Cover-Bild Feuererwachen (Bd. 1)
(18)
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Arctis ein Imprint der Atrium Verlag AG
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 496
  • Ersterscheinung: 21.08.2020
  • ISBN: 9783038800231
  • Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Rosaria Munda

Feuererwachen (Bd. 1)

Nadine Püschel (Übersetzer)

Annie und Lee waren Kinder, als eine blutige Revolution ihre Welt radikal veränderte. Inzwischen Teenager, nehmen sie beide an einem Auswahlverfahren teil, um Drachenreiter zu werden, obwohl ihre Herkunft unterschiedlicher nicht sein könnte. Annie kommt aus einer Familie von Leibeigenen, die durch das Drachenfeuer des alten Regimes getötet wurde; Lee ist der hochgeborene Sohn eines Drachenherrn, der bei der Revolution einen grausamen Tod fand. In der neuen Ordnung, die auf Leistung anstelle von Herkunft setzt, müssen beide ihren Weg finden. Doch dann droht ein Krieg, denn die alten Drachenherren wollen sich ihre Herrschaft zurückholen – und Annie und Lee werden zu schwerwiegenden Entscheidungen gezwungen …

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.01.2021

Wo sind die Drachen?

0

Eine Welt, die von den Drachenreiter beherrscht wurde. Doch eine blutige Revolution, die die Drachenherrscher stürzte, hat eine neue Zeit eingeläutet und Lee und Annie ihre Familien geraubt. Doch es stehen ...

Eine Welt, die von den Drachenreiter beherrscht wurde. Doch eine blutige Revolution, die die Drachenherrscher stürzte, hat eine neue Zeit eingeläutet und Lee und Annie ihre Familien geraubt. Doch es stehen nun neue Möglichkeiten offen. Die Herkunft ist für den späteren Beruf nicht mehr bedeutend, sondern Talent und Wissen. So können Annie und Lee, obwohl sie Waisen sind, die hoch angesehene Ausbildung zum Drachenreiter absolvieren. In ihrem letzten Ausbildungsjahr soll nun in einem Wettbewerb mit anderen jungen Drachenreitern der neue Anführer der Drachenflotte von Callipolis bestimmt werden. Ein drohender Angriff der einst vertribenen Drachenherrschern stört den Wettbewerb und stürzt Lee in einen großen Gewissenskonflik. Was niemand weiß ist, dass er der totgeglaubte Sohn einer der mächtigen Drachenreiter ist, die in der Revolution gestürzt und grausam ermordet wurden. Soll er sich gegen seine Familie stellen und sich seinen Verwandten anschließen? Kann er seine Freunde im Stich lassen?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Roman fast ausschließlich. Man folgt abwechselnd Lee und Annie durch ein sich immer noch im Aufbau befindendes neues Regime, das sie als eine Art Elite-Soldaten schützen und verteidigen. Gleichzeitig befinden sie sich jedoch noch in der Ausbildung. Es ist kompliziert und genau das ein großer Haken des Buches. Die Welt und vor allem die Machverteilung ist sehr komplex und wird detailliert beschrieben. Trotzdem trägt das nicht zum Verständnis bei. Eher verwirren die vielen Details und Begriffe, die man dann hinten in einem Glossar nachschlagen kann. Eine mühselige Arbeit, die den Lesefluss stört. Bis zum Schluss hat man Schwierigkeiten, den Aufbau der Welt zu durchschauen.
Gut zu verstehen ist die Handlung an sich, die sich vor allem mit Lee's innerem Konflikt befasst. Als Sohn eines mächtigen Drachenherrschers hat er mitansehen müssen, wie seine Familie ermordet wurde. Er selber blieb verschont und kämpft nun mit den Erinnerungen und dem Wissen um seine Herkunft. Niemand sonst weiß davon, denn Lee hat sich eine neue Identität angeeignet. Als nun ein Angriff seiner zum Teil tot geglaubten Verwandten anbahnt, stürzt ihn das in eine Tiefe Zerrissenheit, vor allem weil auch im neuen Staat nicht alles Gold ist, was glänzt. Als Drachenreiter muss er sich für eine Seite entscheiden.
Diese Entscheidungsfindung verfolgt man als Leser. Und leider sorgt das auch dafür, dass die Handlung passagenweise ins Stocken gerät. Es passiert nichts. Lee quält sich mit seiner Unsicherheit und dann ist da noch Annie, aus deren Sicht auch erzählt wird.
Sie ist im vergleich zu Lee sehr blass geblieben. Sie stammt aus einem ärmeren Gebiet des Stadtstaates oder Landes (ganz klar wird das nicht. Es fehlt eindeutig eine Karte). Auch Annie ist eine begabte Drachenreiterin und hat es sich zum Ziel gemacht, Erste Reiterin, also Anführerin der Drachenflotte zu werden. Oder nicht? Sie setzt sich mit ihrer Erzählung damit auseinander, was es bedeutet, Verantwortung zu haben. Auch lernt sie langsam, Unsicherheiten zu überwinden und Selbstbewusstsein zu bekommen.
Spannung und Action kommt bei diesen ganzen Charakterentwicklungen mehr als zu kurz. Spannende Stellen, wie zum Beispiel die Turnierkämpfe, sind in wenigen Seiten abgehandelt. Der bevorstehende Krieg ist genau das. Bevorstehend.
Interessant an diesem Buch ist vor allem Lee's moralisches Dilemma und die Tatsache, dass hier keinesfalls schwarz-weiß-gemalt wurde. Es gibt kein Gut und Böse. Das macht die Handlung lesenswert und hebt sie deutlich von anderen ab. Leider reicht das nicht aus, um den Spannungsbogen über das gesamte Buch zu halten.
Und dann ist da noch die Sache mit den Drachen. Obwohl auf dem Cover abgebildet, übernehmen diese Wesen in dem Buch eine untergeordnete Rolle. Sie sind Mittel zum Zweck. Man nutzt sie zum Flug und eigentlich bauen die Reiter auch eine emotionale Bindung zu ihnen auf, können ihre Gefühle mit den Drachen teilen. Aber wirklich Zeit mit ihnen verbringen sie nicht. Man Man ruft sie per Pfeife, reitet ein wenig herum, kämpft vielleicht, landet, steigt wieder ab und der Drache verschwindet im Stall äh Horst. Fertig. Eindeutig verschenktes Potential und ein großer Verlust.

