Cover-Bild Das Lied der Wölfe
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12,99
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Themenbereich: Belletristik - Liebesroman: Zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Ersterscheinung: 21.05.2021
  • ISBN: 9783423438339
Rena Fischer

Das Lied der Wölfe

Roman

Sturmgraublaue Zeit der Liebe

Die junge deutsche Wolfsforscherin Kaya wird von dem schottischen Milliardär Alistair MacKinley angestellt, um auf seinen Ländereien wilde Wölfe anzusiedeln. In dem einsamen Herrenhaus in den Highlands trifft sie auch auf den verschlossenen Nevis, Alistairs attraktiven Sohn, mit Augen wie das Sturmgraublau des schottischen Himmels. Der verwundete Ex-Elitesoldat soll sich von seinen schweren Kriegsverletzungen erholen. Doch er verweigert die Therapie und torpediert das Wolfsprojekt, wo er nur kann. Kaya ist wütend und fasziniert zugleich, ohne das tragische Ausmaß seines Zustands zu ahnen. Eine Zusammenarbeit mit Nevis endet katastrophal. Erst als sich beide ihrer Vergangenheit stellen, können sie ihre Liebe und ihre Zukunft retten.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.06.2021

Meisterwerk

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Diese Geschichte ist ein Meisterwerk und ich habe es direkt zweimal gelesen.

Der Schreibstil der Autorin ist unglaublich bildgewandt. Ich konnte mich in die Charaktere und in die Landschaften sehr gut ...

Diese Geschichte ist ein Meisterwerk und ich habe es direkt zweimal gelesen.

Der Schreibstil der Autorin ist unglaublich bildgewandt. Ich konnte mich in die Charaktere und in die Landschaften sehr gut hineinversetzen. In diesen Momenten war ich Kaya oder Nevis in den schottischen Highlands. Auch ist der Schreibstil mit einer Prise Humor und so voller Liebe gestaltet, sodass die Seiten nur so flogen und ich direkt in die Geschichte hineingezogen wurde.

Kaya ist mir unglaublich sympathisch und ein Charakter von dem man viel lernen kann. Ich liebe ihre Schlagfertigkeit und ihre Liebenswürdigkeit. Nevis gefiel mir, trotz seiner anfänglichen grummeligen Art ebenfalls sofort. Er ist so ein bewundernswerter Mann, den ich sehr zu schätzen gelernt habe. Ebenfalls gefielen mir sehr viele Nebencharaktere und habe einige von ihnen ebenfalls ins Herz geschlossen. Ich werde sie alle schrecklich vermissen und würde so gerne noch viel mehr über sie lesen.

Was mir besonders gefiel, sind die eingebauten Informationen zu den Wölfen und der schottischen Geschichte. Diese waren perfekt und flüssig in die Geschichte eingewebt. Durch dieses Buch konnte ich einiges neues lernen und das hat mich sehr gefreut.

Dieses Buch hat jede erdenkliche Emotion in mir geweckt. Ich war wütend und angeekelt, verliebt und glücklich, traurig und am Boden zerstört. Zudem war ich schockiert, voller Spannung und Sorge. Vor Niedlichkeit bin ich fast geplatzt, habe vom Weinen keine Luft mehr bekommen und Bauchschmerzen vom Lachen bekommen. Ich habe eine komplette Gefühlsachterbahn erlebt, wie bisher noch bei keinem anderem Buch. Die Geschichte hat mich noch lange beschäftigt und ich habe noch viel darüber nachgedacht.

In dem Buch werde einige wichtige Dinge angesprochen, über die sonst nicht oft gesprochen wird. Im großen und ganzen ist diese Geschichte so ein wichtiges Buch, welches ich am Liebsten jeden in die Hand drücken wurde. (Wer jedoch durch bestimmte Themen getriggert werden könnte, sollte die Geschichte lieber nicht lesen.) Das Buch gehört definitiv ab sofort zu meinen Lieblingsbüchern und wird für immer in meinem Bücherregal ein Ehrenplatz behalten.

