Roman | Freundschaft und Neid, Liebe und Schuld – und eine Gemeinschaft, die der Nationalismus entzweit
»Sagen Sie alle Verabredungen ab! Sie werden in diesem Roman versinken.« Bestsellerautorin Ruth-Maria Thomas –
der neue Roman von Regina Denk!
Regina Denks Roman »Der Fährmann« erzählt ein atmosphärisch düsteres Familiendrama an der deutsch-österreichischen Grenze zur Zeit des 1. Weltkriegs.
Hohenwart und Siegering, Anfang des 20. Jahrhunderts: Als Fährmann muss Hannes Winkler dem Brauch folgen, sich keine Frau zu nehmen. Denn sollte sein gefährlicher Beruf sein Leben fordern, darf er keine bedürftigen Angehörigen zurücklassen. Hannes’ Herz gehört trotzdem schon lang seiner Jugendfreundin Elisabeth. Doch die ist Josef Steiner versprochen, dem Erben des größten Hofes am diesseitigen Ufer der Salzach. Das trifft nicht nur Hannes und Elisabeth hart, die seine Gefühle erwidert: Elisabeths beste Freundin Annemarie hatte sich Hoffnung auf eine Heirat mit Josef gemacht.
Während der 1. Weltkrieg die kleine Gemeinschaft diesseits und jenseits der Salzach in Österreich und Deutschland spaltet, gerät das Leben der vier jungen Leute in einen Strudel aus Gewalt, Aufbegehren und Schuld. Als schließlich ein Kind verschwindet, wird eine tödliche Spirale in Gang gesetzt.
Ein Spannender Roman mit Tiefgang, authentischen Figuren und sprachlicher Raffinesse:
Eindrucksvoll erweckt Regina Denk die beiden Dörfer an der Salzach zum Leben, die – verbunden durch den Fährmann – seit jeher eine Gemeinschaft bilden. Bis der aufkeimende Nationalismus den Frieden empfindlich stört. Bis ein Krieg ausbricht, der die Welt verändert.
Bis Freundschaft und Neid, Liebe und Schuld ein Drama in Gang setzen, das sich nicht mehr aufhalten lässt.
»Dunkel und märchenhaft kommt der neue Roman von Regina Denk daher. Mit ganz besonderem Ton zieht sie den Leser in die
Orte ihrer Heimat, in längst vergangene Zeiten
. Dort angekommen beschreibt sie ihre Figuren und deren tragische Geschichte so eindringlich, dass es schwer fällt, sich von ihnen zu trennen. Ich jedenfalls habe dieses Buch in einer Nacht durchgelesen.«
Bestsellerautorin Eva Lohmann
Entdecken Sie auch Regina Denks hochgelobten und atmosphärischen Roman »Die Schwarzgeherin«: »Düster und stark.«
Brigitte
Der Salzach trennt zwei Dörfer in Deutschland und Österreich. Vier junge Menschen werden erwachsen und ihre Schicksale sind fest miteinander verbunden durch Freundschaft, Liebe, Tradition und Verpflichtung. ...
Der Salzach trennt zwei Dörfer in Deutschland und Österreich. Vier junge Menschen werden erwachsen und ihre Schicksale sind fest miteinander verbunden durch Freundschaft, Liebe, Tradition und Verpflichtung. Und dann sind da auch noch ihre Familien.
Vier Menschen – Annemarie, Elisabeth, Hannes und Josef – Menschen die alle irgendwie miteinander verbunden sind. Hannes ist der Fährmann und fährt alle von A nach B, doch er muss einen hohen Preis dafür zahlen, er darf nicht heiraten und trotzdem hat er seine Träume. Es ist die Zeit vor dem ersten Krieg und geprägt von Armut und Gewalt. Alle vier haben Verpflichtungen gegenüber ihren Familien und dann steht der Krieg vor der Tür. Man kann vorweg nehme, das diese Buch unheimlich toll geschrieben ist, Regina Denk hat die Geschichte wunderbar umgesetzt. Allerdings musste ich mich an den Schreibstil erst gewöhnen, aber das ging zügig. Die Geschichte ist geprägt von unterschiedlichen Charakteren, aber auch von brutaler Gewalt. Es gibt Momente, da hält man den Atm an, braucht eine Pause und Momente, da will man nicht aufhören zu lesen. Und das Ende ist unfassbar und man glaubt nicht, was man da liest. Auch wenn das Ende vielleicht etwas überzogen und unrealistisch war ist Regina Denk ein tolles Buch gelungen.
