Cover-Bild Der Pfad - Die Geschichte einer Flucht in die Freiheit
12,99
inkl. MwSt
  • Verlag: cbj
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 240
  • Ersterscheinung: 16.10.2017
  • ISBN: 9783570172360
Rüdiger Bertram

Der Pfad - Die Geschichte einer Flucht in die Freiheit

Heribert Schulmeyer (Illustrator)

Über schmale, steile Pfade in die Freiheit – die Flucht eines Jungen vor den Nazis

Frankreich 1941: »Gut oder böse?« ist mehr als nur der Name eines Spiels, mit dem sich der zwölfjährige Rolf und sein Vater die Zeit auf der Flucht vertreiben. Wie so viele andere deutsche Flüchtlinge, die von der Gestapo gesucht werden, sitzen die beiden in Marseille fest, weil sie keine Ausreisegenehmigung erhalten. Ihr Ziel ist New York, wo Rolfs Mutter auf sie wartet, doch der einzige Weg in die Freiheit ist ein steiler Pfad über die Pyrenäen. Fluchthelfer Manuel, ein Hirtenjunge kaum älter als Rolf, soll sie über die Berge führen. Heimlich und gegen das Verbot seines Vaters, nimmt Rolf seinen geliebten Hund Adi mit, und so machen sie sich zu viert auf einen gefährlichen Weg in eine ungewisse Zukunft.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.11.2017

Der Weg in die Freiheit ist gefährlich - und sehr spannend!

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Europa 1941: Europa befindet sich im Krieg. Nicht nur Juden verlassen wann immer möglich Deutschland, auch die geistige und kreative Elite versucht das Land zu verlassen. Viele sind zuerst nach Paris geflohen, ...

