Cover-Bild Das Licht

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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser, Carl
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 384
  • Ersterscheinung: 28.01.2019
  • ISBN: 9783446261648
T.C. Boyle

Das Licht

Roman
Dirk Gunsteren (Übersetzer)

Endlich wird der aufstrebende wissenschaftliche Assistent Fitz auf eine der LSD-Partys seines Professors Leary in Harvard eingeladen. Er erhofft sich davon einen wichtigen Karriereschritt, merkt aber bald, dass Learys Ziele weniger medizinischer Natur sind; es geht dem Psychologen um eine Revolution des Bewusstseins und eine von sozialen Zwängen losgelöste Lebensform. Fitz wird mitgerissen von dieser Vision, mit Frau und Sohn schließt er sich der Leary-Truppe an: Sie leben in Mexiko, später in der berühmten Kommune in Millbrook, mit Drogen und sexuellen Ausschweifungen ohne Ende. Ein kreischend greller Trip an die Grenzen des Bewusstseins und darüber hinaus – T.C. Boyle at his best.

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich in 7 Regalen.
  • 2 Mitglieder haben dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.06.2019

Vision oder Erkenntnis?

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T.C. Boyles neuer Roman ist in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts angesiedelt. Er spiegelt das Leben einer Gruppe von Anhängern Timothy Learys wider, die sich von spießigen Bürgeridealen lossagen und ...

T.C. Boyles neuer Roman ist in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts angesiedelt. Er spiegelt das Leben einer Gruppe von Anhängern Timothy Learys wider, die sich von spießigen Bürgeridealen lossagen und außerhalb der Norm leben. Dabei steht Leary, der zunächst in Harvard Psychologie lehrte, jedoch nicht im Mittelpunkt des Romans. Er erscheint zunächst als Leiter von Experimenten zum Einsatz von LSD als therapeuthisches Heilmittel, wird aber im Laufe der Zeit für die Gruppe seiner „Jünger“ immer wichtiger; denn er führt sie durch die Sessionen; er ist Dreh- und Angelpunkt der neuen Gruppenerfahrungen und am wichtigsten: er ist es, der über das „Sakrament“ verfügt und es verteilt. Der Student Fitz Loney, dessen Doktorvater Leary ist, fühlt sich stolz, zu den Auserwählten von Learys innerem Kreis zu gehören. Er und seine Frau Joanie nehmen an den Sitzungen teil und geraten zunehmend in den Bann von Bewusstseins erweiternden Mitteln. Bald leben Learys Anhänger gemeinsam als Kommune mit ihrem Guru zusammen, argwöhnisch beäugt von einer verständnislosen Umwelt.
Für seinen Roman würfelt der Autor eine Gruppe Menschen zusammen, die teils authentisch (wie Leary), teils erfunden sind, und stellt sie in den historischen Kontext von Learys Vorstellung, dass jeder Mensch jederzeit das Recht habe, sein Bewusstsein zu verändern und zu erweitern. Er gibt vor allem die Erfahrungen des Paares Fitz und Joanie wieder, ihr Verlangen nach immer höheren Dosen LSD, ihr Wunsch, als Teil der Gruppe mit ihr zu verschmelzen, ihre Drogenerfahrungen und letztlich ihr Scheitern. Boyle geht in seiner Erzählung strikt chronologisch vor, beginnt in einem „Vorspiel“ mit der Entdeckung und dem Ausprobieren von LSD im Baseler Labor. Er versteht es, seine Schilderungen der Geschehnisse um Leary äußerst fesselnd darzustellen; aus der Sicht des jungen Ehepaares Joanie und Fitz erscheint manches Detail und Ereignis harmlos, ja sogar naiv, so dass man ihnen am liebsten eine Warnung zurufen möchte.
Der eine oder andere „Jünger“ wird durch die Vorgänge in der Kommune wachgerüttelt, für andere bleibt das „Sakrament“ Lebensmittelpunkt und wichtigstes Ziel: „Ich will das Zweite Licht sehen, ich will Gott sehen …“
Ein Trip in und durch die Welt von Bewusstseins erweiternden Drogen - ohne wertenden Kommentar des Autors!

Veröffentlicht am 13.04.2019

sehr enttäuschend

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Der wissenschaftliche Assistent und Doktorand im Fachbereich Psychologie in Harvard wird endlich in den engeren Kreis seines Professors Leary eingeführt. Leary arbeitet mit einem neuen Präparat, dass zur ...

Der wissenschaftliche Assistent und Doktorand im Fachbereich Psychologie in Harvard wird endlich in den engeren Kreis seines Professors Leary eingeführt. Leary arbeitet mit einem neuen Präparat, dass zur Heilung psychischer Probleme erforscht wird, LSD, und Futz erhofft sich davon, einen Sprung auf der Karriereleiter zu tun. Doch die LSD-Partys werden immer wilder und die Beteiligten streben nach einem Leben losgelöst von sozialen Zwängen und Normen. Mitgerissen von dieser Vision bricht Fitz mit seinem alten Lebne und schließt sich zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn Learys Truppe an. Doch nach und nach bekommt die Fassade einen Riss.

