Cover-Bild Children of Blood and Bone

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18,99
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER FJB
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 624
  • Ersterscheinung: 27.06.2018
  • ISBN: 9783841440297
Tomi Adeyemi

Children of Blood and Bone

Goldener Zorn
Andrea Fischer (Übersetzer)

Sie töteten meine Mutter.

Sie raubten uns die Magie.

Sie zwangen uns in den Staub.

Jetzt erheben wir uns.

Zélies Welt war einst voller Magie. Flammentänzer spielten mit dem Feuer, Geistwandler schufen schillernde Träume, und Seelenfänger wie Zélies Mutter wachten über Leben und Tod. Bis zu der Nacht, als ihre Kräfte versiegten und der machthungrige König von Orïsha jeden einzelnen Magier töten ließ. Die Blutnacht beraubte Zélie ihrer Mutter und nahm einem ganzen Volk die Hoffnung.

Jetzt hat Zélie eine einzige Chance, die Magie nach Orïsha zurückzuholen. Ihre Mission führt sie über dunkle Pfade, wo rachedurstige Geister lauern, und durch glühende Wüsten, die ihr alles abverlangen. Dabei muss sie ihren Feinden immer einen Schritt voraus sein. Besonders dem Kronprinzen, der mit allen Mitteln verhindern will, dass die Magie je wieder zurückkehrt …

Der internationale Bestseller! Große Kinoverfilmung bereits in Arbeit bei Fox 2000 ('Twilight', 'Das Schicksal ist ein mieser Verräter')

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.06.2018

Idee Top, aber Umsetzung Flop

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Zelie wuchs in einer Welt voller Magie auf. Aus Rache ließ der König die Magie versiegen und tötete alle, die Magie ausüben konnten. Ihre Nachfahren lässt der König unterjochen. Doch mit dem Fund eines ...

Zelie wuchs in einer Welt voller Magie auf. Aus Rache ließ der König die Magie versiegen und tötete alle, die Magie ausüben konnten. Ihre Nachfahren lässt der König unterjochen. Doch mit dem Fund eines magischen Artefakts gibt es wieder Hoffnung. Zelie begibt sich auf ein gefährliches Abenteuer, um die Magie zurückzuholen.

Der Schreibstil hat mir ganz gut gefallen, aber ich hätte mir mehr Hintergrundwissen gewünscht z. B. bessere Beschreibungen der Clans. Die Geschichte war mir zum Teil nicht wirklich schlüssig und zu brutal. Die Charaktere empfand ich eher als sehr nervig und merkwürdig in ihrem verhalten. Am meisten nervte mich die Konstruierte Liebesgeschichte, die meiner Meinung nach absolut nicht gepasst hat. Kann den Hype ehrlich gesagt nicht nachvollziehen und vergebe hiermit 2 Sterne.

Veröffentlicht am 27.06.2018

Wichtiges Thema, großartige Diversität, mangelhafte Umsetzung

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Ich weiß gar nicht genau, wie ich anfangen soll. Um dieses Buch herrscht ein so großer Hype und gefühlt jeder scheint es zu lieben. Ich wollte es ebenso lieben, weil das Buch und dessen Diversität so wichtig ...

Ich weiß gar nicht genau, wie ich anfangen soll. Um dieses Buch herrscht ein so großer Hype und gefühlt jeder scheint es zu lieben. Ich wollte es ebenso lieben, weil das Buch und dessen Diversität so wichtig sind. Leider entpuppte sich das Buch für mich aber als Enttäuschung.