Durch die langsame Handlung und die auffällige Abwesenheit der Drachen als handelnde Figuren, verliert dieses Buch einiges an Potential. Am Lesen hält einen allein das Interesse, ob oder wie Lee seinen inneren Konflikt lösen wird und wer oder was ihm dabei eventuell hilft. Das Buch endet mit dem Ausblick auf mindestens einen weiteren Band, doch "Feuererwachen" lässt den Leser nicht wirklich mit dem Wunsch nach mehr zurück.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.12.2020

Zwei Drachenreiter die alles geben

0

Der Tag des Sturms hat ihn als Waisen zurück gelassen. Die Hungersnot hat sie ihre Familie gekostet. Zwei Kinder die unterschiedlicher nicht sein könnten finden zusammen und werden für den jeweils anderen ...

Der Tag des Sturms hat ihn als Waisen zurück gelassen. Die Hungersnot hat sie ihre Familie gekostet. Zwei Kinder die unterschiedlicher nicht sein könnten finden zusammen und werden für den jeweils anderen unersetzbar. Und das obwohl sie eigentlich ein Ereigniss voneinander trennt. Das beide nicht wahrhaben wollen. Es tief in sich vergraben. Aber wie lange kann das gut gehen? Wie lange können der Junge und das Mädchen darüber schweigen?
Den er ist der Sohn des alten Geschlechts. Der Sohn eines Drachenherrn der bei der Revolution grausam hingerichtet wurde. Ein Geheimnis das nie herauskommen darf.
Sie ist eine Tochter einer armen Familie. Die durch Drachenfeuer umgekommen sind.
Und nun stehen sich genau diese beiden im Wettkampf um den Titel des ersten Reiters, der alle Drachenreiter anführt, gegenüber. Wer wird siegen? Und dann bahnt sich auch noch ein Krieg an. Der für beide sehr viele grausame Entscheidungen verlangt.
Fazit.. Feuererwachen ist eine sehr schöne Drachengeschichte. Mir ist das Cover damals ziemlich ins Auge gefallen. Und da ich Drachengeschichten liebe, musste dieses Buch einfach mit. Auch wenn ich mich beim lesen manchmal stark an Drachenzähmen erinnert fühlte. Aber das kann auch nur mir so gehen. Alles in allem finde ich dieses Buch sehr gelungen. Es hat sehr viel Spass gemacht die ganzen Charakter kennen zu lernen. Und auch die Drachen. Die Geschichte um Annie und Lee war sehr interessant und super schön zu lesen. Beide Charaktere haben einen sehr starken Charakter. Auch wenn Annie manchmal an sich selbst zweifelt. Und es durch ihren niederen stand nicht so leicht hat. Doch mit Lee an ihrer Seite schafft sie alles. Auch Lee hat es nicht leicht. Den sein Geheimnis liegt schwer auf seinen Schultern. Vorallem wenn der Tag des Sturms wieder ansteht.
Mit ihrem Erstlingswerk hat Rosaria Munda es auf jeden fall geschafft mich zu verzaubern und mich zu fesseln. Man kann die Charaktere einfach nur lieb gewinnen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.10.2020

