Cover-Bild Tage wie Salz und Zucker
9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 368
  • Ersterscheinung: 01.10.2014
  • ISBN: 9783499268670
Shari Shattuck

Tage wie Salz und Zucker

Nicole Seifert (Übersetzer)

Zwei ungleiche Frauen, eine einzigartige Geschichte.

Ellen Homes liebt es, ihre Mitmenschen zu beobachten - sie selbst aber möchte nicht gesehen werden. Sie versteckt sich hinter zu vielen Kilos und ihr Gesicht hinter langen Haaren. Nachts putzt sie in einem Riesensupermarkt. Eines Tages trifft Ellen im Bus eine junge Frau: Temerity ist blind, sprüht vor Lebensfreude, hat keinerlei Berührungsängste. Sie ist der erste Mensch seit langem, der Ellen «sieht». Die folgt ihr fasziniert und rettet sie prompt vor zwei Handtaschendieben. Fortan ist nichts mehr, wie es war. Temerity lockt Ellen gnadenlos aus der Reserve. Zusammen fangen die beiden ungleichen Freundinnen an, sich einzumischen - immer da, wo jemand sich nicht wehren kann oder wo Unrecht geschieht. Sehr schnell wirbeln sie jede Menge Staub auf ...

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Etwas fürs Herz

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Klappentext:
Ellen Homes liebt es, ihre Mitmenschen zu beobachten - sie selbst aber möchte nicht gesehen werde. Sie versteckt sich hinter zu vielen Kilos und ihr Gesicht hinter langen Haaren. Nachts putzt ...

Klappentext:
Ellen Homes liebt es, ihre Mitmenschen zu beobachten - sie selbst aber möchte nicht gesehen werde. Sie versteckt sich hinter zu vielen Kilos und ihr Gesicht hinter langen Haaren. Nachts putzt sie in einem Riesensupermarkt.
Eines Tages trifft Ellen im Bus eine junge Frau: Temerity ist blind, sprüht aber vor Lebensfreude, hat keinerlei Berührungsängste. Sie ist der erste Mensch seit langem, der Ellen "sieht". Die folgt ihr fasziniert und rettet sie prompt vor zwei Handtaschendieben. Fortan ist nichts mehr, wie es wahr. Temerity lockt Ellen gnadenlos aus der Reserve. Zusammen fangen die beiden ungleichen Freundinnen an, sich einzumischen - immer da, wo jemand sich nicht wehren kann oder wo Unrecht geschieht. Sehr schnell wirbeln sie jede Menge Staub auf...

Meine Meinung:
Ellen ist einsam. Aber das ist ihr egal. Menschen haben sie immer nur enttäuscht, verletzt und gedemütigt. Irgendwann begann Ellen sich unsichtbar zu machen. Und voila - nach Jahren reichlicher Übung ist es ihr gelungen. Die Menschen nehmen sie nicht mehr wahr.
Bis auf einmal die blinde Temerity in ihr Leben stolpert.
Temerity sieht Ellen nicht nur, sie hat auch ein feines Gespühr dafür, sie aus ihrem Schneckenhaus zu locken. Gemeinsam und trotz Ellens anfänglichen Widerwillen erleben die beiden ein paar kuriose Abenteuer.
Da wird nicht nur eine junge Familie gerettet und ein Raubüberfall verhindert, sondern auch allerhand kleine Seelenschmeichler an viele Mitmenschen verteilt.
Und Ellen merkt schnell, beobachten reicht manchmal nicht aus und man muss etwas riskieren und selbst beachtet und geliebt zu werden.

Dieses Buch war für mich wie eine Achterbahnfahrt.
An manchen Stellen unglaublich bedrückend und an anderen so wundervoll und berauschend.
Besonders wenn Ellen über ihre Vergangenheit spricht und erzählt wie die Menschen auf der Staße einfach durch sie hindurch sehen, ließ mich das dass ein oder andere Mal sehr traurig zurück.
Doch so schnell mich das Buch in ein Tief zog, zog es mich auch wieder in meinen "Gute-Laune-Modus" und das hatte ich dann meistens Temerity zu verdanken. Das genaue Gegenteil von Ellen, schert sie sich nicht die Bohne um das, was die Leute über sie denken.
Das hat nicht nur Ellen imponiert, sondern auch mir.
Die Autorin hat mit Ellen und Temerity zwei Charakter erschaffen, die mir schon auf den ersten paar Seiten ans Herz gewachsen sind. Ihr lockerer Schreibstil hat mich durch das Buch getragen. Doch am Ende war es das Thema was mich nicht nur vollkommen überzeugt, sondern auch ins grübeln gebracht hat.
Hatte ich auch schonmal Menschen komplett ignoriert, obwohl sie mich oder ich sie angerempelt habe? Hätte ich vielleicht mit einem Lächeln jemanden den Tag retten können?
Hätte ich in manchen Situationen ein wenig aufmerksamer oder netter sein können?

