Cover-Bild Dr. No
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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser, Carl
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 19.08.2025
  • ISBN: 9783446284173
Percival Everett

Dr. No

Roman
Nikolaus Stingl (Übersetzer)

Nach dem Welterfolg von »James« der neue Roman von Pulitzer-Preisträger Percival Everett – ein satirischer Seitenhieb auf die USA und ihre seltsamen Milliardäre

Ein brillantes Kabinettstück mit Schurken à la James Bond: Dr. No ist ein renommierter Professor für Mathematik an der Brown University, Experte für das Nichts. Das macht ihn zum perfekten Berater für den Schwarzen Milliardär John Sill. Dieser will einen in Fort Knox bewahrten Schuhkarton knacken, in dem sich angeblich »nichts« befindet. Denn wer das Nichts kontrolliert, soll die Weltherrschaft an sich reißen können – und Sill sinnt wegen der jahrhundertelangen Ungerechtigkeit der Weißen auf Rache. Percival Everett hat einen hinreißenden Spionageroman und einen satirischen Seitenhieb auf Ethnie und Macht in den USA geschrieben.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.08.2025

Nichts ist unmöglich

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Walas zurückgezogenes Professorenleben wird ganz schön aufgerüttelt, als ihm Superschurke Sill ein äußerst großzügiges Honorar für seine Expertise anbietet. Wala ist nämlich die Koryphäe, wenn es um das ...

Walas zurückgezogenes Professorenleben wird ganz schön aufgerüttelt, als ihm Superschurke Sill ein äußerst großzügiges Honorar für seine Expertise anbietet. Wala ist nämlich die Koryphäe, wenn es um das Nichts geht, in all seinen Facetten, seit Jahren befasst er sich mit nichts. Und diesem Nichts wohnt große Macht inne, mit der Sill alles erreichen könnte. Wie die Weltherrschaft zum Beispiel.

„Ich muss dir sagen, dass ich dieses ganze Gerede von nichts verwirrend finde“
Ich muss zugeben, zwischendrin wollte ich da der Protagonistin Eigen aus tiefstem Herzen einfach nur zustimmen. Everett spielt mit dem Begriff, gibt ihm eine neue Definition (oder eine, die er schon immer hatte?), wirft mit alltäglichen Floskeln um sich und verkehrt deren Bedeutung. Man muss diesem Gedankengang konzentriert folgen können, sonst verheddert man sich endlos. Aber dann… dann wird man belohnt. Dr. No ist eine außergewöhnliche Geschichte, die zwar wirklich die klassischen Elemente eines Spionageromans hat, diesen aber ganz neu interpretiert. Neben der erwarteten Spannung wird es sehr absurd, philosophisch, gesellschaftskritisch und natürlich bleibt der ein oder andere Ausflug in die höhere Mathematik nicht aus. Witzig ist das Ganze noch obendrein. Das klingt nach einem wilden unverständlichen Sammelsurium, doch der Autor vereint all diese Elemente gefühlt mühelos. Mit Wala hat er zudem einen seltsamen, aber auch liebenswerten Protagonisten erschaffen, dem man sehr gerne über die Seiten folgt. Er ist einerseits hochspezialisiert, andererseits aber auch etwas naiv und weltfremd. Seine engste Beziehung pflegt er beispielsweise zu Hund Trigo. Ich mochte ihn trotzdem sofort.
Dr. No ist kein einfacher Roman zum Weglesen, aber wer sich auf ihn einlässt, der wird ein paar wunderbare Lesestunden mit ihm verbringen. Klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Völlig abgefahrene Geschichte

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Percival Everett präsentiert in seinem neuen Roman ‘Dr. No‘ eine völlig abgefahrene Geschichte mit anspruchsvollem Hintergrund. Mathematisch-physikalische Erkenntnisse vermischt er gekonnt mit philosophischen ...

