Unterhaltsam, aber kein Meisterwerk
Angeblich wurde ein Unschuldiger verurteilt und im Gefängnis erstochen. In einem anonymen Schreiben wird die Polizei darüber informiert, dass der Tod des Unschuldigen gerächt wird. Es sterben Menschen, ...
Angeblich wurde ein Unschuldiger verurteilt und im Gefängnis erstochen. In einem anonymen Schreiben wird die Polizei darüber informiert, dass der Tod des Unschuldigen gerächt wird. Es sterben Menschen, die auf dem ersten Blick unterschiedlicher nicht sein können. In ihrer Hand wird ein Zettel mit einem Namen gefunden. Auf dem Zettel - der Name eines der Geschworenen, die damals Alan Duffrey schuldig gesprochen haben. Dies ist ein Fall, bei dem Holly Gibney natürlich ihre Finger eins Spiel hat. Allerdings kann sie sich nicht zu 100% darauf konzentrieren, da sie als Security die Tour von der Feministin Kate McKay begleitet, deren Leben ebenfalls in Gefahr ist, da sie von einem Wahnsinnigen verfolgt wird.
Ich mag Holly Gibney und habe mich auf ein Wiedersehen sehr gefreut. King schreibt selbst im Nachwort, dass er das Buch schon mehrmals umgeschrieben hat und am Ende damit nur zufrieden war. Ja, so würde ich es auch beschreiben. Ich war damit zufrieden, es konnte mich unterhalten. Es war an sich aber kein Meisterwerk - Stephen kann es deutlich besser.
Und trotzdem habe ich es irgendwie doch gerne gelesen. Beide Stränge hatten meiner Meinung nach etwas Spannendes an sich. Die Kapitel aus der Sicht des Mörders waren gut. Ebenfalls diese aus der Sicht der Person, die Kate verfolgt und töten will. Man spürte, wie der Druck auf Holly und die Ermittler stets gestiegen ist und das Tempo langsam zunahm. Wer viele Wendungen und Wow-Effekte sucht, wird sie hier nicht finden. Ein stimmiges Ende allerdings. Eben ein Buch, das mich gut unterhalten aber nicht umgehauen hat. Es wird wieder Zeit für Grusel, Stephen!