Ich liebe diese Geschichte! Einfach alles daran! Somit hat dieses Buch alle Sterne verdient ☆.

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Veröffentlicht am 07.06.2021

Dramatisch, emotional, beeindruckend und sehr intensiv!

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Die junge deutsche Wolfsforscherin Kaya reist in die Schottischen Highlands, um ein Projekt zur Aussiedlung wilder Wölfe zu betreuen.
Sie stürzt sich begeistert in ihre neue Aufgabe, obwohl sie nicht nur ...

Die junge deutsche Wolfsforscherin Kaya reist in die Schottischen Highlands, um ein Projekt zur Aussiedlung wilder Wölfe zu betreuen.
Sie stürzt sich begeistert in ihre neue Aufgabe, obwohl sie nicht nur die skeptischen Anwohner überzeugen muß, sondern auch gegen die Anfeindungen des Sohnes ihres Chefs zu kämpfen hat.
Nevis, der sich auf dem Landsitz seines Vaters von seinen Kriegsverletzungen erholt, hat seine traumatischen Erlebnisse nicht verwunden und darf auf keinem Fall zulassen, dass Kaya seine Schutzmauern durchbricht.
Immer mehr verstrickt Kaya sich in ein Familiendrama aus Mißverständnissen und nicht ausgesprochenen Gefühlen und sie erkennt, dass sie sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen muß, wenn sie ihren Gefühlen für Nevis eine Chance geben möchte.

Das Cover dieses Buches ist mir durch die Farbkombination und die dramatische Atmosphäre zuerst ins Auge gefallen.
Der Klappentext hat mich dann sofort angesprochen und die Geschichte hat mich anschließend von der ersten Seite an gefesselt und begeistert.

Anhand des Klappentextes hatte ich eine kurzweilige und unterhaltsame Liebesgeschichte, eingebettet in das spannende Wolfsthema, erwartet...Protagonisten lernen sich kennen, verlieben sich, streiten sich, versöhnen sich, wundervolles Happy End.
Bekommen habe ich eine sehr beeindruckende, dramatische, emotionale und sehr intensive Geschichte.

Das Ramenthema der Handlung, die Aussiedlung der Wölfe, hat die Autorin sehr informativ, bildhaft und anschaulich zu Papier gebracht.
Ich konnte die Wölfe wunderbar vor meinem inneren Auge durch die Schottischen Highlands ziehen sehen.
Das zweite Thema, mit dem sich Rena Fischer in dieser Geschichte unerwartet intensiv auseinandersetzt, ist eine Posttraumatische Belastungsstörung und ihre Folgen.
Ich hatte bisher keinerlei Berührungspunkte mit PTBS, kann mir im Grunde also kein Urteil erlauben, habe aber den persönlichen Eindruck, dass die Autorin sehr gut zu diesem Thema recherchiert und sich informiert hat.
Einfühlsam, ehrlich und realistisch stellt die Autorin die Folgen eines Traumas dar, sowohl für die Betroffenen selbst, als auch für deren Angehörige.

Die Erzählperspektive der Geschichte wechselt zwischen den sehr glaubwürdig dargestellten Protagonisten Kaya und Nevis.
Dies bietet einen intensiven Einblick in ihre Emotionen und Gedanken und ich konnte mich gut in die beiden hineinversetzen.

“Das Lied der Wölfe“ bietet eine verstrickte Familiengeschichte, überraschende Wendungen und schockierende Ereignisse und dennoch sehr viel Liebe und Hoffnung.
Ich habe gerne mit Kaya und Nevis geweint und gelacht, gelitten und gehofft und vergebe für dieses fesselnde und beeindruckende Lesevergnügen gerne 5 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️.

Veröffentlicht am 30.05.2021

mit den Wölfen heulen

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Kaya bekommt eine einmalige Chance ein neuartiges Wolfs-Projekt in Schottland aufzuziehen und für ihr freies Leben dort zu kämpfen. Doch Nevis der Sohn des Hauses hält nichts davon und macht das auch von ...

