Cover-Bild Die Wahrheit über Metting
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12,00
inkl. MwSt
  • Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Heranwachsen
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 368
  • Ersterscheinung: 13.10.2020
  • ISBN: 9783499001840
Tom Liehr

Die Wahrheit über Metting

Wie viel Wahrheit verträgt das Leben? Ein Roman über den Umgang mit Familie, Liebe, Älterwerden, über unsere Vorurteile und über die Geschichten, die man erfindet.

Niedersachsen, Ende der 70er Jahre: In der Kleinstadt Metting liegt das Pflegeheim Horizont, in dem Tomás aufwächst, weshalb er lange glaubt, dass die meisten Menschen auf der Welt alt oder krank oder beides sind. Toms Papa ist heimlich homosexuell, Toms Mama hält sich an Orangenlikör. Als die für ihre 82 Jahre noch ziemlich attraktive Marieluise ins Heim zieht, erlebt Tom seine erste große Liebe. Die lebenslustige Frau weckt in ihm den Spaß am Lesen und die Begeisterung für Geschichten. Auch 30 Jahre später hat er sie nicht vergessen. Tom hat keinen Kontakt nach Hause, und erfährt nun, dass das heruntergekommene Heim vor dem Aus steht. Jemand muss die Liquidation vorbereiten, Bewohner gibt es nicht mehr - die letzten sind Toms Eltern ...

«Tom Liehr ergründet mit großer Freude die verschlungenen Pfade des Lebens und fördert dabei immer wieder die liebenswert dämlichsten Menschen zutage: uns ...» (Edgar Rai)

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.11.2020

Metting war überall

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Tomás Lebesanft wächst in einem kleinen Provinzstädtchen auf. Seine Eltern betreiben ein Altenheim und so denkt der kleine Tom lange, dass es nur alte Menschen gibt. Es sind die bleiernen 60/70iger Jahre, ...

Tomás Lebesanft wächst in einem kleinen Provinzstädtchen auf. Seine Eltern betreiben ein Altenheim und so denkt der kleine Tom lange, dass es nur alte Menschen gibt. Es sind die bleiernen 60/70iger Jahre, die Schule geprägt von reaktionären Lehrern, deren Ausbildung noch von vergangenen Zeiten überschattet wurde. Er ist Legastheniker, was damals als „zurückgeblieben“ interpretiert wird. Eine weiterführende Schule wird ihm verwehrt. Sein bester Freund ist ebenso Außenseiter, Filip, der als Zigeunerjunge bezeichnet wird. Vermisst irgendjemand in der Schule ein Teil, wird sofort Filips Schultasche durchsucht. Vorurteile, die von den Lehrern sogar noch befeuert wurden.

Die Ehe der Eltern ist seltsam unterkühlt, genau wie sein Verhältnis zu ihnen. Es gibt nur eine Person, die Tom wichtig ist, Marieluise die ins Altersheim der Eltern zieht. Eine alte Dame, aber jung in ihren Ansichten und Toms Bezugsperson und seine erste Liebe.

30 Jahre später kehrt Tom in sein Heimatstädtchen zurück….

Für mich war dieser Roman eine Zeitreise in meine eigene Vergangenheit, Schulzeit in der gleichen Zeit mit ähnlichen Erfahrungen. Da wurden Erinnerungen wach, die mich schmerzlich berührten. Es sind vor allem die kleinen Beobachtungen die Tom Liehr so wunderbar schildern kann und die einprägsame Bilder hervorrufen. Die selbstherrlichen Charaktere der braven Bürger - man ist ja schließlich wieder wer – die zu üblen Vorurteilen gegenüber Fremden führen. Ein dunkler Teint, ein fremd klingender Name reicht zur Ausgrenzung schon aus. Das alles ist mir aus der Erinnerung nur allzu vertraut.