Europa 1941: Europa befindet sich im Krieg. Nicht nur Juden verlassen wann immer möglich Deutschland, auch die geistige und kreative Elite versucht das Land zu verlassen. Viele sind zuerst nach Paris geflohen, bis sie auch von den Franzosen als Feinde in Lager gesteckt wurden. Als die Wehrmacht in Paris einmarschierte gelang vielen die Flucht in den „freien“ unbesetzten Süden. Doch auch dort unterstützen immer mehr deutsche Soldaten die französischen Polizisten oder Soldaten bei Razzien oder Kontrollen. Die Flucht nach Amerika wird immer dringender und immer schwieriger. Der kritische deutsche Journalist Ludwig Kaiser hat bereits seit Jahren seine Heimat verlassen, sein 12 jähriger Sohn Rolf spricht inzwischen Französisch. Über das Meer gibt es keine Fluchtmöglichkeiten mehr aus Marseille, da hilft nur noch eine Flucht über die Pyrenäen nach Spanien und vor dort auf ein Schiff im Lissaboner Hafen. Endlich hat Ludwig alle gefälschten Papiere beisammen und auch von seinen letzten Ersparnissen zwei Schiffspassagen gekauft, sie verlassen die Gemeinde der Gestrandeten in Marseille, um mit Hilfe von Widerstandskämpfern die Flucht durchs Gebirge anzutreten. Für die zwei Großstädter ist dies ein harter und gefährlicher Weg, geleitet von einem Ziegenhirten in Rolfs Alter.
Diese Geschichte ist ab 12 Jahren sehr gut geeignet. Sie ist so spannend, dass kein Kind zu sagen wagen würde: bitte keine Kriegsgeschichte. Der Krieg spielt auch eher am Rande eine Rolle, es ist mehr eine Frage der Bedrohungslage. Denn Rolf und sein Vater befinden sich ja eigentlich schon im unbesetzten Teil Frankreichs und dennoch kontrollieren dort auch deutsche Nazi. Selbst hinter der spanischen Grenze treiben deutsche Soldaten ihr Unwesen. Viel haben wir in der Schule gelernt über die Judenverfolgung, die Verfolgung der Sinti und Roma, der Kommunisten, der Homosexuellen, diesmal geht es um die Verfolgung der kritischen Geister aus Sicht eines 12 Jährigen. Als Journalist, fällt Vater Ludwig die Emigration nicht leicht. Während Romanautoren auch im Exil noch auf Deutsch schreiben können, in der Hoffnung eines Tages wieder verlegt zu werden, war es schier unmöglich als deutscher Journalist in den Vereinigten Staaten Artikel an deutschsprachige Zeitungen zu verkaufen, um davon zu leben. Seine Frau hatte weniger, was sie an Deutschland hielt. Als Tänzerin kann sie überall auftreten, ohne Sprachbarriere und ist daher schon nach New York vorgereist, um für ihre Familie alles vorzubereiten. Doch die Lage in Europa hat sich anders entwickelt, als von Ludwig erhofft und so versuchen sie noch auf den letzten Routen vor den Nazis zu entkommen. Denn auch Ludwig steht auf der Liste deren, die die Nazis auf keinen Fall entkommen lassen wollen. Im Rahmen der Schilderungen lernen die Kinder viel über die Bücherverbrennung in Berlin und Erich Kästner. Diesem ist Rolf in Berlin persönlich begegnet und so begleitet ihn sein persönlich signiertes Exemplar von „Der 35. Mai“ quer durch Europa. Ich möchte nun auch unbedingt dieses Werk von Kästner lesen. Es ist aber auch eine Geschichte über großen Mut in Zeiten der Not und wahren Freundschaft, die sich auch zwischen zwei Menschen entwickeln kann, die sich auf Anhieb nicht mochten und ein Leben lang halten. Großstädter Rolf mit seinem Kuschel-Terrier und Hirtenjunge Manuel, der nicht Lesen und Schreiben kann und nicht versteht, wozu man einen Hund zum Kuscheln braucht, kommen aus ganz verschiedenen Welten. Doch wenn man eine andere Welt kennen lernt, kann man sie besser verstehen und auch schätzen. Meist macht nur das Fremde Angst, daher ist es wichtig es kennen zu lernen.
Auch wenn diese Flucht, die an wahren Schicksalen orientiert ist, eine Zeit vor über 70 Jahren betrifft ist sie nicht nur eine Geschichte wider das Vergessen. Sie ist immer noch aktuell, denn noch immer fliehen Kinder ohne Eltern zu uns nach Europa, sie sind hier noch viel fremder, als der Berliner Rolf in den Pyrenäen. Daher hoffe ich, daß dieses Buch neben Spannung und Geschichtsverständnis auch Toleranz und Neugierde auf fremde Kulturen weckt. Eigentlich bin ich mir dessen sehr sicher und wünsche mir sehr, daß dieses wirklich wertvolle Buch auch im Schulunterricht zum Einsatz kommen wird. Ich bin ganz sicher, daß nicht nur die Comics von Heribert Schulmeyer zu Beginn und zum Ende des Buches die Kinder packen wird, sondern auch die Spannung und die Emotionen. Aber Vorsicht: dieses Buch ist ab 12 Jahren und kein Disney-Film! Es ist ein Abenteuer nahe an der damaligen Realität!
Begeisterte 5 von 5 Sternen, nicht nur für Jungs und Mädels ab 12, sondern auch für deren Eltern und Lehrer!

Veröffentlicht am 13.11.2017

Über schmale, steile Pfade in die Freiheit

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Klappentext:

Über schmale, steile Pfade in die Freiheit – die Flucht eines Jungen vor den Nazis
Frankreich 1941: »Gut oder böse?« ist mehr als nur der Name eines Spiels, mit dem sich der zwölfjährige ...

Klappentext:

Über schmale, steile Pfade in die Freiheit – die Flucht eines Jungen vor den Nazis
Frankreich 1941: »Gut oder böse?« ist mehr als nur der Name eines Spiels, mit dem sich der zwölfjährige Rolf und sein Vater die Zeit auf der Flucht vertreiben. Wie so viele andere deutsche Flüchtlinge, die von der Gestapo gesucht werden, sitzen die beiden in Marseille fest, weil sie keine Ausreisegenehmigung erhalten. Ihr Ziel ist New York, wo Rolfs Mutter auf sie wartet, doch der einzige Weg in die Freiheit ist ein steiler Pfad über die Pyrenäen. Fluchthelfer Manuel, ein Hirtenjunge kaum älter als Rolf, soll sie über die Berge führen. Heimlich und gegen das Verbot seines Vaters, nimmt Rolf seinen geliebten Hund Adi mit, und so machen sie sich zu viert auf einen gefährlichen Weg in eine ungewisse Zukunft.

Leseeindruck:

Seit Jahren bin ich ein riesiger Fan des Autoren/ Illustrator-Duos Rüdiger Bertram und Heribert Schulmeyer.