Leider gab es nicht viele Sachen, die ich an dem Buch so wirklich gemocht habe. Da es ein High Fantasy Roman ist, der einen solchen Hype um sich hat, habe ich einen tollen Weltenbau erwartet, tolle Charaktere und eine geniale Handlung.
Den Weltenbau fand ich gar nicht mal so schlecht und an sich war die Welt, in der die Charaktere leben, auch sehr interessant. Was ich mir nur gewünscht hätte, ist, dass der Weltenbau komplexer ist. Das Buch ist mehr als 600 Seiten lang und da erwarte ich einen viel komplexeren Weltenbau als in einem Fantasy-Roman der nur 300 Seiten hat. Mir erschien der Weltenbau als recht einfach und wir haben keinen tieferen Einblick in die politische Ebene bekommen oder auch in die Vergangenheit. Es war alles noch sehr oberflächlich und mir nicht genug.

Neben dem Weltenbau fand ich die Handlung im generellen zu einfach. Ich hatte das Gefühl, dass jedes Mal, wenn die Protagonisten auf ein Problem gestoßen sind, hatten sie innerhalb von Sekunden eine Idee, wie es nun weitergeht oder was gemacht werden muss. Und natürlich hat das auch jedes Mal wieder auf Anhieb funktioniert. Das hat die ganze Handlung sehr uninteressant und vorhersehbar werden lassen. Ich hätte mir wirklich gewünscht, dass einige Dinge vielleicht nicht sofort funktioniert hätten und die Protagonisten mal richtig hätten nachdenken müssen oder mehrere Anläufe starten müssen.
Ich bin auch der Meinung, dass das eine Auswirkung auf das Tempo der Geschichte hatte. Und das Tempo fand ich...einfach nur katastrophal. Es gibt Momente, die sich wirklich sehr schnell lesen lassen, aber im nächsten Moment fing es einfach nur an sich zu ziehen, weil absolut nichts passiert ist und während denen ich beinahe eingeschlafen wäre. Leider gab es auch weitaus mehr Momente, die sich gezogen haben, als die, die sich schnell lesen lassen. Das Buch hätte gut und gerne 100 Seiten kürzer sein können und es hätte absolut nichts ausgemacht.
Das Ende hat im Endeffekt auch nichts mehr rausreißen können. Bei dem muss man sagen, dass das Tempo ganz schön zugenommen hat, aber genauso viele Dinge, die keinen Sinn ergeben haben, waren darin enthalten. Das hat mich so frustriert und wären die Logikfehler nicht gewesen, wäre das Ende sicher mal gar nicht schlecht gewesen.

Zuletzt wären da die Charaktere. Ich muss sagen, dass Zélie, Amari und Inan an sich recht vielschichtig waren, aber auch bei ihnen hatte ich zum Teil das Gefühl, dass manche ihrer Handlungen absolut keinen Sinn ergeben haben. Für mich passte einiges gar nicht zusammen und die Charaktere machen häufig 180 Grad Wendung, die nicht passend war. Kaum jemand ändert sich innerhalb von Sekunden so sehr.
Während ich bei den drei Protagonisten noch das Gefühl hatte, dass sie vielschichtig waren, gab es da Tzain. Zu ihm kann ich nur ein Wort sagen. Flach. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, was er sollte. Man hätte ihn super mit jemandem austauschen können oder sogar ganz weglassen können und es wäre kaum aufgefallen.
Zusammenhängend mit den Charakteren muss ich noch einen letzten Punkt erwähnen und das ist die Insta-Love. Aus irgendeinem Grund, der sich mir nicht erschließt, waren die Protagonisten auf einmal Hals über Kopf ineinander verliebt, ohne, dass irgendwas passiert ist oder sie sich richtig kennenlernen konnten. Da war absolut keine Chemie und zu keinem Zeitpunkt sind irgendwann mal die Funken am Sprühen gewesen. Ohne den ganzen Liebeskram hätte mir das Buch wohl auch ein wenig besser gefallen, denn so fühlte es sich an, als wäre die Romanze nur als Plot Device gewählt worden, weil es so am einfachsten war, die Handlung voranzubringen.

