Cover-Bild Rückkehr ins Dorf

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19,90
inkl. MwSt
  • Verlag: Größenwahn Verlag
  • Genre: Krimis & Thriller / Sonstige Spannungsromane
  • Seitenzahl: 168
  • Ersterscheinung: 15.07.2019
  • ISBN: 9783957712424
Ralph Roger Glöckler

Rückkehr ins Dorf

Ein Mordprotokoll-Roman
"Gesine - Hausfrau, lebte für die Ihren." Doch eines Tages überwog die Neugier – "ihr Mann Gregor war nicht zu Hause, wagte sie sich vor, stieß die Tür seines Refugiums auf, schaltete die Schreibtischlampe ein, betrachtete Füller, gespitzte Bleistifte und den durchsichtigen Plastiksack, in dem sich ein Bündel beschriebener Blätter abbildete. Gesine fasste sich ein Herz, zog einen Packen loser Bögen aus dem Plastiksack, viele, eng beschriebene Blätter unterschiedlichen Formats, schob sie auseinander, entdeckte Briefpapier, überschriebene Computerausdrucke, fast leere, mit Büroklammern zusammengeheftete Bögen, auf denen außer winzigen Schraffuren nichts zu erkennen war, als hätte sich die Schrift verflüchtigt, säuberlich halbierte Seiten, Postkarten, Zettel, Zeitungsfetzen, auf denen er etwas notiert hatte. Heute Foto zerschnitten, las Gesine auf einem bräunlichen, nicht nummerierten Papier" … und die Familienkatastrophe beginnt in diesem Moment.

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich in 2 Regalen.
  • 2 Mitglieder haben dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.08.2019

Poetischer, niveauvoller Horrortrip

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"Ralph Roger Glöckler erzählt mit poetischer Sprache und auf ineinander verflochtenen Wahrnehmungsebenen eine wahre Geschichte, die sich 1987 in Portugal ereignet hat. Ein Mann tötet in drei Stunden sieben ...

"Ralph Roger Glöckler erzählt mit poetischer Sprache und auf ineinander verflochtenen Wahrnehmungsebenen eine wahre Geschichte, die sich 1987 in Portugal ereignet hat. Ein Mann tötet in drei Stunden sieben Menschen. Für die Recherchen dieses Romans besuchte er den Mörder im Gefängnis (...)"

Worum geht es?
Ein psychisch kranker Mörder führt akribisch Tagebuch und passt den genauen Zeitpunkt ab. Er weiß, dass seine Frau seine Aufzeichnungen lesen wird und dann geschieht plötzlich all das ... ein Alptraum!

Schreibstil
Anspruchsvoll, poetisch, kompliziert und gewöhnungsbedürftig. Abstrakt und experimentell. Keine Trivialliteratur, die man mal eben zwischendurch liest. Endlose Schachtelsätze.

Meine persönliche Meinung
Mich hat das Buch an Hape Kerkelings Hurz erinnert ... Nachdem ich die Inhaltsangabe und die Leseprobe gelesen hatte, freute ich mich auf eine True-Crime Story. Doch anders als erwartet bekam ich eine poetisch aufgearbeitete Tagebuchfassung zu lesen, die sich zu einem alptraumhaften Horrortrip entwickelt hat. Gerechnet hatte ich mit Interviews, aber die tauchten leider nicht auf. Oft empfand ich den Schreibstil verwirrend, abstrakt und wenig einladend. Der Leser wird hier mit den Gedanken eines psychisch Kranken konfrontiert, der - wie ich es heraus gelesen haben will und vermute - schizophrene Züge besaß. Schon als Kind wurde der Täter mit Gewalt und Missbilligung konfrontiert. Ungeliebt wuchs er als Außenseiter auf. Hass und Wut keimten und gedeihten in ihm. Er hörte Stimmen und besaß eine gespaltene Persönlichkeit.

Grundsätzlich finde ich die Idee ziemlich genial, aber die Umsetzung habe ich als seltsam empfunden. Das mag daran liegen, dass ich wenig Ahnung von Germanistik und Literatur habe. Mindestens genauso traurig und oberflächlich finde ich auch den Charakter von Gesine. Wie kann man als Ehefrau und Partnerin nur so blind und unsensibel sein? Man spürt doch als Frau bzw. als weibliches Wesen instinktiv und intuitiv, wenn mit dem Partner etwas nicht in Ordnung ist.

Das Buch wird sicherlich in meinem Gedächtnis bleiben, aber nicht weil ich begeistert und angetan davon bin, sondern weil es halt recht ungewöhnlich geschrieben ist. Der Autor versucht aus vorhandenen Material eine fiktive Geschichte zu erzählen, die sich als Monolog herausstellt. Dem Leser sei geraten, mit Seite 155 zu beginnen.

Fazit
Ich habe mir diese Story als Dokumentation vorgestellt, aber das gefiel mir nicht. Dann habe ich sie mir als Spielfilm vorgestellt und darum vergebe ich 5 Sterne unter Berücksichtigung der Umstände und des Verlagshinweises. Wer Ahnung von Literatur, Theater und Lyrik hat, dem kann ich dieses Buch durchaus empfehlen, wer einen Thriller oder Krimi erwartet, dem rate ich davon ab.


© 2019 Frau-mit-Hut | Diese Rezension wurde maschinell erstellt und ist auch ohne Unterschrift gültig.