Der Autor schreibt sehr einfühlsam, für mich auch mit Emotionen verbunden. Das liegt sicher an meiner Generation, ich bin nicht sicher, ob jüngere Leser das ebenso spüren. Aber für alle Leser gleich interessant ist die Menschlichkeit des Romans. Es ist ein Loblied auf die Freundschaft, ein Geschichte über das oft schmerzhafte Erwachsenwerden und ein Zeitbild aus der Provinz gleichermaßen.

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Veröffentlicht am 08.11.2020

Hinterm Horizont geht´s weiter

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Tomás wächst in der Kleinstadt Metting Ende der 70er im Alten- und Pflegeheim "Horizont" auf, das seinen Eltern gehört. Als die 82-jährige Marieluise ins Heim kommt, verliebt sich der 13-jährige in sie. ...

Tomás wächst in der Kleinstadt Metting Ende der 70er im Alten- und Pflegeheim "Horizont" auf, das seinen Eltern gehört. Als die 82-jährige Marieluise ins Heim kommt, verliebt sich der 13-jährige in sie. Sie lernt dem Legastheniker die Freude an Büchern und dem Leben. Zusammen mit seinem besten Freund Filip hat Tom immer wieder Ärger in der Schule, seine Eltern haben ihre eigenen Probleme. Dazu ist in Metting außer einem Literaturnobelpreisträger nichts los. An seinem 18. Geburtstag zieht Tom hinaus in die weite Welt und bricht jeglichen Kontakt dorthin ab. Erst 30 Jahre später besucht er wieder seine Heimatstadt, zusammen mit einem Geheimnis, das ihm Marieluise damals hinterlassen hat.

Das Cover des Buches ist ausgezeichnet gelungen, der sinnlose Kreisverkehr kommt auch im Buch vor und zudem kann man es auch metaphorisch sehen.

Der Schreibstil des Autors ist brillant; Orte und Charaktere werden sehr gut dargestellt.

Das Buch ist in 2 Teile aufgeteilt; der 1. Teil spielt Ende der 70er-Jahre, der 2. Teil 2009. Der Wechsel zwischen den 2 Teilen folgt abrupt, man erfährt nur wenig über die Zeit dazwischen.

Die Handlung ist gut konstruiert und behandelt verschiedene Probleme der 70er und der Gegenwart. Es ist ein Buch zum Nachdenken, voller Emotionen, aber auch mit unterschwelligem Humor.

Dabei sind die 70er mit ihren Errungenschaften ausgezeichnet beschrieben.

Dabei flechtet er Skurrilitäten (Wurstwasser) gekonnt in den Roman ein.

Das Buch ist sehr tiefgehend und beschäftigt sich mit der Hauptfigur Tomás teilweise nur nebensächlich, denn Metting kann einfach überall sein - in den 70ern und in der Gegenwart.

Fazit: Tiefgehender Roman über das Älterwerden und das Leben an sich und all seine Facetten. 5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 26.10.2020

Erinnerungen werden geweckt

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Ein kurzer Hinweis auf die „Geschichte rund um Tomás Lebesanft, der in einem Altenheim aufwächst und das Leben sozusagen rückwärts kennenlernt“ hat mich neugierig gemacht auf das Buch „Die Wahrheit über ...

