Cover-Bild Der Gesang der Berge
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Insel Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Sonstiges
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 10.10.2021
  • ISBN: 9783458770657
Quế Mai Phan Nguyễn, Nguyễn Phan Quế Mai

Der Gesang der Berge

Roman
Claudia Feldmann (Übersetzer)

Der internationale Bestseller
Dayton Literary Peace Prize 2021

»Der Gesang der Berge ist ein Meisterstück der Hoffnung, eine entschlossene Erkundung der Vergangenheit mit dem erzählerischen Mut der Gegenwart.« Ocean Vuong

Huʾoʾng wächst bei ihrer Großmutter auf, mitten im vom Krieg gebeutelten Hanoi der frühen 1970er Jahre. Der Vater ist auf den Schlachtfeldern verschollen, ihre Mutter folgte ihm in der Hoffnung, ihn zu finden. Und die Großmutter erzählt Huʾoʾng an den vielen langen Abenden die Geschichte ihrer Familie, eine Geschichte, die in Frieden und Wohlstand ihren Anfang nimmt, aber im Zuge fremder Besatzung, Landreform und Krieg eine Geschichte von Vertreibung, Flucht und unsäglichem Leid wurde. Doch die Frauen ihrer Familie sind stark und entschlossen, dem Schicksal eine lebenswerte Zukunft abzutrotzen.

Ein Familienepos, das ein ganzes Jahrhundert atmet, die bildgewaltige Geschichte eines leidgeprüften Volkes, ein beeindruckender historischer Roman, erzählt von einer vietnamesischen Autorin – so hat man von Vietnam im zwanzigsten Jahrhundert noch nicht gelesen.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.10.2021

Authentische und emotionale Familiengeschichte in Vietnam

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In "Der Gesang der Berge" nimmt uns Nguyễn Phan Quế Mai mit auf eine Reise nach Vietnam und beleuchtet fast 100 Jahre Landesgeschichte in Form einer atemberaubenden und authentischen Familiengeschichte.

Der ...

In "Der Gesang der Berge" nimmt uns Nguyễn Phan Quế Mai mit auf eine Reise nach Vietnam und beleuchtet fast 100 Jahre Landesgeschichte in Form einer atemberaubenden und authentischen Familiengeschichte.

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. Zunächst begleiten wir die junge Frau Dieu Lan in den 1940ern und 1950ern im Norden Landes, wo auf eine Hungersnot die Landreform und damit auch die Machtübernahme der Kommunisten folgt. Dieu Lan stammt aus einem wohlhabenden Haus und verliert schon bald alles, wofür ihre Familie, ihr Mann und sie selbst jahrelang geschuftet haben. Mit ihren Kindern muss sie sich auf einen Überlebenskampf einstellen.

Der zweite Handlungsstrang spielt in den 1960ern und 1970ern zur Hochzeit und kurz nach Ende des Vietnamkriegs. Das Mädchen Huong hofft auf eine Wiederkehr ihrer Eltern aus dem Krieg, während sie mit ihrer Großmutter Dieu Lan in Hanoi ausharrt und dort versucht, sich aus den Trümmern wieder eine Existenz aufzubauen.

Die Autorin, übrigens selbst geborene Vietnamesin, kombiniert historische Fakten und Zahlen (wusstet ihr, dass wahnsinnige sieben Millionen Tonnen Bomben im Vietnamkrieg abgeworfen wurden?) gekonnt mit der Gefühlsebene. Das Buch war unglaublich interessant, aber gleichzeitig emotional herausfordernd. Leben, die geprägt sind von Hunger, Verlust, Trauer, Kampf, Krieg, Entwürdigung, aber auch Liebe, Mitgefühl, Hoffnung und Glaube, werden dem Leser auf sehr direkte aber trotzdem poetische Art und Weise näher gebracht. Mich haben die Einzelschicksale sehr berührt und betroffen gemacht, vor allem vor dem Hintergrund, dass es Millionen Vietnamesen und auch anderen Landsleuten, die im Krieg involviert waren, so oder ähnlich ging. Auch heute sind noch etliche Menschen von den Folgen des Kriegs und der eingesetzten chemischen Gifte betroffen, deswegen finde ich es super wichtig, dass die Autorin diesen Geschichten eine Stimme verleiht.