Veröffentlicht am 23.08.2019

Rückkehr ins Dorf

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Ein Buch, das in Anlehnung eines wirklichen Massenmörder entstanden ist. Gesine, Ehefrau des Protagonisten Gregor findet in dessen Büro Aufzeichnungen in Form von einzelnen Blättern, vollgeschrieben, Zeitungsausschnitte, ...

Ein Buch, das in Anlehnung eines wirklichen Massenmörder entstanden ist. Gesine, Ehefrau des Protagonisten Gregor findet in dessen Büro Aufzeichnungen in Form von einzelnen Blättern, vollgeschrieben, Zeitungsausschnitte, die sich mit Morden beschäftigen, wie er junge Mädchen ermordet hat und darüber, dass er ein junge Geliebte hat. Gesine kann sich nicht erklären, was das alles soll. Aber letztendlich wird die ganze Familie ausgelöscht. Der Mörder fühlte sich zeitlebens nutzlos, ungeliebt. Der Autor hat dieses Protokoll in einer sehr schwer zu lesenden Art verfaßt. Es sind lange verschachtelte Sätze, man muß manche Abschnitte zweimal lesen, um zu begreifen, was gemeint ist. Aber trotz der kalten und meist unpersönlichen Sätze spürt man die Angst, die Verwirrtheit und das Leiden Gregors heraus, seine kranke Seele schreit nach Hilfe. Der Autor selbst sagt ja, dass er zu diesem Buch von der Ausdruckweise Georg Büchners inspiriert wurde, die er den Figuren Lent und Woyzeck abgeschaut hat. Man spürt die psychische Erkrankung, den Hass und die Verwirrtheit auf jeder Seite. Ein Buch das in die Tiefe der menschlichen Psyche schauen läßt und aufzeigt, wie grauenvoll das Böse sein kann. Auch das Cover mit den dunklen, laublosen Bäumen auf einem Friedhof zeigt an, dass das Buch düster ist. Die ersten und die letzten beiden Blätter zeigen einen einsamen Friedhof in schwarz-weiß. Ein Buch, das sehr nachdenklich stimmt.

Veröffentlicht am 23.08.2019

Verschenkte Möglichkeit - wirr und unverständlich

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Das Buch "Rückkehr ins Dorf" hat den Untertitel "Ein Mordprotokoll" und basiert auf dem tatsächlichen Austausch des Autors mit einem Mann, der sieben Menschen ermordete. Das hört sich nach dem perfekten ...

Das Buch "Rückkehr ins Dorf" hat den Untertitel "Ein Mordprotokoll" und basiert auf dem tatsächlichen Austausch des Autors mit einem Mann, der sieben Menschen ermordete. Das hört sich nach dem perfekten Buch für mich an - wahre Kriminalfälle und Motivationen der Täter faszinieren mich und wenn hier ein Autor über die ihm vom Mörder selbst mitgeteilten Gedanken schreiben kann, verspricht das einen unmittelbaren Einblick.

Leider weiß ich nach der Lektüre des Buches nicht, warum der Mörder seine Taten beging und bin noch nicht mal sicher, wie sich die Taten überhaupt abspielten. Das liegt an dem gänzlich unzugänglichen und verwirrenden Schreibstil, der das Buch zu einer enormen Enttäuschung für mich machte.

Aufhänger des Buches sind Aufzeichnungen, die Gesine, Ehefrau des Täters findet und liest. Zwischendurch kommen einige direkte Erinnerungen des Täters an seine Kindheit. Der Klappentext spricht vom "Vermengen von Wirklichkeit und Wahn". Das geschieht so gründlich, daß man nach dem Lesen nicht wirklich weiß, worum es eigentlich geht. Der Text verzichtet auf alles, was Übersichtlichkeit schaffen würde. Wörtliche Rede wird nicht mit Anführungszeichen gekennzeichnet, was ich sowieso immer ärgerlich und auch albern finde. Das war aber hier das kleinere Problem. Der Großteil des Buches besteht aus endlos langen, nur durch Kommata unterteilten Sätzen, innerhalb denen die Perspektiven ständig wechseln. Ein Beispiel: "...langsam, vorsichtig, will den Löchern ausweichen, die der Winter in die Piste gewashen hat, was für ein seltsamer, speckiger Zettel, so Gesine, was für eine krakelige Schrift, kann aber nicht vermeiden, dass die Räder mit krachenden Stoßdämpfern, scheppernder Karosserie hineingeraten, nehme Veras empörte Ausrufe nur leise wahr, weil ich immer an den Wagen denken muss, der vor mir an der Bahnschranke gehalten hat, gleiches Modell wie meiner, gleiche Farbe, und der mir später wieder begegnet ist."
Wenn das seitenlang so geht, dann macht das Lesen einfach keinen Spaß und ohne Leserunde hätte ich dieses Buch schnell abgebrochen.

Wir werden mit Namen und Ereignissen überschüttet, die ungeordnet und stakkatohaft auf uns einströmen, die manchmal banal erscheinen, manchmal absurd. Die direkten Rückblicke in die Kindheit und Jugend sind anders geschrieben, hier finden sich Sätze in normaler Länge und die Sprache ist klar, oft gibt es hier sehr schöne Formulierungen, die mich ansgesprochen haben und sehr stimmungsvoll waren. Leider waren diese Szenen in der Minderheit.

Der Großteil des Buches erschien mir wie ein klebriges Dickicht im Halbdunklen. Für mich wurde hier eine Chance verschenkt, die Gedanken eines siebenfachen Mörders zu vermitteln, ein wenig Licht in Hintergründe und Verstörheit zu bringen.