Fazit
Ich wollte dieses Buch lieben, aber leider war es für mich persönlich eine Enttäuschung. Dennoch ist das Buch extrem wichtig und man kann es kaum toppen, was die Diversität angeht. Ich hätte es gerne eine höhere Bewertung gegeben, aber es sind leider zu viele Punkte, die mich gestört haben und weswegen ich das Buch nicht genossen habe.
Wer aber dennoch neugierig auf das Buch ist, sollte es sich dennoch nicht entgehen lassen, denn es wird nicht ohne Grund so gehypt

Veröffentlicht am 08.02.2019

Ich will mehr davon!

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Zélies Welt war einst voller Magie. Flammentänzer spielten mit dem Feuer, Geistwandler schufen schillernde Träume, und Seelenfänger wie Zélies Mutter wachten über Leben und Tod. Bis zu der Nacht, als ihre ...

Zélies Welt war einst voller Magie. Flammentänzer spielten mit dem Feuer, Geistwandler schufen schillernde Träume, und Seelenfänger wie Zélies Mutter wachten über Leben und Tod. Bis zu der Nacht, als ihre Kräfte versiegten und der machthungrige König von Orïsha jeden einzelnen Magier töten ließ. Die Blutnacht beraubte Zélie ihrer Mutter und nahm einem ganzen Volk die Hoffnung. Jetzt hat Zélie eine einzige Chance, die Magie nach Orïsha zurückzuholen. Ihre Mission führt sie über dunkle Pfade, wo rachedurstige Geister lauern, und durch glühende Wüsten, die ihr alles abverlangen. Dabei muss sie ihren Feinden immer einen Schritt voraus sein. Besonders dem Kronprinzen, der mit allen Mitteln verhindern will, dass die Magie je wieder zurückkehrt.

Direkt vorweg: Dieses Buch ist einfach unglaublich stark. Starke Figuren, starke Geschichte, starkes Setting und am wichtigsten: eine Starke Botschaft!
Die Autorin greift hier das leider alltägliche Thema Rassismus auf und überträgt es in eine Welt voller Fantasie, Magie und Gefahren. Aber hier ist die Heldin dunkelhäutig und lässt sich nicht unterkriegen. Die Autorin gibt jedem Kind und jedem Erwachsenen der jemals in irgendeiner Form unterdrückt oder anders behandelt wurde eine Figur, zu der sie aufsehen können.
Zèlie ist nicht perfekt, sie ist nicht reich und auch nicht beliebt. Aber sie tut, was sie tun muss, um die zu retten, die sie liebt. Sie kämpft, sie beißt sich durch, macht Fehler und ist am Ende genau die Art Held, die jeder mal braucht.
Dabei wird sie von Freunden begleitet, die sich jeder im Leben wünscht.
Das Alles verpackt die Autorin in eine spannende Welt und viele Mythen, Göttersagen und Magie.
Alles in allem passt dieses Buch für mich perfekt. Ich hoffe, es werden noch viele Menschen dieses Buch lesen und ich hoffe sehr, dass es bei einigen von ihnen ein Umdenken anregen wird. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil.
Und als Muss: Lest das Nachwort der Autorin!

Veröffentlicht am 29.01.2019

Fantastischer Auftakt

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Handlung:

Die Handlung der Geschichte beginnt ein gutes Jahrzehnt nach der sogenannten Blutnacht. Der Nacht, in der der König von Orisha dem Volk der Maji seine Magie nahm und jeden magisch Begabten ermorden ...

Handlung:

Die Handlung der Geschichte beginnt ein gutes Jahrzehnt nach der sogenannten Blutnacht. Der Nacht, in der der König von Orisha dem Volk der Maji seine Magie nahm und jeden magisch Begabten ermorden ließ. Die Protagonistin Zélie verlor in dieser Nacht ihre Mutter, ihr Vater wurde halb totgeschlagen und ihre eigene Zukunft wurde komplett zerstört. Seither verkümmert ihr Volk unter der Grausamkeit des Königs und seiner Soldaten. Durch einen Zwischenfall trifft Zélie auf Prinzessin Amari. Diese ist aus dem Palast geflohen, im Gepäck ein Artefakt, welches den Maji ihre Magie zurückbringen und sie somit aus der Sklaverei befreien könnte. Ab diesem Moment sind Zélie, Amari und Zélies Bruder Tzain auf der Flucht vor den Soldaten des Königs und Amaris Bruder Inan, dem Kronprinzen von Orisha.

