnsinnig gut darin ist. Doch traut sie sich nicht, zu dieser Leidenschaft zu stehen, denn sie hat Angst, dass sie dann von anderen ...

Elin ist eine junge Frau, die sich fürs Kochen interessiert und auch wahnsinnig gut darin ist. Doch traut sie sich nicht, zu dieser Leidenschaft zu stehen, denn sie hat Angst, dass sie dann von anderen dafür verurteilt werden könnte. Da Elin der Meinung ist, nicht dem Idealgewicht zu entsprechen, hat sie sowieso schon bei allem, was sie tut, das Gefühl bewertet zu werden. Und sie hat Angst davor, dass sie noch stärker verurteilt werden könnte, wenn sie zu dieser Leidenschaft stehen würde. Trotzdem beschließt sie im Geheimen, einen veganen Kochkurs zu machen, bei dem sie zufällig den attraktiven Jón kennenlernt. Die beiden werden zu Kochpartnern und verstehen sich auf Anhieb gut. Doch auch als sich die beiden näher kommen, kann Elin nicht wirklich glauben, dass jemand wie Jón an jemanden wie ihr Interesse haben könnte. Zu tief sitzt das Trauma ihrer letzten Beziehung ...

Character (3/10):
Ich sage es direkt vorab: Das hier wird eine wirklich schwere Rezension für mich. Ich schreibe wirklich nicht gerne negative Rezensionen, da mir durchaus bewusst ist, wie viel Herzblut von allen Beteiligten einfließt. Gleichzeitig kann ich aber natürlich auch nicht lügen. Also beginnen wir mal bei den Charakteren. Elin mochte ich leider nicht wirklich und konnte sie auch nur bedingt nachvollziehen. Als jemand, der selbst mit seinem Gewicht am Hadern ist, müsste Elin für mich ein sehr relatable character sein. Doch das war nicht der Fall. Die Protagonistin hat sich die komplette Zeit gefragt, was andere von ihr denken bzw. hat sich sehr genau überlegt, was das sein könnte. Was ein Stück weit natürlich auch der Fall ist, wenn man mit seinem Selbstbild zu kämpfen hat, aber es ist auch nicht das Einzige, an das man den ganzen Tag denkt. Bei ihr war aber genau das der Fall. Ich hatte das Gefühl, dass sich ihr Leben um gar nichts anderes als dieses Thema dreht. Und selbst wenn wir mal davon ausgehen, dass dies tatsächlich realistisch ist: Es ist einfach zu repetitiv für ein Buch. Ich sage es nicht gerne, aber mich hat das wirklich wahnsinnig genervt, was ich schade finde, denn es ist ein wirklich wichtiges Thema! Deswegen fällt es mir auch schwer, diese Rezension zu schreiben, denn die Themen, die in diesem Buch behandelt werden, sind durchaus wichtige. Aber zurück zu den Charakteren. Jón ist mir persönlich zu flach geblieben. Ich habe das Buch vor knapp drei Wochen gelesen bzw. gehört und ich weiß nichts mehr von seinem Charakter. Das Einzige, an das ich mich noch gut erinnern konnte, ist, dass er mir etwas zu sehr auf sein Aussehen reduziert wurde. Es wurde am laufenden Band davon gesprochen, wie gut er aussieht, aber was sein Charakter zu bieten hat? Keine Ahnung. Er hat Elin unterstützt, was natürlich wichtig in einem Partner ist, ABER ich hatte hier das Gefühl, dass der Protagonist die Protagonistin 'retten' muss. Und es hat mir auch so ein Gefühl gegeben von 'sie zieht ihre Bestätigung aus der neuen Beziehung, aber was ist, sollte das doch irgendwann enden'? Ansonsten erinnere ich mich noch gut an Elins Mutter, die auch ganz schrecklich war. Die Mutter hat sie behandelt, als sei sie noch ein Kind und dann auch noch runtergemacht. Ich verstehe, dass es vielleicht ein bisschen auch zeigen sollte, dass die Mutter unter anderem an ihrer Selbstwahrnehmung schuld ist, aber ich hätte gerne irgendwen von den Charakteren gemocht. Was mir gerade auch noch eingefallen ist, ist, dass ich wieder Probleme mit dem Frauenbild in dem Buch hatte. Denn natürlich gab es in dem Kochkurs die perfekte, durchtrainierte, blonde 'Barbie', die Elin mit missgünstigen Blicken und schnippischen Kommentaren bedacht hat. Warum? Warum brauchen wir immer eine böse Zicke, die wir schlecht dar stehen lassen können? Warum konnte Elin nicht in dem Kochkurs eine Frau kennenlernen, der sie sich anvertrauen kann und die sie mit ihren Problemen und Jón unterstützt? Stattdessen wird hier multipliziert, dass wir Frauen in Konkurrenz zu jeder anderen stehen und uns gegenseitig nichts gönnen können.

Atmosphere (4/10):
Ich bemühe mich, mich beim Rest kürzer zu fassen. Die Atmosphäre war für mich nicht wirklich gegeben. Ich weiß nicht, ob ich es beim Hörbuch unbewusst ausgeblendet habe, aber ich habe nur sehr wenige Island-Beschreibungen im Gedächtnis behalten. Für mich hätte hierauf auch ein bisschen mehr Fokus gelegt werden können.

Writing Style (5/10):
Den Schreibstil bewerte ich neutral. Es war nicht schlecht geschrieben, aber wenn einem die Handlung und Charaktere nicht gefallen, dann kann man, behaupte ich jetzt einfach mal, das Buch im Ganzen einfach schwer genießen.

