Cover-Bild Blaue Tage
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23,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kampa Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 208
  • Ersterscheinung: 17.07.2025
  • ISBN: 9783311101611
Tatjana von der Beek

Blaue Tage

Die Schwestern Leo und Emma werden von ihrem Vater überraschend nach Griechenland eingeladen. Er möchte mit seinen Töchtern und ihren Partnern seinen sechzigsten Geburtstag mit einem Segeltrip feiern – nach Jahren des losen Kontaktes. Doch Leo hat mehr im Gepäck als Badekleidung und Sonnencreme. Sie nimmt, entgegen der Absprache mit Karl, die Pille weiter: Die anstehende Projektleitung geht für Leo vor. Ganz im Gegensatz zu Emma, die sich nichts sehnlicher wünscht als ein Kind mit Onur. Und der Vater führt mittlerweile ein Leben, von dem die Schwestern nichts ahnen. Auf dem engen Katamaran lassen sich die Spannungen in der Familie nicht lange verbergen. Nach einem misslungenen Manöver droht die Stimmung schließlich zu kippen, und die Skipperin Alex kommt der unerfahrenen Segelgruppe zur Hilfe. Als Leo und Alex sich annähern, wird klar, dass noch weit mehr endlich an die Oberfläche muss.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2025

Unheilvolle Spannung

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Die Autorin versteht es, Spannungen subtil aufzubauen und mit einer unheilvollen Grundstimmung zu spielen, die sich von Anfang an spürbar durch die Handlung zieht. Es passiert ständig etwas – mal offensichtlich, ...

Die Autorin versteht es, Spannungen subtil aufzubauen und mit einer unheilvollen Grundstimmung zu spielen, die sich von Anfang an spürbar durch die Handlung zieht. Es passiert ständig etwas – mal offensichtlich, mal wie ein Zufall getarnt –, sodass man als Leser*in ständig überlegt: Ist das noch Zufall oder will hier jemand bewusst etwas auslösen?

Besonders gelungen ist die psychologische Tiefe der Figuren. Leo steht zwischen Karriere und Kinderwunsch und auch ihre Schwester Emma hat einen Kinderwunsch und ersehnt sich ein Familienleben mit ihrem Partner. Zwischen Leo und Emma entsteht eine spürbare Konkurrenz, vor allem im Umgang mit dem Thema Kinderwunsch – während Emma sich sehnlichst ein Kind wünscht, stellt Leo ihre Karriere vor die Familienplanung. Auch der Vater hat seine eigene Geschichte, die langsam ans Licht kommt. Auf dem engen Raum des Katamarans lassen sich die wachsenden Spannungen nicht mehr unterdrücken.

Der Roman greift viele relevante Themen auf: Selbstbestimmung, weibliche Lebensentwürfe, Eltern-Kind-Beziehungen, verdrängte Vergangenheit und die Frage, wie viel Nähe eine Familie eigentlich aushält. Als sich Leo und die Skipperin Alex näherkommen, öffnen sich neue emotionale Dimensionen, die die Geschichte noch komplexer und facettenreicher machen.

Fazit:
Blaue Tage ist ein atmosphärisch dichter Roman, der durch seine spannungsgeladene Stimmung und seine vielschichtigen Charaktere überzeugt. Man spürt von Anfang an, dass unter der Oberfläche mehr brodelt, als die Figuren zugeben wollen – und gerade das macht die Geschichte so fesselnd.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Wenn das Meer zur Bühne wird

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Heiße Sommertage, Segelboote im Wind, das Blau der Ägäis – und darunter brodeln unausgesprochene Spannungen.

Zum 60. Geburtstag lädt Christian seine erwachsenen Töchter Leo und Emma mit ihren Partnern ...

Heiße Sommertage, Segelboote im Wind, das Blau der Ägäis – und darunter brodeln unausgesprochene Spannungen.

Zum 60. Geburtstag lädt Christian seine erwachsenen Töchter Leo und Emma mit ihren Partnern zu einem zehntägigen Segeltörn durch Griechenland ein. Es ist ein Wiedersehen nach langer Zeit. Doch schon zu Beginn wird klar: Die Stimmung an Bord ist alles andere als unbeschwert. Als Skipperin Alex noch kurzfristig dazustößt, verschieben sich die Rollen – und längst Verdrängtes kommt ans Licht.

In elf Kapiteln erzählt die Autorin eindrucksvoll von Nähe und Distanz, von alten Mustern und stillen Sehnsüchten. Vom Druck, zu funktionieren – und vom Wunsch, einfach man selbst sein zu dürfen. Ein Roman über das, was wir sagen. Und das, was wir verschweigen.

Blaue Tage ist ein starker Sommerroman über Familienbande, Selbsttäuschung und den Mut zur Veränderung.
Mich hat das Buch von Beginn an gefesselt und sehr gut unterhalten. Wirklich absolut empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Ruhiger, feinfühliger Roman über Selbstfindung und Familienkonflikte

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Im Roman „Blaue Tage“ von Tatjana von der Beek werden Leo und ihre Schwester Emma von ihrem Vater anlässlich seines 60. Geburtststags überraschend zu einer Reise nach Griechenland eingeladen. Der Vater ...