Die Welt:

Die Welt von Orisha ist sehr facettenreich. Sie weist eine Vielfalt von Licht- und Schattenseiten auf. Die Clans der Maji, die Kultur und die Lebensweise der Menschen besitzt starke afrikanische Elemente. Dies fand ich absolut faszinierend, da ich bis jetzt kein Buch in dieser Art gelesen habe. In Momenten, in denen dieses Leben beschrieben wurde, mit seinen Gottheiten, Legenden und Bräuchen war ich wie verzaubert. Allerdings hat diese Welt auch ihre dunklen Seiten. Die Gewalt, welche den Charakteren angetan wird, wird nicht geschönt. Angst, Verzweiflung und Hass sind Probleme, die sich durch die ganze Handlung hinweg ziehen und denen sich auch die Hauptcharaktere stellen müssen.

Die Charaktere:

Die Charaktere der Geschichte haben mir alle sehr gut gefallen, wenngleich ich mich nicht immer mit ihnen identifizieren konnte. Sie sind sehr ausgearbeitet, haben alle ihren ganz eigenen Charakter und somit auch Stärken und Schwächen. Am besten hat mir Amari gefallen. Sie wächst im Verlauf der Handlung über sich hinaus und wird von der zahmen Prinzessin zur Kämpferin. Auch Zélie ist sehr charakterstark, aber auch sehr emotionsgeleitet, was manchmal sehr problematisch war.

Allgemein waren die Charaktere sehr plastisch und vorstellbar. Jede einzelne Person wächst im Laufe der Geschichte an sich selbst und über sich hinaus. An manchen Stellen haben sie mich aber leider auch enttäuscht.

Positives:

Als Erstes muss ich hier die Welt aufführen. Orisha ist unglaublich detailliert beschrieben und mit all seinen Kulturen und Geschöpfen sehr beeindruckend. Man erhält einen Blick auf die schönen und hässlichen Seiten der Gesellschaft. Beide Seiten des Konfliktes erhalten eine Stimme, die Charaktere dürfen durchaus auch einmal an ihren Zielen zweifeln. Womit wir schon bei meinem zweiten Punkt angekommen wären. Die Charaktere waren einzigartig und teilweise sehr komplex. Sie entwickeln sich weiter, wachsen oder scheitern. Nur in wenigen Ausnahmefällen war ich von ihren Entscheidungen enttäuscht.

Kritik:

Manchmal war die Handlung etwas zu vorhersehbar, die Charaktere waren zu naiv oder passiv, oder das Geschehen zu schnell vorangetrieben. Dies hielt sich jedoch auch in Grenzen.

Fazit:

"Children of Blood and Bone" besticht nicht nur durch sein atemberaubendes Cover, es ist auch inhaltlich regelrecht magisch. Die Welt ist einzigartig, die Charaktere gut ausgearbeitet und während der Handlung hat man kaum Zeit für eine ruhige Verschnaufpause. Dies, in Zusammenspiel mit Tomi Adeyemis fließendem Schreibstil, sind nur einige wenige der Gründe, warum man dieses Buch lesen sollte. Für mich war "Children of Blood and Bone" trotz kleiner Schwächen mein bisheriges Jahreshighlight und ich kann es kaum erwarten, dass es endlich weitergeht.

Veröffentlicht am 29.01.2019

Beeindruckend intensiv, exotisch-kunterbunt und absolut authentisch!

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"Wir alle sind Kinder von Blut und Bein.
Und genau wie Zélie und Amari haben wir die Macht, etwas gegen das Böse in unserer Welt zu tun.
Viel zu lange sind wir in die Knie gezwungen worden.
Erheben wir ...