Ein kurzer Hinweis auf die „Geschichte rund um Tomás Lebesanft, der in einem Altenheim aufwächst und das Leben sozusagen rückwärts kennenlernt“ hat mich neugierig gemacht auf das Buch „Die Wahrheit über Metting“ von Tom Liehr, erschienen im Rowohlt Verlag.
Die Geschichte spielt in den 1970er Jahren in dem kleinen fiktiven Ort Metting in Niedersachsen. Hier wächst Tomás Lebesanft auf, in dem Altenheim Horizont, das von seinen Eltern geführt wird. Durch seine aufgeschlossene und liebenswerte Art gewinnt er schnell das Vertrauen vieler Bewohnerinnen und Bewohner. Eine ganz besondere Freundschaft entwickelt sich zwischen Tom und der 82-jährigen Marieluise Benedickt. Wegen seiner Legasthenie findet er in der Schule bei den Lehrern kaum Anerkennung. Darum freue ich mich, dass es der Buchliebhaberin Marieluise gelingt, in Tom die Liebe zu Büchern zu wecken.
Die Gabe des Autors, sich in die Zeit der Handlung zurückzuversetzen, ist bewundernswert. Es gelingt ihm durch detaillierte Beschreibungen, aber auch mit seinem besonderen Schreibstil, meine eigenen Erinnerungen zu wecken und teilweise mit den Erzählungen verschmelzen zu lassen. Dabei sind es nicht nur die schönen Dinge wie das Capri-Eis oder die Beschäftigung mit der HO-Eisenbahn, die mich gern zurückdenken lassen. Es werden auch Erinnerungen ganz anderer Art geweckt, zum Beispiel denke ich an Rassismus durch die Freundschaft zwischen Tom und Filip, den „Zigeunerjungen“, oder an die Ungerechtigkeit, dass Homosexualität damals noch strafrechtlich verfolgt wurde.
Mir hat es gefallen, Toms Kindheit und Jugend in Metting zu begleiten. Auch die Geschichte seiner Rückkehr in seine Heimatstadt nach dreißig Jahren hat mich gefesselt und berührt.
Ich danke für ein tolles Buch mit spannender Unterhaltung und großem Lesevergnügen. Sehr gern empfehle ich das Buch, das so manche Überraschung bereithält, weiter.

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Veröffentlicht am 13.10.2020

Familienleben in den 1970er Jahren

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Es war für mich das erste Buch des bereits durch zahlreiche Romane in Erscheinung getretenen Autors und hat mich sehr beeindruckt. Eingenommen hat mich die Geschichte schon deshalb, weil sie – soweit es ...

Es war für mich das erste Buch des bereits durch zahlreiche Romane in Erscheinung getretenen Autors und hat mich sehr beeindruckt. Eingenommen hat mich die Geschichte schon deshalb, weil sie – soweit es ihren längeren ersten Teil betrifft – in den 1970er Jahren in einer niedersächsischen Kleinstadt angesiedelt ist und der Protagonist seinerzeit 12 Jahre alt war; denn auch ich bin Niedersächsin und in den 1960er/70er Jahren aufgewachsen.
An viele der angesprochenen Begebenheiten bzw. Gegenstände habe ich selbst noch Erinnerungen, z.B. die samstagabendliche Rudi Carrell-Show im Fernsehen, die Fleischmann-Modelleisenbahn, HB-Zigaretten, PKW Ford Capri und Granada. Thematisch verarbeitet das Buch für mich interessante Themen wie Familie, Älterwerden in einem Altenheim, Vorurteile andersartigen Menschen gegenüber. Aufhänger für alles ist der 12jährige Tomás, der in einer Kleinstadt in dem von seinen Eltern betriebenen Altenheim aufwächst. Den vorurteilsbehafteten Ansichten der Kleinstädter gerade zulasten von Minderheiten ist er in vielfältiger Weise ausgesetzt – sein Vater ist homosexuell, sein Freund entstammt einer Familie mit Sinti-Hintergrund und wird als „Zigeuner“ angefeindet, er selbst wird aufgrund einer Lese-Rechtschreibschwäche in der Schule als „Idiot“ abgestempelt.
Der erste Teil des Buchs, der mit Eintritt der Volljährigkeit von Tomás endet, als er seine ihn vermeintlich nicht liebenden und ihn nicht unterstützenden Eltern verlässt, hat mich durchweg überzeugt. Der kürzer gehaltene zweite Teil spielt 30 Jahre später und Tomás kehrt an den Ort seiner Kindheit zurück. Hier stoße ich mich etwas daran, dass sich zu schnell alles in Wohlgefallen und Harmonie auflöst, wodurch die Geschichte eine etwas unrealistisch wirkende Färbung erhält. Aus diesem Grund „nur“ eine Vier-Sterne-Bewertung.

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