Viele Kinder- und Jugendbücher habe ich bis dato von diesem Erfolgsduo gelesen. Dieses Buch ist so ganz anders, als alle bisherigen Bücher. "Der Pfad" ist die berührende Geschichte des Jungen Rolf, der gemeinsam mit seinem Vater aus dem Hitler regierten Deutschland nach Marseille flieht, den Vater verliert und gemeinsam mit dem Hirtenjungen Manuel über die Pyrenäen eine abenteuerliche Reise wagt, um seine Mutter in New York zu treffen.

Sowohl das Vorwort, als auch das Nachwort sind als Comic Strip von Heribert Schulmeyer gezeichnet. Nicht lustig oder humorvoll, sondern bitterernst, so wie die Situation damals in Zeiten des zweiten Weltkrieges eben auch war.

Neben dem düsteren Hintergrund der Kriegsszenerie, steht hier die Freundschaft und der Zusammenhalt der beiden kinder im Vordergrund, die vermittelt, dass man gemeinsam einfach alles erreichen kann. Der Schreibstil ist leicht verständlich und mitreißend. Viele Elemente beruhen auf historische Fakten, vermengt mit der fiktiven Geschichte der Protagonisten. Dieses Buch ist als Jugendbuch angelegt mit einer Altersempfehlung ab 12 Jahren. Mein Sohn ist fast 14 Jahre alt und konnte mit dem Inhalt gut umgehen, auch wenn dieser Roman kein Buch ist, das den Krieg beschönigt. Gerade die letzten Kapitel haben uns tief berührt. Das Cover ist sehr schön und könnte treffender kaum gewählt sein.

@ esposa1969

Veröffentlicht am 13.11.2017

Spannend, humorvoll und auch traurig. Ein ganz wundervolles Jugendbuch!

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Ich kannte von Rüdiger Bertram bisher nur witzige Kinderbücher wie die „Coolman und ich“-Reihe oder die „Stinktier & Co“ Bücher. Auf sein Buch „Der Pfad – Eine Geschichte über eine Flucht in die Freiheit“ ...

Ich kannte von Rüdiger Bertram bisher nur witzige Kinderbücher wie die „Coolman und ich“-Reihe oder die „Stinktier & Co“ Bücher. Auf sein Buch „Der Pfad – Eine Geschichte über eine Flucht in die Freiheit“ war ich schon richtig gespannt gewesen, da es mein erstes Jugendbuch von ihm war, welches ein ernstes Thema behandelt.

Frankreich 1941: Der zwölfjährige Rolf und sein Vater Ludwig sind auf der Flucht. Sie flüchten vor den Nazis, mit dem Ziel New York, wo Rolfs Mutter wartet. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Wie viele deutsche Flüchtlinge sitzen die beiden in Marseille fest, da sie keine Ausreisegenehmigung haben. Der einzige Weg in die Freiheit führt über die Pyrenäen nach Spanien. Ein steiler Pfad wird sie durch die Berge führen und der Hirtenjunge Manuel, der sich im Gebirge bestens auskennt, wird sie begleiten. Da Rolf seinen Hund Adi nicht zurücklassen möchte, widersetzt sich der Junge seinem Vater und schmuggelt den kleinen Terrier in seinem Rucksack mit. So treten sie also zu viert die gefährliche Reise an. Eine Reise, die Verluste einfordern, aber auch neue Freundschaften mit sich bringen wird.

Mal wieder hat mich ein Buch von Rüdiger Bertram nicht enttäuscht. Ich war schon nach den ersten Seiten ganz gebannt von der Handlung. Durch den angenehm flüssigen Schreibstil und den vielen bildhaften Beschreibungen fliegt man hier regelrecht durch die Seiten und bekommt eine tolle Mischung aus Spannung, Wissen und Humor geboten.

Ich habe schon so einige historische Bücher für Kinder und Jugendliche gelesen, die zur Zeit des Zweiten Weltkrieges spielen. Ganz besonders während meiner Schulzeit, da ich im Geschichtsprofil gewesen bin. Ich kenne mich mit dem Thema also recht gut aus, habe hier dann aber beim Lesen recht schnell festgestellt, dass ich noch so einiges Neues dazugelernt habe. Auch hat mich vieles in dem Buch sehr zum Nachdenken angeregt und mich dazu gebracht, mich wieder etwas mehr mit den Themen Flucht, Nazis und Zweiter Weltkrieg zu beschäftigen. Meine Schulzeit liegt nun noch nicht so lange zurück, aber ich musste ja nun doch feststellen, dass ich leider schon wieder so einiges aus meinem Geschichtsunterricht vergessen habe.