"Wir alle sind Kinder von Blut und Bein.
Und genau wie Zélie und Amari haben wir die Macht, etwas gegen das Böse in unserer Welt zu tun.
Viel zu lange sind wir in die Knie gezwungen worden.
Erheben wir uns.“

Dieses Zitat stammt nicht etwa von einem Protagonisten aus dem Buch sondern von der Autorin selbst. Denn in ihrem Nachwort bezieht sie sich auf den Rassismus, die Ungerechtigkeiten und die Unterdrückung gegenüber Afroamerikanern, die in der USA leider immer noch vorherrschen und gibt an, das Buch in den Tagen geschrieben zu haben, als sie Tag für Tag in den Nachrichten sah, wie wehrlose und unschuldige Schwarze von der Polizei erschossen wurden und das keinerlei Konsequenzen hatte.

"Beim Schreiben dieses Buches habe ich viele Tränen vergossen. Beim Überarbeiten noch einmal. Auch wenn Löwenessen und heilige Rituale ins Reich der Phantasie gehören, sind der Schmerz, die Angst und das Leid in diesem Buch echt."

Das schreibt Tomi Adeyemi zu Beginn ihres Nachworts und dass dieser Schmerz echt ist, spürt man als Leser auch. Man kann diesen Roman also durchaus als Kampfansage gegen Rassismus und Unterdrückung aber vor allem gegen die Ignoranz der Menschen lesen. Und auch wenn das nicht die einzige Bedeutungsebene dieses Romans umfasst finde ich es doch wichtig, das im Hinterkopf zu haben, während man diese Geschichte liest.

Erster Satz: „Wähl mich!“

Das hat dieses wundervolle Cover zu mir gesagt als ich durch die Neuerscheinungen der letzten Monate gestöbert bin und überlegt habe, was ich als nächstes lesen will. Mit dem Mädchen mit der wunderschönen, dunklen Haut, den wallenden, weißen Haaren und dem stechenden Blick wurde das wohl passendste Motiv überhaupt gefunden, was grafisch wunderschön umgesetzt wurde. Die starken Kontraste der weißen Haare zum Hintergrund, zum Titel und zur Hautfarbe des Mädchens sowie die farbigen Akzente bereiten gut auf die ausdrucksstarke, kraftvolle und exotische Geschichte vor, die sich zwischen den Buchdeckeln verbirgt. Auch unter dem Umschlag ist das Buch wundervoll gestaltet: die nackten Buchdeckel sind mit goldenen Symbolen verziert und die Innenseiten zeigen eine Karte von Orïsha. Neben einer Übersicht über die Maji-Clans finden sich 85 wundervoll verzierte Kapitelanfänge, ein Prolog, ein Epilog, die Anmerkungen der Autorin und eine siebenseitige (!) Danksagung auf den 624 Seiten.


„Mut kann im Verborgenen wachsen, sagte sie damals. Tapferkeit in der Dunkelheit erblühen.“


Tomi Adeyemi entführt gleich von der ersten Seite an in eine bunte, lebendige Welt inspiriert von der Kultur und den Mythen Westafrikas. Neben viel Fantasie und innovativen Ideen steckt also auch eine Menge Wahrheit im Setting. Das Land Orïsha, wurde nach den Orïshas benannt, den Göttern und Göttinnen der Yoruba-Religion, welche wiederum den Namen für die Sprache der Maji bereitgestellt hat. Die Meere und Berge tragen die Namen ihrer verstorbenen Großeltern, auch Essen, Klima und Kleidung erinnern stark an die Westafrikanische Kultur. Ansonsten ist die Welt frei erfunden und erzählt die Geschichte eines unterdrückten Volks, den Maji und ihren Kindern, den Divînés. Einst gab es zehn verschiedene Maji-Clans in Orïsha, die die mit unterschiedlichen Gaben gesegnet waren und in direkter Verbindung mit der Himmelsmutter und ihren Göttern Magie üben konnten. Doch aus Hass und Machtgier des herrschenden Königs Saran wurde aus Angst vor der Magie der Maji in der sogenannten Blutnacht die Ermordung aller erwachsenen Magienutzer veranlasst, was die Magie verschwinden ließ und die Divînés zu Waisen machte. Auf sich alleingestellt wandern viele der Kinder, ihrer magischen Zukunft und ihrer Würde beraubt in Arbeitslager und müssen in ständigem Angst und Schrecken vor der Willkür der privilegierten Kosidán, also der Menschen ohne magisches Talent und der Unterdrückung des Regimes leben. Ihr einst stolzes Erbe, ausgedrückt durch ihre weißen Haare und ihre dunkle Haut, ist nun ein Zeichen der Schande und des Schmerzes geworden.