“Dass nämlich in ihrem Fährmann ein schrecklicher Sturm tobte, der drauf und dran war, ihn von innen zu zerreißen, weil das, was er immer schon gewusst hatte, dass er die Elisabeth Hofer mehr liebte als ...
“Dass nämlich in ihrem Fährmann ein schrecklicher Sturm tobte, der drauf und dran war, ihn von innen zu zerreißen, weil das, was er immer schon gewusst hatte, dass er die Elisabeth Hofer mehr liebte als sein eigenes Leben und dass irgendwann der Moment kommen würde, wo er sie ganz und gar aus seinem Kopf verbannen musste - zusammen mit jeder Hoffnung, sie könnte irgendwann die Seine werden -, dass dieser Moment nun gekommen war und dies einen kaum auszuhaltenden Schmerz für
ihn darstellte.”
Mit diesem Zitat möchte ich diesen Text über den Roman „Der Fährmann“ von Regina Denk beginnen, denn es spiegelt gut den Erzählton und die emotionale Leidenschaft wider, die dich in diesem Roman erwarten. Inhaltlich wird es dem historischen Roman allerdings nicht gerecht, denn es steckt weitaus mehr als Herzenschmerzen in Denks zweitem Roman und präsentiert sich so als Upmarket-Literatur, die anspruchsvolle, literarische Qualität mit hoher kommerzieller Attraktivität verbindet.
Denk siedelt den Roman im deutsch-österreichischen Grenzgebiet an, einer Gegend in der sie selbst, laut Klappentext, geboren wurde. Zeitlich starten wir im Jahr 1894, als der junge Hannes, der einmal „Der Fährmann“ werden wird, sechs Jahre alt ist. Denk erzählt die Geschichte, die bis in den Ersten Weltkrieg reicht, chronologisch fortschreitend aus vier Perspektiven. Das Setting ist ländlich, bäuerlich, die Geschlechterrollen stark ausgeprägt und patriarchal.
Hannes, der Fährmann, ist ein absoluter Hottie und hat das Herz am rechten Fleck, darf aber leider, leider nicht heiraten, eben weil er der Fährmann ist. Begehrt wird er gleichermaßen von Elisabeth wie von Annemarie, Hannes liebt aber, wie das Eingangszitat beschreibt, nur die Elisabeth. Die wird aus finanziellen Gründen mit dem Josef, einem reichen Hoferben und baldiger Großbauern verheiratet. Der wiederum steht aber eigentlich nur auf Annemarie (wegen ihrer wilden Locken?) und hält sie sich als nicht ganz freiwillige Geliebte.
Glücklich ist mit der aus Konventionen und sozialen Zwängen heraus entstandenen Konstellation niemand. Wobei, das ist zu euphemistisch. Besser ist: es entsteht richtig großes Leid, das vor allem die beiden Frauen hart trifft.
Und nicht nur die Menschenhand (Josef!) schlägt brutal zu, sondern auch das Schicksal und verhindert immer wieder, dass zusammenfindet, was zusammengehört.
Dann bricht der Erste Weltkrieg aus, und vieles wird anders…
Ich fürchte, ich kann nicht ganz verhehlen, dass vielleicht so ein paar Details nicht so ganz meinen Lesegeschmack entsprochen haben. Die von den Figuren trotz ihrer miserablen Lebenssituation tief empfundenen Liebesleidenschaft füreinander löst bei mir, die ich meine eigentlich geliebten Mitbewohner*innen manchmal schon aus prosaischtem Anlass wie liegengelassene Socken oder auch nur PMS am liebsten ermorden möchte, ein gewisses Augenrollen aus. Aber ich nehme an, das dieser Aspekt für die oben erwähnte kommerzielle Attraktivität des Genres sorgt.
Was mir an Denks Roman besonders gut gefallen hat, ist, dass sie die schrecklichen Auswirkungen des Ersten Weltkrieges thematisiert und aber vor allem, wie sie die Figur des klassischen Antagonisten Josef anlegt. Josef, der den drei anderen, moralisch strahlenden Figuren, entgegensteht, ist nicht der platte Bösewicht, der sadistische Tyrann, wie ich ihn aus anderen Romanen, wie beispielsweise „Die Säulen der Erde“, kenne. Denk gibt ihm einen eigene Stimme und zeigt auf, wie erst die Gewalt und die emotionale Härte ihn zu dem Menschen werden lassen haben, der anderen und sich selbst nicht mehr lieben kann.