Ganz toll fand ich die Übersetzung und dass gewisse Phrasen und Sprichwörter nicht nur übersetzt wurden, sondern auch in ihrer ursprünglichen vietnamesischen Form gedruckt wurden. Diese Tatsache finde ich sehr schön und respektvoll gegenüber dem Land und seiner Sprache. Die Sprichwörter haben mir darüber hinaus auch inhaltlich sehr gut gefallen und die Mentalität des Volkes gut widergespiegelt.

Nguyễn Phan Quế Mai konnte mich mit diesem Buch absolut begeistern! Ich habe viel gelernt und ganz viele neue Eindrücke hinzu gewonnen. Darüber hinaus finde ich die Sichtbarkeit dieser historischen Episoden und deren Auswirkungen auf reale Einzelschicksale sehr wichtig. Die Familiengeschichte war außerdem noch sprachlich sehr eindrücklich, schön und authentisch verpackt. Von mir gibt es daher eine große Leseempfehlung! 


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Veröffentlicht am 21.09.2021

Bildgewaltige Familiensaga

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„...Die Herausforderungen, die das vietnamesische Volk im Laufe der Geschichte meistern musste, sonst so groß wie die höchsten Berge. Wenn du zu nahe stehst, kannst du ihre Gipfel nicht sehen...“

Huong ...

„...Die Herausforderungen, die das vietnamesische Volk im Laufe der Geschichte meistern musste, sonst so groß wie die höchsten Berge. Wenn du zu nahe stehst, kannst du ihre Gipfel nicht sehen...“

Huong erinnert sich an diese Worte ihre Großmutter. Es war ihre Großmutter, die ihr Leben geprägt hat.
Dann wechselt die Geschichte ins Jahr 1972. Huongs Vater ist in den Krieg gezogen, ihre Mutter folgt ihm. Mitten im Bombenhagel des Vietnamkriegs lebt nun die 12jährige Huong mit ihrer Großmutter in Hanoi. Und während es ums nackte Überleben geht, erzählt die Großmutter Stück für Stück die Familiengeschichte.
Die Autorin hat einen sprachgewaltigen Familienroman geschrieben, der gleichzeitig das Schicksal eines ganzen Volkes widerspiegelt.
Der Schriftstil arbeitet ist ausgefeilt. Er hat mich mit seiner Vielfalt, seinen Metaphern und den Volksweisheiten sofort in seine Bann gezogen. Eines der Sprichwörter lautet:

„...Für einen Hungernden zählt ein einzelner Bissen ebenso viel wie ein ganzes Mal für einen Satten...“

Dies Sprichwörter passen stets perfekt zur Situation.
Im Mittelpunkt steht Huongs Großmutter. Ihre Leben ist ein Leben voller Verlust, aber auch Mut zum Neuanfang.Sie hielt die Fäden in der Hand, selbst wenn ihr alles zu entgleiten schien. Nicht auf jede ihrer Entscheidungen ist sie stolz, doch immer stand das Überleben der Familie im Vordergrund.
Das Buch wird in zwei Zeitebenen erzählt. Eine davon sind die Rückblenden. Die andere beginnt 1972. Sie schildert die Zeit des Krieges und die Folgen.
Mit folgenden Worten begründet die Großmutter ihrer Enkeltochter, warum sie über ihr Leben berichtet.

