Cover-Bild Schicksalstage am Fjord
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3,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 11.09.2019
  • ISBN: 9783839260722
Sofie Berg

Schicksalstage am Fjord

Roman
Das Leben in Norwegen unter der deutschen Besatzung ist gefährlich, vor allem für diejenigen, die Widerstand leisten. Nach der Verhaftung von Vater und Schwager wendet sich die junge Norwegerin Ingrid Bakken hilfesuchend an ein Mitglied der norwegischen Nazipartei und wird damit für ihre Familie zur Verräterin. Ingrid bemüht sich, das Verhältnis zu ihrer Familie zu retten - und hat Erfolg. Doch dann begegnet ihr die große Liebe - in Gestalt eines deutschen Soldaten. Wird sie es wagen, ihren Gefühlen nachzugeben?

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.01.2020

Norwegen unter dem Hakenkreuz

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Schauplatz: Norwegen 1942-1945. Deutsche Truppen haben Norwegen besetzt und üben den üblichen Terror aus. Kommunisten, Sozialisten, Juden und andere Regimegegner werden unerbittlich verfolgt.
So auch der ...

Schauplatz: Norwegen 1942-1945. Deutsche Truppen haben Norwegen besetzt und üben den üblichen Terror aus. Kommunisten, Sozialisten, Juden und andere Regimegegner werden unerbittlich verfolgt.
So auch der Vater von Ingrid, der Hauptfigur dieses Romans, der als Kommunist bereits im Gefängnis war und weiter unter Beobachtung steht. Viele Norweger engagieren sich mehr oder weniger aktiv im Widerstand. Selbst Gespräche mit echten oder vermeintlichen Kollaborateuren oder einfach Norwegern, die für die Besatzer arbeiten sind tabu.

Ingrid gerät gleich mehrfach in die Zwickmühle, weil sie sich erstens trotz Verbots seitens ihrer Familie mit Solveig abgibt, die für die Deutschen arbeitet und zweitens, weil sie sich in einen deutschen Marinesoldaten verliebt.

Die Rachsucht ihrer Schwester und ihres Bruders Ingrid gegenüber, als sie ein Kind vom „Feind“ erwartet ist furchtbar. Besonders grausam ist, dass sogar die kleinen Neffen indoktriniert werden und in der Cousine einen Feind sehen, der nicht einmal die Bauklötze angreifen darf.

Ingrids Mutter und ausgerechnet Ingrids Schwager Einar, der von der Gestapo verhaftet und in einem KZ gefangen gehalten worden ist, sind um Ausgleich, Verständnis und Sachlichkeit bemüht, kommen aber gegen den Hass der anderen Familienmitglieder nicht an.

Meine Meinung:

Ein zutiefst emotionaler historischer Roman, der die Unversöhnlichkeit mancher Menschen offenbart.

Der Schreibstil ist bildhaft und sehr gut zu lesen. Das Buch hat mich gefangengenommen und mich tief in diese Zeit eintauchen lassen. Teile der Geschichte sind Sofie Bergs eigener Familiengeschichte entnommen.

Sofie Berg hat starke Charaktere geschaffen. Die Zerrissenheit, die Verzweiflung von Ingrid lässt sich hautnah nachvollziehen.

Das Ende, das ich hier nicht verraten werden, kommt dann ein wenig abrupt mit einem Cliffhanger, der auf eine Fortsetzung hoffen lässt.

Fazit:

Für diesen historischen Roman gebe ich gerne 5 Sterne.

Veröffentlicht am 01.01.2020

Durchgehend hohe Spannung

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Man liest die ersten Seiten und ist sofort gebannt von der Geschichte, die einen nicht mehr loslässt. Die Spannung ist von Anfang an da und zieht sich kontinuierlich durch das ganze Buch. Der angenehm ...

Man liest die ersten Seiten und ist sofort gebannt von der Geschichte, die einen nicht mehr loslässt. Die Spannung ist von Anfang an da und zieht sich kontinuierlich durch das ganze Buch. Der angenehm zu lesende Schreibstil der Autorin lässt den Leser schnell voran kommen. Tolle Vergleiche machen die Handlung anschaulich.

Gekonnt lässt Sofie Berg zwei Lager entstehen. Die Jøssing, die dem im Exil lebenden norwegischen König treu ergeben sind und den Quislingen und Mitgliedern der Nasjonal Samling, die eng mit den deutschen Besatzern zusammen arbeiten. Ingrid steht mit ihrer Freundin, die auf Seiten der Deutschen steht, dazwischen. Sie sieht vor allem den Menschen selbst und nicht vorrangig die politische Zugehörigkeit. In Zeiten des Krieges und der Besatzung nicht unbedingt von Vorteil. Man spürt ihre innere Zerrissenheit, ihre Freundin nicht fallen lassen zu wollen, aber trotzdem nicht zu den Feinden zu zählen. Ingrids Gedanken und auch die ihrer Familie sind ausführlich und nachvollziehbar dargestellt, klar erkennbar durch eine andere Schriftart als der Rest der Handlung. Als ihr Bruder und Schwager, die sich im Widerstand betätigen, auffliegen, wird es für Ingrid in ihrer Familie immer schwieriger. Der Familienzusammenhalt wird auf eine harte Probe gestellt.

Doch nicht nur innerhalb der Familie, auch in ganz Norwegen sind die Lager gespalten. Die Autorin lässt ein umfassendes Bild der Lage in Norwegen unter deutscher Besatzung entstehen, das lebensecht wirkt, was die gute Recherche von Sofie Berg zeigt. Inspiriert von ihrer eigenen Familiengeschichte entstand dieses Buch, das einen guten Eindruck das Leben der Norweger zur Zeit des Zweiten Weltkrieges verschafft. Was sich tatsächlich so abgespielt hat und was fiktiv ist, klärt sie im Nachwort. Ein Glossar am Ende erklärt die im Buch vorkommende Begriffe und liefert weitere Erläuterungen.

Fazit

Ich war sofort von der Geschichte gebannt und habe mit Ingrid mitgefiebert. Die Gedanken der verschiedenen Lager sind nachvollziehbar und ergeben ein von der Autorin gekonnt zusammengestelltes Geflecht aus Spannungen in der Familie und in ganz Norwegen. Mir hat das Buch hervorragend gefallen. Ein Muss für jeden, der sich für Norwegen oder den Zweiten Weltkrieg interessiert.

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