Percival Everett präsentiert in seinem neuen Roman ‘Dr. No‘ eine völlig abgefahrene Geschichte mit anspruchsvollem Hintergrund. Mathematisch-physikalische Erkenntnisse vermischt er gekonnt mit philosophischen Ansätzen, um gesellschaftspolitische Strömungen in seiner Heimat den USA genauer unter die Lupe zu nehmen. Bei all der vorherrschenden Slapstick, er bedient sich der Strukturen aus ‘Big Bang Theory‘ oder ‘James Bond‘, sind die angesprochenen Themen wie Rassenhass, Sozialkritik und gesellschaftliche Notstände ernstzunehmende Tatsachen, die das Alltagsbild in den Vereinigten Staaten von Amerika prägen. Indem er fundierte Ansätze der Schrödinger Gleichung in Szene setzt, Theorien der Quantenfluktuation geschickt platziert und diese zu einem philosophischen Nichts vereint, schafft er Raum für Spekulationen, Gedanken, die in unvorhersehbare Richtungen driften können. Seine Dialoge sprühen vor trockener Heiterkeit. Ganz nebenbei wird nichts in seiner Mehrdeutigkeit immer wieder beleuchtet, in den Mittelpunkt brillanter Formulierungen gestellt.
Dr. No, alias Wala Kitu – eine ausführliche Erklärung zur Herkunft und Bedeutung des Namens liefert der Roman, ist ein begnadeter Mathematikprofessor, der sich ganz gut in Teilgebieten der Physik, zu meiner großen Freude, auskennt, was bei seinem Forschungsprojekt über das Nichts vorteilhaft erscheint. Gemeinsam mit seiner ebenso talentierten Kollegin Eigen Vector, die ebenso wie Dr. No in eingeschränkter Interaktion und Kommunikation lebt, wird er in die kriminellen Machenschaften des Milliardärs John Sill verwickelt, der nach dem Besitz des alles beherrschenden Nichts strebt, welches die US-Regierung sicher verwahrt.
Percival Everett ist mit dieser Geschichte ein genialer Schelmenstreich gelungen, für den man sich etwas Zeit zum Genießen nehmen sollte.

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Veröffentlicht am 16.08.2025

Etwas absurd und gleichzeitig ein kritischer Blick auf die Gesellschaft

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„Dr. No“ ist ein unterhaltsamer Roman des US-amerikanischen Autors Percival Everett mit philosophischen Zügen.

Der Mathematikprofessor Dr. No - eigentlich heißt er Wala (Tagalog für nichts) Kitu (Swahili ...

„Dr. No“ ist ein unterhaltsamer Roman des US-amerikanischen Autors Percival Everett mit philosophischen Zügen.

Der Mathematikprofessor Dr. No - eigentlich heißt er Wala (Tagalog für nichts) Kitu (Swahili für nichts) – hat sich auf das Nichts spezialisiert. Der schwarze Milliardär John Sill will mit seiner Hilfe die Weltherrschaft an sich reißen, in dem er einen in Fort Knox aufbewahrten Schuhkarton mit nichts an sich bringen will.

Der Schreibstil von Percival Everett lässt sich angenehm lesen, ist durch die Dialoge sehr lebendig aber auch sehr dicht. Es gibt zahlreiche Anspielungen auf James Bond, andere Filme und Bücher, die bei mir für ein besonderes Lesevergnügen gesorgt haben, obwohl ich befürchte, dass ich längst nicht alle Hinweise entdeckt habe.

Das Handlung ist ein wenig absurd, so viel Wörter und Seiten über nichts, das muss man auch erst einmal hinbekommen. Gleichzeitig ist das Buch aber auch gesellschaftskritisch, aktuell und philosophisch.