„...Wenn unsere Geschichten überleben, werden wir nicht sterben, selbst wenn unsere Körper nicht mehr auf der Erde weilen...“

Huongs Urgroßeltern hatten einen größeren Bauernhof im Norden Vietnams. Dort wuchs die Großmutter behütet auf. Sehr detailliert wird das Familienleben beschrieben. Die Besetzung durch die Franzosen ändert nur wenig an ihrem Leben. Es sind glückliche, wenn auch arbeitsreiche Jahre.
Das sollte sich mit der Besetzung durch die Japaner im Zweiten Weltkrieg ändern. Jetzt kehrt der Tod in ihr Leben ein. Die Großmutter erkennt:

„...Je mehr ich las, desto größer wurde meine Angst vor den Kriegen. Kriege haben die Macht, liebenswerte und kultivierte Menschen in Ungeheuer zu verwandeln….“

Auf den Krieg folgt eine Hungersnot. Die Familie, die selbst kaum etwas hat, hilft, wo sie kann. Das aber wird ihr bei der Landreform schlecht gedankt. Jetzt siegen Geir und Hass über Dankbarkeit, nicht bei allen, aber bei vielen.
Der Großmutter gelingt mit ihren Kindern die Flucht nach Hanoi. Dort baut sie sich aus dem Nichts ein neues Leben auf.
Im Jahre 1972 wiederholen sich die Erfahrungen des Krieges. Jetzt ist es Onkel Dat, der es Huong verdeutlicht:

„...Aber Krieg ist nicht Freundlichkeit oder Mitgefühl, Huong. Krieg ist Tod, Schmerz und Elend. Das weiß ich, weil ich auf einem der schlimmsten Schlachtfelder landete...“

Auch politische Ansichten treiben die Familie auseinander. Einer der Söhne steigt in den Reihen der Partei auf, ein anderer war von dem Wind des Lebens nach der Landreform nach Südvietnam getrieben wurden und stand plötzlich auf der Seite der Amerikaner. Es war die Großmutter, die allen die Hand hinhielt und ihrer Enkeltochter damit eine Vorbild und Zusammenhalt und Versöhnungsbereitschaft war.
Sie ließ sich auch von der öffentlichen Meinung nicht beeinflussen, wenn sie sich für ihren Weg entschieden hatte. Als Händlerin genoss sie kein Ansehen, aber es war ihre Möglichkeit, dass die Familie überleben konnte.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es erlaubt mir einen Einblick in eine fremde Kultur und ein fremdes Land, dessen Volk lange nicht zur Ruhe kam.

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Veröffentlicht am 16.10.2021

Was Krieg aus Menschen macht.

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Ich weiß recht wenig über Vietnam. Das Land ist mir nur durch den Vietnamkrieg bekannt und über das mehr oder weniger authentische Essen in vietnamesischen Restaurants in Deutschland. Dieses ...

Ich weiß recht wenig über Vietnam. Das Land ist mir nur durch den Vietnamkrieg bekannt und über das mehr oder weniger authentische Essen in vietnamesischen Restaurants in Deutschland. Dieses Buch war also interessant für mich, weil ich mehr erfahren wollte.

Nguyễn Phan Quế Mai erzählt in ihrem Buch eine Familiengeschichte, die eng mit der Geschichte Vietnams verbunden ist. Die Erzählung beginnt 1972. Die zwölfjährige Huong lebt bei ihrer Großmutter Diêu Lan in Hanoi. Wo sich ihre Eltern befinden, ist unklar. Die beiden müssen vor den amerikanischen Bomben fliehen und damit sie den Kontakt zu ihrer Familie nicht verliehrt, erzählt die Großmutter der Enkelin die Familiengeschichte begonnen bei den Ereignissen 1930.
Das Leben ist hart, geprägt von Krieg, Besatzung und Unsicherheit. Und so wird aus zwei Sichtweisen, abwechselnd von Großmutter und Enkelin über Vergangenheit und Gegenwart berichtet.
Das ist sehr beeindruckend und berührend, jedoch manchmal einen Tick zu übertrieben. Es wird so dramatisch erzählt, dass es schon kitschig wird.
Insgesamt jedoch ein lesenswerter Roman, der viel über die wechselvolle Geschichte Vietnams und deren Auswirkungen auf die Menschen erzählt.

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