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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.07.2018

nur für harte Fans der Serie

Der Piratenfürst
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Der Piratenfürst ist anfangs noch schwächer als der handlungsmäße direkte Vorgänger Bruderkampf, was man nicht für möglich halten sollte. Stil und erzeugte Stimmung sind verhalten, teils sehr schlicht ...

Der Piratenfürst ist anfangs noch schwächer als der handlungsmäße direkte Vorgänger Bruderkampf, was man nicht für möglich halten sollte. Stil und erzeugte Stimmung sind verhalten, teils sehr schlicht und in der Figurenentwicklung passiert nicht viel. Es fällt schwer, für Captain Richard Bolitho viele Sympathien zu haben und seine Mannschaft wird nur unzureichend charakterisiert, die meisten Figuren bleiben so blass wie Alexander Kents Sprache.
Interessantes findet man erst später im Roman, als die Handlung dichter wird, Captain und Mannschaft näher zusammenrücken und gefährliche Situationen zu überstehen sind. Auch einige Detailbeschreibungen sind dann nicht schlecht gemacht. Aber dieser Teil bleibt letztlich doch wohl nur für harte Fans der Serie genießbar.

Veröffentlicht am 08.07.2018

Ohne literarische Qualitäten

Familienbande
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Bei Familienbande funktionierte die Vermarktung über Cover und Klappentext, das Buch selbst jedoch nicht. Der Inhalt ist letztlich wenig originell, es wird auch schnell langweilig. Problematisch ist dabei ...

Bei Familienbande funktionierte die Vermarktung über Cover und Klappentext, das Buch selbst jedoch nicht. Der Inhalt ist letztlich wenig originell, es wird auch schnell langweilig. Problematisch ist dabei der konventionelle Stil des Autors.
Die Figuren sind auch nichtssagend, der Privatdetektiv Luka Ascher nur ein wandelndes Klischee. Und ausgerechnet über ihn als Icherzähler läuft die Erzählperspektive. Aber immerhin ist seine lockere Art angenehm.
Dennoch fällt die Trivialität der Figurenentwicklung besonders bei den Nebenfiguren deutlich auf.

Der Roman ist 08/15 und ich finde kein Argument dafür, warum man ausgerechnet diesen Krimi lesen sollte.

Veröffentlicht am 06.07.2018

Fallstudie

Die Liebe kennt keine Zeit
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Durch Cover und Titel könnte man denken, das Buch wäre ein Roman, aber es ist ein esoterisches Sachbuch. Die Geschichte von Elizabeth und Pedro wird nur als Fallstudie anhand von Therapiesitzungen geschildert.

Wenn ...

Durch Cover und Titel könnte man denken, das Buch wäre ein Roman, aber es ist ein esoterisches Sachbuch. Die Geschichte von Elizabeth und Pedro wird nur als Fallstudie anhand von Therapiesitzungen geschildert.

Wenn man fest an Reinkarnation, Seelenwanderung und die heilende Therapie von Rückführungen glaubt, ist dieses Buch sicher eins, dass die Erwartungen erfüllt. Vielleicht ist bei Esoterikbüchern der Glaube auch eher ein Wünschen. Kritische Punkte von uns Skeptikern gibt es, z.B. die Frage der Wahrscheinlichkeit.
Brian L. Weiss ist als Anbieter dieser Rückführungstherapien erfolgreich, mit dem Erfolg seiner Bücher kann er auch zufrieden sein. Den literarischen Gehalt des Buches “Die Liebe kennt keine Zeit” würde ich nicht als hoch einschätzen. Es ist kein Roman, auch keine erzählende Biographie. Im Mittelpunkt stehen die Therapiesitzungen, bei denen Pedro und Elizabeth sich unter Hypnose ihrer diversen Widergeburten besinnen. Da wechseln auch die Geschlechter und oft sind sie besondere Menschen. Wunsch oder Fakt? Dass diese beiden Patienten dann auch noch eine gemeinsame Liebesgeschichte in ihren vergangenen Leben hatten, kommt mir als ein großer Zufall vor. Zu groß als das es wahrscheinlich ist.

Elisabeth und Pedro begegnen sich erst sehr spät im Buch und dann geht ihre Geschichte letztlich in den Passagen unter, in der der Autor sich selbst und seine Erfolge preist.

Aufgemotzt wird das buch durch zahlreiche, zum Teil umfangreiche Zitate, von Ghandi, Leonardo da Vinci, Voltaire etc., jeweils eins vor jedem Kapitel. Das halte ich für übertrieben.

Das Buch wurde 1997 zuerst veröffentlicht. Eigentlich erstaunlich, dass es jetzt wiederveröffentlicht wurde. Die Thesen von Brian L. Weiss sind seitdem nicht anerkannter und die Reinkarnationstherapie halten viele für riskant und gefährlich für die Patienten. Sicher zu Recht!
Ich hoffe, dass nicht zu viele Leser etwas anderes erwarten.