Beste Freunde gehen füreinander durchs Feuer und lernen zur Not auch fliegen

0

Eine Revolution angeführt von Atreus, der später als erster Protektor der neuen Ordnung gefeiert wird, beendet die alte Herrschaftsordnung der Drachenherren von Callipolis und damit auch das Leben der ...

Eine Revolution angeführt von Atreus, der später als erster Protektor der neuen Ordnung gefeiert wird, beendet die alte Herrschaftsordnung der Drachenherren von Callipolis und damit auch das Leben der Herrscherfamilie. Der einzige Überlebende dieses blutigen Umsturzes ist Leon Sturmpfeils Sohn Leo. Unter dem Namen „Lee“ findet er Schutz im Waisenhaus in Alban und muss fortan seine Identität geheim halten. Hilfe, diese schwere Zeit zu überstehen, seinem Zuhause und seiner Familie beraubt, erhält er von dem Waisenmädchen Antigone, die von allen Annie genannt wird. Sie verlor ausgerechnet ihre Familie durch ein Drachenfeuer, das Lee’s Familie verschuldet hat. Doch beide brauchen einander und wachsen immer enger zusammen. In beiden wächst unabhängig voneinander ein Wunsch: Sie wollen Drachenreiter in der Flotte von Callipolis werden. Möglich macht dies ein leistungsabhängiges Auswahlverfahren, indem die Drachen ihre Reiter selbst auswählen. Als Annie und Lee beide von Drachen ausgewählt werden beginnt der Kampf um die Unabhängigkeit von Callipolis.

Ich war sehr begeistert von der Welt, die „Feuerwachen“ zum Leben erweckt hat. Als ich das Buch gelesen habe, musste ich zunächst an Bücher wie „die Bestimmung“ oder „die Tribute von Panem“ denken, allerdings erschafft die Autorin eine vollkommen neuartige Welt. Sie ist aber nicht minder beängstigend, denn in Callipolis werden die Menschen nach einem Test in Stände eingeteilt. So unterteilt man die Menschen in Bronze, Eisen, Silber, Gold und einer Mischung aus Silber und Gold, die den Drachenreiterin vorbehalten ist. Die Menschen der unterschiedlichen Stände leben auch separiert voneinander und jeder Stand hat seinen Tätigkeitsbereich. Der Eisenstand besteht z.B. aus ungelernten Handwerkern, die in Fabriken arbeiten. Dagegen besteht der Goldstand aus Gelehrten und Politikern. Darüber hinaus stellt das Drachenreiter-Programm eine interessante Abwechslung dar. Jeder unabhängig seiner Herkunft kann ein Drachenreiter werden, wenn man von einem Drachen erwählt wird. Dies führt innerhalb des Landes wieder zu Spannungen, da z.B. Annie eine Leibeigene ist und als Drachenreiter plötzlich über dem Goldstand steht. Gerade diese Konflikte, zusammen mit der Frage „war die Revolution wirklich eine Besserung der Umstände für Callipolis?“ empfand ich als sehr spannend und ich konnte das Buch fast kaum zur Seite legen.

Zudem fand ich das Verhältnis zwischen Lee und Annie sehr schön. Beide haben viel im Leben durchgemacht, aber sie schaffen es, trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft, sich zusammenzuraufen und überwinden im Laufe des Buches ihre Ängste. Umso mehr hat es mich getroffen als sich Annie und Lee, währen der Ereignisse in Callipolis immer weiter voneinander entfernen. Die Autorin hat es geschafft zwei Charaktere zu erschaffen, die einem direkt ans Herz wachsen und mit denen man automatisch mitfiebert. Vor allem Annie hat einen Platz in meinem Herzen gefunden, da sie zeigt, dass es nicht darauf ankommt, woher man stammt, sondern was man aus seinen Möglichkeiten macht.