"Wir sind das Volk, das die Gefängnisse füllt, das vom König als Zwangsarbeiter missbraucht wird. Das Volk, das die Bewohner von Orïsha aus ihren Gesichtszügen verbannen möchten. Sie ächten uns, als wären weißes Haar und frühere magische Kräfte ein gesellschaftlicher Makel. Mama erzählte immer, dass weißes haar einmal das Zeichen der Mächte von Himmel und Erde gewesen sei. Es kündete von Schönheit, Tugend und Liebe, und zeigte, dass wir vor den Göttern gesegnet waren. Doch dann änderte sich alles und plötzlich galt die Magie als Verbrechen. Unsere Abstammung wurde zu einer Last und einer Gefahr."


Vor diesem Hintergrund, der der Geschichte einen exotischen Touch gibt und sehr frisch, authentisch und absolut unverbraucht daherkommt, entfaltet sich die spannende Geschichte um Zélie, die in der Blutnacht ihre Mutter verloren hat und in der seither ein namenloser Zorn brodelt, der nur darauf wartet von den Göttern in die richtige Richtung gelenkt zu werden; um Zélies Kosidán-Bruder, der sie vor allem Übel auf der Welt beschützen will; um die Prinzessin Amari, die sich der Unrechtsherrschaft ihres Vaters bewusst wird, als dieser ihre beste Freundin ermorden lässt und mit einem wichtigen Artefakt aus ihrem goldenen Käfig flieht und um den Prinzen Inan, der sich zwischen der Ehre und Pflichterfüllung seinem Vater gegenüber und seinem Drang, das Richtige zu tun entscheiden muss. Gerade zu Beginn ist es recht schwierig, über die ganzen fremdartigen Begriffe, also Namen, Titel, Gottheiten, etc. einen Überblick zu behalten, doch da der Handlungsverlauf nicht unbedingt neuartig und bahnbrechend ist, macht sich die Exotik des Settings durchaus bezahlt. Denn auch wenn die Geschichte dem typischen Fantasy-Aufbau eines Auftaktromans folgt (die starke, vom Schicksal gebeutelte Protagonistin wird zur Galionsfigur einer Revolution auserkoren, versucht mit Hilfe von Freund und Feind essentiell wichtige Artefakte zusammenzutragen, scheitert aber immer wieder und bezwingt schließlich scheinbar unüberwindbare Hindernisse und entdeckt ihre einzigartige, magische Begabung) schafft es der Roman, sich von der Masse abzuheben und hält noch sehr viel Potential bereit.

"Spuren.
Sie war hier.
Sie ist ganz in der Nähe.
Ich habe sie fast eingeholt.
Töte sie, trommelt mein Herz. Ich kralle die Finger in den Abhang. Töte das Mädchen. Vernichte die Magie. Wenn sie endlich in meiner Gewalt ist, wird sich das alles gelohnt haben. Ich werde mir mein Königreich zurückholen."