Im Roman „Blaue Tage“ von Tatjana von der Beek werden Leo und ihre Schwester Emma von ihrem Vater anlässlich seines 60. Geburtststags überraschend zu einer Reise nach Griechenland eingeladen. Der Vater hatte lange Zeit kaum Kontakt zu seinen Töchtern, weshalb vor allem Leo wenig begeistert von der Reise ist. Sie lässt sich jedoch von Emma überreden. Gemeinsam mit ihren Partnern geht es auf einen Segeltrip auf einem Katamaran.
Das fein beobachtete Kammerspiel dreht sich nicht nur um die komplizierten Familienbande, sondern auch um Leos inneren Kampf: Eigentlich hatte sie mit ihrem Partner Karl vereinbart, die Pille abzusetzen, er möchte endlich Vater werden. Doch Leo nimmt die Pille heimlich weiter - sie rechnet damit, bald eine wichtige Projektleitung zu bekommen und möchte deshalb jetzt nicht schwanger werden.

"Eine der Tatsachen, die kaum jemand über mich weiß: Dass ich lügen kann, ohne mit der Wimper zu zucken."

Eigentlich ist Leo sich überhaupt unsicher, ob sie wirklich ein Kind möchte:

"Er kann es kaum eine Woche für sich behalten. Etwas stört mich an dem Wir. Nicht er würde schwanger werden, sondern ich. Ich würde Rückenschmerzen bekommen, Übelkeit und Sodbrennen. Ich würde eine Geburt durchleiden, nicht er."

Ihre Schwester Emma und ihr Parner Onur dagegen würden beide alles tun, um endlich ein Kind zu bekommen. Leider klappt es nicht, weshalb sie eine Kinderwunschbehandlung beginnen werden.

Nach einem missglückten Segelmanöver ist die Stimmung am Kippen und Leo droht, die Reise abzubrechen. Nur unter der Bedingung, dass die Skipperin Alex, die ihre Hilfe anbietet, auf der weiteren Reise dabei sein wird, geht es für alle weiter.
Doch Leo entwickelt ungeahnte Gefühle für Alex - sie und erinnert sich auch, dass sie schon einmal solche Gefühle für eine Frau hatte, diese jedoch nicht ausgelebt hatte. Das bereut sie heute – vielleicht muss sie ihren Lebensentwurf nochmal komplett überdenken?

"Dass das Aufschieben der Schwangerschaft vielleicht nur ein Zeichen dafür war, dass etwas anderes nicht stimmt. Dass es sich wie etwas anfühlt, dass ich nicht mehr aufhalten kann."

Doch Leo hadert mit sich:

"Wenn ich zurück in Hamburg bin, wird die Alternative zu meinem Leben mit Karl nicht Alex sein. Es wird ein waberndes Nichts sein. Alex wird zur Erinnerung werden, so wie Vivienne. Keine Realität annehmen, die diesen Urlaub überdauern kann. Da werde ich sein. Punkt."

"Alle werden von Bord gehen. In ihrem Leben fortfahren. Während mich diese Woche verschluckt. Ich an die Wände ihres hohlen Bauches treibe."

Auch ihr Vater hat noch ein Geheimnis, welches sich erst am letzten Ziel der Reise lüften wird ...
Mehr möchte ich hier nicht zum Inhalt verraten, um nicht zu spoilern.

„Blaue Tage“ ist ein feinfühliger Roman der leisen Töne, viele Konfikte finden im Inneren statt.
Ich fand jedoch alle Charaktere sowie die Dynamik innerhalb der zerrütteten Familie sehr überzeugend. - 4⭐️

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Ein fein beobachteter, stiller Roman über Selbstfindung - mit all ihrem Schmerzhaften und Schönen

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Als ich gelesen habe, dass es bei „Blaue Tage“ eine queere Storyline gibt, war ich sehr vorfreudig auf den Roman. Und er hat mich mit seiner stillen Beobachtungsgabe auch überzeugt, obwohl vielleicht besser ...

Als ich gelesen habe, dass es bei „Blaue Tage“ eine queere Storyline gibt, war ich sehr vorfreudig auf den Roman. Und er hat mich mit seiner stillen Beobachtungsgabe auch überzeugt, obwohl vielleicht besser vor der Lektüre klar sein sollte, dass es sich hier nicht um ein dramagetriebenes Werk handelt.

In diesem Kammerspiel befinden sich die beiden Schwestern Leo und Emma zusammen mit ihren Partnern und ihrem Vater 10 Tage lang auf einem Katamaran (ja, ich musste googeln, wie so etwas aussieht). Während der Vater in den vergangenen zwei Jahren eher mit Abwesenheit glänzte und die Beziehung zu seinen Töchtern entsprechend auf wackeligen Beinen steht, haben Leo und Emma ganz andere private Hürden, die sich zudem gegenseitig verstärken. Emma möchte nämlich unbedingt ein Kind mit Onur, doch scheint es nicht zu klappen. Karl wiederum möchte ein Kind mit Leo, deren innere Entwicklung wir als Lesende direkt miterleben dürfen.

