Cover-Bild Black Sun

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15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Lübbe
  • Themenbereich: Belletristik - Thriller: Spionage
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 432
  • Ersterscheinung: 30.10.2020
  • ISBN: 9783404183371
Owen Matthews

Black Sun

Thriller
Michael Krug (Übersetzer)

Sowjetunion, 1961: Major Alexander Vasin, Agent des KGB, wird mit einem Spezialauftrag in die isolierte Stadt Arsamas-16 geschickt. Er soll dort den mysteriösen Tod des jungen Physikers Fyodor Petrov untersuchen. In Arsamas-16 herrscht höchste Geheimhaltungsstufe, denn dort wird gerade die Testzündung der größten Wasserstoffbombe der Welt vorbereitet. Bei seinen Ermittlungen stößt Vasin auf eine Wand des Schweigens. Was versuchen die Forscher zu verbergen?

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.11.2020

Sozialkritischer Kriminalroman, der ein gutes Stück sowjetische Geschichte aufgreift

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Der Thriller „Black Sun“ spielt 1961 in der ehemaligen Sowjetunion. Der Protagonist Major Alexander Wassin ist Agent des KGBs. Er hat den speziellen Auftrag erhalten, den mysteriösen Selbstmord eines jungen ...

Der Thriller „Black Sun“ spielt 1961 in der ehemaligen Sowjetunion. Der Protagonist Major Alexander Wassin ist Agent des KGBs. Er hat den speziellen Auftrag erhalten, den mysteriösen Selbstmord eines jungen Physikers namens Petrov zu untersuchen. Dabei muss sich Wassin in die geheim gehaltene und isolierte Stadt Arsamas-16 begeben. In Arsamas-16 plant man grauenvolle Dinge. Dort herrscht höchste Geheimstufe, denn dort bereitet man die große Testzündung der größten Wasserstoffbombe der Welt vor. Dieser Bombe wird später der Name der „Zar Bombe“ zugesprochen. Bei seinen Ermittlungen merkt Wassin, dass er sich auf die Hilfe der Forscher und Ansässigen nicht verlassen kann. Eine Wand des Schweigens entsteht und Wassin geht davon aus, dass Petrov doch keinen Selbstmord begangen hat.

Ich finde schön, dass dieser Thriller auf wahren Begebenheiten beruht. Der Autor erklärt die damaligen Umstände auf den letzten Seiten. Somit war ich sehr gespannt, wie er dieses gute Stück der Geschichte der Sowjetunion aufgreift. Das Buch beginnt mit der Ankunft von Wassin in der isolierten Stadt. Schnell kommt eine recht beklemmende Stimmung auf, da das Gefühl von ständiger Kontrolle und Beobachtung auftaucht. Wassim muss sich vorsichtig bewegen und nicht zu viel Aufsehen erregen. Das Setting wird durch den Autor wunderbar dargestellt. Man kann sich Arsanas-16 und die Menschen vor Ort gut vorstellen. Sie sind Marionetten des Regimes, die kaum Freiheiten haben. Je mehr Wassim ermittelt, desto gefährlicher wird es für ihn. Und das spürt man beim Lesen. Wassin als Person weist zwiespältige Charaktereigenschaften auf. Er ist ein Sinnbild der Gerechtigkeit und Wahrheit, verfällt jedoch in manchen Teilen seines Lebens in Untreue und Verrat. Deswegen konnte ich nach dem Ende des Buches ihn immer noch nicht durchschauen. Da freue ich mich auf die weiteren Bände, um Wassim als KGB-Agenten besser kennenzulernen. Dem Buch wird das Genre „Thriller“ zugesprochen. Für mich ist diese Kategorisierung fehl am Platz. Der Begriff des „Kriminalromans“ wäre meiner Ansicht nach passender. Es fehlten mir viel zu viele Merkmale, die einen Thriller ausmachen. Dazu gehören: unvorhersehbare Wendungen, rasanter Handlungsverlauf (…). Insgesamt hat der Autor einen flüssigen Schreibstil, entwirft jedoch an manchen Stellen zu lange Kapitel, die sich ziehen.
Dieses Buch wird für viele Leser keine leichte Lektüre sein, da es sehr komplex ist. Man muss sich viele Personen, zwischenmenschliche Beziehungsgeflechte, Motive und Rahmeninformationen merken, um am Ende von diesem Buch überzeugt zu sein. In diesem Fall muss man sich auf die sowjetische Geschichte einlassen können, sonst wird einem das Buch nicht gefallen.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Ich konnte mich in die Geschichte und das sowjetische Setting hineinversetzen, da es gut skizziert wird. Das Buch ist sozialkritisch und übt starke Kritik an den atomaren Aufrüstungen aus.

