Cover-Bild Schafkopf (Sonderausgabe)
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18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: ars vivendi
  • Themenbereich: Belletristik - Kriminalromane und Mystery
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 268
  • Ersterscheinung: 27.02.2025
  • ISBN: 9783747206935
Tommie Goerz

Schafkopf (Sonderausgabe)

Ein Fall für Friedo Behütuns

Die Erfolgsausgabe des legendären Krimidebüts
Kommissar Friedo Behütuns ermittelt in einer spektakulären Mordserie
»Ein fesselnder Krimi, der die Leser immer wieder auf die falsche Fährte lockt.« BR
Als ein Kalchreuther Wirt seinen Bierkeller aufschließt, stößt er auf eine bestialisch zugerichtete Leiche. Bei dem Toten findet die Polizei einen rätselhaften Gegenstand: ein Fußball-Trikot. Ein Zeichen ja, aber wofür?
Mit dieser Frage ist der Nürnberger Kommissar Friedo Behütuns konfrontiert. Steht dahinter ein Fankrieg? Zielt die Tat auf den Sponsor dieses Fußballvereins, einen Atomkonzern, ab? Oder ist nicht vielmehr im rechtsradikalen Milieu zu ermitteln?
Bald tauchen weitere Opfer auf, alle ähnlich grausam ermordet. Die Ereignisse eskalieren, Behütuns stochert im Dunkeln - bis er ein altes fränkisches Wirtshaus betritt.
Ein fesselnder Krimi, der den Leser auf verschiedene Fährten schickt, die am Ende doch alle in eines münden: in die Abgründe der menschlichen Seele.

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Lesejury-Facts

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2025

Die Peterlesboum

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Johann Dinder möchte nur schnell bei seiner Schankbude aufräumen, als er im Keller nebenan auf eine - im wahrsten Sinne des Wortes - zerfetzte Leiche stößt, ein Fußballtrikot steckt zwischen den heraushängenden ...

Johann Dinder möchte nur schnell bei seiner Schankbude aufräumen, als er im Keller nebenan auf eine - im wahrsten Sinne des Wortes - zerfetzte Leiche stößt, ein Fußballtrikot steckt zwischen den heraushängenden Gedärmen. Dinder kann zwar noch die Polizei verständigen und ein paar Antworten geben, dann bricht er zusammen und verstirbt wenig später. Kommissar Friedemann Joseph Peter Behütuns, kurz Friedo und seine drei Teamkollegen, allesamt mit dem Vornamen Peter gesegnet, daher die „Peterlesboum“, haben keinerlei Anhaltspunkt, wo sie zu ermitteln beginnen sollen. Der Tote ist unbekannt, wohin das Trikot weisen soll – zu rivalisierenden Fußballclubs oder zum Sponsor, einem Atomkonzern – oder ob der Täter der rechten Szene zuzuordnen ist, alles ist völlig unklar.

Mit einem bizarren Einstieg verblüfft Tommie Goerz ebenso wie er des Lesers Neugierde weckt, wohin da ein Krimi führen kann. Im folgenden Kapitel lernt jeder, der es noch nicht kann, das Schafkopfen, ein fränkisches Kartenspiel mit vielen Details zu „kurzem“ und „langem“ Blatt, Eichel und Schelle und anderen Einzelheiten am Wirtshaustisch. Dann hört ein Ornithologe einen Knall. Jetzt kommen endlich die vier Peterlesboum ins Spiel, die Ermittlungsarbeit beginnt. Zäh, wie in Zeitlupe (Zeitdehner hat man früher gesagt, kindle, Pos. 255) gestalten sich diese, da es kaum Hinweise auf einen (oder mehrere) Täter gibt, daher in unterschiedlichsten vage erscheinenden Richtungen herumgestochert werden muss.

Tommie Goerz verquickt einen kompliziert anmutenden Kriminalfall mit einer melancholischen Heimatgeschichte, beschreibt Flora und Fauna rund um Nürnberg ebenso anschaulich wie die raue Bergwelt im italienisch-schweizerischen Tessin. Wunderbar fügen sich Wetterstimmungen in die knifflige Polizeiarbeit, ratscht man im Wirtshaus und am Berg im örtlichen Dialekt. Friedo geht recht unkonventionell an den grausigen Fall heran und erhält unverhofft Unterstützung aus Locarno, wo ein ähnlicher Mord für Aufsehen sorgt. Die anderen drei Peterle sind ebenso originell und leisten ihren Beitrag, um einen logischen Abschluss zu finden. Melancholie und Trägheit liegen über der Handlung, die paradoxerweise flott und fesselnd voranschreitet, paradox sind auch die Ergüsse des Psychologen, der immer dann zur Stelle ist, wenn man ihn gar nicht erwartet. Parallel zu Behütuns zieht auch er die richtigen Schlüsse und erklärt diese vorzugsweise bei einem „Seidal“ Bier.

Neben phantastischen Romanen (Im Tal, Im Schnee) kommt also auch ein rundum überzeugender Krimi aus Goerz' Feder; ich kann Schafkopf nur jedem empfehlen, der Wert legt auf einen großartigen Schreibstil (der teilweise zum Milieu passend derb ausfällt) und einen Blick auf kleinste Details. Ich werde diese Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen!

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Veröffentlicht am 27.02.2025

Deutlich schwächer als die späteren Werke des Autors

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Da ich die literarischen Werke „Im Tal“ und „Im Schnee“ von Tommie Goerz sehr liebe, habe ich mich mit „Schafkopf“ nun an einen seiner Krimis gewagt. „Schafkopf“ war damals sein Debüt und Beginn der inzwischen ...

Da ich die literarischen Werke „Im Tal“ und „Im Schnee“ von Tommie Goerz sehr liebe, habe ich mich mit „Schafkopf“ nun an einen seiner Krimis gewagt. „Schafkopf“ war damals sein Debüt und Beginn der inzwischen zehnteiligen Reihe um Kommissar Friedo Behütuns aus Franken.

Leider bin ich mit diesem Buch überhaupt nicht warm geworden, und wäre es nicht Goerz gewesen, hätte ich wohl abgebrochen. Es beginnt mit dem ersten Kapitel, in dem eine Figur auf der Toilette sitzend u.a. über seine Ausscheidungen sinniert, und anschließend folgt ein langer Abschnitt über eine Schafkopfrunde in einem Wirtshaus. Wer die Regeln des Spiels nicht kennt, langweilt sich hier. Bereits nach den ersten 50 Seiten war mir klar, wer der Täter ist und welche Motive vermutlich dahinter steckten, so dass keine Spannung aufkam. Friedo Behütuns verliert sich zudem immer wieder in klassischen „Früher war alles besser“-Betrachtungen, die mich an Stammtischgerede erinnerten. Auch sonst spart Goerz nicht mit Klischees, ob es nun um die „gescheiten Studierten“ geht, Homosexuelle oder Frauen. Auch sprachlich ist dieses Frühwerk leider weit von seinen aktuellen und zu Recht hochgelobten und ausgezeichneten Romanen entfernt. Für mich war dieses Buch leider enttäuschend.

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