„Mehr gehauen als dich selbst, weil er ein Bub ist und darum die Härte früh kennen muss, um sie später selbst zu haben, dem man ein Leben lang alles Gute aberzogen hätte, weil das Weichsein eine Schand ist.“
Diese psychologische Tiefe in Verbindung mit Denks fesselnden und gekonnt in der Tonlage jener Zeit (oder zumindest wie wir uns das heute so vorstellen) gehaltenem Erzählstil machen „Der Fährmann“ zu einem Pageturner, den ich trotz einigem Augenrollens gerne und gut unterhalten gelesen habe.
Wenn du gerne zu qualitativ hochwertigen historischen Romane greifst und raumeinnehmende Liebesgeschichten für dich kein No-Go sind, ist „Der Fährmann“ bestimmt eine Empfehlung für dich!
An den meisten Büchern scheiden sich bekanntlich die Geschmäcker. Seltener ist es wohl, dass alle Leser(innen) von der Lektüre begeistert sind und nur eine(r) aus der Reihe tanzt.
In dem Fall bin ich ...
An den meisten Büchern scheiden sich bekanntlich die Geschmäcker. Seltener ist es wohl, dass alle Leser(innen) von der Lektüre begeistert sind und nur eine(r) aus der Reihe tanzt.
In dem Fall bin ich das und so will ich versuchen, zu begründen, warum das so ist.
Die Geschichte "Der Fährmann" von Regina Denk spielt an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Zwei Dörfer, getrennt durch die Salzach, sind nur über eine Fähre zu erreichen. Dem 6jährigen Hannes Winkler ist es bestimmt, später einmal Fährmann zu werden, dabei entkommt er im November 1894 nur knapp dem Ertrinken. Das ganze Dorf betet für ihn in der Kirche, nur die 3 Jahre jüngere Lisi hat sich zu ihm ins Zimmer geschlichen und singt mit einem Spielzeugengel in der Hand an seinem Bett. Hannes überlebt, sein Schicksal ist besiegelt.
Die Dritte im Bunde ist die Wirtshaustochter Annemarie, die in jungen Jahren nur knapp einem sexuellen Übergriff durch einen Stammgast entgeht. Gerettet wird sie von Josef, dem Jungbauern vom Steinerhof, der sich im Laufe der Geschichte allerdings als etwas ganz anderes entpuppen wird.
Die Kindheit ist kurz, Elisabeth (Lisi) wird an den Steiner Josef verheiratet, der eine geheime Liebesbeziehung zu Annemarie unterhält. Lisi liebt Hannes, Hannes liebt Lisi, Annemarie liebt ebenfalls Hannes, kurzum: Es ist kompliziert
Josef ist in Wahrheit ein echter Kotzbrocken und der "Böse" in der 4er-Konstellation, hat aber das meiste Geld. Hannes darf als Fährmann nicht heiraten und Annemarie schuftet in der Wirtschaft ihrer Eltern.
Es sind harte Zeiten mit strengen Regeln. Frauen haben nichts zu melden und Männer nur, wenn sie einen gewissen Status mitbringen. Aber selbst der Steiner Josef steht unter der Fuchtel seines Vaters und lässt die Gewalt wiederum an Annemarie und an seiner Angetrauten Elisabeth aus.
Aus diesen Zutaten entwickelt Regina Denk eine Geschichte, die sicherlich nicht untypisch für die damalige Zeit ist, die mir aber leider nicht so recht gefallen hat. Zum einen ist sie sehr brutal, zum anderen fand ich die Figuren der Lisi und des Hannes zu farblos. Die eine wird mitunter wie ein "Geist" beschrieben, der andere ist passiver Beobachter, der erst zum Schluss aus dieser Rolle ausbricht. Beide sind "die Guten", wogegen Josef "der Böse" ist. Mir fehlten da ein bisschen die Grautöne. Am besten hat mir noch die Figur der Annemarie gefallen, die auch nicht in ihrer Opferrolle verharrt, sondern sich im Laufe der Geschichte allmählich entwickelt.
Die Sprache passt sicherlich zur Gegend, in der die Geschichte spielt, konnte mich auf Dauer aber ebenfalls nicht begeistern. Es gibt eben Bücher, die nichts für mich sind und "Der Fährmann" ist eben leider ein solches.