Es kracht nicht in diesem Roman, die Konflikte sind unterschwellig, werden jedoch zeitnah adressiert. Gerade auch das Innenleben des Vaters hat mich überzeugt. Wer großes Familiendrama sucht, wird hier nicht fündig. Stattdessen beobachtet der Roman sehr fein die Dynamiken innerhalb von Familien und Beziehungen. Das macht ihn eher leise und das Lesen vielleicht etwas langsamer, doch eben auch sehr lebensnah.

Leo empfand ich als eine so unglaublich authentische Figur in ihren Reflexionen zur Kinderfrage und der eigenen Sexualität. Dank so mancher popkulturellen Referenz könnten wir nämlich denken, dass ein inneres Coming-Out mit einem großen Knall passiert, dabei ist es oft so viel subtiler und auch durchaus von ambivalenten Gefühlen begleitet. Auch die eigene Entscheidung zu Kindern, insbesondere eine gegen sie, wird wohl in den seltensten Fällen leichtfertig gefällt. Ich habe Leos Emotionen regelrecht greifen können und denke, dass der Roman gerade auch für Late Bloomers richtig heilsam sein kann.

Was mich beim Lesen etwas angestrengt hat, waren die Fachbegriffe zu Booten und zum Segeln. Ein kleines Glossar am Ende hätte mir hier gut gefallen, da es schon recht viel Raum einnimmt. Außerdem lebt die Geschichte durchaus relevant von ihren Leerstellen, die wir entweder selbst füllen oder akzeptieren müssen. Und nicht zuletzt hätte ich die Skipperin Alex gern noch etwas vielschichtiger kennengelernt - aber sie gehört natürlich auch nicht zur zentralen Familie, wenngleich sie auch eine enorm wichtige Rolle spielt.

Abgesehen davon ist „Blaue Tage“ ein sensibler, kurzer Roman über das Finden des eigenen Weges fern von gesellschaftlichen Normen und Erwartungen.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Segeltrip der unausgesprochenen Wahrheiten

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Blaue Tage lässt die Ägäis glitzern und deckt zugleich Risse in einer scheinbar heilen Familie auf. Zwei Schwestern, Leo und Emma, folgen zögerlich der Einladung ihres entfremdeten Vaters zu einem zehntägigen ...

Blaue Tage lässt die Ägäis glitzern und deckt zugleich Risse in einer scheinbar heilen Familie auf. Zwei Schwestern, Leo und Emma, folgen zögerlich der Einladung ihres entfremdeten Vaters zu einem zehntägigen Törn. Schon beim Ablegen wird klar: Unter Sonnensegeln und Salzwind brodeln verdrängte Konflikte. Leo, ehrgeizige Projektleiterin, verschiebt den lange angepeilten Kinderwunsch heimlich zugunsten der Karriere. Emma dagegen sehnt sich verzweifelt nach einem Baby und ringt mit dem Gefühl, im Leben auf der Stelle zu treten. Zwischen den Schwestern spannt sich ein unsichtbares Tau aus Neid, Schuld und Liebe. Der Vater präsentiert seiner Crew ein neues Leben, das ebenso viele Fragezeichen aufwirft wie seine Vergangenheit. Und als Skipperin Alex an Bord kommt, gerät das fragile Gleichgewicht endgültig ins Wanken. Leos Selbstbild prallt auf unerwartete Gefühle und lange verschlossene Fragen nach Identität.

Tatjana von der Beek erzählt in klaren, fast filmischen Bildern von Hitze, Wellenschlag und dem engen Raum eines Katamarans, einem Schauplatz, der jede Unstimmigkeit verstärkt. Mal leichtfüßig, mal beklemmend legt der Roman Schicht um Schicht familiärer Rollen offen: Karriere­druck, Kinderwunsch, queere Selbstfindung, Midlife‑Neuanfang. Jede Figur trägt ein Päckchen aus Versäumnisse, jede hofft, es in diesen blauen Tagen endlich abwerfen zu können. Besonders überzeugend ist dabei der ruhige, eindringliche Ton. Dialoge wirken unaufgeregt, treffen aber Ziel um Ziel ins Mark. Kleine Gesten wie ein verweigerter Blick oder eine Berührung am Relingseil sagen oft mehr als jede Aussprache. Wenn schließlich ein Segelmanöver misslingt und die Masken fallen, sitzt die Spannung so fest wie ein verklemmter Karabiner.

Blaue Tage ist kein lauter Sommerroman, sondern eine subtile, gut beobachtete Geschichte über Selbsttäuschung und den Mut zur Veränderung. Ein Roman, der zwischen türkisfarbenem Meer und inneren Abgründen segelt und dabei noch länger nachhallt.