Veröffentlicht am 03.07.2018

Hörbuch-Rezension

Dream Maker - Sehnsucht
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Das Hörbuch enthält die ungekürzte Lesung mit Sven Macht (er spricht den Hauptdarsteller) und Alicia Hofer (sie spricht erst ab Track 59 nur wenig Text in der Rolle der Skylar Page).
Im Mittelpunkt steht ...

Das Hörbuch enthält die ungekürzte Lesung mit Sven Macht (er spricht den Hauptdarsteller) und Alicia Hofer (sie spricht erst ab Track 59 nur wenig Text in der Rolle der Skylar Page).
Im Mittelpunkt steht die Company International Guy, die seit 5 Jahren im Geschäft ist.
Parker Ellis, Erzähler des Romans, ist der Chef und der Dreammaker, Bo ist der Lovemaker, Royce der Moneymaker. Den 3 geht es nur um Frauen, Geld, Macht.
Zu beginn erfährt man viel von Parkers Jugend und Beginn, bis er sein Geschäft aufbaut.
Die drei Männer sind im Prinzip gewiefte Berater auf hohen Niveau, manchmal sind sie fast männliche Edelhuren. Zusätzlich bringen sie ihre Klientinnen, alles Frauen in Machtpositionen, auf Vordermann. Ich empfinde das als unrealistisch. Bo und Royce spielen kaum eine Rolle, Parker steht durchgehend im Mittelpunkt.

Ihre neueste Kundin ist die reiche Sophie in Paris. Sie soll als Geschäftsführerin besser aufgebaut werden.
Parker ist von ihr sofort total aufgegeilt und beginnt bald eine Beziehung mit ihr.

Wie Sophie charakterisiert wird, verwundert mich. Sie wirkt einfach nicht glaubhaft.

Die nächste Kundin wird eine bekannte Schauspielerin in der Krise. Hier wird es intensiver und auch langsam besser.
Die späteren wenigen Szenen, die aus der Perspektive von Skylar “Birdy” Page geschildert sind, gefallen mir besser als die mit Parker. (Mich wundert aber die Unausgewogenheit der Sprecher).
Wobei die paar Passagen mit Wendy, der Assistentin der International Guy, auch ganz amüsant sind.

Schließlich kommt die nächste Kundin in Kopenhagen, eine Prinzessin. Stöhn!

Ich gehöre nicht unbedingt zu der Zielgruppe des Romans, aber dennoch kann ich neutral sagen, dass das Buch wirklich primitiv geschrieben ist. Mich irritiert auch die Selbstgerechtigkeit des Machos Parkers. Dann ist das Buch auch zu lang, die dünne Story trägt diese Länge nicht.

Der Roman ist sehr amerikanisch, wird vermutlich sehr erfolgreich und zeigt damit letztlich den kulturellen Niedergang der USA.

Veröffentlicht am 24.06.2018

zerfasert

Fake
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Von Anfang an besticht James Rayburn durch sein Talent, äußerst lebendige Szenen zu schreiben und Spannung aufzubauen.

Seit 4 Jahren schon ist Catherine Finch, die amerikanische Ärztin, in Syrien von ...

Von Anfang an besticht James Rayburn durch sein Talent, äußerst lebendige Szenen zu schreiben und Spannung aufzubauen.

Seit 4 Jahren schon ist Catherine Finch, die amerikanische Ärztin, in Syrien von der IS gefangen. Ein schreckliches Schicksal! Jetzt steht die Chance an, freigelassen zu werden.
Aber dann wird sie bei einem Drohnenangriff getötet. Aber stimmt das wirklich? Als Leser fragt man sich bei einem so raffinierten Politthriller natürlich, was ist Sein, was Schein?
Der Autor lässt es sich auch nicht nehmen, die Schwächen seiner Figuren zu zeigen, z.B. Catherines Ehemann Richard nutzt die Entführung aus, um sich zu bereichern.

Tragende Rollen spielen weitere Figuren, wie z.B. der Ex-CIA Pete Town und seine Frau Ann, dann noch Kip Littlefield, Dudley Morse etc.
Mich störte es ein wenig, das es so viele Figuren gab, die meisten aber durchschnittlich und eindimensional wirkten. Dennoch sind sie wohl nicht so unrealistisch.

Es ist ein harter, moderner Politthriller, der darunter leidet, dass er mit der Zeit in der Handlung zu sehr zerfasert und nicht vorankommt. Als Leser fühlt man sich schließlich frustriert und auch enttäuscht.
Mir persönlich hat auch das Ende nicht gefallen und ich habe die Erkenntnisse, dass mir so reißerische, moderne Thriller zu unmenschlich sind.