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Veröffentlicht am 17.11.2020

Marionetten

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„Dieser Ort hier ist nicht wie andere Orte. Er ist kein Ort, an dem Sie je gewesen sind.“ [28]
Trotzdem sollten die Leserinnen sich an diesen Ort entführen lassen und mit Wassin gemeinsam ermitteln. Zum ...

„Dieser Ort hier ist nicht wie andere Orte. Er ist kein Ort, an dem Sie je gewesen sind.“ [28]
Trotzdem sollten die Leserinnen sich an diesen Ort entführen lassen und mit Wassin gemeinsam ermitteln. Zum einen liegt dies an den Anmerkungen des Autors, die sehr informativ sind und klarstellen, dass „Black Sun“ auf einer wahren Geschichte beruht. Mit diesen Informationen wirkt der Thriller ganz anders.
„Aber Wassin wusste, dass Tote sehr wohl Geschichten erzählen konnten. Und im Gegensatz zu den Lebenden logen sie selten.“ [36 f.]
Der Schreibstil gefällt mir. Man spürt die vorherrschende Atmosphäre der damaligen Zeit, die ständige Angst, Bedrohung und Erpressung. Die Überwachung macht vor keinem halt und viele Akteure sind lediglich Marionetten in einem großen Spiel mit gigantischem Ausmaß.
„Sie sind ein Primat, der in einem wissenschaftlichen Labor herumtölpelt. Sie sind genauso ahnungslos wie die Soldaten und Politiker, die den ganzen Ort hier leiten. Die haben genauso wenig Ahnung davon, womit sie es zu tun haben. Die Wissenschaft wird ein anderes Land schmieden.“ [177]
Der Protagonist Major Alexander Wassin ermittelt in einem Mordfall in der geheimen Stadt Arsamas-16. Dies ist wenig spektakulär. Auch hat man den Eindruck, dass die Figur etwas blass bleibt und nicht genügend Tiefe gewinnen kann. So wie Wassin bei den anderen Charakteren außen vorbleibt, so ist und bleibt einem Wassin fremd. Die Leser
innen bleiben bei der Geschichte distanziert. Und deshalb ist für „Black Sun“ von Owen Matthews das Potential noch nicht ausgeschöpft.

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Veröffentlicht am 14.11.2020

Sowjetthriller in der Hochzeit des Kalten Krieges

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1961: In Kürze soll in der Sowjetunion die stärkste Wasserstoffbombe der Welt gezündet werden, um so die Vormachtstellung des Landes zu demonstrieren. Da passt es überhaupt nicht, dass 10 Tage vor diesem ...