Besonders durch das rasante Erzähltempo und den bildhaften, fesselnden und leidenschaftlichen Schreibstil Tomi Adeyemis können die leichten Logiklücken und die arg gewollt wirkende Liebesgeschichte(n) ausgeglichen werden. So wird das eher mittelalterlich geprägte Setting immer wieder durch seltsame Dinge wie Motorboote oder Brandbomben unterbrochen, die sich mir in dem Zusammenhang mit Schwertern und Kutschen nicht ganz erschlossen. Außerdem werden hier gleich zwei Liebesgeschichten entwickelt, wobei die eine ja ganz authentisch wirkt und sehr zart bleibt, die andere aber viel zu schnell von purem Hass zur großen Liebe wechselt und mich dabei ein wenig ratlos zurückließ. Die Art und Weise, wie die Autorin hier kraftvoll und zornig durch den Schmerz ihrer Protagonisten anklagend die Stimme erhebt und dabei bei einem lockeren und flüssigen Stil bleibt, der nie gezwungen oder übertrieben wirkt, hat mir jedoch sehr gut gefallen. Durch magische Träume, Visionen, spirituelle Begegnungen mit Göttern und die aufkeimende Liebesbeziehung(en) kommt noch eine atmosphärische Note hinzu, die sich wunderbar in den berührenden, majestätischen Grundton einfindet.


"Ihr Geist fährt durch mich wie ein Blitz aus einer Gewitterwolke. Es ist mehr als das Gefühl, richtig atmen zu können. Es ist der Inbegriff des Lebens. "Èmí àwon tí ó sùn - " Leise murmele ich die ersten Worte der Beschwörungsformel und werde mit einem noch nie dagewesenen Rausch belohnt. Mit der Kraft des Sonnensteins könnte ich Hunderte von Toten zum Leben erwecken. Ich könnte eine unaufhaltsame Armee befehligen. (…) Oya leuchtet in meinem Geist wie eine Fackel im Dunkeln. Reglos steht die Göttin da, doch es ist, als würde die ganze Welt in ihrer Nähe beben. Ein siegesgewisses Lächeln breitet sich auf ihrem Gesicht aus."


Neben der politischen Relevanz, die man in der Geschichte sehen kann oder eben nicht, geht es ganz klar um Themen wie Unschuld, Zerbrechlichkeit, Macht, innere Stärke, Glaube und Vertrauen, Unterdrückung Demütigung und Respekt, was durch die starken Protagonisten eindrücklich vermittelt wird. Die vier Hauptprotagonisten, die außer Tzain abwechselnd aus ihrer Perspektive berichten, werden dabei durch etliche liebenswerte (und auch sehr hassenswerte) Nebencharaktere unterstützt, die bunter und lebendiger nicht sein könnten. Da wäre die mutige und weise Lehrerin und Seherin Mama Agba, die ihre Schülerinnen lehrt, "Kriegerinnen im Garten zu sein, damit ihr nie Gärtnerinnen im Krieg werden müsst.". Oder die junge Zulaihka, die sich eine eigene Utopie aufgebaut hat und für ihre Gastfreundschaft bitter bezahlen muss. Lekan, der sein Leben für den Traum einer besseren Welt gibt oder Tzains und Zélies Vater, der nach dem Tod seiner Frau zerbrach aber seinen Kindern mit auf den Weg gibt: "Solange wir keine Magie haben, werden wir niemals mit Respekt behandelt werden. (…) Sie müssen wissen, dass wir uns wehren können.“ Leider geht die Autorin mit ihnen besonders verschwenderisch um, sodass wir uns von vielen sehr schnell schon wieder verabschieden müssen.


"Das war die Nacht, in der sich unser Leben änderte. Die Nacht, in der König Saran die Angehörigen meines Volkes aufhängen ließ, damit es die ganze Welt sah. Eine Kriegserklärung an die Maji von heute und morgen. Die Nacht, als die Magie starb. Die Nacht, in der wir alles verloren."