Plot (2/10):
Ich denke, zur Handlung muss ich eigentlich nicht mehr viel sagen. Sie hat mir leider, leider nicht gefallen. Ich fand den Ansatz wirklich gut und es waren wichtige Themen enthalten, Problem für mich war einfach, dass zu viel gewollt wurde. Das Buch hat sich mit noch einigen anderen Sachen, neben body-positivity, beschäftigt und meiner Meinung nach wurde versucht so viel abzudecken, dass die Themen dann nicht so gut bearbeitet wurden, wie ich mir das gewünscht und die Themen es verdient hätten.

Intrigue (2/10):
Da ich es als Hörbuch nebenbei gehört habe, bin ich in zwei Tagen durch gewesen, aber ich bin mir bedauerlicherweise sicher, dass wenn ich es als physisches Buch gelesen hätte, ich es entweder ewig liegen gelassen oder abgebrochen hätte.

Logic (3/10):
Auch hierzu muss ich wohl nicht viel sagen, es hat für mich zu großen Teilen keinen Sinn ergeben.

Enjoyment (3/10):
Ich fand, wie bereits erwähnt, den Ansatz sehr interessant und empfand die enthaltenen Themen auch sehr wichtig, doch konnte mich die Umsetzung nicht überzeugen, wodurch ich traurigerweise auch nicht viel Freude an dem Buch hatte.

Fazit (3,1/10):
Wie am Anfang bereits gesagt, fällt es mir sehr schwer diese Rezension so ehrlich zu schreiben. Die Autorin hat sich mit wichtigen Themen beschäftigt, was ich sehr gut finde, denn wir brauchen dafür mehr awarness in unserer Gesellschaft. Doch ich persönlich bin mit der Umsetzung und einigen Aspekten der Geschichte einfach nicht klargekommen. Wenn ihr den Rest der Rezension gelesen habt, wisst ihr ja, was ich damit meine. Wie immer möchte ich euch auf jeden Fall dazu anhalten noch andere Rezensionen zu lesen und in euch selbst hineinzuhören, ob euch die angesprochenen Dinge auch stören würden oder nicht. Meine Meinung ist natürlich nicht das Maß aller Dinge. Persönlich kann ich das Buch leider nicht guten Gewissens weiterempfehlen, aber vielleicht möchtet ihr dem Ganzen dennoch eine Chance geben.

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Veröffentlicht am 15.07.2022

Kann ich leider nicht weiterempfehlen ...

Wen immer wir lieben (Immer-Trilogie, Band 1)
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Lina hat ein Prinzip entwickelt. Das Bad Boy Prinzip besagt, dass Bad Boys immer nach denselben zehn Schritten vorgehen. Als sie ihren Freundinnen davon erzählt, wird sie jedoch von diesen ausgelacht. ...

Lina hat ein Prinzip entwickelt. Das Bad Boy Prinzip besagt, dass Bad Boys immer nach denselben zehn Schritten vorgehen. Als sie ihren Freundinnen davon erzählt, wird sie jedoch von diesen ausgelacht. Angestachelt von dieser Reaktion will sie ihren Freundinnen beweisen, dass sie Recht mit ihrem Prinzip hat. Kurzerhand sucht sie sich einen Mann auf Tinder aus, der zufälligerweise gerade auf derselben Party ist wie sie, um an ihm ein Exempel zu statuieren ...

Character (2/10):
Ich kann kaum beschreiben, wie unsympathisch mir Lina war. Es war ehrlich gesagt einfach nur nervig zu lesen, dass sie eine vorgefasst Meinung hatte, von der sie sich einfach nicht abbringen lassen wollte. Ich konnte nicht nachempfinden, warum Ben überhaupt an ihr Interesse hatte, vor allem, nachdem sie sich ihm gegenüber immer wieder sehr uncharmant verhalten hat.

Atmosphere (5/10):
Die Atmosphäre des Buchs habe ich als neutral empfunden. Es war einfach eine Geschichte, die im Alltag der beiden gespielt hat.

Writing Style (5/10):
Auch der Schreibstil war für mich vollkommen in Ordnung, konnte mich andererseits aber auch nicht positiv überraschen.

Plot (3/10):
Wie schon die Charaktere fand ich auch die Handlung eher fragwürdig. Ich fand die Idee hinter dem Buch ganz lustig, aber die Umsetzung dann leider eher belastend. Wie schon erwähnt, hatte die Protagonistin einen festen Standpunkt, von dem sie den Großteil der Geschichte auch nicht abgewichen ist. Sie wollte so unbedingt beweisen, dass sie Recht mit Ben hat, dass sie sich gar nicht erst die Mühe gemacht hat, ihn wirklich kennenzulernen. Warum er sich das so lange gefallen hat lassen, wurde mir bis zum Schluss nicht klar.

Intrigue (2/10):
Wie ihr euch nach der bisherigen Rezension vorstellen könnt, war die Geschichte für mich bedauerlicherweise nicht besonders packend. Ich habe es fertig gelesen, weil ich gehofft hatte, dass es noch besser wird, aber es konnte mich bis zum Schluss nicht überzeugen.

Logic (2/10):
Ich denke, dazu muss ich auch nicht viel sagen. Für mich war die Handlung traurigerweise nicht nachvollziehbar.

Enjyoment (1/10):
Und auch dazu bleibt mir nicht viel zu sagen. Ich hatte wirklich auf eine lustige, leichte Geschichte gehofft, doch sie konnte mich nicht überzeugen.

Fazit (2,9/10):
Persönlich kann ich das Buch bedauerlicherweise nicht weiterempfehlen. Da ich bereits erörtert habe warum, würde ich es an dieser Stelle kurz halten und nicht nochmal erneut darauf eingehen. Wenn andere Leser:innen daran Spaß hatten, freut mich das natürlich aber!

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