1961: In Kürze soll in der Sowjetunion die stärkste Wasserstoffbombe der Welt gezündet werden, um so die Vormachtstellung des Landes zu demonstrieren. Da passt es überhaupt nicht, dass 10 Tage vor diesem Ereignis einer der maßgeblichen Physiker in der Geheimstadt Arsamas-16 tot aufgefunden wird. 'Selbstmord' wird nach Moskau gemeldet, doch der KGB hat seine Zweifel und schickt Major Alexander Wassin in die geheime Stadt, dem schnell klar wird, dass hier Manches nicht stimmt.
Der Hintergrund dieses Thrillers beruht auf tatsächlichen Begebenheiten, die der Autor am Ende auf rund acht Seiten vergleichsweise ausführlich erläutert. Dies ist einer der Hauptgründe, weshalb dieses Buch durchaus lesenswert ist, denn die eigentliche Mordermittlung kommt eher trivial daher. Zwar ist die Todesart (Vergiftung mit Thallium) ungewöhnlich erschreckend beschrieben, aber die Suche nach dem oder der Schuldigen bleibt deutlich dahinter zurück.
Was mich mit der Geschichte größtenteils wieder versöhnte, ist die Darstellung des Umfeldes jener Zeit in Arsamas-16. Sie zeigt auf erschreckende Weise eine Gesellschaft, in der Jeder jederzeit damit rechnen muss, überwacht zu werden. Obwohl Stalin bereits Jahre zuvor verstorben ist, herrscht noch immer reine Willkür und wer das Pech hat in Ungnade gefallen zu sein, landet im besten Fall in einem der berüchtigten Straflager. Doch die Hauptfigur Major Wassin ist ein Idealist und glaubt wider besseren Wissens an die Gerechtigkeit und eine bessere Gesellschaft. Er ermittelt trotz aller Hindernisse, die sich ihm in den Weg stellen, im Auftrag der Wahrheit und Gerechtigkeit.
So richtig überzeugend wirkte insbesondere die Hauptfigur Wassin nicht auf mich. Seine wiederkehrenden Überlegungen, die teils fast philosophisch anmuten, wirken in der Art des Ausdruckes unglaubwürdig, was jedoch an der Übersetzung liegen kann. Denn ich bin auch über einige Stilblüten gestolpert wie beispielsweise "Anscheinend hütete Wassins Frau die Zunge nach wie vor."
Es bleibt also Luft nach oben - mal schauen, wie sich die nächsten beiden Teile entwickeln werden.

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Veröffentlicht am 25.10.2020

Mittelmäßiger Thriller um ein spannendes Thema

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Oktober 1961: nur wenige Tage bevor ein heikler Nukleartest ausgeführt werden kann, wird einer der wichtigsten Mitarbeiter ermordet. Major Wassin wird in die abgeschottete Stadt Arsamas gesandt um zu ermitteln. ...

Oktober 1961: nur wenige Tage bevor ein heikler Nukleartest ausgeführt werden kann, wird einer der wichtigsten Mitarbeiter ermordet. Major Wassin wird in die abgeschottete Stadt Arsamas gesandt um zu ermitteln. Ihm sitzen dabei nicht nur seine Vorgesetzen im Nacken, sondern auch die Zeit; denn der Testlauf könnte noch viel größere Konsequenzen haben, als allgemein vermutet.

Matthews‘ Thriller lässt die Zeit des Kalten Krieges und des relativ ungehemmten Umgangs mit Atomwaffen wieder aufleben. Sein Roman basiert auf einer wahren Geschichte, und zeigt wie unbedacht - trotz aller beteiligten klugen Köpfe – mit dieser Technik umgegangen wurde. Wassins Auftrag ist also in mehr als einer Hinsicht gefährlich, leider wird diese Gefahr nie so richtig greifbar an den Leser weitergegeben. Zwar ist das Geschehen spannend, aber die Handlung liest sich doch eher nüchtern und z.T. etwas fade. Wassin bleibt einem die ganze Zeit fremd, sein Handeln ist nicht immer nachvollziehbar; gleiches gilt auch für die meisten Nebenfiguren. Ich fand die Thematik des Thrillers gerade vor dem realen Hintergrund wirklich interessant, aber die Umsetzung hat mir nicht so recht gefallen wollen. „Black Sun“ ist der Auftakt zu einer Trilogie rund um Wassin, für mich muss der Autor allerdings noch eine Schippe drauflegen, um mich für die anderen Bände zu begeistern.

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