Zunächst einmal fand ich den Schreibstil wirklich gut. T.C. Boyle schreibt flüssig und klar. Das war jedoch leider alles was ich positivies an diesem Buch finden konnte. Die Charaktere blieben alle sehr blass und viele Gedanken und Handlungen konnte ich absolut nicht nachvollziehen. Die Personen verhalten sich allesamt furchtbar verantwortungslos und naiv und gieren nur nach dem nächsten Trip. Ich hatte gehofft, Einblicke in die damalige Forschung und Ansichten in der Psychologie zu bekommen und zu verstehen, was die Menschen zu diesen Experimenten führte. Doch stattdessen gab es nur die immer gleichen Gedankengänge während der Trips und dazwischen das Warten auf neuen Stoff. Die Partys werden immer größer und die Mitglieder des engeren Kreises brauchen immer mehr um überhaupt noch etwas zu erleben. Sie schotten sich mehr und mehr von der Außenwelt ab, immer noch unter dem scheinheiligen Motto der Forschung. Dabei geht es darum schon lange nicht mehr, doch nur Die Frau von Fitz scheint dies irgendwann zu begreifen. Die anderen geben sich weiter ihren Fantasien hin und driften so imer weiter ab.

In der Beschreibung auf dem Klappentext heißt es "T.C. Boyle at his best". Dem kann ich nicht wirklich zustimmen. Das Buch ist nur eine Aneinanderreihung von Drogen-Partys und sexuellen Ausschweifungen und nachden 384 Seiten frage ich mich noch immer, was das alles sollte. Ich hätte mir gewünscht, dass die Hanldung etwas abwechslungsreicherwäre und dass mehr Raum für die psychologischen Studien und Gedanken gäbe. Doch so konnte mich das Buch leider nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 13.04.2019

Ein Trip in die 60er Jahre Amerikas

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Das ist das erste Buch, das ich aus der Feder T.C. Boyles gelesen habe. Mich hat das psychedelische Cover sehr angesprochen und das Thema LSD und Timothy Leary fand ich reizvoll. Ich habe vom Klappentext ...

Das ist das erste Buch, das ich aus der Feder T.C. Boyles gelesen habe. Mich hat das psychedelische Cover sehr angesprochen und das Thema LSD und Timothy Leary fand ich reizvoll. Ich habe vom Klappentext her eine Story erwartet, die mich psychologisch herausfordert und mir Einblicke eine „erweiterte Realitäten“ bietet. Leider erfüllte die Handlung nicht meine Erwartung.

Nach einer kurzen Rückschau ins Jahr 1943 zu Albert Hofmann und seiner Entdeckung von LSD, spielt die Haupthandlung zwischen 1962 – 1964/1965 aus der Sicht des Psychologiestudenten Fitz und seiner Frau Joanie.

Fitz und Joanie machen im Haus von Prof Leary erste Erfahrungen mit Psilocybin und später mit LSD. Alles läuft unter dem Titel psychologische Studien. Am Anfang bekommen die Teilnehmer noch Fragebögen, doch im Verlauf der Zeit geht es nur noch um den Trip. Zur damaligen Zeit war Besitz und Konsum von LSD noch legal.

Als Leser begleiten wir Fitz, Joanie und ihren gemeinsamen Sohn Corey zu bedeutenden Stationen von Learys Wirken, u.a. Mexiko und das berühmte Hitchcock Haus in Millbrock. Gruppenbewußtein, Lösung vom Besitzdenken und maximale Befreiung des Geistes sind die Ziele des 'inneren Kreises', wie sich die Kerntruppe um den umstrittenen Professor nennt.

Der Stil und die Sprache des Autors hat mir gut gefallen, nur inhaltlich finde ich das Buch nicht gehaltvoll. Ich hätte mir mehr Raum für Tim Leary gewünscht und mehr von seinen Gedanken und Theorien gelesen.

Veröffentlicht am 08.03.2019

Bewusstseinserweiterung und dann

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T.C. Boyle lese ich immer wieder gern, er kann erzählen, und ich lasse mich auch gern überraschen von der Wahl seiner Sujets. Bei seinem aktuellen Roman fällt zunächst das Cover ins Auge, erst recht, wenn ...

T.C. Boyle lese ich immer wieder gern, er kann erzählen, und ich lasse mich auch gern überraschen von der Wahl seiner Sujets. Bei seinem aktuellen Roman fällt zunächst das Cover ins Auge, erst recht, wenn man den Schutzumschlag abnimmt: Da wird es dann, ganz dem Thema angemessen, psychedelisch.
Der innere Kreis, den Timothy Leary um sich schart, steht im Mittelpunkt des Romans, nicht etwa Leary selbst, der Psychologe und Dozent in Harvard, der mit bewusstseinserweiternden Drogen experimentiert, und spätere Guru der Hippie-Bewegung. Erzählt wird aus der Sicht eines Paares, das sich Leary anschließt und ihm folgt, auch noch nach seinem Rauswurf aus der Universität und als seine Experimente schon lange keinen wissenschaftlichen Charakter haben. Fitz ist Doktorand und seine Frau Joanie hat die akademische Karriere aufgegeben, um ihrem Mann das Studium zu ermöglichen, sie finanziert die Familie (einen Sohn gibt es auch noch), indem sie schlechtbezahlte, öde Jobs annimmt . Es ist spannend zu lesen, was Experimente, Drogenparties, Alkohol, Geldnot, Illegalität etc. aus einzelnen Personen der anfangs so verschworenen Gemeinschaft macht.
"Das Licht" hat mir gut gefallen, ist aber nicht mein Lieblingsroman von T.C. Boyle.

