Cover-Bild Und wenn sie tanzt

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10,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Blanvalet
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 512
  • Ersterscheinung: 15.06.2020
  • ISBN: 9783734103438
Susan Elizabeth Phillips

Und wenn sie tanzt

Roman
Claudia Geng (Übersetzer)

Die wunderbare Susan Elizabeth Phillips ist zu Gast auf der lit.Love 2020.

Nach einem schweren Schicksalsschlag lässt die 35-jährige Tess alles hinter sich und flieht Hals über Kopf in die abgelegene Ödnis des Runaway Mountain in Tennessee. Hier, in einer kleinen Hütte auf dem Berg nahe eines charmanten Örtchens, lässt Tess los – indem sie immer dann tanzt, wenn die Trauer sie wieder einmal überwältigt. Doch die laute Musik bleibt nicht unbemerkt, und eines Tages steht ein zwar sehr attraktiver, aber umso wütenderer Mann neben ihr – Ian North, ein bekannter Street-Art-Künstler, der ebenfalls gute Gründe hatte, die Einsamkeit der Berge zu suchen. Es ist Abneigung auf den ersten Blick, aber die Liebe hat sich noch nie hinters Licht führen lassen …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.07.2020

Eine Geschichte in der die Liebesgeschichte nicht im Vordergrund steht

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Das Cover und der Titel haben mich magisch angezogen, ich finde es sieht einfach so schön fröhlich aus. Ich hatte schon mehrere Bücher der Autorin gelesen, keins das mich wirklich vom Hocker gehauen hat ...

Das Cover und der Titel haben mich magisch angezogen, ich finde es sieht einfach so schön fröhlich aus. Ich hatte schon mehrere Bücher der Autorin gelesen, keins das mich wirklich vom Hocker gehauen hat aber immer ganz nette Geschichten für zwischendurch. Als ich den Klappentext gelesen hatte, wollte ich unbedingt die Geschichte von Tess lesen und habe auch sofort mit dem lesen begonnen, als ich das Buch in die Finger bekommen habe.

Ich mochte besonders Tess Charakter, sie ist eine starke und selbstbewusste Frau, die ihren Weg geht und dabei auch öfter mal aneckt. Mit der Zeit findet sie aber mehr und mehr Zugang zu den anderen Menschen. Ihr Neuanfang ist spannend, unterhaltsam und alles andere als vorhersehbar. Teilweise sehr tiefgründig und dann wiederum sehr leicht und locker, die Mischung hat mir ganz gut gefallen.

Die Charaktere werden gut beschrieben, sodass man relativ schnell einen Draht zu ihnen bekommt. Natürlich gibt es auch hier wieder Charaktere die man mehr mag und andere eben weniger. Das Gleichgewicht hat sich da gut gehalten.

Bei dem Titel und dem Klappentext war ich allerdings davon ausgegangen noch mehr von ihrer „Therapie“ zu erfahren, es rückte zunehmend in den Hintergrund, was ich etwas schade fand aber dem Lesefluss nicht geschadet hat.

FAZIT
Auch bei diesem Buch hat mich die Autorin gut unterhalten, es war eine nette Geschichte für zwischendurch. Aber leider fehlte auch hier wieder ein gewisses Extra um ein „Herzensbuch“ zu werden. Wer es romantisch mag kommt hier auf seine Kosten und lernt noch nette Charaktere kennen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.07.2020

Unterhaltsame, tragikomische Geschichte über einen neuen Anfang, die abwechslungsreich und unterhaltsam geschrieben ist

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Nachdem Tess' Mann überraschend gestorben ist, verlässt sie ihre Heimat und zieht nach Tennesse, in eine Hütte auf dem (treffend bezeichneten) Runaway Mountain. In der Abgelegenheit möchte sie die Trauer ...

Nachdem Tess' Mann überraschend gestorben ist, verlässt sie ihre Heimat und zieht nach Tennesse, in eine Hütte auf dem (treffend bezeichneten) Runaway Mountain. In der Abgelegenheit möchte sie die Trauer aus sich heraustanzen, stört durch die laute Musik aber ihren Nachbarn, einen Street-Art-Künstler aus New York, der sich aufgrund einer Schaffenskrise zurückziehen wollte. Ian lebt dort zusammen mit der hochschwangeren Bianca, die sich im Gegensatz zu ihm einsam fühlt und die Freundschaft zu Tess sucht. Tess ist ausgebildete Hebamme und leistet Geburtshilfe als bei Bianca vorzeitig Wehen einsetzen. Welche Kette von Ereignissen daraufhin folgen, hätte sich Tess niemals träumen lassen. Statt Zurückgezogenheit und Ruhe zu finden, hat sie plötzlich Verantwortung für ein Kind und wird in Tempest für gesundheitliche Versorgung und Fragen der sexuellen Aufklärung aufgesucht.

Der Roman entwickelt sich nicht ganz so vorhersehbar, wie man es aufgrund des Klappentextes hätte erwarten können, denn die Liebesgeschichte steht nicht allein im Vordergrund. Es geht stattdessen um eine junge Frau, die früh Witwe geworden ist und in der prüden Kleinstadt Tempest in Tennessee einen Neuanfang sucht, der dann turbulenter als gedacht ist.

Tess ist eine starke Frau, die nicht auf der Suche nach einem Mann ist, der ihr Halt gibt. Sie ist tough und selbstbewusst und macht sich mit ihrer offenen, aber zugleich belehrenden Art zunächst nicht viele Freunde in Tempest. Sie hat ihre Ecken und Kanten und wirkt deshalb besonders authentisch. Auch Ian ist ein vielschichtiger Charakter, der in der Vergangenheit viel durchgemacht hat, sich hart und unnahbar gibt, aber ein weiches Herz hat und sich für Schwächere einsetzt.
Die Nebencharaktere sind eher skurril und sorgen für den ein oder anderen witzigen Dialog, so dass das Buch trotz der Trauer und Probleme nicht schwermütig ist. Der Roman liest sich leicht, auch wenn die Autorin sich nicht davor scheut, die fragwürdigen Moralvorstellungen der verklemmten Amerikaner in Fragen der Sexualität und Verhütung ganz offen anzuprangern.

Etwas irritierend fand ich jedoch, dass das Tanzen als Therapie in dem Roman, das durch Titel und Cover sehr vordergründig ist, in der Geschichte selbst kaum eine Rolle spielte. Dafür war Tess letztlich viel zu beschäftigt, um sich mit dem Tanzen von Trauer und Ärger abzulenken. Auch passt die Frau auf dem Cover so gar nicht zu Tess, die mit schwarzen, wilden Locken und einer kurvigen Figur beschrieben wird.

"Und wenn sie tanzt" ist eine unterhaltsame, tragikomische Geschichte über einen neuen Anfang, die abwechslungsreich und unterhaltsam geschrieben ist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.06.2020

So viel mehr als nur ein "Sommerliebesroman"

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Tess hat die Liebe ihres Lebens verloren und weiß nicht, wie und in in welche Richtung sie nun gehen soll. Doch manchmal fällt das Leben einem einfach auf die Füße: Hier in Form eines kleinen Ortes in ...

Tess hat die Liebe ihres Lebens verloren und weiß nicht, wie und in in welche Richtung sie nun gehen soll. Doch manchmal fällt das Leben einem einfach auf die Füße: Hier in Form eines kleinen Ortes in der Nähe des Runaway Montain und seinen Bewohnern: Der impulsiven Bianca und dem anfangs mürrischen Street-Art Künstler Ian, oder dem Coffee-Shop Besitzer Phish und der vielen anderen leicht verrückten Bewohnern ...

Anders als die Wynette-Texas oder Chicago-Stars Romane, bei denen ich häufig herzlich lachen musste, schlägt dieser Einzelband von SEP eher melancholische Töne an und erinnert mich von den Stimmung her ein bisschen an „Dinner für Drei“, eines meiner Lieblingsbücher der Autorin.

Mit Tess und Ian als Hauptprotagonisten hat SEP wieder zwei Menschen geschaffen, die mit Hilfe von Musik, Kunst und ihren Mitmenschen ihren Weg im Leben erkennten. Ihre Dialoge untereinander und mit ihren Mitmenschen sind dabei wie immer unterhaltsam, humorvoll und manchmal auch mit einem ironischen Unterton versehen.

Wunderschön zu lesen waren auch die Szenen, in denen Ian seine Gefühle in seiner Kunst ausdrückte, so dass diese in meinem Kopf nahezu lebendig werden. Auch hier steht das aktuelle Buch, älteren Büchern wie „Verliebt, verrückt, verheiratet“, in denen Kunst z. T. eine ähnliche Rolle spielt, in nichts nach.

Besonders an diesem Buch war zudem die Thematik der Sexuellen Aufklärung Jugendlicher in den USA. Als Europäerin ist es für mich erschreckend zu lesen, wie rückschrittlich einige Landesteile dort noch geprägt zu sein scheinen: Enthaltsamkeit statt Aufklärung und Verhütung. Ich kann mit dieser Denkweise nichts anfangen. In Gestalt von Tess macht SEP deutlich, wie wichtig Aufklärung und das offene Gespräch zwischen Jugendlichen und Erwachsenen ist, was ich sehr positiv finde.

--- Achtung Spoiler ---

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Aspekt mit in die Rezension aufnehme, aber mich nun doch dafür entschieden: Tess, die eigentlich Hebamme ist, muss miterleben, wie sie Bianca bei der Geburt von deren Tochter an einer Schwangerschaftsembolie verliert und rein gar nichts tun kann. Im Nachwort weist SEP ausdrücklich darauf hin, wie selten eine solche Schwangerschaftsembolie vorkommt und dass sich werdende Mütter keine Sorgen darüber machen müssen. Dennoch möchte ich hier gerne eine Warnung aussprechen: Die Szene bleibt im Gedächtnis und auch Tess als Profi wird immer wieder davon eingeholt, was auch Konsequenzen für ihre Arbeit als Hebamme mit sich bringt.


Wer also einen „sichten Sommerliebesroman“ erwartet hat, der wird also von dem Roman entweder enttäuscht sein, oder so viel mehr bekommen, als er erwartet hat. Für mich ist es eindeutig ein so viel mehr!

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