Cover-Bild Die Verwandelten

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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Wallstein
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 328
  • Ersterscheinung: 03.02.2020
  • ISBN: 9783835336056
Thomas Brussig

Die Verwandelten

Roman
Zwei junge Menschen verwandeln sich in Waschbären. Thomas Brussig macht daraus einen hoch komischen Gesellschaftsroman.

Bräsenfelde ist ein Kaff in der Provinz, das man sich ungefähr so vorstellen muss, wie es heißt. Und dennoch begibt sich dort Aufregendes, Weltbewegendes: In der Waschanlage einer Tankstelle verwandeln sich Fibi und Aram, zwei übermütige Jugendliche in Waschbären. Was wie ein Witz anmutet, den niemand glauben kann, wird unabweisbare Realität, der man sich stellen muss. Keine kleine Zumutung für ihre Familien, die Mitschüler und vor allem für sich selbst. Hält dieser Blödsinn einer medizinischen Untersuchung stand? Beim Veterinär? Oder beim Kinderarzt? Was sagt der Genetiker? Wie steht es um die juristischen Implikationen? Menschenrechte? Kinderrechte? Tierrechte? Geht das wieder weg? Und wenn nicht, lässt sich das Wunder touristisch nutzen, finanziell? Auf jeden Fall muss das ganze medial groß aufgezogen werden. Bald reisen Reporterteams aus aller Welt an, Stars und Sternchen kommen in die von Fibi moderierte tägliche Show, um sich von einem Waschbären befragen zu lassen. Aber was wird aus Fibi und Aram?
Thomas Brussig entwickelt aus einer phantastischen, aberwitzigen Ausgangssituation einen spannenden Roman, der mit großer Souveränität über unsere moderne Gegenwart erzählt.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2020

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verwandeln sich die beiden Teenager Fibi (Mädchen) und Aram (Junge) aus einem kleinen Kaff in Mecklenburg-Vorpommern in Waschbären, indem sie eine entsprechende Anleitung aus dem Internet verfolgen. Dazu ...

verwandeln sich die beiden Teenager Fibi (Mädchen) und Aram (Junge) aus einem kleinen Kaff in Mecklenburg-Vorpommern in Waschbären, indem sie eine entsprechende Anleitung aus dem Internet verfolgen. Dazu muss man vielerlei Beeren eingewickelt in ein gewisses Blatt essen und sich in einer für Autos gedachten Waschanlage "spülen" lassen.

Gesagt, getan! Und tatsächlich... es sitzen zwei Waschbären dort, wo eben noch Fibi und Aram waren. Die installierte Kamera dokumentiert das. Fibi kann zumindest noch sprechen wie sie selbst, doch Aram fehlen die Worte - nur noch mit seiner Mitstreiterin Fibi kann er kommunizieren.

Beide kehren zurück ins jeweilige Elternhaus, wo die Reaktionen sich nicht stärker unterscheiden könnten. Fibis Vater, der nebenberuflich ehrenamtlicher Bürgermeister des heimischen Kaffs ist, hat gleich die Idee, etwas zu vermarkten. Die Mutter, eine Psychotherapeutin, reagiert da ganz anders - und Arams Eltern sowieso. Vor allem, als sich herausstellt, dass es offbar kein Zurück ins Menschenleben gibt.

Ein spritziger Roman, der sich einerseits an Kafkas berühmter Käfergeschichte orientiert, andererseits jedoch sowohl Internet als auch Marketing kräftig auf die Schippe nimmt. Aus meiner Sicht hat Thomas Brussig, dessen Werke ich bereits seit Jahrzehnten mit Begeisterung lese ("Am kürzeren Ende der Sonnenallee" ist mein absoluter Favorit), hier eine Menge Potential ungenutzt gelassen - einige Ansätze sind mir nichts, dir nichts einfach so verpufft und es gab sogar - kaum vorstellbar bei diesem Plot - die ein oder andere Länge. Zumindest für mich. Also nur bedingt empfehlenswert, wobei das nur meine persönliche Meinung ist!