Cover-Bild All die verborgenen Dinge
14,99
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER KJB
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 240
  • Ersterscheinung: 23.03.2017
  • ISBN: 9783737351973
Sarah Moore Fitzgerald

All die verborgenen Dinge

Glück ist (k)ein Wunder
Unten am Fluss liegt das Glück. Genauer gesagt im Wohnwagen am Flussufer. Er ist einer dieser wenigen Orte auf der Welt, wo man sagen kann, was man denkt und sich nicht verstellen muss. Dort wohnt Ned. Er ist neu an Mintys Schule und so ganz anders als alle anderen. Die Mitschüler finden ihn seltsam, wollen nichts mit ihm zu tun haben. Aber Minty ist fasziniert. Ned traut sich, ganz er selbst zu sein, egal, was andere denken. Im Gegensatz zu Mintys Eltern, die sich gerade getrennt haben und so gar nicht sie selbst sind. Durch ihre Freundschaft zu Ned sieht Minty, was so vielen verborgen bleibt: Wir entscheiden selbst, wie wir die Welt sehen. Glück ist kein Wunder, wir haben es selbst in der Hand.
Authentisch, einfühlsam und mit ganz viel Herz.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.10.2017

über eine aussergewöhnliche Freundschaft

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Sarah Moore Fitzgerald hat sich mit ihrem charmanten "Das Apfelkuchenwunder oder Die Logik des Verschwindens" in mein Herz geschrieben und so stand für mich sofort fest, dass ich auch ihr neues Buch lesen ...

Sarah Moore Fitzgerald hat sich mit ihrem charmanten "Das Apfelkuchenwunder oder Die Logik des Verschwindens" in mein Herz geschrieben und so stand für mich sofort fest, dass ich auch ihr neues Buch lesen musste. Auch in "All die verborgenen Dinge" steht die Freundschaft im Vordergrund - sogar ein sehr aussergewöhnliche Freundschaft.

Minty führt eigentlich ein ganz normales Leben, doch in letzter Zeit scheinen sich ihre Eltern immer mehr voneinander zu entfernen, was sie sehr beschäftigt.
Ned ist neu an Mintys Schule und wohnt bei seiner Grossmutter in einem Wohnwagen im berüchtigten Nettleblog. Nicht nur deshalb gilt er in der Schule als Sonderling. Er traut sich auch Dinge, die sonst niemand wagen würde und schert sich nicht um Regeln und Gepflogenheiten.
Minty hält nichts von Vorurteilen und Ned und Nettleblog üben auf sie eine grosse Anziehungskraft aus. Ned bietet ihr die ideale Ablenkung von ihren Familienproblemen und so bahnt sich eine Freundschaft zwischen den beiden an.

Sarah Moore Fitzgerald ist einmal mehr eine besondere Geschichte gelungen und das auf gerade einmal 240 Seiten. Auf den ersten Blick mag "All die verborgenen Dinge" als ein ruhiges Buch erscheinen, doch wie der Titel schon verrät, verbergen sich in seinen Tiefen ungeahnte Dinge. Es ist nicht nur die Geschichte über eine Freundschaft, sondern auch über den Mut, sich gegen Konventionen aufzulehnen, sich gegen die Mehrheit der Menschen zu stellen.
Ein grosser Pluspunkt ist für mich auch die Atmosphäre und Naturverbundenheit im Buch. Die Autorin schafft es, Nettleblog zu einem geheimnisvollen Platz, zu einem Zufluchtsort zu machen.

Nach dem Apfelkuchenwunder hatte "All die verborgenen Dinge" sicherlich einen etwas schweren Stand, denn es musste hohen Erwartungen gerecht werden. Leider muss ich zugeben, dass ich da doch ein kleines bisschen enttäuscht wurde. Vielleicht will Sarah Moore Fitzgerald doch etwas zu viel auf wenig Seiten, denn sie schneidet eine grosse Anzahl bedeutungsvolle Themen an, und schafft es meiner Meinung nach nicht ganz, alle rund unter einen Hut zu bringen.

Der Schreibstil liest sich angenehm und flüssig, ist aber auch ausdrucksstark. Einmal mehr habe ich mir sehr viele Zitate markiert, da mich immer wieder wunderschön geschriebene Sequenzen berührten.

Fazit:
Auch in "All die verborgenen Dinge" erzählt uns Sarah Moore Fizgerald von einer aussergewöhnlichen Freundschaft und den Mut, sich gegen Konventionen aufzulehnen um ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Die Autorin greift einige tiefgründige Themen auf, die mir aber oft doch zu sehr an der Oberfläche blieben.
Eine Geschichte, die ich gerne gelesen habe, an der einen oder anderen Stelle jedoch etwas mehr vertragen hätte.

Veröffentlicht am 09.04.2017

Leichte Lektüre über Freunde und Pferde

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In diesem Buch geht es um die Freundschaft zwischen dem Mädchen Minty und Ned, der neu in ihre Klasse kommt, kaum redet und niemanden an sich heranlassen will. Die Schule besucht er nur unregelmäßig und ...

In diesem Buch geht es um die Freundschaft zwischen dem Mädchen Minty und Ned, der neu in ihre Klasse kommt, kaum redet und niemanden an sich heranlassen will. Die Schule besucht er nur unregelmäßig und verbringt seine Zeit lieber mit seinen Pferden. Er lebt mit seiner Großmutter in einem Wohnwagen am Fluss. Minty liebt genau diese geheimnisvolle Stelle und flüchtet sich verbotenerweise oft dorthin, um allein ihren Gedanken nachzuhängen und den Streitereien und der bedrückenden Atmosphäre in ihrem Elternhaus zu entfliehen. Ihr Vater hat eine jüngere Freundin und ist bereits auszogen. Ihre Mutter will sich von ihren Sorgen nichts anmerken lassen und beteuert immer wieder, dass alles in Ordnung sei. Keiner von beiden redet mit Minty darüber und sie wird wie ein kleines Kind behandelt, dass von alledem nichts mitbekommen soll. Doch natürlich erfährt Minty die ganze Geschichte und die Heuchelei ihrer Eltern ist für sie viel schlimmer zu ertragen, als die ganze Situation an sich. An ihrem Zufluchtsort am Fluss trifft sie auf Neds Großmutter, die sehr freundlich auf sie eingeht und sie mit den beiden Pferden von Ned bekanntmacht. Minty ist begeistert von ihnen und überglücklich, als Ned, der nun ebenfalls immer zugänglicher wird, ihr erlaubt, auf seiner Stute reiten zu lernen...

Die Handlung und die Idee, die ihr zugrunde liegt, haben mir sehr gut gefallen. Es war interessant mitzuerleben, wie aus zwei problembeladenen Kindern, gute Freunde werden, die sich gegenseitig Halt geben. Minty fühlt sich von ihren Eltern im Stich gelassen und Ned hat nur noch seine Großmutter, auf die er sich aber uneingeschränkt verlassen kann. Auch eine couragierte Lehrerin setzt sich für ihn ein, als er in der Schule in Ungnade fällt. Dabei fand ich ihre Erklärung des Palio, eines berühmten Pferderennens in Siena, sehr schön. Die Beschreibung war so authentisch, dass man es sich richtig bildlich vorstellen konnte, als wäre man schon einmal dabei gewesen.

Der gesamte Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig, leicht und locker zu lesen und enthält viele poetische Umschreibungen, die ich sehr passend fand. Allerdings wird die Handlung leider viel zu hastig vorangetrieben und man muss sich bei einigen Szenen seine eigenen Erklärungen zwischen den Zeilen dazu denken. So stolpert man über eine unverständliche Reaktion von Ned, als Minty ihn unbeabsichtigt verrät. Auch wäre es glaubwürdiger und nachvollziehbarer geworden, wenn der zeitliche Ablauf der Ereignisse nicht so kurz hintereinander erfolgt wäre (Trennung, Scheidung, Wiederheirat und perfekt ohne Sattel Reiten lernen - alles in ein paar Wochen). So fehlt manchmal der nötige Tiefgang und einige Seiten mehr, hätten dem Buch gutgetan.

Bis auf diese kleinen Einschränkungen hat mir die Geschichte gut gefallen und am Schluss kommt dann nochmal richtig Spannung auf, als Minty und Ned sich mitsamt den Pferden in einem actiongeladenen Showdown in großer Gefahr befinden. Ich kann dieses Buch über eine außergewöhnliche Freundschaft als leichte Lektüre für Jugendliche empfehlen, die auch Spaß an Pferdegeschichten haben.

Veröffentlicht am 19.04.2017

Ich hatte ein wenig mehr erwartet

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3,5 Sterne

Manche Orte auf dieser Welt scheinen eine besondere Anziehungskraft für uns Menschen zu haben. Und wahrscheinlich kann sich jeder noch an genau die Orte aus seiner Kindheit oder Jugend erinnern, ...