Mit Zélie haben wir eine starke Hauptprotagonistin, deren Innenleben sehr von Angst und Hass auf das Königshaus von Orïsha und vor allem König Saran geprägt ist. Seit dieser ihre Mutter und alle anderen Maji ermorden ließ muss sie ständig auf der Hut sein und mit ihrer Familie gegen die Anfeindungen wegen ihres Aussehens und gegen die hohen Steuern ankämpfen. Als ihr die Prinzessin Amari zufällig über den Weg läuft und sie ihr hilft, eine magische Schriftrolle zu entwenden, erwacht in ihr die Magie ihrer Mutter, die Magie einer Seelenfängerin und nichts ist mehr wie zuvor. Als sie hört, dass sie die einzige ist, die ein Ritual durchführen kann, um die Magie zurückzubringen und die Divînés ein für alle Mal aus der Unterdrückung und Sklaverei zu befreien, ist sie sich nicht sicher, ob sie diese Rolle wirklich erfüllen kann.
An ihrer Seite stehen unverrückbar ihr Bruder Tzain und ihre Löwenesse Nailah, die ihr zugleich Reittier, Beschützerin und Freundin ist.

Amari führt als Tochter von König Saran ein ganz anderes Leben. Doch als sie mit ansieht wie ihr Vater ihre beste Freundin Binta ermordet, kann sie ihr eingeschränktes Leben im Palast nicht länger ertragen und flieht. Von der schwachen, verwöhnten Prinzessin bis zur selbstbewussten Kämpferin und Rebellion macht sie eine umfassende Entwicklung durch.


"Ehre und Pflichterfüllung. Sein Leitspruch klingt mir in den Ohren.
Mein Vater.
Ihr König.
Die Ursache all dieses Leids.
(…) Als ich Zélie ansehe, bekomme ich endlich die Antwort auf die Frage, die ich Angst hatte zu stellen. Ich bin nicht wie Vater. So ein König will ich nicht sein."



Als vierter im Bunde bekommen wir ihren Bruder Inan, den Thronfolger von Orïsha präsentiert, der seinem Vater Saran hörig ist, bis er selbst beginnt, Magie zu entwickeln und ein wunderschönes und beeindruckendes Mädchen ihn zum Umdenken bringt...


"Es wird ein neues Orïsha." Inan wird ruhiger. "Unser Orïsha. Ohne Kämpfe. Ohne Krieg. Nur Frieden." (…) "Zusammen wären wir unschlagbar. Ein Gespann, wie es Orïsha noch nie gesehen hat."


Die Story schreitet, nein rennt, mit den Sprüngen einer Löwenesse voran und gipfelt am Ende in einem explosiven und sehr emotionalen Showdown, der mich noch einmal mitriss, beeindruckte, am Ende aber wütend zurückließ. Wütend deshalb weil Tomi Adeyemi uns so ein Ende vorsetzt wo doch erst frühestens nächstes Jahr eine Fortsetzung erscheint - wirklich mies von ihr! Eine sehr gute Neuigkeit hingegen ist aber, dass die Filmrechte schon verkauft sind und der Film sogar schon produziert wird. Eine Verfilmung dieses umfassenden, kunterbunten und sehr lebendigen Romans kann ich mir wunderbar vorstellen - ich kann es kaum erwarten, diese schillernde Welt mit ihren starken Helden auch außerhalb meiner Fantasie zu sehen.


"Man darf kein ganzes Volk wegen der Vergehen einiger weniger versklaven."


Fazit:


Ein berührender, aufrüttelnder Hintergrund von politischer Relevanz und ein lebendiges, unverbrauchtes Setting inspiriert von der Kultur und den Mythen Westafrikas treffen auf eine eher gewöhnliche Handlung mit vielen Fantasy-Klischees.
Beeindruckend intensiv, exotisch-kunterbunt und absolut authentisch werden Themen wie Unschuld, Zerbrechlichkeit, Macht, innere Stärke, Glaube und Vertrauen, Unterdrückung Demütigung und Respekt in einem mitreißenden Auftakt vereint.

Mit Ausbaupotential aber definitiv lesenswert!