Auch fand ich die Kampfszenen zwischen den Drachenreitern sehr spannend und konnte kaum aufhören zu lesen, bis ich wusste, wer den Kampf für sich entschieden hat. Da ich mich sonst mit Kampfszenen in Büchern schwertue und meist nur schnell quer lese, je nach Länge der Kampfszene, war ich bei „Feuererwachen“ positiv überrascht.

Demnach kann ich nur jedem dieses Buch empfehlen, der nur ansatzweise etwas für dystopische Geschichten übrig hat und Lust hat eine neue Welt zu entdecken, in der es noch Drachen gibt!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.09.2020

Nach der Revolution

0

Die Ordnung in Callipolis ist nach der Revolution neu geordnet. Alle sollen die gleichen Chancen haben und sich in einen neuen Status arbeiten können. Annie hat damals durch das Drachenfeuer ihre ganze ...

Die Ordnung in Callipolis ist nach der Revolution neu geordnet. Alle sollen die gleichen Chancen haben und sich in einen neuen Status arbeiten können. Annie hat damals durch das Drachenfeuer ihre ganze Familie verloren. Lee ist ein Sohn eines Drachenherrn, der damals die Macht über Callipolis hatte, doch niemand darf das Geheimnis erfahren. Beide sind mit ihren Drachen im Wettkampf um den Titel des Ersten Reiters der die Drachenreiter anführt und führt. Doch dann wird Callipolis den Krieg erklärt und Lee muss sich seiner Vergangenheit stellen…

„Ich werde innerlich ganz ruhig, als ich Aela nähre kommen spüre, und nacheinander bestätigen meine Sinne das Gefühl – das Rauschen ihrer Flügel, die Zugluft aus der Höhle auf meinem Gesicht, der Schimmer der bernsteinfarbenen Schuppen in der Dunkelheit, als sie den Höhlenausgang erreicht.“ (Seite 168)

Feuerwachen hat alles was man sich wünscht – Drachen, Drachenreiter, Intrigen, Geheimnisse, hier und da einen Hauch von Verliebtheit, Konkurrenz, eine Familiengeschichte im Dunkeln und eine Revolution die die Karten neu gemischt hat und irgendwie doch nicht.

Der Schreibstil ist relativ flüssig, der Einstieg fiel mir persönlich etwas schwerer denn die Autorin setzt gleich an nach der Revolution, wir haben also Zustände die sich geändert haben, aber die man noch nicht ganz begreift oder nachvollziehen kann. Das hat mich ins straucheln gebracht, aber mit der Zeit legt sich diese Ungewissheit und man mag das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es baut einen Spannungsbogen auf der sich hält und die Fäden der Verwirrung lösen sich mit der Zeit gänzlich auf.

Lee und Annie sind beides Waisenkinder die gemeinsam sich im Waisenhaus durchschlagen. Mit der Zeit vertrauen sie sich gegenseitig an und als Leser merkt man sehr schnell dass beide unterschiedliche Vergangenheiten haben und auch unterschiedliche Ansichten auf die alten Herrscher. Die Autorin hat beide sehr gut unter vor allem unterschiedlich gezeichnet was gelungen umgesetzt ist.

Natürlich kommen die Drachen hier ebenso gekonnt und würdevoll zum Einsatz, sie sind facettenreich beschrieben, die Verbindung der Reiter mit ihren Tieren sind zauberhaft, spannend und beflügelnd beschrieben und lassen einen mit durch die Lüfte gleiten.

Die Autorin setzt sich sehr interessant mit der Revolution auseinander. Ist sie immer besser? Was hat sie Gutes bewirkt? Wird sie auch ihr schlechtes Gesicht zeigen? Wie wird Callipolis auf diese Veränderungen reagieren? Wie „tickt“ der Anführer und Auslöser der Revolution? Und werden die Drachenreiter, die ihm unterstellt sind, bedingungslos folgen? Denn auch sie haben hier und da Familien die in unterschiedlichen Ständen leben und arbeiten und die Auswirkungen des Krieges würden sich unterschiedlich auswirken.

Es ist kein Buch welches sich schnell lesen lässt, es ist sehr detailliert und genau beschrieben, auch die Umstände jedes Protagonisten. Im Ganzen merkt man sehr genau wie viel Mühe und Liebe die Autorin in ihr Buch „Feuererwachen“ gesteckt hat.