Zum Schluss kann ich nur noch sagen, wie schade ich es fand es die Geschichte vorbei war. Ich hätte gerne noch viel mehr über Ellen und Temerity gelesen. Mehr geschluchzt, mehr gelacht und mehr gegrübelt.
Und eins kann ich euch aber noch sagen, seit diesemn Buch versuch ich wirklich ein wenig achtsamer und freundlicher zu meinen Mitmenschen zu sein. Wer weiß schon wofür es gut ist

Veröffentlicht am 08.01.2018

Kleine Dinge können Großes bewirken

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„Tage wie Salz und Zucker" von Shari Shattuck (erschienen 2014) erzählt die Geschichte von Ellen Holmes – einer Frau, die lieber das Leben der anderen beobachtet, als ihr eigenes zu leben. Sie versteckt ...

„Tage wie Salz und Zucker" von Shari Shattuck (erschienen 2014) erzählt die Geschichte von Ellen Holmes – einer Frau, die lieber das Leben der anderen beobachtet, als ihr eigenes zu leben. Sie versteckt sich hinter zu vielen Kilos, ihr vernarbtes Gesicht hinter ihren langen Haaren und kompensiert ihre Ängste und Selbstzweifel mit Essen. Sie putzt nachts in einem Riesensupermarkt, um nicht gesehen zu werden.
Doch eines Tages trifft sie im Bus eine junge, blinde Frau, die vor Lebensfreude sprüht und seit langer Zeit der erste Mensch ist, der Ellen „sieht". Aus einem Impuls heraus folgt Ellen Temerity und rettet sie gleich darauf vor zwei Handtaschendieben. Temerity lässt Ellen keine andere Wahl, als ihre Freundin zu werden. Gemeinsam fangen sie an, nicht nur Ellens Leben komplett umzukrempeln, sondern mischen sich auch bei anderen ein, denen Unrecht geschieht.

Der Roman ist sehr schön geschrieben, ich konnte ihn nicht mehr aus der Hand legen. Erzählt wird die Geschichte von einem allwissenden Erzähler, so dass man nicht nur Ellens Sicht der Dinge erfährt, sondern auch Einblick in die Gefühle der anderen Figuren erhält.

Anfangs fand ich Ellen und ihr Verhalten etwas befremdlich (Sie bezeichnet ihre Nachbarn, die sie ständig beobachtet, als ihre Haustiere, ist permanent am Essen und erscheint ziemlich paranoid in Bezug auf den Kontakt zu Mitmenschen). Aber je weiter man in ihre Geschichte und damit auch ihre Vergangenheit eintaucht und je enger der Kontakt zu Temerity wird, desto offensichtlicher wird, dass sie ein herzensguter Mensch ist, und es bisher in ihrem Leben nicht leicht hatte, weswegen sie erstmal einen Schubs durch Temerity gebraucht hat, um ihre tief vergrabenen Gefühle und ihren Sinn für Gerechtigkeit wiederzufinden.

Temerity ist eine aufgeschlossene, liebenswerte junge Frau, die nur so vor Lebensfreude sprüht. Obwohl sie es mit ihrer Blindheit auch nicht immer leicht hatte im Leben, hatte sie doch immer den Halt und die Liebe durch ihre Familie, so dass sie sich ihre Lebensfreude bewahren konnte. Sie sieht in Ellen nicht das Äußere, sondern erkennt ihren wahren Kern und hilft ihr, diesen nach und nach freizulegen.

Die Charaktere sind gut herausgearbeitet, auch die meisten Nebendarsteller. Sowohl deren Gefühle als auch das ganze Umfeld werden anschaulich beschrieben. Ich konnte komplett in die Geschichte eintauchen und mit den Protagonisten mitfiebern.

Das Coverdesign ist recht schlicht, sticht aber dennoch durch die kräftigen Farben ins Auge.

Fazit:
Ein wunderbarer Roman, der zeigt, dass Äußerlichkeiten nicht wichtig sind und kleine Dinge/Hilfen Großes bewirken können.

