Cover-Bild Gehe hin, stelle einen Wächter
19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: DVA
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 17.07.2015
  • ISBN: 9783421047199
Harper Lee

Gehe hin, stelle einen Wächter

Roman
Ulrike Wasel (Übersetzer), Klaus Timmermann (Übersetzer)

Der sensationelle Manuskriptfund - das literarische Großereignis!

Harper Lee hat bisher nur einen Roman veröffentlicht, doch dieser hat der US-amerikanischen Schriftstellerin Weltruhm eingebracht: „Wer die Nachtigall stört“, erschienen 1960 und ein Jahr später mit dem renommierten Pulitzer-Preis ausgezeichnet, ist mit 40 Millionen verkauften Exemplaren und Übersetzungen in mehr als 40 Sprachen eines der meistgelesenen Bücher weltweit. Mit „Gehe hin, stelle einen Wächter“ – zeitlich vor „Wer die Nachtigall stört“ entstanden – erscheint nun das Erstlingswerk. Das Manuskript wurde nie veröffentlicht und galt als verschollen – bis es eine Freundin der inzwischen 89-jährigen Autorin im September 2014 fand.

In „Gehe hin, stelle einen Wächter“ treffen wir die geliebten Charaktere aus „Wer die Nachtigall stört“ wieder, 20 Jahre später: Eine inzwischen erwachsene Jean Louise Finch, „Scout“, kehrt zurück nach Maycomb und sieht sich in der kleinen Stadt in Alabama, die sie so geprägt hat, mit gesellschaftspolitischen Problemen konfrontiert, die nicht zuletzt auch ihr Verhältnis zu ihrem Vater Atticus infrage stellen.

Ein Roman über die turbulenten Ereignisse im Amerika der 1950er-Jahre, der zugleich ein faszinierend neues Licht auf den Klassiker wirft. Bewegend, humorvoll und überwältigend – ein Roman, der seinem Vorgänger in nichts nachsteht.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2018

Zeitlos, berührend und unglaublich fesselnd

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Mit "Gehe hin, stelle einen Wächter" - zeitlich vor "Wer die Nachtigall stört" entstanden - erscheint nun das Erstlingswerk. Das Manuskript wurde nie veröffentlicht und galt als verschollen - bis es eine ...

Mit "Gehe hin, stelle einen Wächter" - zeitlich vor "Wer die Nachtigall stört" entstanden - erscheint nun das Erstlingswerk. Das Manuskript wurde nie veröffentlicht und galt als verschollen - bis es eine Freundin der inzwischen 89-jährigen Autorin im September 2014 fand. In "Gehe hin, stelle einen Wächter" treffen wir die geliebten Charaktere aus "Wer die Nachtigall stört" wieder, 20 Jahre später:
Die 26-jährige Jean Louise Finch hat alljährlich Sehn­sucht nach ihrer Heimat. Deswegen reist sie von New York, wo sie mittlerweile lebt und arbeitet, nach Maycomb in Ala­bama, wo sie geboren wurde und auf­wuchs. Ihr Bruder ist vor ein wenigen Jahren verstorben, seine Schwester Alexandra ist umgezogen. In den ersten Tagen scheint noch alles wie gewohnt zu sein, doch schon bald muss Jean Louise feststellen, dass sich einiges in Maycomb verändert hat. Der vorherrschende Rassismus ist stark spürbar. Zudem erfährt sie etwas, das ihr großes Vertrauen in ihren Vater zutiefst erschüttert ...

Der Schreibstil ist überraschend, angenehm und kein bißchen überspitzt. Man fühlt sich in die Zeit katapultiert und kann sich gedanklich direkt in das Geschehen integrieren.

Das Cover wirkt ein wenig befremdlich aufgrund der Farbkombination. Ich bin mir nicht einmal sicher, wie ich es bewerten soll. Es schreckt mich nicht ab, fasziniert mich aber auch nicht sonderlich. Ich würde sagen, dass ich es einfach hinnehme.

Fazit: Zeitlos, berührend und unglaublich fesselnd. Ich kann nur jedem Leser raten, die Nachtigall erneut zu lesen.

Veröffentlicht am 06.01.2017

Ich bin voller Bewunderung für diese Autorin ...

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Eben habe ich die letzten Zeilen dieses lange verschollen geglaubten Werks beendet und muss sagen, ich bin absolut und zutiefst beeindruckt. Zu Anfang dachte ich, dies sei ein Nachfolgeroman eines meiner ...