Das Ende lässt, für mich, keine Fragen offen, alles wurde, in diesem Band aufgeklärt und doch gab es einen kleinen Cliffhanger der auf weitere Bände hoffen lässt. Ich empfehle dieses Buch auf jeden Fall und gerne weiter.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.09.2020

Tolle Idee, Umsetzung konnte mich nicht komplett mitreißen

0

Ich mag Drachen... so lese ich eben auch gerne Geschichten mit Drachen. Und als ich dieses Buch in der Vorschau gesehen habe, wusste ich, dass ich es unbedingt lesen wollte. Aber wenn ich ehrlich bin, ...

Ich mag Drachen... so lese ich eben auch gerne Geschichten mit Drachen. Und als ich dieses Buch in der Vorschau gesehen habe, wusste ich, dass ich es unbedingt lesen wollte. Aber wenn ich ehrlich bin, weiß ich gerade nicht so richtig, was ich von ihm halten soll.
Der Schreibstil der Autorin ist ... anders triffts wahrscheinlich am ehesten. Er wirkte etwas distanzierter, was mich jetzt aber nicht unbedingt gestört hat. Es war einfach interessant zu lesen, auch wenn die Emotionen im Detail dadurch manchmal nicht bei mir angekommen sind. Er ist beschreibend, sodass ich mir alles gut vorstellen konnte.
Die Handlung insgesamt hat mir gefallen, wenn sie mich auch nicht vollends fesseln konnte. Wir begleiten die beiden Protagonisten, die auch beide Erzähler der Handlung sind, auf ihrem Weg. Spannung war da, aber insgesamt hätte ich mir vielleicht eine andere Aufteilung der Handlung gewünscht ... zum Ende hin ging mir einiges doch arg schnell, während am Anfang vieles länger ausgeführt wurde. An manchen Stellen bin ich auch nicht ganz durchgestiegen, welche Folgen manche Entscheidungen haben könnten. Gerade auf am Ende ist mir die Tragweite nicht so richtig bewusst.
Das System in dieser Welt und die politischen Aspekte fand ich spannend gemacht. Auch die vielen Fragen, die dadurch aufgeworfen wurden, haben mich schon zum Nachdenken gebracht. Ich bin auf jeden Fall neugierig, wie sich dies weiter entwickelt. Gefallen haben mir auch die Einblicke in die Vergangenheit, die nochmal ein differenziertes Bild zeigen. So lernt man auch die beiden Protagonisten nochmal anders kennen.
Lee hat mir wirklich gut gefallen. Die Autorin hat seinen persönlichen Zwiespalt richtig gut dargestellt und so konnte ich seine Entscheidungen nachvollziehen. An vielen Stellen hat er mir einfach sehr leid getan, dann empfand ich ihn auch wieder sehr ausdrucksstark.
Annie dagegen hat es mir echt schwer gemacht. Ihre Art hat mich so manches Mal zur Weißglut getrieben. Ich konnte einige ihrer Handlung und viele ihrer Aussagen nicht so richtig nachvollziehen. Vor allem habe ich nicht verstanden, warum sie permanent eingeschnappt war, wenn irgendwer was gesagt hat. Auch ihr Verhalten gegenüber Lee fand ich vielfach sehr unfair und ich hatte den Eindruck, dass sie ihn gar nicht verstanden hat, auch wenn sie das öfter meint.
Die Nebencharaktere fand ich okay, manche sind mir aber ein bisschen untergegangen.
Insgesamt bin ich ein bisschen zwiegespalten. Die Idee und das Setting fand ich super, auch wenn es zum Ende etwas zu kurz wurde. Lee hat mir ebenfalls gefallen, aber Annie hat es mir sehr schwer gemacht. Da ich sie nicht mochte, war auch nicht immer sofort die Motivation da, die Abschnitte aus ihrer Sicht zu lesen und so wirkte es manchmal ein bisschen zäh. Aber ich bin trotzdem neugierig, wie sich das alles entwickeln wird und gebe Band 2 auf jeden Fall noch eine Chance.

Mein Fazit
Geschichten mit Drachen faszinieren mich immer wieder und auch hier hat mich das Setting und die Idee überzeugen können. Die Handlung war gut, auch wenn sie mir gerade zum Ende hin etwas kurz geworden ist. Lee empfand ich als ausdrucksstarken Protagonisten, Annie hat mich dagegen leider gar nicht überzeugen können. Da fehlte mir für ihre Erzählabschnitte auch manchmal die Motivation, was das ganze ein bisschen zäh gemacht hat. Ich bin trotzdem neugierig, wie sich gerade das System im zweiten Band entwickeln wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere