Cover-Bild River of Violence
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10,90
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Themenbereich: Belletristik - Thriller / Spannung
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 512
  • Ersterscheinung: 24.07.2020
  • ISBN: 9783423230155
Tess Sharpe

River of Violence

Roman
Beate Schäfer (Übersetzer)

»Mein Daddy. Ein Mann mit blutigen Händen und finsterem Herzen. Er hat mich geliebt. Er hat mich terrorisiert. Er hat mich zu dem gemacht, was ich bin.«

Harley ist acht, als sie ihrem Vater das erste Mal dabei zusieht, wie er einen Widersacher abknallt. Duke McKenna hat mehr Waffen geschmuggelt, mehr Meth gekocht, mehr Männer getötet als irgendwer anders in der Gegend. Nun, da sie erwachsen ist, arbeitet Harley für ihn, stützt sein System und wird als seine Nachfolgerin gehandelt, obwohl sie den ewigen Kreislauf aus Mord, Leid und Rache hasst und durchbrechen möchte. Als Carl Springfield, Dukes größte Konkurrenz im Drogengeschäft, immer mächtiger wird, muss Harley sich inmitten dieses blutigen Revierkampfes entscheiden: für die Familie, ihren Vater, das System – oder für ihr Leben und ihre Freiheit.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.09.2020

River of violance

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WOW. Einfach nur wow. Dieses Buch. Was soll ich sagen? Ich bin schockiert und begeistert und noch mehr schockiert.

Der Schreibstil ist krass, es passiert soviel und Harley erzählt ganz ruhig davon. ...




WOW. Einfach nur wow. Dieses Buch. Was soll ich sagen? Ich bin schockiert und begeistert und noch mehr schockiert.

Der Schreibstil ist krass, es passiert soviel und Harley erzählt ganz ruhig davon. Es geht um Gewalt und Gefahren und sie berichtet darüber als wäre nichts weil sie gelernt hat, dass Schwäche gefährlich ist. Ich habe mit Harley gelitten und ich habe sie irgendwie auch etwas gehasst aber in einem positiven Sinne. Sie will nach vorne gucken und die Welt verändern aber sie weiß, dass ihre Welt nicht rosarot ist sondern blutrot und sie hier nie von wegkommen wird. Also macht sie das beste aus der Welt.

Harley ist einfach heftig. Sie ist eine richtige Powerfrau aber sie ist gefährlich. Sie hat durch ihren Vater gelernt keine Schwäche zu zeigen und skrupellos zu sein. Aber sie will das auch gar nicht dieses Leben deswegen hilft sie den schwachen aber kann auch nicht ausbrechen aus dem leben, was sie kennt. Und immer wieder gibt es Rückblenden und man versteht, wieso sie so ist wie sie ist. Es ist schrecklich und auch irgendwie zum bewundern. Harley ist Taff und unglaublich. Aber ich hätte auch Angst vor ihr. Keine Ahnung wann ich das letzte mal so durcheinander war wegen einer Figur.

Mir fehlen die Worte. Das Buch war so unglaublich gut. Wirklich wirklich wow. Ich weiß nichtmal was es für ein Genre ist. Irgendwie Dark Romance ein ganz kleines bisschen wirklich wenig, irgendwie aber auch Action und vor allem Drama. Auf jeden Fall kein New Adult aber für mich auch kein Thriller. Es ist von allem ein bisschen und ich habe es verdammt geliebt

Das Buch ist echt spannend, extrem und auch schockierend und emotional. Ich war wirklich fertig am Ende, es ist so schwer und irgendwie berührend. Hammer Buch auch wenn ich noch nie etwas gefunden habe wie dieses Buch. LEST ES wirklich

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Veröffentlicht am 06.08.2020

Familie oder Freiheit?

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Möchte man ein Drogen- und Waffenimperium übernehmen? Die Protagonistin Harley McKenna steht nämlich vor dieser schweren Entscheidung. Ihr Vater Duke ist der gefährlichste Mann in der Gegend. Zurzeit arbeitet ...

Möchte man ein Drogen- und Waffenimperium übernehmen? Die Protagonistin Harley McKenna steht nämlich vor dieser schweren Entscheidung. Ihr Vater Duke ist der gefährlichste Mann in der Gegend. Zurzeit arbeitet Harley für ihn, unterstützt seine Arbeiten und soll irgendwann die Nachfolgerin sein. Doch das Problem ist, dass Harley das alles einfach nicht möchte. Gleichzeitig wird die die größte Konkurrenz im Drogengeschäft, die Springfield Familie, zur Plage. Welchem Ziel soll Harley nachgehen? Familie oder doch die Freiheit?

Dieser Thriller verläuft auf zwei Handlungsebenen. Neben dem Konflikt zwischen den McKennas und Springfields springen wir zeitlich in die Vergangenheit und lernen immer mehr Harley kennen. Wir erfahren, wie sie zu dem wurde, was sie nun ist. Ihre ersten Morde, die erste Liebe und vergangene familiäre Konflikte rücken somit in den Mittelpunkt. Schnell merkt man, dass Harleys Werdegang kein Kinderspiel war. Das Überleben stand für sie täglich an der Tagesordnung. Dadurch erhält man ein gutes Gesamtbild der Protagonistin. So weist Harley einfach eine starke Frauenrolle auf. Die weiteren Charaktere sind recht distanziert und man erfährt recht wenig über sie. Dennoch wuchs mir Harleys Onkel ans Herz, da er trotz einiger Macken, eine fürsorgliche Person darstellt. Die Geschichte ist im Allgemeinen sehr brutal und blutig ist. Aber was erwartet man halt von einem imperialischen Drogenbaron?
Die Autorin Tess Sharpe überzeugt mit einer realistischen Geschichte mit authentischen Beschreibungen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sie in der Gegend aufgewachsen ist. Der Schreibstil war flüssig und ich bin durch die Seiten geflogen. Mich hat nun im Ganzen irgendwie gestört, dass durch die Rückblenden der Konflikt der beiden Familien untergangen ist. Ich empfand eher, dass die Entwicklung von Harley im Fokus stand. Nicht falsch verstehen, ich empfand die Entwicklung grandios, aber wer hier den Konflikt der beiden Familie als Hauptaspekt sieht, der kann eventuell enttäuscht werden.

Schlussendlich kann ich sagen: Für mich stellt die Autorin im Thriller „River of Violence“ eine starke Protagonistin in den Mittelpunkt. Das Buch beschreibt ihren schweren Werdegang zu der Person, die nun sie mal jetzt ist, einfach hervorragend. Nebenbei sorgen blutige Szenen und der Konflikt für eine gute Spannung.

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Veröffentlicht am 11.01.2021

Brutal, aber leider nicht fesselnd

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Harley McKenna ist die Tochter eines Drogenbarons und aufgewachsen in einem Umfeld, das geprägt ist von Gewalt, Waffenhandel und Machtmissbrauch. Bereits als 8jährige muss Harley mitansehen, wie ihr Vater ...

Harley McKenna ist die Tochter eines Drogenbarons und aufgewachsen in einem Umfeld, das geprägt ist von Gewalt, Waffenhandel und Machtmissbrauch. Bereits als 8jährige muss Harley mitansehen, wie ihr Vater einen Mann tötet. Doch mittlerweile ist Harley erwachsen und führt das Ruby, eine Art Frauenhaus. Ihr Vater, Duke McKenna hat sie zu einer knallharten Frau herangezogen, in der Hoffnung dass Harley eines Tages die Führung des Clans übernimmt. Denn der Clan muss sich ständig neu behaupten gegenüber dem Erzfeind und der größten Konkurrenz im Drogenhandel, derSpringfield-Familie. Zwischen ihnen und den McKenna kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen Harley selbst jedoch hat noch andere Pläne und muss sich entscheiden, welchen Weg sie gehen will…

Das Buch besteht aus zwei Erzählsträngen. Der eine ist in der Gegenwart angesiedelt und verläuft chronologisch geordnet über einen Zeitraum von drei Tagen. Der andere führt immer wieder zurück in die Vergangenheit und beschreibt Erlebnisse, die Harley in verschiedensten Episoden in ihrem Leben hatte. Diese sind meist von Gewalt geprägt und sollen wohl erklären, wie Harley zu der jungen Frau wurde, die sie heute ist. Als positiv will hier noch die Protagonistin Harley anmerken. Ihre Figur war gut ausgearbeitet und man empfindet tatsächlich so etwas wie Sympathie für sie. Eine starke Frau, die sich in einer von Männern dominierten Welt behaupten kann.
Alles in allem ist das Buch sehr brutal. Leider konnte nicht so richtig Spannung aufkommen. Der ständige Wechsel zwischen dem Jetzt und dem damals, der mich normalerweise an ein Buch fesseln kann, hatte hier eher eine negative Wirkung und ich empfand das Buch eher als langweilig. Gerade auch die vielen Seiten waren meiner Meinung nach einfach zu viel und weniger wäre mehr gewesen.


Veröffentlicht am 08.02.2021

Gute Grundidee, Feminismus und starke Heldin, aber leider enttäuschende Umsetzung!

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Spoilerfreie Rezension!

Inhalt

Als kleines Kind hat Harley zum ersten Mal gesehen, wie ihr Vater, ein mächtiger Drogenbaron, einen Menschen tötet. Gewalt, Drogen Revierkämpfe – in Gefahr zu sein, ist ...

Spoilerfreie Rezension!

Inhalt

Als kleines Kind hat Harley zum ersten Mal gesehen, wie ihr Vater, ein mächtiger Drogenbaron, einen Menschen tötet. Gewalt, Drogen Revierkämpfe – in Gefahr zu sein, ist für Zwanzigjährige Alltag. Mithilfe von harten Lektionen wird sie von ihrem Vater auf ihre Zukunft vorbereitet – denn eines Tages soll sie seine Nachfolgerin werden…

Übersicht

Einzelband oder Reihe: Einzelband
Erzählweise: Ich-Erzähler, Präsens
Perspektive: weibliche Perspektive
Kapitellänge: kurz bis mittel
Tiere im Buch: +/- Es wird gejagt, ein Hirsch wird angeschossen und danach getötet, es gibt einen leichten Fall von Tierquälerei (die Hunde können aber gerettet werden), Fleisch wird gegessen.
Triggerwarnung: Gewalt, Tod von Tieren, Tod von Menschen, Folter, Gewalt gegen Frauen und Kinder, sexualisierte Gewalt (Vergewaltigung, Belästigung, Missbrauch von Kindern), Blut, Übergeben, Krankheit, Rape Culture, Rassismus, Sexismus, Sucht, Drogen, Alkohol;

Warum dieses Buch?

Der Klappentext klang spannend und nach einer starken, mutigen Protagonistin!

Meine Meinung

Einstieg (2 Lilien)

„Ich bin acht, als ich zum ersten Mal erlebe, wie mein Daddy einen Mann umbringt. […]
Auf irgendeine Art musste ich es ja erfahren. Was er war. Und was ich werden würde.“ “ E-Book, Position 22 & 61

Im ersten Kapitel sehen wir durch Harleys Augen, wie ihr Vater einen Menschen tötet – und das ist natürlich spannend. Ab da ging es leider bergab – bis ich dann wirklich im Buch angekommen war und in die Geschichte gefunden hatte, dauerte es bis weit über die Hälfte.

Schreibstil (2 Lilien)

Mit Tess Sharpes Schreibstil konnte ich mich leider bis zum Ende nicht anfreunden. Ich habe an sich nichts gegen eine einfache und schnörkellose Sprache, aber den Erzählstil fand ich irgendwie uninspiriert, langweilig und lieblos. Er hat es nicht geschafft, mich mitzureißen – und wenn ich den Schreibstil nicht mag, hat es ein Buch bei mir schwer.

Idee, Ausführung & Themen (2 Lilien)

„‘Er will mich doch bloß beschützen.‘
‚Es liegt nur an ihm, dass du überhaupt in Gefahr bist, Harley‘, gibt Jake leise zurück.“ E-Book, Position 2717

An „River of Violence“ bin ich eigentlich ohne große Erwartungen herangegangen. Trotzdem hat mich das Buch leider sehr enttäuscht. Das lag unter anderem auch seinem Aufbau. Das Buch besteht nämlich zur Hälfte aus Rückblenden. Nun bin ich generell kein riesengroßer Fan von Rückblenden, aber wenn sie gut gemacht sind, habe ich nichts dagegen. Das Problem bei „River of Violence“ ist allerdings, dass die Rückblenden nicht nur zu zahlreich sind, sondern dass die verschiedenen Episoden aus Harleys Leben nicht chronologisch erzählt werden; sie ist z. B. in einem Kapitel 16, im nächsten aber 5. Die Zeitstruktur ist dadurch verwirrend (man weiß irgendwann nicht mehr, was Harley wann schon erlebt hat und was erst in der Zukunft passiert) und es gelingt nicht, eine Verbindung zur jungen Harley aufzubauen. Zudem behandeln fast alle Rückblenden sehr ähnliche Situationen (Harley wird von irgendeinem Mann bedroht oder gerät in eine gefährliche Situation), wodurch es auch zu vielen Wiederholungen kommt, die bei mir wiederum zu Langeweile geführt haben.

Generell hat das Buch für seinen Seitenumfang wenig Handlung, was die Geschichte zäh macht. Man hätte es wahrscheinlich um die Hälfte kürzen können und es wäre trotzdem nichts Wichtiges verloren gegangen. Dass das Buch stellenweise sehr blutig und brutal ist, stört mich überhaupt nicht, denn wer den Klappentext gelesen hat, weiß, worauf er sich einstellen muss: auf ein knallhartes Leben im kriminellen Milieu. Leider waren mir viele Stellen einfach „too much“, oft wurde so dick aufgetragen, dass ich das Buch nicht mehr ernst nehmen konnte bzw. die Authentizität verloren ging. Hier wäre weniger mehr gewesen. Das wird auch beim Blick auf die lange Trigger-Liste deutlich.

Ich habe die Geschichte gemeinsam mit einer Blogger-Kollegin gelesen und eigentlich nur deshalb bis zum Schluss durchgehalten. Bis weit über die Hälfte habe ich mit der zähen und langweiligen Geschichte gekämpft und permanent überlegt, sie abzubrechen. Den Spannungsbogen habe ich meist vergeblich gesucht. Die Genre-Bezeichnung „Thriller“ ist hier meiner Meinung absolut falsch gewählt.

„River of Violence“ hat natürlich aber auch Stärken! Dass die Umsetzung nicht so gut gelungen ist, ist sehr schade, da die Grundidee sehr gut ist und viel Potential hatte. Auch die Themen des Buches (Erwachsenwerden, Emanzipation von der Familie, Mut, Freundschaft, Verantwortung, Liebe, schwere Entscheidungen, schwierige Beziehung zu den Eltern) und ihre teilweise sogar tiefgründige Umsetzung konnten mich überzeugen. Zudem enthält das Buch durchaus einzelne starke, gelungene Momente und steigert sich im Verlauf der Geschichte immer mehr. Das letzte Viertel mit seinen unerwarteten Wendungen und seiner endlich aufkeimenden Spannung war für mich der beste Teil des Buches – und auch das Ende hat mir gefallen.

Protagonistin & Figuren (4 Lilien & 3 Lilien)

„Vielleicht wäre ja Entsetzen, bei jeder Frau, bei jeder Prellung, jeder Platzwunde, die angemessene Reaktion.
Vielleicht ist ein unempfindliches Herz nicht die Lösung, sondern das Problem.“ E-Book, Position 501

Die Protagonistin Harley war mir vor allem in der ersten Hälfte ein Dorn im Auge. Ich empfand sie als unsympathisch und scheinheilig. Es hat lange gedauert, bis ich angefangen habe, sie zu verstehen, mit ihr mitzufühlen und mich mit ihr anzufreunden. Meine liebste Hauptfigur aller Zeiten ist sie zwar immer noch nicht, aber: Am Ende des Buches fand ich sie ziemlich cool und habe sie anfeuert und ihr für ihren Mut applaudiert.

Die anderen Figuren sind verschieden gut gelungen. Es gibt komplizierte, interessante Personen, die sich nicht wirklich in Gut und Böse einteilen lassen (wie Harleys Vater), aber auch Charaktere, die sehr blass und flach bleiben. Wer übrigens ein Buch mit sympathischen Leuten sucht, ist hier definitiv an der falschen Adresse. Außer Will, Brooke und Jake mochte ich eigentlich niemanden – und wenn plötzlich alle gestorben wären außer Harley und Jake (der ist echt mein Favorit!), ich hätte nicht einmal mit der Wimper gezuckt, so egal war mir das Schicksal der meisten Figuren.

Spannung (1 Lilie) & Atmosphäre (3 Lilien)

Da ich mich stellenweise so durchs Buch gequält habe, kann ich leider nicht mehr als eine Lilie für die (fehlende) Spannung vergeben.

Die bedrohliche Atmosphäre im Buch fand ich stellenweise durchaus gelungen, auch wenn manche Orte und Szenen schon recht klischeehaft beschrieben wurden.

Feministischer Blickwinkel (4 Lilien)

Bechdel-Test (zwei Frauen mit Namen sprechen miteinander über etwas anderes als einen Mann): bestanden!
Frauenfeindliche / gegenderte Beleidigungen: Schla+++, Fo+++, Hu++, Miststück, Bitch, Bordsteinschwalbe

„‘Die wichtigste Lektion war: Sogar ein Mann, der dich liebt und der sein ganzes Leben damit zugebracht hat, etwas Starkes und Mächtiges aus dir zu machen, sogar dieser Mann wird dich höllisch unterschätzen, nur weil du eine Frau bist.‘“ E-Book, Position 22

Ich würde „River of Violence“ insgesamt als feministisches Buch bezeichnen und zwar vor allem wegen seiner starken, mutigen, intelligenten Protagonistin, die gegen häusliche Gewalt kämpft und sich in einer Welt aus toxischer Männlichkeit behaupten muss und das auch schafft. Harley ist eine Heldin, die nicht gerettet werden muss, sondern die sich selbst rettet! Der Thriller enthält viele „empowernde“ und feministische Sätze, kritisiert Sexismus, weibliche Unterdrückung und (sexualisierte) Gewalt, besteht den Bechdel-Test und zeigt, wie eine Frau zur knallharten Herrscherin über ein Drogenimperium erzogen wird. Mit „River of Violence hat Tess Sharpe also zumindest diesbezüglich sehr viel richtig gemacht – dafür gibt es von mir ein großes Lob und eine halbe Lilie extra.

Manches hat mich aber auch gestört: Das waren zum einen die unzähligen Szenen, in denen Frauen bedroht, verletzt, belästigt oder vergewaltigt wurden, die ausufernden frauenfeindlichen Beleidigungen (irgendwann habe ich aufgehört, zu zählen) und die Tatsache, dass gefühlt 90% der Männer in diesem Buch ungepflegte, dumme Sexisten sind, die ständig Frauen schlagen und/oder vergewaltigen. Ein paar Szenen hätten hier doch gereicht, um das Problem zu verdeutlichen, hier hätte also nicht (gefühlt) alle zwei Seiten eine Frau beim Leiden gezeigt werden müssen.

Mein Fazit

„River of Violence“ konnte mich leider nicht überzeugen. Das lag am langweiligen, lieblosen Schreibstil, der kaum vorhandenen Spannung, den unsympathischen, teilweise blassen Figuren, der spärlichen Handlung, den vielen Rückblenden (mit sich wiederholendem Inhalt) und daran, dass in einigen Szenen zu dick aufgetragen wurde. Die Stärken des Buches – seine interessanten Themen, die teilweise sogar tiefgründige Umsetzung, die starke, mutige Protagonistin und der deutlich spürbare Feminismus – können die Schwächen nicht ausgleichen. „River of Violence“ konnte das Potential einer guten Grundidee leider nicht nutzen, was sehr schade ist. Eine Leseempfehlung kann ich hier nur aus feministischer Sicht aussprechen, da mich das Buch ansonsten leider insgesamt enttäuscht hat.

Bewertung

Idee: 5 Lilien ♥
Inhalt, Themen, Botschaft: 2 Lilien
Umsetzung: 2,5 Lilien
Worldbuilding: 3 Lilien
Einstieg: 2 Lilien
Ende / Auflösung: 5 Lilien
Schreibstil: 2 Lilien
Protagonistin: 4 Lilien
Figuren: 3 Lilien
Spannung: 1 Lilie
Atmosphäre: 3 Lilien
Emotionale Involviertheit: 2 Lilien
Feministischer Blickwinkel: 4 Lilien
Einzigartigkeit / Chance, dass ich das Buch nie vergessen werde: niedrig

Insgesamt:

❀❀,5 Lilien

Dieses Buch bekommt von mir zweieinhalb Lilien!

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