Veröffentlicht am 31.10.2023

4/5 ⭐

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Das Buch war echt mal etwas anderes. Ich fand es sehr spannend mit einem sehr guten Schreibstil und ich mochte die humorvollen Stellen.
Aber ich habe nicht so ganz verstanden, auf welche Art Ellen unsichtbar ...

Das Buch war echt mal etwas anderes. Ich fand es sehr spannend mit einem sehr guten Schreibstil und ich mochte die humorvollen Stellen.
Aber ich habe nicht so ganz verstanden, auf welche Art Ellen unsichtbar war und fand das irgendwie seltsam. Außerdem war es auch etwas unrealistisch, dass auf einmal so viel in ihrer Umgebung passiert ist.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Interessantes Buch mit etwas zu viel Kitsch

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Ellen hat in ihrer Kindheit nur Ablehnung erlebt und sich nicht nur einen dicken Schutzpanzer angefuttert, sondern auch gelernt unsichtbar zu werden. Sie erlebt ihre Welt nur noch als Zuschauer. Immer ...

Ellen hat in ihrer Kindheit nur Ablehnung erlebt und sich nicht nur einen dicken Schutzpanzer angefuttert, sondern auch gelernt unsichtbar zu werden. Sie erlebt ihre Welt nur noch als Zuschauer. Immer wenn sie Gefahr läuft gesehen zu werden, dann tritt sich einen Schritt zurück oder dreht sich weg, sodass sie wieder im Schatten verschwindet.
Bis zu dem Tag, als die blinde Temerity sie trotzdem bemerkt. Neugierig folgt Ellen ihr und kann sie, durch Zufall, davor bewahren, dass ihre Handtasche geraubt wird.
Danach will Ellen wieder unsichtbar werden und zurück in die Schatten treten, doch Termerity lässt das nicht zu. Nachdem Ellen erfahren hat, dass es ein gutes Gefühl ist anderen zu helfen, mischt sie sich, unterstützt von Termity, immer mutiger ein um einigen Menschen in ihrer Umgebung zu helfen….

Die Geschichte hat mir insgesamt ziemlich gut gefallen. Trotzdem muss ich leider einen Stern abziehen. Gefahrensituationen werden von den beiden Frauen einfach ignoriert und durch puren Zufall und Glück gelingen die Vorhaben. Das war mir dann doch etwas zu einfach und zu glatt. Auch das Ende hatte für mich ein wenig zu viel „Zuckerguss“. Der passte leider nicht so richtig zur der Thematik des Buches.

Deshalb von mir 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Unterhaltsam, witzig und kurzweilig - Das Buch sollten sehr viele "sehen" ;)

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Ellen wiegt 122 Kilo, hat eine Verbrennung im Gesicht und tut alles Mögliche, um unsichtbar zu sein. Sie hat keine Kontakte zu anderen Menschen, beobachtet sie nur, arbeitet nachts und ist unter dem Strich ...

Ellen wiegt 122 Kilo, hat eine Verbrennung im Gesicht und tut alles Mögliche, um unsichtbar zu sein. Sie hat keine Kontakte zu anderen Menschen, beobachtet sie nur, arbeitet nachts und ist unter dem Strich recht erfolgreich mit ihren Aktionen, bis sie auf Temerity, eine talentierte, hübsche und blinde Musikerin trifft. Sie Ellen wirklich zu "sehen" und holt die vereinsamte Frau aus ihrem tristen Dasein wieder mitten ins Leben. Es entsteht eine Freundschaft zwischen den beiden Frauen, die unterschiedlicher kaum sein können. Ihre Mission ist es Menschen in ihrer Umgebung zu helfen und dabei geraten die beiden in brisante Situationen, doch gerade weil sie so ungleich sind, ergänzen sie sich sehr gut.

Die Protagonisten sind anders und trotzdem kann man sich irgendwie in sie hineinversetzen. Die Geschichte ist nicht gekünstelt tiefsinnig, zeigt trotzdem auf, warum Menschen werden, wie sie sind. Man wird nicht einfach irgendwie geboren, sondern auch von seiner Umwelt beeinflusst. Die Geschichte ist kurzweilig und sehr unterhaltsam. Witzig sind nicht nur die Momente, in denen sich Temerity mit viel Selbstironie mit ihrer Behinderung auseinandersetzt, sondern teilweise auch die unbeholfenen Versuche von Ellen sich mit Menschen auseinanderzusetzen. Der Schreibstil ist einfach und gut verständlich, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Einzig das Ende hat mir nicht wirklich gefallen, aber das fällt nicht allzu sehr ins Gewicht...

Ich empfehle das Buch gerne weiter ;)