Kaya bekommt eine einmalige Chance ein neuartiges Wolfs-Projekt in Schottland aufzuziehen und für ihr freies Leben dort zu kämpfen. Doch Nevis der Sohn des Hauses hält nichts davon und macht das auch von Anfang an klar, außerdem geht er ihr aus dem Weg.
Immerhin hat sie neue Freunde gefunden und irgendwann taut auch Nevis wieder etwas auf, aber beide haben eine Vergangenheit die ihnen schwer zusetzt.

Ich gebs zu ich hatte etwas anderes erwartet (irgendwie war ich auf eine Gestaltwandler-Geschichte eingestellt), dabei ist das hier einfach "nur" eine sehr berührende sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte mit vielen Schicksalsschlägen gespickt ist.
Ich fand die Geschichte sehr berührend und auch aufklärend, denn es geht eben auch um die Schicksale von Veteranen und darum, dass jeder anders damit umgeht.

Ich mochte den Schreibstil und habe mich in die Charaktere fast von Anfang an verliebt, ich mochte sie einfach, gerade weil sie so kompliziert waren.
Der Autorin ist hier ein großartiges Buch gelungen und es hat mich sehr berührt.

Viel Spaß beim Lesen!

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Veröffentlicht am 27.05.2021

Komplex, spannend, atmosphärisch und wahnsinnig gut recherchiert!

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"Das Lied der Wölfe" ist nach der Chosen-Dilogie und der Elbendunkel-Reihe mein fünftes Buch von Rena Fischer, das sich diesmal abseits des Jugendbuchgenres mit einem vielseitigen Roman versucht. Auch ...

"Das Lied der Wölfe" ist nach der Chosen-Dilogie und der Elbendunkel-Reihe mein fünftes Buch von Rena Fischer, das sich diesmal abseits des Jugendbuchgenres mit einem vielseitigen Roman versucht. Auch wenn die Figuren hier wesentlich älter sind und keine Elben oder andere magischen Kreaturen auftauchen, ist "Das Lied der Wölfe" ganz eindeutig ein typisches Fischer-Werk: komplex, spannend, atmosphärisch und wahnsinnig gut recherchiert!


Nevis: "Von wegen furchtlos. Angst klebt an meinen Fersen wie ein dunkler Schatten. Ich glaube nicht daran, dass man sie je abschütteln kann. Zumindest nicht, wenn man über ein gewisses Ausmaß an Intelligenz verfügt, die einem die Konsequenzen seines Handelns glasklar vor Augen führt. Nur dumme Menschen stürzen sich unüberlegt, eben furchtlos, in auswegslose oder lebensbedrohliche Situationen. (...) Mein Vater versteht das nicht. Er hält mich selbst für einen von ihnen."


Schon das Cover trifft den Nagel auf den Kopf und zeigt eine düster-verträumte Landschaft. Vor grün bewachsenen Hügeln steht ein großes Herrenhaus, das auf einen glitzernden See blickt, auf dem zwei Menschen in einem Ruderboot sitzen. Überschattet wird die treffende Szenerie durch dunkle Gewitterwolken, die dem Cover etwas Düsteres geben und auf die eher ernsten Themen des Romans vorbereiten. Auch der Titel passt einfach perfekt, da er ein erster Anklang an das Heulen der inneren und echten Wölfe der Figuren ist. Das hilfreiche Glossar mit Militär-Fachbegriffen, psychologischen Ausdrücken und kurzer Nachhilfe in schottischer Geschichte beziehungsweise Kultur habe ich leider erst nach dem Lesen entdeckt, dabei hätte ich es nach vier Fischer-Romanen, die alle am Ende ein umfangreiches Verzeichnis hatten, echt besser wissen müssen. Wenn man also mal meine eigene Dummheit beiseitelässt, haben Autorin und Verlag hier das perfekte Kleid für diese Geschichte gefunden, das sofort Lust auf mehr macht und in die schottischen Highlands entführt.


Nevis: "In Wahrheit", sage ich, "ist unser Leben nur wie ein Schatten der Ziele, Hoffnungen und Träume, die wir haben, und die wir nie erreichen werden. So launisch und unberechenbar wie das Licht über den Highlands." (...) "Du hast keine Ahnung, wie sehr ich mich in dieses Licht verliebt habe, in all die Farben, die es in diese weite Landschaft und in den Himmel malt. Wie es plötzlich aus den tiefhängenden Wolken über den Bergen hervorbricht, die sich an die Nebenstreifen im Tal schmiegen. Jeder einzelne Tag seit meiner Ankunft hier in Schottland ist wie ein kleines Wunder, Nevis. Selbst wenn unser Leben nur ein Schatten oder ein Schwarz-Weiß-Film dessen ist, was wir uns wünschen, so ist es jede Sekunde wert."


Spätesten seit "Outlander" bin ich ein großer Fan von Schottlands Landschaft und Geschichte und will unbedingt in den nächsten Jahren selbst dorthin reisen. Rena Fischer hat diesen Wunsch mit ihren hinreißenden Landschaftsbeschreibungen nochmals bestätigt. Ein großes Herrenhaus nahe des Loch Ness, umgeben von Wald, Wiesen und wilden Tieren - wer da nicht ins Träumen gerät, dem kann man auch nicht mehr weiterhelfen. Doch nicht nur die Landschaft im Wandel der Jahreszeiten verzaubert und sorgt für eine Menge Fernweh, der Autorin gelingt es auch erstaunlich gut, das schottische Lebensgefühl zu vermitteln, ohne Touristenfallen und Klischees abzuklappern. So wird schon durch das Setting eine Menge Atmosphäre gewonnen. Kommt jetzt noch ein wildes Wolfsrudel hinzu, das für eine Menge Konflikte im einsamen Norden Schottlands und auch innerhalb von MacKinley Manor führt, ist die Spannung perfekt. Das Thema der Ansiedlung freier Wölfe und der Umgang mit Risiken und Chancen, die die Rückkehr in die deutschen Wälder mit sich bringen, ist ein immer noch sehr aktuelles Thema, über das ich selbst noch nicht so viel wusste. Umso mehr hat mich gefreut, dass man beim Lesen nebenbei eine Menge über die Rolle der pelzigen Jäger für das Ökosystem des Waldes, ihr Familiensystem, die Verhaltensweisen von Wölfen und Hybriden im Vergleich, oder ihre Symbiose mit Raben lernen kann. Auch einen kurzen Exkurs in die Geschichte von Schottland reichert die kurzweilige Geschichte mit Wissenswertem an, sodass man auf jeder Seite die Begeisterung der Autorin für Wölfe und Schottland spüren kann.


Kaya: "Egal wie hanebüchen ihre Argumente sind, du musst gelassen bleiben und darfst dich nicht über sie lustig machen. Überzeugen heißt vor allem, gut zuhören können. Denn letztendlich ist es der Mann oder die Frau mit der Waffe im Wald, die entscheidet, ob die Wölfe eine Chance bekommen."


Das Setting und die Wölfe bleiben jedoch nicht das einzige spannende Thema, das Rena Fischer hier in die Liebesgeschichte miteinbindet. Darüber hinaus widmet sich die Autorin auch noch sehr gekonnt dem wichtigen Thema "Trauma und Belastungsfolgen". Als Psychologiestudentin stehe ich der Behandlung von Mental Health Themen in Romanen immer etwas zwiegespalten gegenüber. Auf der einen Seite befürworte ich es natürlich, wenn durch Belletristik und fiktive Figuren die Sensibilität für psychische Erkrankungen gesteigert und gezielt gegen Stigmata oder Vorurteile angegangen wird, auf der anderen Seite ist es dabei immer besonders fatal, wenn es an der Recherche hapert und ungewollt genau jene Vorurteile oder überholte Vorstellungen verwendet werden. Bei Rena Fischer, die ich schon für ihre ausgiebigen Hintergrundrecherchen in ihren zwei Jugendbuchreihen bewundert habe, hatte ich mir zwar keine große Sorgen gemacht - dass die Autorin sich hier so viel Zeit nimmt, um über die Posttraumatische Belastungsstörung ihrer männlichen Hauptfigur einzugehen und auch andere unterschiedliche Reaktionen und individuellen Verarbeitungsprozesse auf Kriegserfahrungen mit einzubeziehen, hat mich positiv überrascht.


