Verräterische DNA-Spuren?
Sabine Weiss legt mit „Die Chemie des Verbrechens. Die Fährte“ den Auftaktband um die forensische Kriminologin und Rechtsanwältin Dr. May Barven vor. Gemeinsam mit dem Privatdetektiv Tarek beginnt sie ...
Sabine Weiss legt mit „Die Chemie des Verbrechens. Die Fährte“ den Auftaktband um die forensische Kriminologin und Rechtsanwältin Dr. May Barven vor. Gemeinsam mit dem Privatdetektiv Tarek beginnt sie zu ermitteln.
Gleich mal sind wir im Jahre 2007, als Jugendliche einem anderen übel mitspielen, um danach May und ihren beiden kleinen Kindern bei einem DNA-Experiment zuzuschauen.
May Barven hat sich als Strafverteidigerin selbständig gemacht, Ihre Mandate allerdings sind sehr überschaubar. Als dann der Startup-Millionär Ruben Rickleffs unter Mordverdacht gerät und dieser in U-Haft sitzt, bietet sie ihm ihre Dienste an. Als erfahrene DNA-Forensikerin, die lange im Polizeidienst war, ist sie für diesen Fall geradezu prädestiniert.
Damals, im Jahre 2007, wurde eine junge Frau ermordet und nun haben deren Eltern auf einem Schal DNA-Spuren sichern lassen, die Ruben Rickleffs zum Verhängnis werden könnten. Der Mordfall Ute Pusch wird neu aufgerollt, für den Verdächtigen sieht es nicht gut aus. Wie vor achtzehn Jahren mischt auch heute Kriminalhauptkommissar Hattentrop wieder mit, unterstützt von seinem jungen Kollegen Jo Mückenhaupt. Der Fall wurde seinerzeit unerledigt zu den Akten gelegt und nun sieht es so aus, als ob sie mit Rickleffs den Schuldigen gefunden haben, was May jedoch anzweifelt. Sie legt Beweise für seine Unschuld vor, Ihr Mandant jedoch bleibt inhaftiert.
Vorab werfen wir einige Blicke in andere Vorfälle, die dem Anschein nach nichts mit diesem Cold Case zu tun haben, zwischendurch dann treffen wir immer wieder auf die Jugendgruppe im Jahre 2007 und auch, wenn so einiges und einige der damaligen Freunde näher beleuchtet werden, bleibt der Mord an Ute weiterhin nebulös. War Ruben in die Gruppen involviert? Auch dies bleibt unklar.
Es kommt zum Prozess und hier ist May in ihrem Element. Denn es geht darum, den DNA-Abgleich dem wahren Täter zuzuordnen. Ob ihr das gelingen wird? Sie ihren Mandanten entlasten kann? Der Prozess ist eine Herausforderung, die sie trotz so manch lücken- und lügenhaften Aussagen zu meistern weiß. Wie nebenbei erfahren wir so einiges über die Beweislast der DNA-Spuren, verfolgen gespannt Tarek und seine Ermittlungen, wissen mehr um die Jugendgruppe und auch rückt Rickleffs Familie in den Fokus.
Sabine Weiss versteht es bestens, trotz der vielen Informationen, die sie uns Lesern gibt, die Spannung hochzuhalten und nichts vorschnell zu verraten. Ihre Charaktere sind allesamt glaubhaft angelegt, angefangen von May und Tarek über die Familie Rickleffs bis hin zu dem Familien- und Freundeskreis des Mordopfers. Verdächtig sind sie mir fast alle, letztendlich kristallisiert sich dann doch der wahre Täter heraus, den ich bis zum Schluss nicht auf dem Schirm hatte. Ein rundum gelungener Auftakt der neuen Reihe, die ich unbedingt weiter verfolgen muss.