Da das Buch stellenweise recht humorvoll und auch sehr spannend ist, merkt man es beim Lesen gar nicht so richtig, wie viel geschichtliches Wissen man hier lernt. Für Kinder ist dies wirklich perfekt, da sie hier sehr kindgerecht mit der Thematik „Zweiter Weltkrieg“ konfrontiert werden und vielleicht dadurch auch die Neugier entwickeln, sich weiter mit diesem wichtigen Thema zu beschäftigen.

Der Autor beschreibt die gefährliche und beschwerliche Reise unserer Gefährten sehr anschaulich und abenteuerlich. Ich war immerzu am Mitfiebern und habe so gehofft, dass Rolf und sein Vater heil und gesund in New York ankommen werden.
Allerdings müssen die beiden schon am Anfang ihrer Wanderung über die Pyrenäen einige Verluste in Kauf nehmen. Soldaten sind ihnen auf den Fersen und Rolf wird von seinem Vater getrennt. Zum Glück ist der Zwölfjährige dennoch nicht auf sich alleine gestellt. An seiner Seite befindet sich der Hirtenjunge Manuel und zwischen den beiden entwickelt sich sehr rasch eine wunderbare Freundschaft. Diese wird zum Teil richtig herzerwärmend beschrieben. Rolf hatte ich ja sofort fest in mein Herz geschlossen und auch Manuel ist mir im Verlaufe des Buches immer sympathischer geworden.

Auch den kleine Terrier Adi, der die Jungen auf ihrem Weg über die Berge begleitet, mochte ich sehr. Er ist den beiden Jungen öfters eine große Hilfe und es zeigt sich nur mal wieder, dass man, auch wenn man recht klein ist, eine enorme Stärke besitzen kann.
Auch Rolf besitzt eine große Willensstärke und einen bewundernswerten Überlebenswillen. Sehr schön finde ich, dass er, trotz der schlimmen Zeit, seinen Humor und seine Freude am Leben nicht verloren hat.

„Der Pfad“ ist ein Buch über Freundschaft, Mut, Verzweiflung und Krieg, welches mir einen tollen Lesespaß geboten hat und welches ich absolut empfehlen kann. Meine einzige Kritik ist, dass es keine Karte gibt, die die Route unserer Gefährten zeigt. Die hätte ich zur Übersicht ganz nett gefunden. Dafür aber gibt es am Anfang und am Ende des Buches jeweils einen doppelseitigen Comic, den ich sehr gelungen finde, da er einen tollen Einstieg in die Geschichte liefert und diese auch perfekt wieder beendet.

Fazit: Ein wunderbares und berührendes Jugendbuch, welches auch für Erwachsene absolut lesenswert ist. Die Geschichte ist spannend, humorvoll, traurig und liefert viel historisches Wissen, welches sehr gekonnt und kindgerecht in der fesselnden Story verpackt wurde. Ich bin hellauf begeistert von dem Buch und kann es sehr empfehlen! Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 02.11.2017

Gegen das Vergessen

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„In Büchern gehen die Geschichten immer gut aus.“ (S. 230)

Dieses Buch ist eine Geschichte über eine Flucht, über den Krieg, über Familien und Freunde. Es ist die Geschichte von Rolf, wie er seinen Hund ...

„In Büchern gehen die Geschichten immer gut aus.“ (S. 230)

Dieses Buch ist eine Geschichte über eine Flucht, über den Krieg, über Familien und Freunde. Es ist die Geschichte von Rolf, wie er seinen Hund gerettet, seinen Vater verloren und einen neuen Freund gefunden hat. Es ist trotz allem aber auch ein Buch gegen das Vergessen, denn ganz unterschwellig werden die Gräueltaten des Naziregimes und des Krieges erwähnt.
Rolf ist 12 Jahre alt und befindet sich mit seinem Vater in Marseille. Sie wollen nach New York, wo Rolfs Mutter auf sie wartet. Endlich haben sie alle Papiere zusammen und sie machen sich auf den Weg zu den Pyrenäen. Ein Hirtenjunge, Manuel, soll sie über die Berge nach Spanien bringen und von dort geht es nach Lissabon und dann nach New York. Doch unterwegs wird Rolfs Vater von Deutschen festgenommen und Rolf und Manuel beschließen, auf die Suche nach ihm zu gehen.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und leicht, die Comics am Anfang und am Ende geben nicht nur einen guten Einstieg in das Buch und die Geschichte allgemein, sondern bieten auch den perfekten Abschluss, sodass der Leser sich nicht fragt, wie alles ausgegangen ist.
Alles in allem ein kapital gutes Buch. Ich kann es jedem empfehlen, der gegen das Vergessen liest.