Obwohl das Buch gerade einmal 320 Seiten umfasst, habe ich zum Lesen recht viel Zeit benötigt, da ich mir die Anspielungen, Wortspiele, philosophischen und mathematischen Verknüpfungen erst einmal durch den Kopf gehen lassen musst. Mir hat diese Kombination sowie die kritischen und humorvollen Untertönen sehr gut gefallen und ich bin schon sehr gespannt auf weitere Bücher des Autors.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Zwischen Bond-Parodie und philosophischem Nichts

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Im Mittelpunkt steht Wala Kitu, Professor für Mathematik an der Brown University. Sein Spezialgebiet: Das Nichts. Sein Name bedeutet ebenfalls nichts – gleich zweimal –, und doch ist er alles andere als ...

Im Mittelpunkt steht Wala Kitu, Professor für Mathematik an der Brown University. Sein Spezialgebiet: Das Nichts. Sein Name bedeutet ebenfalls nichts – gleich zweimal –, und doch ist er alles andere als leer. Everett macht aus dieser Grundidee ein brillantes Spiel mit Bedeutungen, Wortwitz und Absurdität.

Eines Tages tritt John Milton Bradley oder auch Sill genannt in Wala Kitus Leben, ein selbsternannter Superschurke mit Milliarden auf dem Konto und einer Obsession für Bond-Bösewichte. Sein Ziel: Fort Knox ausrauben, allerdings nicht um Gold zu erbeuten, sondern um das „Nichts“ in seine Gewalt zu bringen. Schon diese Prämisse klingt verrückt – und genau so liest sich der Roman: überdreht, clever, komisch.

Natürlich bleibt Wala nicht allein. Seine Kollegin Eigen Vector (schon der Name ist ein Geniestreich) und sein Hund Trigo begleiten ihn durch ein Abenteuer voller U-Boote, Geheimagenten mit skurrilen Namen, geheime Satelliten und klassischer Schurkenverstecke mit Haifischbecken. Dabei bleibt Everett seiner satirischen Linie treu: er überzeichnet, er übertreibt, aber er regt auch zum Nachdenken an.

Was mich besonders begeistert hat, ist die Art, wie Everett Mathematik, Sprachwitz und Gesellschaftskritik miteinander verbindet.

Für mich war Dr. No eine wilde, absurde und gleichzeitig tiefgründige Leseerfahrung. Nicht jede Pointe zündet vielleicht bei jedem Leser, aber wer Freude an Sprachspielen, Parodie und bissiger Gesellschaftssatire hat, wird sich köstlich amüsieren. Ich jedenfalls habe jede Seite genossen.

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Interessante Sicht auf Nichts

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Wala Kitu, dessen Name „Nichts Nichts“ bedeutet, ist ein theoretischer Mathematiker, der das Nichts zu seinem Studienfach und paradoxerweise zu seiner Spezialisierung gemacht hat und hier auf John Milton ...



Wala Kitu, dessen Name „Nichts Nichts“ bedeutet, ist ein theoretischer Mathematiker, der das Nichts zu seinem Studienfach und paradoxerweise zu seiner Spezialisierung gemacht hat und hier auf John Milton Bradley Sills, einen Milliardär trifft, der gewillt ist ihm eine unglaubliche Summe dafür zuzahlen, das Nichts zu finden um es dann als Waffe gegen die Vereinigten Staaten einsetzen zu können.

Der Titel allein lässt einen gleich mal an James Bond und Dr. No denken – was ja vielleicht auch gewollt ist, denn eben dieser Dr. No wollte die Weltherrschaft übernehmen. Doch dieses Buch hier ist eher eine beißende Satire gegenüber dem bekannten Spionageroman und ein Mix aus Tragik und Komik über das Thema Nichts. Und dieses Nichts-Thema wird dann bis zum Absurden geführt und zeigt aber auch wie viel Realität darin steckt - denn Geld regiert die Welt.

Auf grotesk-aberwitzige Weise übt der Autor hier Sozialkritik und parodiert die Verhältnisse der Macht, die durch Geld bestimmt werden. Aber auch den noch immer existierenden Rassismus prangert er dabei sehr subtil an. Alles in allem eine Roman, der aktueller nicht sein könnte – sehr empfehlenswert.