Kaya: "Und dann denke ich wieder an Nevis, und das ist noch viel, viel schlimmer. Ich sehe den dunklen Schatten der Bartstoppeln auf seiner Wange, Regen, der aus seinen Haarspitzen tropft, das Grübchen am Kinn. Seine Augen, düstere Gewitterwolken am Sommerhimmel. Das seltene jungenhafte Lächeln, das mein Herz jedes Mal zum Flattern bringt. Wie er die Treppe leichtfüßig nach oben läuft, das Spiel seiner Muskeln unter dem verschwitzten Shirt. (...) Warum ziehen mich immer nur schwierige Männer in ihren Bann?"


Doch nicht nur Nevis trägt Ballast mit sich herum, auch Kaya hat einiges zu verbergen. Was genau die Geheimnisse der beiden Figuren sind, was wirklich in ihrer Vergangenheit passiert ist und ob die beiden den Mut finden, sich für den jeweils anderen zu öffnen und einen gemeinsamen Weg der Heilung zu gehen, erfahren wir nach und nach im Laufe der Geschichte. Die beiden Protagonisten erzählen jeweils abwechselnd aus der Ich-Perspektive, was durch eine veränderte Schriftart hervorgehoben wurde und bringen somit auch ab und zu Flashbacks und Erinnerungen ein, sodass wir am eigenen Leib nachvollziehen können, weshalb sie sich in der ein oder anderen Situationen seltsam verhalten. Dass die Entwicklung und Annäherung von Nevis und Kaya etwas länger dauern würde, ist angesichts der vielen besprochenen Themen und ihrer beider Vorerfahrungen nur natürlich. Dennoch hat sich der Mittelteil im Vergleich zum recht flotten Schluss, in dem Schlag auf Schlag Geheimnisse enthüllt und Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden, etwas zu sehr gezogen. Dadurch, dass wir durch die Ich-Perspektive einen Vorsprung im Verständnis der beiden Figuren haben, ist die ein oder andere Fehlinterpretation oder Missverständnis im zweiten Drittel etwas mühsam zu lesen. Das ist jedoch auch der einzige Grund, weshalb ich keine volle 5 Sterne vergebe. Langweilig wird es nämlich trotzdem nie. Dafür sorgt auch nicht zuletzt die Einbindung der tollen Nebenfiguren wie Starkoch Robin, Kayas Schwester Lena, oder Nevis´ Army-Kumpels Mike und Rory, die jeweils noch eine eigene Geschichte zu erzählen haben.


Kaya: "Bloß kein Risiko eingehen. Bloß nicht noch einmal verletzt werden. Aber so funktioniert unser Leben nicht. Wir müssen fallen, wenn wir laufen lernen wollen. Wir müssen uns die Finger verbrennen, um zu wissen, wie heiß Feuer ist. Wir müssen uns schneiden, um die Schärfe des Messers zu kennen. Wir müssen lieben und verletzt werden, bis wir den Menschen finden, der uns nicht zurechtbiegen will. Den Menschen, der uns mit all unseren Eigenheiten liebt und nicht zulässt, dass wir uns aufgeben, um uns ihm oder jemand anderem ähnlich zu machen."