Eben habe ich die letzten Zeilen dieses lange verschollen geglaubten Werks beendet und muss sagen, ich bin absolut und zutiefst beeindruckt. Zu Anfang dachte ich, dies sei ein Nachfolgeroman eines meiner absoluten Lieblingsbücher „Wer die Nachtigall stört“ um dann zu entdecken, dass Harper Lee dieses Buch wohl zuerst schrieb und sich gegen seine Veröffentlichung entschied.
Auf den ersten Seiten schien der Roman etwas vor sich her zu plätschern aber schnell wurde mir bewusst, dass mich die Autorin auf die Familie und vor allem das Leben im Süden der USA vorbereiten wollte. Mit Geduld und viel prägnanter und ausdrucksvoller Sprache versteht sie es, die Atmosphäre der damaligen Zeit zu vermitteln. Sie bringt den Roman im letzten Teil zu einem aufwühlenden Crescendo, das seinesgleichen sucht. Ich sitze noch mit offenem Mund und einer Bewunderung für Jean Louises Vater als auch ihren Onkel und ihre Tante, vor allem wenn man bedenkt, dass das Buch nicht nur in den 50er Jahren spielt, sondern auch in denselben geschrieben wurde. Lange bevor Martin Luther King mit seinem Traum die Öffentlichkeit der Vereinigten Staaten aufrüttelte. Ich möchte diese Geschichte jedem nahe legen, der wie ich, begeistert von Frau Harpers erstveröffentlichtem Roman war. Unbedingt möchte ich aber auch empfehlen, diesen zuerst gelesen zu haben.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Jean Louise wird erwachsen

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Als im September 2014 ein verschollen geglaubtes Manuskript von Lee Harper, deren einziges zuvor erschienenes Werk „Wer die Nachtigall stört“ ein wahrer Klassiker der Gegenwartsliteratur ist, wiederentdeckt ...

Als im September 2014 ein verschollen geglaubtes Manuskript von Lee Harper, deren einziges zuvor erschienenes Werk „Wer die Nachtigall stört“ ein wahrer Klassiker der Gegenwartsliteratur ist, wiederentdeckt und publiziert wurde, galt dies als große literarische Sensation. Ein gewaltiges Rauschen im feuilletonistischen Blätterwald folgte.
Nachdem ich das Buch nun gelesen habe, kann ich einerseits verstehen, warum es ursprünglich unveröffentlicht geblieben ist, halte die mit ihm einhergehende Aufregung allerdings für stark übertrieben.

Ich würde jedem Leser empfehlen, es möglichst unabhängig von der „Nachtigall“ zu sehen, als einen Roman, der „zufällig“ am selben Schauplatz angesiedelt ist und dessen Protagonisten teilweise die selben Namen haben, der ansonsten aber nicht übermäßig viel mit dem Vorgänger (oder Nachfolger) zu tun hat.

Im Mittelpunkt der Handlung steht hier Jean Louise Finch, die seit Jahren in New York lebt, ihren Urlaub aber dazu nützt, ihre Familie im ländlichen Alabama zu besuchen. Dort nimmt sie mit Unbehagen wahr, dass Maycomb, der Ort ihrer Kindheit und Jugend, sich in letzter Zeit stark verändert hat. Vor allem der zunehmende Rassismus, dem sich auch ihr Vater Atticus anzuschließen scheint, erfüllt sie mit Entsetzen.

Diese Ausgangssituation ließe auf eine interessante Handlung schließen. Mich konnte der Roman aber nie richtig fesseln.
Schon der Erzählstil macht es schwer, bei der Sache zu bleiben, er ist zu umständlich und es gibt oft seitenlange Dialoge, die nie auf den Punkt kommen und nirgendwo hin führen.
Vor allem aber gelang es mir nicht, eine Verbindung zur Hauptperson aufzubauen. Jean Louise wirkt viel zu unreif, weiß oft selbst nicht, was sie eigentlich will, ist aber immer schnell bereit, fast alles und jeden in Maycomb zu kritisieren. Aus diesem Grund habe ich ihr auch nicht ganz abgekauft, dass es ihr wirklich um die Rechte der Neger geht. Jede beliebige andere Frage, bei der sie und ihr Vater unterschiedlicher Meinung sind, hätte dieselbe Reaktion hervorrufen können.

Fazit: Falls dieses Buch überhaupt eine tiefere Aussage haben sollte, ist diese bei mir nicht angekommen.