Veröffentlicht am 24.02.2019

Passende Fortführung der großen Romane »Drop City« und »Dr. Sex«

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»War es ein Gift? War es verboten? Ein unverantwortliches Risiko? Sie wusste es nicht, doch sie war den ganzen Tag nervös und angespannt, obwohl sie sich sagte, das sei töricht: Wenn irgendjemand in diesem ...

»War es ein Gift? War es verboten? Ein unverantwortliches Risiko? Sie wusste es nicht, doch sie war den ganzen Tag nervös und angespannt, obwohl sie sich sagte, das sei töricht: Wenn irgendjemand in diesem ganzen Gebäude wusste, was er tat, dann ihr Chef.« Der Chef ist der Pharmakologe Alfred Hofmann von Sandoz, der im Jahre 1943 gerade LSD entwickelt und es an sich selbst ausprobieren will.

Mit einem Prolog, in welchem die Entstehung der künstlichen Droge LSD geschildert wird, beginnt der neue Roman des amerikanischen Schriftstellers T.C. Boyle, der just in den vergangenen Tagen seine Lesereise in Deutschland hinter sich hat. In diesem Roman geht es um Drogen, ein Thema, welches Boyle nicht gerade zum ersten Mal aufgreift. In den 1960er Jahren machte er selbst seine Erfahrungen damit und konnte sich erst mit der Schriftstellerei aus diesem Sumpf befreien. Die Haupthandlung des Romans spielt allerdings nicht wie der Prolog 1943, sondern zwanzig Jahre später in der amerikanischen Gesellschaft. An der Harvard Universität beginnt Professor Timothy Leary ein Forschungsprojekt mit der synthetischen Droge. Er möchte in einem groß angelegten Experiment zusammen mit anderen Dozenten und seinen Studenten positive Bewusstseinserweiterung nachweisen. Der Roman zeigt den Werdegang des Forschungsprojektes anhand dreier Protagonisten: Fitz, seiner Frau Joanie und seines Sohnes Corey. Diese drei sind die Hauptfiguren, die die Handlung vorantreiben und aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. Anhand ihres Schicksals und ihrer Entwicklung begleitet der Leser Learys Projekt. Fitz möchte sich ganz und gar der Forschung zuwenden, sein erstrebenswerteste Ziel ist, zum inneren Kreis und Professor Leary, Tim, zu gehören.

All dies wird natürlich extrem spannend von Boyle komponiert. Er zeigt den schleichenden, nach außen scheinbar harmlosen Prozess, wie jemand, der eigentlich nur seinen Abschluss, seinen Doktor, seine Karriere machen will, langsam, aber stetig in eine Sekte hineingezogen wird. Dabei handelt es sich möglicherweise um gar keine Sekte, sondern lediglich um eine Clique dekadenter Pseudowissenschaftler, die der Meinung sind, sich mit ihren Gelüsten hinter der Wissenschaft verstecken zu können. Die Handlung verläuft über einige Jahre, Zeit genug, um die Hauptfiguren eine Entwicklung durchmachen zu lassen. Sowohl Fitz als auch seine Frau sind am Ende andere, vertreten andere Ansichten als zu Beginn des Buches. Man muss sich als Leser im Hintergrund rumorende Spannung einlassen. Eine rigorosere Entwicklung ist bei ihrem Sohn Corey zu beobachten, der angefangen im Alter von zehn Jahren die Pubertät durchläuft und als junger Erwachsener am Ende dasteht. Über dessen Entwicklung stellt sein Vater plötzlich fest: »Coreys Stimme war tiefer geworden, das Kieksen fast ganz verschwunden, und in letzter Zeit war Fitz, wenn er ihn sprechen hörte, für einen Augenblick verblüfft: Es war, als hätte ein Fremder die Gestalt seines Sohns angenommen.« Gekonnt, aber typisch und erwartbar für Boyle, werden Vergleiche und Metaphern eingesetzt, um auch jede noch so kleine Plausibilität in Bildern zu belegen. Am Ende dieses tiefgreifenden Romans über die menschliche Gesellschaft und wie sie sich in der Umwelt und Natur einrichtet, steht nicht nur für die agierenden Figuren die Frage: »Wohin führt das alles? Ist irgendein Ende in Sicht? Können wir uns überhaupt noch als Wissenschaftler bezeichnen? Was sind wir eigentlich? Mystiker? Partyveranstalter? Orgienfeierer?«

»Das Licht« ist eine empfehlenswerte Fortführung der großen Romane »Drop City« und »Dr. Sex« desselben Autors.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2019