3,5 Sterne

Manche Orte auf dieser Welt scheinen eine besondere Anziehungskraft für uns Menschen zu haben. Und wahrscheinlich kann sich jeder noch an genau die Orte aus seiner Kindheit oder Jugend erinnern, die man trotz eines elterlichen Verbotes immer gerne besucht hat. Womöglich hat dieses Verbot das Fleckchen Erde für seine Besucher noch viel reizvoller gemacht.
Für Minty, der literarischen Hauptfigur aus „All die verborgenen Dinge“, gibt es auch so einen verlockenden Ort: Nettlebog, ein Stück Land mit einem tosenden Fluss. Das Verlockende an Nettlebog ist aber nicht nur, dass es scheinbar der einzige Platz auf der Welt ist, an dem sich Minty nicht verstellen muss und sagen kann, was sie denkt. Sondern auch Ned - der undurchschaubare Neue aus ihrer Klasse, den alle Mitschüler seltsam finden, weil ihm scheinbar alles egal ist - , der in einem Wohnwagen direkt am Flussufer lebt, ist ein weiterer Grund.

„Er ging mir ständig durch den Kopf. Der Junge, der im Wohnwagen lebte. Der Junge, der um Mitternacht ein großes Feuer machte und auf einem Autoreifen über den Fluss schwang, vor und zurück, und dabei laute, unverständliche Schreie ausstieß. Dieser Junge, von dem alle sagten, er tauge nichts.“ Seite 32


Für Minty ist Neds natürliche Wildheit sehr beeindruckend und die zwischen ihnen zart aufkeimende Freundschaft, lässt Minty die Welt mit anderen Augen sehen und sie erkennt, was anderen verborgen bleibt.

Sarah Moore Fitzgerald, die Autorin von „All die verborgenen Dinge“, ist für mich keine Unbekannte, denn vor über einem Jahr kredenzte mir diese Autorin mit „Das Apfelkuchenwunder oder Die Logik des Verschwindens“ einen literarischen Leckerbissen, der mich tief berührt hat. Dem entsprechend waren meine Erwartungen etwas höher, als bei anderen Büchern. Gespannt folgte ich Mintys Einführung in die Geschichte, ohne zu wissen, wer mir diese Geschichte erzählt. Ohne sich vorzustellen plaudert eine unbekannte Erzählerstimme - erst ertwas später erfährt der Leser, um wen es sich dabei handelt -, munter drauf los und berichtet von einem aufregenden Schultag, der zusammen mit einem neuen Schüler dafür verantwortlich ist, dass sich Mintys Leben für immer verändern wird. Jedoch gibt es für diese gravierende Veränderung auch noch andere familiäre Ursachen, über die uns Minty im Laufe der Geschichte berichtet. Wir Leser haben Teil an Mintys Schicksal und erleben, wie sie sich entwickelt und über sich hinauswächst.

Den ausdrucksstarken und bildhaften Schreibstil von Sarah Moore Fitzgerald erkennt man mit der ersten gelesenen Zeile und hätte ich mir jedes schöne und manchmal sehr poetische Zitat farblich im Buch gekennzeichnet, wäre mein Exemplar jetzt kunterbunt.

„Gerüchte sind nur Wörter. Sie schweben durch die Luft, von einer Stimme zu anderen, und sie sind unsichtbar. Komisch, wenn man sich überlegt, wie viel Macht sie trotzdem haben können. Manche schneiden wie spitze Messer, andere sind eiskalte Hämmer – sie können so viel Schaden anrichten, als wären sie reale Gegenstände, die herumfliegen und dich ins Gesicht treffen, wenn du es am allerwenigsten erwartest.“ Seite 67


Die vielen kurzgehaltenen Kapitel und die sehr flüssige Schreibweise machen es dem Leser sehr leicht durch die Zeilen zu fliegen. Und doch konnte mich die Autorin nicht komplett mit ihrer Geschichte überzeugen. Das lag vor allem an der sprunghaften Erzählweise. Sarah Moore Fitzgerald beschäftigt sich in ihrem neuen Buch mit vielen gewichtigen Themen, wie dem Erwachsenwerden, der Freundschaft, Vorurteilen, die Liebe zu Pferden und damit, wie Eheprobleme die Kindheit belasten können. Es gelingt ihr jedoch nicht, all diese an sich wunderbaren Elemente miteinander verschmelzen zu lassen. Es wirkt manchmal wie ein Puzzle, dessen Teile nicht zusammenpassen.
Durch die kurze und sprunghafte Abhandlung der vielen Themen fehlt es der Geschichte an Tiefe.
Auch die literarischen Figuren sind leider nicht so bestechend und einige hätte die Autorin auch gut einsparen können, weil sie für die Geschichte unwichtig und noch dazu sehr blass wirkten.