Veröffentlicht am 21.01.2018

Spannendes Jugendbuch, das Hauptthema wird aber leider nur oberflächlich behandelt.

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Mit „Der Pfad“ von Rüdiger Bertram zog das erste reine Jugendbuch seit langer Zeit bei mir ein. Ich wurde neugierig auf das Buch, als ich las, dass es um einen Weg quer durch die Berge geht – denn irgendwie ...

Mit „Der Pfad“ von Rüdiger Bertram zog das erste reine Jugendbuch seit langer Zeit bei mir ein. Ich wurde neugierig auf das Buch, als ich las, dass es um einen Weg quer durch die Berge geht – denn irgendwie zieht mich das Thema „Berge“ in letzter Zeit magisch an. Vielleicht wird es mal Zeit für einen Urlaub? ? Die Geschichte spielt zur Zeit des zweiten Weltkrieges, Hitler ist an der Macht und viele Deutsche flüchten aus Deutschland. So auch Rolf und sein Vater Ludwig. Die beiden sind vor einiger Zeit in Frankreich angekommen und warten auf den richtigen Moment und die richtigen Papiere einer Fälscherin, um über die Pyrenäen zu wandern und schließlich per Schiff in die USA zu gelangen, wo Rolfs Mutter bereits auf die beiden wartet. Doch dieses Vorhaben ist leichter gesagt als getan, und so müssen Vater und Sohn sich zahlreichen Herausforderungen stellen, bis sie erst einmal in die Nähe der Berge gelangen. Dort wartet der Hirtenjunge Manuel, der nur gebrochen Deutsch spricht, auf sie, um sie über die Berge zu führen. Ihren Hund Adi, der die Zwei die ganze Zeit begleitet, müssen sie zurücklassen. Doch das kommt für Rolf überhaupt nicht in Frage und so begeht er einen „kapitalen“ (ein Wort, das er gern gebraucht) Fehler, den sein Vater ins Gefängnis bringen wird…

»Trifft Hitler auf Wahrsager, fragt Hitler: Wann werde sterben ich? Sagt Wahrsager: An Feiertag. Will Hitler wissen: An was für Feiertag? Antwortet Wahrsager: Egal, wenn sterben du, wird sein Feiertag.«

Rüdiger Bertram erzählt hier von einer Flucht, wie sie in den 30er- und 40er-Jahren vermutlich unzählige Male vonstatten ging. Die Flucht aus Deutschland, das Wiedersehen mit alten Bekannten, die ebenfalls auf der Flucht sind und die ständige Angst vor Wachen und Polizisten sind starke Themen in „Der Pfad“. Rolf und Ludwig versuchen, mit ihrer Angst zurechtzukommen und spielen zum Zeitvertreib das erfundene Spiel „Gut oder Böse?“, um ihre Mitmenschen einzuschätzen. Dieses Spiel wird später harter Ernst, als die beiden sich Kontrolleuren und Beamten stellen und einschätzen müssen, ob sie ihnen trauen können oder nicht. Als Leser spürt man die ständige Anspannung der beiden am eigenen Leib und hofft inständig, dass sie es schaffen. Doch was ich von den letzten Kinderbüchern, die ich gelesen habe, gelernt habe, ist: Es gibt keine Happy Ends, die happy für jeden sind. Irgendwer zieht immer den Kürzeren und Opfer müssen gebracht werden. Und so ist auch dieses Jugendbuch nur eingeschränkt ein Buch mit einem Happy End – was natürlich auch an der Thematik liegen mag. Diesen Realismus habe ich bei der Lektüre der letzten vier Bücher bemerkt und finde es gut, dass er bereits bei Kinderbüchern Einzug gehalten hat. Tod, Krieg, Krankheit, Trennung — das sind wahnsinnig schwierige Themen, besonders für jüngere Leser. Umso besser, dass diese bereits in Büchern für die Kleinen eingeführt werden.

Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: https://killmonotony.de