Alles in allem ist "Das Lied der Wölfe" einfach rundum gelungen und souverän geschrieben. Man merkt man sofort, dass dies nicht der erste Roman der Autorin ist, auch wenn sie bislang in einem anderen Genre unterwegs war. Die intensive, anspruchsvolle Liebesgeschichte wird trotz des vielen Drumherums nie aus den Augen verloren, die Autorin beweist ein gutes Gespür, wann sie theoretischen Input geben kann und wann sie sich auf die Handlung konzentrieren muss und trotz vieler ernster Themen wird es hier nie erdrückend. Top, ich freue mich auf mehr!
Kaya: "Wir segeln nicht in einem Boot einem gemeinsamen Ziel entgegen, wie andere Paare es tun. Wir treiben Hand in Hand in zwei Kajaks nebeneinander auf einem reißenden Fluss, versuchen, den Stromschnellen und scharfkantigen Felsen unserer Vergangenheit auszuweichen und zu vergessen, dass wir keine Ahnung haben, wohin der Fluss führt."




Fazit:

Ein wunderschönes, atmosphärisches Setting, spannende Handlung voller Geheimnisse inklusiver der ein oder anderen dramatischen Situation, sich entwickelnde Figuren, die im Zusammenspiel einfach Zucker sind und wissenswerte Einbindung von Informationen zu Wölfen und PTBS - "Das Lied der Wölfe" vereint alles, was man sich von einem Roman wünschen kann!

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Veröffentlicht am 10.06.2021

Wölfe in den schottischen Highlands

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Im Auftrag eines schottischen Milliardärs soll die deutsche Biologin Kaya helfen, in seiner Heimat ein Rudel wilder Wölfe anzusiedeln. Dazu gehört unter Anderem viel Überzeugungsarbeit bei den skeptischen ...

Im Auftrag eines schottischen Milliardärs soll die deutsche Biologin Kaya helfen, in seiner Heimat ein Rudel wilder Wölfe anzusiedeln. Dazu gehört unter Anderem viel Überzeugungsarbeit bei den skeptischen Einheimischen und Kaya stürzt sich mit Feuereifer in ihren neuen Job. Doch Nevis, der Sohn ihres Arbeitgebers, bringt die junge Forscherin in emotionale Verwirrung, obwohl er sich ihr gegenüber mürrisch und abweisend verhält. Auch für das Wolfsprojekt hat der Kriegsveteran wenig übrig und Kaya wird mehr und mehr in das Familiendrama der MacKinleys hinein gezogen.

"Das Lied der Wölfe" von Rena Fischer ist keine oberflächliche Liebesgeschichte, vielmehr werden dem Leser nebenher viele interessante Informationen über frei lebende Wölfe präsentiert. Die Autorin hat für ihr Buch ausgiebig recherchiert, auch über die Geschichte Schottlands habe ich zusammen mit der Protagonistin Einiges erfahren. Kaya war mir schnell sympathisch und ich habe auch Nevis trotz seiner zunächst sehr abweisenden Art gemocht. Die Beiden und auch die anderen Figuren im Buch waren umfassend beschrieben, so dass die Personen sich für mich real angefühlt haben und nicht nur flache Papiergestalten waren. Nevis kämpft mit einer kaum behandelten PTBS, auch diese Krankheit wurde in der Geschichte deutlich thematisiert.

Den Hintergrund bilden die schottische Highlands, die in ihrer rauen Schönheit ebenfalls sehr bildlich beschrieben sind, so dass ich beim Lesen leise Sehnsucht verspürt habe, diese Gegend einmal kennen zu lernen. Rena Fischers Schreibstil kannte ich schon aus der "Elbendunkel"-Dilogie und obwohl dieses Buch so ganz anders ist, hat es mich ebenso schnell in seinen Bann gezogen und trotz kleinerer Längen zwischendurch nicht wieder los gelassen. Dieses Leseerlebnis habe ich als intensiv und tiefgründig empfunden, deshalb empfehle ich es sehr gern weiter.

Fazit: Wer "nur" eine Liebesgeschichte erwartet, wird hier überrascht werden, die Autorin hat ernste Themen in die Handlung eingeflochten und ihr Roman hat mich mit einigem Wissen über die Wölfe und auch aus der schottischen Geschichte versorgt. Deshalb spreche ich für "Das Lied der Wölfe" sehr gerne eine Leseempfehlung aus.