Schon sehr lange fieberte ich dem Erscheinen von „All die verborgenen Dinge“ von Sarah Moore Fitzgerald entgegen und konnte es kaum erwarten, einen neuen literarischen Leckerbissen zu genießen. Jedoch wollte der Funke der Begeisterung dieses Mal nicht auf mich überspringen.

www.kathrineverdeen.blogspot.de

Veröffentlicht am 04.04.2017

Schöne Ansätze, die aber in der Umsetzung leider etwas schwächeln...

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Mintys Welt steht Kopf. Behütet aufgewachsen und von ihren Eltern geliebt, findet sie sich in einer Situation wieder, in der sie Beide plötzlich gar nicht mehr verstehen kann. Sie haben sich getrennt und ...

Mintys Welt steht Kopf. Behütet aufgewachsen und von ihren Eltern geliebt, findet sie sich in einer Situation wieder, in der sie Beide plötzlich gar nicht mehr verstehen kann. Sie haben sich getrennt und Minty hat das Gefühl sich von beiden Elternteilen immer mehr zu entfremden oder ist es andersherum ? Minty weiß nicht mehr wer sie ist und wo sie steht, sie begreift nicht, warum ihre Mutter nicht zugeben kann, das es ihr nach der Trennung schlecht geht und sie hat keine Ahnung was ihr Vater nur an seiner neuen Frau findet.
In all dieses Gefühlschaos platzt Ned. Ein schweigsamer Junge, der mit seiner Großmutter in einem alten Wohnwagen in Nettlebog wohnt und der Nachts die abenteuerlichsten Dinge tut.
Minty ist fasziniert von Ned und fest entschlossen ihn als Freund zu gewinnen.....

Meinung:
Das Cover besticht durch seine kräftigen, freundlichen Farben und wann immer ich das Buch betrachte oder kurz zur Hand nehme, kann ich fast den Sommer spüren.
Von der Optik passt es im Übrigen auch perfekt zu Sarah Moore Fitzgeralds erstem, bei Fischer erschienenen, Titel "Das Apfelkuchenwunder".

Sarah Moore Fitzpatrick hat einen leichten Schreibstil. Ihre Sätze sind kurz und ihr Stil ist flüssig und sprachlich wirklich schön. Die Geschichte erzählt sie aus Mintys Sicht. Gut gewählt, denn so bekommt der Leser direkt einen guten Zugang zu ihrer Gefühls- und Gedankenwelt. Ich mochte sie sehr gerne und es hat Spaß gemacht Zeit mit ihr zu verbringen. Sie ist ein nettes Mädchen, das nicht so recht weiß wo es steht und versucht seinen Platz im Leben zu finden. Besonders nach der Trennung ihrer Eltern fällt ihr das schwer. Ned wird ein wichtiger Bestandteil auf dieser Suche nach sich selbst, denn er zeigt ihr, mehr unbewusst, was alles in ihr steckt.

Auch die Handlung fand ich toll, zumindest anfangs. Sarah Moore Fitzpatrick versucht eine ausgewogene Mischung aus unbeschwerter Jugend und ernsthaften Themen zu kreieren, was ihr zunächst auch gelingt. Es geht unter anderem um Selbstfindung, aber auch darum Vorurteile zu bekämpfen, es geht um Mut und um Freundschaft. Im weiteren Verlauf werden Neds Pferde allerdings immer wichtiger und rücken in den Fokus. Einerseits war das für mich nachvollziehbar, weil Minty ja über sich hinauswachsen will und soll, was ihr durch die Liebe zu den Pferden gelingt, aber andererseits rutschten andere, wichtigere Themen dadurch in den Hintergrund und wurden zu oberflächlich behandelt.

Das Ende war mir zu wenig durchdacht und kam leider viel zu plötzlich.

Fazit:
Würde ich zur Zielgruppe der 12-14-Jährigen gehören und hätte obendrein noch ein Faible für Pferde, so hätte mich "All die verborgenen Dinge" wohl sehr sehr glücklich gemacht.

Da dies aber nicht der Fall ist muss ich leider sagen, das mich die Geschichte zwiespältig zurücklässt. Sarah Moore Fitzpatrick hat einen schönen, flüssigen Schreibstil; Idee und Ansätze sind wirklich toll, doch in der Umsetzung wurde an Tiefe gespart, es gibt zu viele Oberflächlichkeiten und ein irgendwie abruptes Ende.